Einzelbild herunterladen
 

*

Erstes Vlâ

Linrückungsgebühr:

Die Sgespaltene Petitzeile oder deren R»um 20 Pfg. im Reklameletl die Zelle 50 Pfg.

Bezugspreis!

Vierteljährlich 1.80 Mk., monatlich 60 Pfg., für Post­bezug vierteljährlich 2.10 Mk., monatlich 70 Pfg.

Die einzelne Nummer kostet 5 Pfg.

Rotationsdruck und Verlag der Vuchdruckerei des verein, ev. Waisenhauses in Hanau.

General-Anzeiger

Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Derantwortl. Redakteur: & Schrecker in Hanau,

9?L 184 Fernsprechanschlutz Nr. 230»

Samstag io 9. August

F-rnsprechawschlutz Rr. 230. 191 3

Die Ht Mummet umfoil nutet dem llnlnWuWWil 16 Seiten.

Amtliches.

Stadtkreis Hanau.

Bekanntmachung.

Arbeitsuchende: 3 Hausburschen, 2 Mona^srauen, 1 Mechaniker, 2 Schuhmacher, 1 Schneider, 5 Tagelöhner.

Gesucht werden: 1 Bauschreiner, 1 Etuismacher, 1 Schneider, 1 Schuhmacher, 1 Weißbinder.

Im Monat Juli erhielten Stellen zugewiesen : 2 Dienstmädchen, 7 Erdarbeiter, 4 Hausburschen, 1 Monats­frau, 2 Schlosser, 1 Schneider, 5 Schreiner, 7 Schuh­macher, 3 Spengler, 16 landw. Tagelöhner, 10 sonstige Tagelöhner, 2 Weißbinder.

Hanau den 9. August 1913. 18547

Städtische Arbeitsvermittelungsstelle.

Bekanntmachung.

Das Öffentliche Untersuchungsamt Hanai für die Kreise Hanau Stadt und Land, Gelnhausen und Schlüchtern (Leiter: Nahrungsmittel-, vereid. Gerichts- und Handels­chemiker Dr. Braunmüller) befindet sich Kanalplatz 3, Tele­phon 594.

Für die Arbeiten des Untersuchungsamts (Untersuchung von Nahrungsmitteln, chemisch-te^ Nische Untersuchungen jeder Art und physiologische Untersuchungen) ist ein von dem Herrn Regierungspräsidenten genehmigter GH-hr-n- tarif ausgestellt, der im Untersuchungsamt eingesehen wer­den kann.

Hanau den 9. April 1913. 9435 Der Magistrat.

5 Hb;

Bekanntmachung.

In Abänderung der Bekanntmachung vom 21. v. Mts. wird angeordnet, daß zu dem am 11. und 12. l. Mts. in Schotten stattfindenden Markt Rindvieh von außer­halb des Großherzogtums ohne Quarantäne zugelassen wird, wenn es aus unverseuchten Bezirken stammt.

Eroßh. Kreisamt Schotten.

Dr. Kranzbühler.

LMmWMjer Kreisoereiil Km».

Der landwirtschaftliche Kreisverein unternimmt am 24. d. Mts. eine Reise mit Damen zur Besichtigung des Hofgutes in Habitzheim und der bäuerlichen Simmentaler Rindviehzüchtereien daselbst, sowie des Hofgutes des Oekonomierats Walter in Lengefeld und endlich der Weide bei Schloß Nauses.

Abfahrt am 24. d. Mts., vormittags 8.02 Uhr, Hanau- Ost über Babenhausen, Dieburg nach Spachbrücken. Ankunft im letzteren Orte um 9.07 Uhr vormittags. Von Spach­brücken ab Wagenfahrt nach Habitzheim. Besichtigung des Hofgutes und der Simmentaler Züchtereien daselbst. Hiernach gemeinsames Mittagessen in einer Wirtschaft dieses OrteH, die noch bekannt gegeben wird. Um P/j Uhr mittags Weiterfahrt mit Wagen nach Lengefeld, Besichtigung des Hof- guteS daselbst. Weiterfahrt um 3*/, Uhr nach Schloß Nauses und Besichtigung der Weide daselbst. Weilerfahrt um 6 Uhr nach Station Höchst. Dortselbst gemütliches Zusammensein bis 7.22 Uhr abends, um welche Zeit Rückfahrt nach Hanau stattfindet. . Ankunft Hanau-Ost 8.16 Uhr.

