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Aus aller Mett.

Bebel hat in einem ausführlichen Testament seinen letzten Willen kundgetan. Eine summarische Zusammen­fassung mit den hauptsächlichsten Bestimmungen fand sick> bei hm Handakten des Verstorbenen in Passug vor. Bebel wünscht darin unter allen Umständen an der Seite seiner Gattin in Zürich bestattet zu werden und zwar durch ein Krematorium. Im übrigen enthält das Testament, als dessen Vollstrecker sein Freund, der Bankier Ullmann in Frankfurt bestellt ist, zahlreiche letztivillige Verfügungen Vermögensrecht- licher Natur. Die deutsche sozialdemokratische Partei ist dabei mit einem namhaften Betrage bedacht. Auch ist ihr von einem bestimmten in den Notizen näher angegebenen Zeitpunkt das ausschließliche Verlagsrecht der sämtlichen schriftstellerischen Werke Bebels übertragen worden. Bebel hat bis in die letzten Tagr vor seiner Abreise nach Passug an der Durchsicht des von ihm und Bernstein gemeinsam zusammengestellten Briefwechsels Marx und Engels gearbeitet. Dabei mußte er auf die Vollendung des dritten Bandes seines Lebenswerkes verzichten, das nun wohl kaum einen Abschluß finden dürfte.

Auf dem Montblanc verirrt. Drei junge Mitglieder des Genfer Alpenklubs unternahmen einen Aufstieg auf den Montblanc. Vom Schnee geblendet, verloren sie den Weg und konnten die Alpenhütte nicht mehr erreichen. Sie mußten infolgedessen die Nacht im Freien zubringen. Einer der jungen Leute namens Wackerlin aus Schaffhausen starb in der Nacht infolge der großen Kälte.

Zrrsinnstat eines Arztes. Aus Mariette (Ohio) wird gemeldet: Der als tüchtiger Spezialist für Halsleiden be­kannte Dr. Dahncy wurde bei einer Operation eines reichen Farmers namens Schad, eines Deutschen, irrsinnig und tötete seinen Patienten, indem er ihm das Fleisch vom Gesicht löste und mit dem Messer tief in den Hals hineinfuhr.

Ein Rekord für Ozeanfahrten. Aus Bremen wird telegraphiert: Der Schnelldampfer des Norddeutschen Lloyd Kronprinzessin Cecilie" hat auf der letzten Reise nach New- york den deutschen Rekord für die Ozcanfahrt zwischen Cher­bourg und dem Ambrose-Channel-Feuerschiff geschlagen. Er fuhr mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 23,4 Knoten und legte die Ozeanfahrt in fünf Tagen 14 Stunden 24 Minuten zurück.

Sechs Cholerakranke gestorben. Aus Sarajewo wird gemeldet: Sämtliche sechs Personen, die in Gornja- Tuzla und Bukinje an Cholera erkrankt waren, sind gestor­ben. Neue Cholerafälle haben sich nicht ereignet. Beide Ortschaften sind aufs strengste abgesperrt worden. Die Flüsse Jala, Svreca und Bosna sind als verseucht erklärt worden.

Die Hitze in Amerika. Während aus dem ganzen Deut­schen Reiche und aus der Schweiz Kälte gemeldet wird, dauert in den Vereinigten Staaten von Kansas bis Texas sie Hitze von 38 Grad Celsius an. Die Flüsse sind einge­trocknet, die Ernte ist durch Regenmangel vernichtet.

