anauer
Einrückungsgebühr:
Die ögespalten« Petitzelle oder deren Raum 20 Pfg. im RellameteU die Zeile 60 Pfg.
Rotationsdruck und Verlag der Vuchdruckerei des verein, ev. Waisenhauses in Hanau.
General-Anzeiger
Amtliches Organ für Stadt- and Landkreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Bezugspreis;
Vierteljährlich 1.80 Mk.. monatlich 60$fß„ fâ Postbezug vierteljährlich 2.10 Mk., monatlich 7G Pf-
Dis einzelne Nummer lostet 5 Pfg.
Verantwort!. Redakteur: E. Schrecker in Hanau.
Nr. 180
Aerttsprechanschlittz Nr. 230
Dienstag den 5. Augnst
Ferttsprechanschliltz Nr. 230,
1913
AmMcheS.
Stadtkreis Hansa.
Bekanntmachung.
>Die Liste der Stimmberechtigten für die Stadtverordnetenwahlen liegt nach Vorschrift des § 22 der Städte- brdnung vom 15. bis 30. August d. Js. werktäglich von vormittags 8 bis 12% Uhr und nachmittags von %3 bis 6 Uhr im Rathaus, Zimmer Nr. 2, offen; für den Bezirk Kessel- stadt im Gemeindehause zu Hanau-Kesselstadt.
Während dieser Zeit kann jeder Stimmberechtigte gegen die Richtigkeit der Liste bei uns Einspruch erheben.
Wir machen noch darauf aufmerksam, daß nach einer Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts etwaige Vermerke in der Wählerliste über das Ruhen des Wahlrechts nur durch rechtzeitig erhobenen Einspruch beseitigt werden
können.
Hanau den 28. Juli 1913.
• Der Magistrat.
Dr. Gebeschus.
18095
Bekanntmachung.
Das Öffentliche Untersuchungsamt Hanau für die Kreise Hanau Stadt und Land, Gelnhausen und Schlüchtern (Leiter: Nahrungsmittel-, vereid. Gerichts- und Handelschemiker Dr. Braunmüller) befindet sich Kanalplatz 3, Telephon 594.
Für die Arbeiten des Untersuchungsamts (Untersuchung von Nahrungsmittel, chemisch-te^h nische Untersuchungen jeder Art und physiologische Untersuchungen) ist ein von dem Herrn Regierungspräsidenten genehmigter Geüb*--"- tarif aufgestellt, der im Untersuchungsamt eingesehen werden kann.
Hanau den 9. April 1913.
Der Magistrat.
Hild.
9405
Bekanntmachung.
Am Donnerstag den 7. b. Mts., vormittags 9 Uhr, findet im unteren Saal des Neustädter Rathauses, Zimmer 1, öffentliche Sitzung des Gewerbegerichts statt.
Hanau den 2. August 1913. 18217
Der Vorsitzende des Gewerbegerichts.
I. B.: Bartmuß.
Zwangsversteigerung.
Die Zwangsversteigerung des Hauses Weberstraße 16 am 19. September 1913 geschieht zum Zwecke der Aufhebung der Gemeinschaft.
Hanau den 2. August 1913.
Königliches Amtsgericht 6.
18177
Bolitische Rundschau.
Schaffung eines fliegenden Geschwaders. Die Bildung eines fliegenden Geschwaders, das jederzeit zur Verfügung steht, um gefährdete deutsche Interessen im Auslande zu schützen, ist nunmehr in Aussicht genommen. Zu diesem Zwecke soll der Kreuzer „Aork", der bisher den Aufklärungsschiffen der Hochseeflotte angehörte, umgebaut werden. Ihm sollen noch einige kleine Kreuzer zugeteilt werden, damit die deutsche Kriegsflotte in der Lage ist, vom Frühjahr 1914 ab über ein jederzeit verwendbares fliegendes Geschwader zu verfügen.