Diejenigen Mitglieder und Freunde des Vereins, welche sich an der Bereisung beteiligen wollen, werden ersucht, dies 19 â"m 19. d. Mts. dem Schriftführer des Vereins Herrn >t.winanenrentmeister Reinhardt mitzuteilen.

Die nicht unerheblichen Kosten für die Wagenfahrt der ^tltglieder werden aus der Vereinskasse bezahlt.

Die Herren Bürgermeister werden ersucht, die vorstehende etanntmachung des landwirtschaftlichen Kreisvereins in den Gemeinden in ortsüblicher Weise bekannt machen zu lassen.

Hanau den 8. August 1913.

Der Vorsitzende.

Frhr. Laur, Landrat.

SeWeiie und uerlirene ©eoenltönde it.

Verloren. 1 Päckchen in Papier (enthaltend ein weißes und ein schwarzes Tüllwestchen).

Zugeslogen: 1 Kanarienvogel.

" tlaufen: 1 grauer deutscher 5 Monate alter Schäferhund.

Hanau den 9. August 1913.

Aus Hanau Stadt und Land.

Hanau, 9. August.

Au in SenioltMi der Laudlreise; Him uni Wer Gemeinden.

Der soeben erschienene Verwaltungsbericht des Kreis­ausschusses des Landkreises Hanau läßt uns einen interes­santen Einblick in den Stand der Kreiskommunalangelegen­heiten in den beiden letzten Jahren tun. Was zunächst die Bevölkerung des Landkreises betrifft, so betrug diese nach der letzten Volkszählung (1910) 57 075 Einwohner, das kommt einer Zahl von 195 auf den Quadratkilometer gleich. Die im Dezember joden Jahres vorgenommene Perfonen- stanÄsaufnahme ergab für 1911 57 067 und für 1912 58176 ortsanwesende Personen. In den einzelnen Standesamts­bezirken des Landkreises sind in den letzten drei Jahren vorgekommen: 1910 1566 Geburten, 473 Eheschließungen, 692 Sterbefälle, 1911 1495 Geburten, 458 Eheschließungen, 713 Sterbefälle, 1912 1511 Geburten, 485 Eheschließungen, 642 Sterbefälle. Die Zahl der Geburten in 1912 ist dem­nach gegen 1911 um 16 Köpfe gestiegen, während die Sterbe­fälle um 71 zurückgegangen sind.

Vorerst interessiert uns nun, in welcher Weise die Ge- meindehaushalte des Landkreises ihre Bedürfnisse in steuer- technischer Hinsicht befriedigen. Keine Einkommensteuerzu­schläge erheben nur noch zwei Gemeinden (Eichen und Mar­köbel), "Wachenbuchen, das ebenfalls zu den Gemeinden zählte, die bisher ohne Zuschläge auskamen, erhebt seit 1911 20 %. Unter 100 % erheben sechs Gemeinden (Dörnigheim 90, Fechenheim 85, Langendiebach 50, Mittelbuchen 80, Roß­dorf 80, Wachenbuchen 20), 100 % sieben Gemeinden (Bruch­köbel, Vuttevstadt, Erbstadt, Gronau, Niederissigheim, Ost­heim, Rüdigheim), über 100 % bis zu 250 % erheben bei weitem die meisten Gemeinden, nämlich 17 (Windecken 150, Bergen 200, Bischofsheim 175, Großauheim 110, Groß­krotzenburg 160, Hochstadt 115, Hüttengesäß 120, Kilian­städten 150, Langenselbold 150, Neuwiedermuß 130, Nie­derdorfelden 110, Niederrodenbach 150, Oberdorfelden 150, Oberissigheim 116, Oberrodenbach 250, Ravolzhausen 135, Rückingen 175). Die Prozente der Ertrags-(Real-)steuern sind in 14 Orten höher als die der Einkommensteuerzu- schläge.