Van den Vergh's Margarine-Gesellschaft m. b. H. in Cleve beging am 14. August das Fest ihres 25jährigen Be­stehens. Als Vertreter der Regierung wohnte Negierungs­rat Kamlah, als Vertreter der Handelskammer Krefeld deren Vorsitzender, Geh. Kommerzienrat Deutzen und Syn­dikus Dr. Zeitz der Feier bei. Der Generaldirektor des Werks, Herr Leo van den Vergh, warf in seiner Ve- grützungsansprache einen Rückblick auf den bescheidenen An­fang des Unternehmens und gedachte in anerkennenden Worten des früheren Leiters, Herrn Manger, und aller Mitarbeiter, durch deren Ausdauer und Hingabe im ver­gangenen Vierteljahrhundert der Aufschwung des Werkes herbeigeführt worden ist, denen es im Besonderen zu danken ist, daß der Margarine die Anerkennung zuteil wurde, die ihr als einem unentbehrlichen Nahrungsmittel heute in allen Bevölkerungskreisen gezollt wird. Er dankte sodann den gegenwärtig im Dienst des Unternehmens stehenden Vertretern, Angestellten und Arbeitern, deren Zahl auf fast 2500 angewachsen ist, und teilte mit, daß außer der jedem Einzelnen zugedachten Gratifikation, zu Gunsten des Personals und zu Ehren des Begründers der Firma eine Simon van den Bergh-Stiftung" mit einem Grundkapi­tal von 100 000 Mark ins Leben gerufen ist. Fernerhin wurde den in Cleve und Kellen bestehenden Wohlfahrts­einrichtungen eine Reihe von Schenkungen überwiesen. Der Redner schloß mit einem Hoch auf den Kaiser, dem Schutz­herrn des Handels und der Industrie. Vertreter der im Außendienst stehenden Herren, die aus ganz Deutschlandcher- beigeeilt waren, Wortführer des Personals und der Ar­beiter bekundeten das vorzügliche Einvernehmen, das zwi­schen ihnen und der Firma stets bestanden hat. Auch die Herren Regierungsrat Kamlah, Handelskammerpräsi'dent Geh. Kommerzienrat Deußen, die Bürgermeister von Cleve unb Kellen sprachen der Firma ihre Glückwünsche aus.

Handel, Gewerbe und Verkehr.

Heu- und Strohmarkt Frankfurt. Bezahlt wurde für Heu (altes) 0.000.00 M., (neues) 2.700.00 M. Stroh (Kornlangstroh) 0.00 M. Geschäft mittelmäßig. Alles per 50 Kilo. Die Zufuhren waren aus den den Kreisen Hanau und Dieburg.

Verlosungen. (Ohne Gew.)

Russische 100 Rubel-Lose vom Jahre 1864. Ziehung vom 1./14. Juli 1913. Gezogene Serien: 18 24 25 81 82 98 164 191 562 602 659 806 822 837 874 926 933 1031 1187 1191 1310 1340 1357 1383 1419 1507 1512 1587 1678 1686 1717 1745 1792 1802 1862 2010 2053 2063 2131 2155 2235 2313 2332 2495 2608 2630 2653 2753 2836 2840 3049 3092 3159 3213 3254 3294 3333 3352 3522 3529 3717 3768 3800 3858 3969 4003 4046 4057 4086 4100 4111 4142 4172 4206 4209 4230 4237 4386 4469 4482 4759 4806 4871 4991 5010 5049 5055 5157 5239 5246 5285 5317 5375 5395 5563 5699 5717 5747 5758 5764 5926 5964 6006 6008 6067 6109 6223 6233 6269 6317 6357 6358 6401 6463 6512 6558 6786 6796 6819 6909 6974 7063 7102 7111 7156 7166 7280 7330 7342 7424 7446 7457 7469 7525 7545 7569 7652 7684 7954 7958 8000 8030 8048 8110 8122 8166 8291 8333 8448 8462 8629 8784 8920 8989 9022 9028 9169 9192 9259 9333 9389 9555 9653 9666 9699 9706 9756 9773 9863 9979 9996 10040 10047 10065 10101 10109

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14627

14730

14776

14826

14875

14886

14903

14985

15006

15054

15066

15078

15171

15235

15299

15395

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15485

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15917

16006

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16497

16554

16668

16789

16908

16932

16981

17114

17200

17352

17367

17413

17415

17492

17496

17589

17632

17820

17873

17877

18080

18114

18177

18188

18225

18430

18491

18522

18528

18534

18548

18656

18748

18787

18809

18904

19024

19047

19115

19183

19252

19287

19350

19430

19563

19622

19748

19872.