M. p. Neue Lanzengriffe. Nach den Kaisermanövern soll, wie man uns mitteilt, in Berlin eine Sonderkommission ^ur Neubearbeitung der Vorschriften für die Waffenübungen der Kavallerie zusammentreten, der auch sächsische und bayrische Reiteroffiziere angeboren werden. Die Kavallerie- Kommission, deren Vorsitzender der Generalleutnant v. der Narwitz ist, unb die dem Oberstleutnant v. Lenthe unter- sieheude Kavallerie-Abteilung des Kriegsministeriums sind seit einiger Zeit mit den Vorstudien zu den geplanten euderungen bemaßt. Es handelt sich dabei um die Handhabung der Lanze und des Säbels. Auch bürste die Frage cn um eben werden, ob unsere Reiterei ein anderes Seiten- gewthl erhalten soll. Aus der Front wird die Einführung eines leichten dreikantigen Stoßdegens vorgeschlagen, der neben weiteren Vorteilen auch den einer erheblichen Geivichtsverminderung bieten dürfte.
Der jüngste Zwischenfall von Ranzig. Dieser Vorfall ist bekanntlich schnell unb glatt dahin beigelegt worden, daß der Uebeltäter zu einer zehntägigen Gefängnisstrafe verurteilt wurde. Die beiden beteiligten Herren. Mitalieder
des Deutschen Motor-Pacht-Clubs in Berlin, machten über den Vorgang folgende Mitteilungen: Wir trafen am Mittwoch den 30. Juli, 12 Uhr mittags, in Ranzig ein, liefen den ersten Hafenplatz an und befragten den Hafenvorfteher, wo wir am besten ankern könnten. Gleich versammelte sich eine Unmenge von Menschen an dem Boote des „Prussiens" und schimpfte. Aber so etwas wird ja überall gemacht, und wir haben es weiter nicht beachtet. Unsere Fahne am Heck wehte nicht, sondern war auf Anraten vorbeifahrender deutscher Schiffe zusammengeknotet; sie ganz zu entfernen, würde gegen die Bootsbostimmungen verstoßen haben. Wir machten also im Hafen am Landosteg fest; um uns indes den Belästigungen des Volkes zu entziehen, wandten wir uns an den Besitzer eines nahebeiliogenden flämischen Bootes und fragten, ob wir an dessen Längsseite anlegen könnten; dies wurde uns gern gestattet, und so legten wir uns an dessen Seite. Inzwischen traf auch eine uns befreundete belgische Jacht ein, die neben der unserigen festmachte. Wir speisten um 1 Uhr an Bord, gingen um 4 Uhr zur Stadt, und als wir um 7 Uhr an Bord zurückkehrten, kam plötzlich der Sohn des Besitzers des flämischen Schiffes, neben dem wir lagen, und sagte: „Macht euch so rasch wie möglich davon, ich will nicht, daß ihr länger neben mir liegt." Wir waren äußerst erstaunt über diese unfreundliche Art und Weise nach der vorherigen Liebenswürdigkeit, erklärten jedoch, daß wir bereit seien, uns anderswo hinzulegen. Der Mann konnte dies jedoch nicht abwarten und entfernte unsere sowie die Taue des belgischen Bootes -— und wir trieben ab. Nun ging es los: „Sale Allemagne!*, „Sale B^igique!*, und ein ganzes Nrüiel gefährlicher Kerle sammelte sich und schrie. Wir entdeckten, daß unsere Fahne samt dem Stock verschwunden war — der Stock war abgebrochen. Wir gingen zum Polizeikommissar der uns bereitwillig vier Schutzleute Mr Verfügung stellte, um nach dem Uebeltäter M fahnden. Wir blieben von 8—11 Uhr auf der Wache, um die Rückkunft der Schutzleute abzuwarten. Während dieser Zeit gab es im Hafen schlimme Auftritte; unsere Damen waren sshr beängstigt, urtb es wurden uns drei Schutzleute als Wache für die ganze Nacht zugeteilt. Frühmorgens wurden wir zur Polizei gerufen, wo der Täter gefaßt war. Es war ein junger Franzose, der auf dem flämischen