Diese Zahlen zeigen uns, daß die Gemeinden entgegen ihrer früheren Gepflogenheit in letzter Zeit mehr Gebrauch von der Besteuerung machen. Die früher geringe Bedeu­tung der Steuer für den Gemeindehaushalt mag wohl ihren Grund darin gehabt haben, daß die Gemeinden die für ihre Verwaltungen notwendigen Bedürfnisse unmittel­bar aus dem Eemeindevermögen entnahmen, andererseits verfügten sie noch über Naturalleistungen und Dienste der Eemeindeangehörigen entsprechend der herrschenden Na­turalwirtschaft. (In Kurhessen waren vorbehaltlich gewisser Ausnahmen die Gemeindemitglieder nach Maßgabe des Ortsstatuts dienstpflichtig. Es wurde unter Reihen- und Notdienst unterschieden.) Auch waren die Bedürfnisse der Gemeinden geringer und die Ausgaben wurden nach den Einnahmen bemessen. Eine Aenderung trat erst von dem Augenblick ein, wo die Naturalleistungen und die Natural­dienste eingeschränkt wurden oder ganz verschwanden. Die den Gemeinden zur Pflicht gemachten Ausgestaltungen auf dem Gebiete des Armen-, Eesundheits-, Polizei-, Volksschul- und Wegebauwesens erhöhte den Geldbedarf und waren Anlaß dafür, daß die Anwendung der Steuer die heutige stärkere Ausdehnung annahm.

Kreis- und Bezirks st euern sind infolge des Wachsens der Steuerkraft bei den industriellen Betrieben Fechenheims andauernd im Steigen begriffen, auch bei einer großen Anzahl anderer Gemeinden hat das Steuersoll gegenüber den Vorfahren eine Erhöhung erfahren. Es be­trugen die Kreisabgaben 1910 179 578 Mark, 1911 Mark 191 486.23, 1912 210 353.80 Mark. Die indirekten Kreis- steuern haben ergeben an Hundesteuer 1910 15 415 Mark, 1911 15 865 Mark, 1912 16 750 Mark, an Schankkonzessions­steuer 1910 3120 Mark, 1911 3925 Mark, 1912 4030 Mark. Das Staatssteuersoll ist ebenfalls ganz wesentlich gestiegen. 1910 betrug es noch 655 040.20 Mk., 1911 691 713.68 Mark, um 1912 auf 734 757.11 Mark anzuwachsen. Die seit dem 1. April 1911 in Kraft getretene Zuwachssteuer hat für 1911 im Landkreise den Betrag von 213 807.80 Mark ergeben, davon entfallen auf die Veranlagung durch das Kreiszu­wachssteueramt (Kreisausschuß) 4630.10 Mark, durch die Zuwachssteuerämter der Gemeinden Bergen 3567.32 Mark, Großauheim 7952.77 Mark und Fechenheim 197 657.61 Mk. Die unverhältnismäßig hohen Steuereingänge in letzterer Gemeinde resultieren aus den umfangreichen Landan­

käufen der Stadt Frankfurt für den Bau des neuen Ost­hafens. Das Ergebnis der Veranlagung für 1912, das noch nicht abgeschlossen ist, kann als sehr günstig bezeichnet wer­den, denn der Stand war Mitte April 1913 insgesamt 231318.66 Mark.

Fügen wir hier gleich das Kapitalvermögen des Landkreises nach dem Stande am 31. März 1913 an. Es betrug das allgemeine Kreisvermögen 67 999.60 Mark (Zinsen 2448.50 Mark), der Ausgleichsfonds 11000 Mark, der Landwegefonds 50 000 Mark, der Fonds Mr Unter­stützung der Verkehrsanlagen 7048.90 Mark, der Tilgungs­fonds 15 408.12 Mark, der etatsmäßige Betriebsfonds 40 000 Mark; ferner gehört hierher die Restsumme in Höhe von 90 000 Mark der für das Ausscheiden der Gemeinde Kessel­stadt aus dem Kreisverbande bestehenden Forderung an die Stadt Hanau. Der Schulden st and für Kreishausbau, Pferdestall, Einrichtung der Iungviehweide, Landwegebau Ravolzhausen-Hüttengesäß, Erunderwerb und Dau sowie Einrichtung der Sammelwasenmeisterei war zu Beginn des Rechnungsjahres 1913 567 812 Mark.