Alle

in obigen gezogenen Serien enthaltenen

Nummern (150) sind mit je 140 Rubel gezogen. Aus­zahlung ab 2./15. Oktober 1913.

Schtffsnachrichten,

(Mltgeteilt vom Vertreter des Norddeutschen Lloyd in Bremen, M. Schuster, Fahrstraße Nr. 1.)

Der DampferPrinzeß Irene" des Norddeutschen Lloyd ist am 7. August wohlbehalten in New-Pork eingetroffen.

Der Dampfer des Norddeutschen LloydChemnitz" ist am 8. August wohlbehalten in Galveston augekommen.

Hamburg, 11. August. Der DampferDolivia" von der Hamburg - Amerika - Linie ist gestern in St. Thomas und der DampferSpreewald" vorgestern in New - Orleans eingetroffen.

Der Hamburger DampferArmenia" ist am 8. August wohlbehalten in New-Dork eingetroffen.

Drahtnachrichten.

Taktikänderung im spanischen Marokkofeldzug.

PC. Madrid, 15. Aug. Dev Eeneralresident von Ma­rokko, General Alsau, ist infolge der zwischen ihm und der Regierung bestehenden Meinungsverschiedenheiten von seinem Posten zurücktreten. General Marina, der bereits 1909 die spanischen Truppen im Kampfe bei Melilla kom­mandierte, wurde zu seinem Nachfolger ernannt. Seine Tätigkeit wird sich in den, im gestrigen Ministerrat vom Ministerpräsidenten Grafen Romanones festgelegten Richt­linien bewegen. Darnach ist die Regierung bereit, die ihr obliegenden internationalen und spanischen Pflichten in Nordmarokko zu erfüllen, gleichzeitig aber bei der fried­lichen Durchdringung und Verwaltung des Landes etappen­weise vorzugehen, um eine zu schwere Belastung des Bud­gets durch kriegerische Ereignisse zu vermeiden. Die großen Verluste der spanischen Truppen unter General Alfau hatten die spanische Bevölkerung sehr erregt.

Arbeiterbewegung.

Hamburg, 15. Aug. LautVossischer. Zeitung" schlugen drei große Versammlungen der Werftarbeiter dem Vorstande vor, die Arbeit insgesamt wieder auszunehmen. Es wurde beschlossen, daß die alten Leute schon heute früh die Arbeit wieder aufnehmen sollten, die übrigen würden in den nächsten

Tagen nach Bedarf durch den Arbeitsnachweis einberufen. Eine weitere Meldung des Blattes besagt, die Wiederein^ stellung der Arbeiter begegne großen Schwierigkeiten. Die Unternehmer verlangen, daß alle Arbeiter sich wegen Wieder- Einstellung an den Arbeitsnachweis der Metallindustriellen wenden sollen. Die Arbeiter haben aber den Wunsch, ge­schlossen wieder auf den Werften zu erscheinen.

Johannesburg, 14. August. Der Arbeiterverband ver­wirft die Erledigung seiner Beschwerden durch Kommissionen, Es wird eine neue Arbeiter-Union angestrebt auf der Grund­lage einer friedlichen konstitutionellen Erledigung aller Diffe­renzen. Die Arbeiterpartei wünschte die Neuwahl des Parlaments wegen der von der Negierung während der Un­ruhen bewiesenen Schwäche. Dies ist von der Regierung endgültig abgelehnt worden. Eine Annäherung zwischen der Regierungspartei und den oppositionellen Parteien ist unver­kennbar. Sie ist eine Folge ihres Zusammenstehens wäh­rend der durch den Streik verursachten Schwierigkeiten.

Der katalonische Textilarbeiterstreik.