Schiffe arbeitete und aussagte: „Ich war auf dem Schiffe beschäftigt, als ein Freund zu mir kam und sagte: Da hängt eine deutsche Flagge, die muß herunter; der Deutsche hat kein R>echt, in Frankreich eine deutsche Flagge zu führen." Es wurde nun fostgestellt, daß dieser Mann die Fahnenstange abgebrochen hat und daß der Sohn des Schiffseigners die Fahne verbrannte. Nachdem das Protokoll aufgenommen war, wurden wir entlassen. Der liebenswürdigen und zuvorkommenden Art und Weise der Behörde unb der oberen Beamten müssen wir in jeder Beziehung das größte Lob zollen. Nachts 12 Uhr ging der erste Ehef persönlich an den Hafen unb traf für unsere Abreise in der Nacht weitestgehende Vorkehrungen und gab Anweisungen, daß wir für die Weiterfahrt unbehelligt blieben. Der Haß der Bevölkerung in Nanzig gegen Deutschland ist sehr auffallend; auf der Straße schon schimpften die Gassenbuben auf die Prussiens, auf dem Boden fanden wir ein Papier mit Karikaturen und der Unterschrift: „Guillaume II. et sa femme". Den französischen Behörden wird dieser Vorfall jedenfalls eine erneute Lehre sein, die bisher stillschweigend geduldeten deutschfeindlichen Betätigungen, Vorstellungen usw. mit erhöhter Aufmerksamkeit zu verfolgen, da der Haß und die gereizte Stimmung gegen Deutschland unverkennbar in der Bevölkerung ziemlich allgemein zum Ausdruck kommen.
Mp. Die deutschen Kriegervereine. Die Zahl der 1912 im Kyffhäuser-Bunde zusammengeschlossenen Kriegervereine betrug 31316 mit insgesamt 2 771 418 Mitgliedern. Ihr Gesamtvermögen bezifferte sich auf 61 Millionen Mark. Für Wohlfahrtszwecke wurden im Vorjahre fast 6 Millionen Mark verausgabt. Unter den Wohlfahrtseinrichtungen nehmen die 5 Waisenhäuser, 3 evängelische, 2 katholische, eine hervorragende Stellung ein. In ihnen sind 400 Knaben und 150 Mädchen untergebracht. Für die Unterstützung hilfsbedürftiger Kameraden und ihrer Witwen konnte ein sehr ansehnlicher Betrag, nämlich nahezu dreiviertel Millionen Mark, verausgabt werden. Besonders erfreulich ist der gute Stand der mit geringsten Prämiensätzen und Verwaltungskosten arbeitenden Lebens-Versicherungsanstalt und Sterbekasse, die bei fast 127 000 Versicherungen über 35 Millionen Mark Versicherungssumme und ein Vermögen von rund 6 200 000 Mark aufwies.
Der 21. Deutsche Anwaltstag findet am 12. und 13. • September in Breslau statt. Auf der Tagesordnung stehen
Fragen, die sowohl für die Rechtspflege als für die Zukunft der deutschen Anwaltschaft von erheblicher Bedeutung sind, so insbesondere die Reform der Rechtsanwaltsordnung und die Ermittelung der Wahrheit im Zivilprozesse. Am 11. September, abends, werden die Teilnehmer der Tagung von der Breslauer Anwaltschaft in der Feschalle der Jahrhundertausstellung begrüßt und empfangen werden. Am 13. Steptember findet im großen Saale des Konzerthauses ein Festdiner statt, bei dem das für diesen Zweck gedichtete Festspiel zur Aufführung gelangt. Für die Damen ist eine Rundfahrt und die Besichtigung der Sehenswürdigkeiten der Stadt, sowie der kulturhistorischen Ausstellung vorgesehen. An die Tagung schließen sich Ausflüge in das Riesengebirge und in den oberschlesischen Jndustriebezirk. Der Presseausschuß des Breslauer Anwaltstages gibt eine Festschrift heraus, die Studien zur Rechtsgsfchichte Schlesiens und Artikel allgemeinen und aktuellen juristischen Inhalts, enthalten und der ein Führer durch Breslau beigegeben sein wird.