Die auf Vorschlag des Kreisausschusies an leistungs­schwache Schulverbände aus Staatsmitteln verteilten Er- gänzungszuschüsse beliefen sich für die Rechnungsjahre 1910/1912 insgesamt auf je 19 680 Mark, nachträglich wur­den noch an die Stadt Windecken 300 Mark überwiesen. Die einmaligen Ergänzungszuschüsse stellten sich 1911 auf 2725 Mark und 1912 auf 2803.75 Mark.

Das Ergebnis der Kreissparkasse war im Jahre 1912 nicht so günstig als in den Vorjahren. Die Sparein­lagen betrugen 2 651 560.74 Mark, während 2 834 396.17 Mark, also 182 835.43 Mark mehr zurückgezahlt wurden. Als Ursache dieses ungünstigen Zeichens nennt der Bericht die Teuerungsverhältnisie, die nicht wenig daM beigetragen hatten, daß die Einlagen aus Handwerker- und Arbeiter­kreisen gegen frühere Jahre zurückblieben. Der Valkankrieg und die Gefahr des Ausbruchs eines europäischen Krieges hätten ebenfalls manchen Sparer bewogen, sein Geld in den Händen zu behalten, ja selbst die eingelegten Beträge zurückzufordern. In Betracht kämen weiter die vielen 1912 in Hanau eröffneten Konkurse, die eine große Zahl Hand­werker und Gewerbetreibende in Mitleidenschaft zogen und es diesen unmöglich machten, Ersparnisse zu erzielen.

Daß unser Landkreis auch den mannigfachen Anforde­rungen, die in dem heutigen Zeitalter an eine Kommunal- verwaltung in volkswirtschaftlicher Hinsicht gestellt werden, Rechnung trägt, beweist die Anstellung eines Kreisobst- bautechnikers und kurz danach die Schaffung einer Wanderhaus halt schule. Beide Stellen haben sich in der kurzen Zeit ihres Bestehens sehr gut bewährt und ihr Erfolg wird sich zweifellos ständig vergrößern. Die Tätigkeit des Kreisobstbautechnikers ist derart umfassend geworden, daß man sie in vieler Hinsicht nicht mehr missen möchte.

Der Armen-undKrankenpflegehat der LanA kreis schon immer sein besonderes Augenmerk zugewandt. Die Kreisbehörde geht hier von der richtigen Voraussetzung aus, daß der leibliche Untergang eines Menschen aus Mangel an Unterhaltsmitteln im öffentlichen Interesse nicht geduldet werden darf. Am Schlüsse des Jahres 1911 waren 60 und 1912 65 Personen in Anstalten untergebracht und wurden aus öffentlichen Mitteln unterhalten. 1911 und 1912 wurde je 15 Kindern der Aufenthalt in der Kin­derheilanstalt Bad Orb auf Kreiskosten ermöglicht, was eine Ausgabe von 600 Mark bedeutet. Erfreulicherweise be­stehen auch in einzelnen Gemeinden Krankenpflege­stationen, so in Bischofsheim, Bruchköbel, Langendie­bach, Ravolzhausen und Windecken. Hier würde sich unseres Erachtens die Kreisbohörde ein großes Verdienst erwerben, wenn sie auch die übrigen Gemeinden zur Schaffung der­artiger Stationen ermunterte, denn es ist eine unschätzbar große Wohltat die von diesen Stationen aus den Gemeinde­

gliedern wird.

Von den gemeinnützigen Einrichtungen ist noch beson­ders zu erwähnen die Auguste Hoffmann-Rekon- valeszenten-Stiftung aus der 1910 in 14 Fallen Unterstützungen im Betrage von 1498.65 Mark, 19 in Füllen im Betrage von 595.95 Mark gewährt wurden. Gesamtoermögen betrug 1911 noch 73 171.81 ^i -

Die Kreiswanderbibli o th ek umfaßt gegenwär­tig 28 Einzelbibliotheken mit zusammen 2717 Dân^Dch die Kreisbehörde auch dem ßefcBeburrnrs

in einer so mustergültigen Weise Rechnung tragt, nur e"n «U. wAaB sie di- ^^^ Biirrrerlitfien Eriiebuna der Krelseingesessenen auch in die er Ä1-m" M Ein---ich «M»«« zeigt sich noch darin, daß sie in 1911 500 Mark sur Zwecke der Jugendpflege verausgabte und diesen Betrag auch W.