PC Madrid, 15. Aug. Die Angestellten der kata­lanischen Eisenbahnen haben sich für den Generalstreik ausgesprochen. Die Lage in der Textilindustrie ist noch dieselbe. Sämtliche Webereien und sonstige Fabriken sind geschlossen, doch ist es gestern zu keinen Ruhestörungen gekommen.

Ein französisches Kriegsschiff vor Rhodos.

PC. Rom, 15. Aug. Der französische Panzerkreuzer Latoure Treoille" ist vor Rhodos eingetroffen und hat mit dem dort liegenden italienischen Geschwader einen Begrüßungs­salut ausgetauscht. Der Kapitän des Panzerkreuzers stattete dem Admiral Aineglio einen Besuch ab.

Englisches Unterhaus.

London, 14. Aug. Wie der Kolonialminister Harcourt mitteilte, erhielt er eine befriedigende Information bezüglich der Lage im Somaliland. Er könne aber aus militärischen Gründen Einzelheiten nicht veröffentlichen. England müsse seine Position an der Somaliküste aufrechterhalten, aber seine Politik müsse unverändert bleiben. Die Thronrede, wodurch das Parlament vertagt wird, wird morgen mittag verlesen.

Venezuela.

Willemstad, 14. Aug. Berichte Maracaibo zufolge herrscht vollkommene Ruhe in Venezuela. Die Verbindungen sind wieder hergestellt. General TorreS Castro, einer der Führer der Aufständischen, ist mit einer Anzahl Angehöriger in Porto Cabello eingetroffen. Man vermutet, daß der frühere Präsi­dent Castro sich an Bord eines Schiffes außerhalb Mara­caibos befindet.

Die Grönland-Expedition des Hauptmanns Koch.

Kopenhagen, 14. Aug. Das Komitee der Grönland« Expedition des Hauptmanns Koch erhielt beute mit dem GroulandschiffGodhaab" einen Bericht des Hauptmanns Koch, in dem es heißt: Am 20. April verließ die Expedition das Winterquartier auf dem Inlandeis mit/ fünf Schlitten und fünf Pferden, um den 1200 Kilometer langen Marsch über das Inlandeis nach der Westküste Grönlands anzu- treten. Nach einem beschwerlichen Marsche wurde am 11. Juni das vorletzte Pferd wegen Futtermangel geschlachtet. Am 2. Juli sichtete die Expedition vom Inlandeis aus Land. Hier mußte das letzte Pferd geschlachtet werden, nachdem es 110 Kilometer über das Grönlandeis zurück­gelegt hatte. Die Expedition setzte den Marsch fort und hatte in den folgenden Tagen viele Schwierig­keiten zu überwinden. So mußte sie u. a. wegen schlechten Wetters unter einer Klippe 35 Stunden lang ohne Speise liegen, da der Proviant aufgezehrt war. Am 15. Juli wollte man weiterziehen, aber die Teil­nehmer waren »so erschöpft vor Hunger, Kälte und Feuchtigkeit, daß sie nicht vermochten, sich einen Weg durch den tiefen Schnee zu bahnen. Sie schlachteten den Hund, der ihnen auf dem ganzen Weg gefolgt war, kochten sein Fleisch und waren gerade dabei, das Mahl zu beginnen, als sie ein Segelboot auf dem Fjord, öst­lich von Proeven, bemerkten. Durch Schüsse und Signale riefen sie das Boot herbei. Es gehörte dem Pastor Chemnitz, der sich selbst in dem Boote befand und die sehr erschöpften Polarforscher nach Proeven brachte, wo sie mit großer Liebenswürdigkeit von dem Leiter der Kolonie ausgenommen wurden und die nötige Pflege erhielten.

Juwelendiebstahl im Schnellzug.

PC. Belfort, 15. Aug. In einem Schnellzug zwischen Basel und Belfort ist einer reichen Pariserin eine Handtasche mit Juwelen im Wert von 15 000 Franken gestohlen worden. tMtOBIIimiimWMITlMW» .......WIMIMHMM.......IMMI«.........

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