Die Eeneralratswahlen in Frankreich. Von den 1451 französischen Eeneralratswahlen stehen noch 18 Resultate auS. Gewählt sind 181 konservative Nationalisten, 131 Pro- gresststen, 960 Radikal - Sozialisten und republikanisch« Sozialisten, sowie 41 geeinigte Sozialisten. Notwendig sind noch 114 Stichwahlen. Bis jetzt verlieren die Konservativen und Nationalisten 39 und die Progresststeu 8 Sitze. Dafür gewinnen die Radikalen und Radikal-Sozialisten 53 Sitze und die geeinigten Sozialisten 24 Sitze.
PC. Die französische Militärmission beim Zaren. Der Zar hat gestern vormittag in Peterhof dl» vom General Joffroy geführten französischen Manövergäste empfangen. Botschafter Delcafsö stellte sie vor. — Fast alle Zeitungen widmen dem französischen Besuch längere Anikel und be« tonen, daß er für die Weiterentwicklung bei französisch- russischen Bündnisses von großer Bedeutung ist und keinesfalls nur als Antwort Frankreichs auf den Besuch des Großfürsten Nikolaus betrachtet werden dürfe.
Di« Junggesellen in Frankreich. — Drei Pflichtkinder.
In Frankreich erörtert man jetzt bekanntlich das Projekt einer Junggesellensteuer. Die Pariser Blätter veröffentlichen aus diesem Anlaß eine Statistik, die Herrn Bertillon zum Verfasser hat und wonach es gegenwärtig in Frankreich 1350 000 Unverheiratete, 1800 000 kinderlose Ehepaare, 2650000 Ehepaare mit zwei Kindern, 2400000 Ehepaare mit einem Kinde gibt. Die Vereinigung »La Race francaife*, di« für di« Stärkung bei Kinderreichtums in Frankreich agitiert, empfiehlt im „Figaro", im Anschluß an diese Statistik ein Projekt, wonach für jeden Bürger die Verpflichtung angenommen wird, drei Kinder zu erzeugen unb groß zu ziehen. Ist der Bürger 45 Jahre alt und hat er eine solche Leistung nicht aufzuweisen, so soll er für jedes fehlende Kind durchschnittlich 30 Franes jährlich bezahlen — so daß also ein 45jâhriger Mann mit nur einem Kind« 60 Francs als Steuer zu erlegen hätte. Der Steuersatz soll im übrigen den Verhältnissen des einzelnen Steuersatzes angepaßt werden. Man berechnet das Ergebnis, daß diese Steuer auf nicht vorhandene Kinder bringen müßte, auf 500 Millionen Francs.
Mp. Artilleristisches aus Frankreich.
bindung steheirden
Ein deutscher Feldartillerist und hervorragender Kenney der westbenachbarten Heereseinrichtungen schreibt: Wenn man die — zum Teil auch mit der Rückkehr zur dreijährigen Dienstzeit unb ihrer stark vermehrten Friedensstärke in ^r- bindung steheirden — gegenwärtigen artilleristischen Bestrebungen in Frankreich richtig bewerten will, muß man sich daran erinnern, datz schon bei Bewilligung der Vorlage von 1909 über die Neugliederung der Artillerie in beiden parlamentarischen Körperschaften dem Gesetz der Zusatz gegeben wurde, die Regierung habe danach zu streben, baldigst dre Zahl der Geschütze des normalen mobilen Armeekorps auf 144 zu bringen. Man darf weiter den Umschwung nicht unbeachtet lassen, der sich in Frankreich in den Ansichten bezüglich der Verwendung der Artillerie im Kampfe vollzogen hat, b. h. ein Streben nach Feuerhäufung größerer ^rtrllerre- massen gegenüber der früheren, leicht zur S^rfp i führenden Spezialisierung in Jnfanteri^ rt«“*“: rien, ums auch in den vom Kriegsminister b-M°nm g rade in diesem Jahre häufig zu beachtn Uebung^ Scharsschichen der gesamten Artillerie ei'^ ' ^ aus den größten T-upP-nübuug-P^ Ber- S°b°n die Franzosen der °°m P°- “^,,^^ bisher Mehrung der Geschutzzahl des r ^ ^ im F^e- dadurch Rechnung getragen, b^ f fieren, Geschütz- den durch Stamme (u. a. mit f ^^ zehn Verstär- fübrern und Nrchtpersona ) ^^ ^ gcm mobilen
kunasbatterren des normalen A
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