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Rotationsdruck und Verlag der Vuchdruckere! des verein, ev. Waisenhauses ta Hamm.

Gtlleral-Auzeiger

Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Bezugspreis:

Vierteljährlich 1.80 ML, monatlich Pfk WW bezug vierteljährlich 240 ML, monatlich TO Vig Die einzelne Nummer kostet 6 Pfg.

Verantwort!. Redakteur: 8. Schrecker ht Saturn.

Ul. 173 Kerirsprechanschkttz Nr. 230.

Montag den 28. Juli

Ferr»sprechattschlits; Nr. 230.

1913

Amtliches.

Stadtkreis fianaa.

Zwecks Ausführung von- Pflasterarbeiten wird die Blachidrestraße zwischen Mühltorweg und Grüner Weg, sowie die Eberhardstraße von Montag den 28. d. Mts. ab auf die Dauer von 3 Wochen für den öffentlichen Fuhrverkehr gesperrt.

Hanau den 25. Juli 1913. P 8314

Königliche Polizei-Direktion.

J. A.: Karbe.

Landkreis Hanau.

Entwertung der Invalidenversicherungs-Beitragsmarken.

Sämtliche für die Invaliden- und Hinterbliebenenver­sicherung verwendeten Marken müssen alsbald nach dem Einkleben entwertet werden. Beim Entwerten dürfen die Marken nicht unkenntlich gemacht werden; insbesondere müssen der Geldwert, die Lohnklasse und der Name der Ver­sicherungsanstalt ersichtlich bleiben.

Das Entwerten der Marken hat in der Weise zu er­folgen, daß mit Tinte oder einem ähnlich festhaltenden Farbstoff auf jeder einzelnen Marke handschriftlich oder durch Stempel der betreffende Kalendertag lediglich in Zahlen deutlich bezeichnet wird, z. B.27. 4. 13, nicht etwa 27. April 1913 oder garEntwertet am 27. April 1913 oder dergleichen.

Nach § 1431 Satz 2 der Reichsversicherungsordnung soll als Tag der Entwertung der letzte Tag desjenigen Zeit­raums angegeben werden, für den die Marke gilt. Da die Beitragswoche nach § 1387 Abs. 2 a. a. O. mit dem Moutag beginnt, so gilt jede einzelne Beitragsmarke, sei es nun eine Einwochen-, eine Zweiwochen- oder eine Dreizehn­wochenmarke, immer bis zu einem Sonntag, auch wenn bei dem die Marke einklebenden A Zeitgeber eine Beschäftigung am Sonntag nicht stattfindet - der die Beschäftigung sogar während der Woche aufhört (§§ 1426, 1428 a. a. O.). So­mit ist durchweg der Sonntag als Tag der Entwertung ein­zutragen, auch wenn die Marlenverwendung oder die Ein­tragung schon an einem früheren oder erst an einem späte­ren Tage stattfindet.

Ständige und unständige Arbeiter sind inbezug auf das Entwerten der Marken gleichmäßig zu behandeln.

Nur auf den Zusatzmarken, die für die freiwillige Zu­satzversicherung zu verwenden sind, soll als Tag der Ent­wertung der Tag vermerkt werden, an dem sie in die Quit­tungskarte eingeklebt werden.

Hanau den 25. Juli 1913. V. A. 957 Königliches Versicherungsamt für den Landkreis Hanau.

J. V.: Karbe.

Einstellung von Freiwilligen bei der Kaiserlichen Marine.

Die 2. Abteilung II. Torpedodivision in Wilhelmshaven stellt am 1. April und 1. Oktober eines jeden Jahres Jäh­rig-Freiwillige als Torpedomaschinisbenanwärter ein und zwar:

Maschinisten und Maschinistenassistenten von Dampfern und in Betrieb befindlichen Dampfmaschinen, sowie junge Leute, die eine 3jährige Lehr- oder Arbeitszeit als Maschi­nenbauer, Schlosser, Kupferschmied, Elektrotechniker, Mecha­niker, Klempner, Kesselschmied oder in ähnlichen Hand­werken nachweisen. Von dieser Zeit darf ein Jahr als Maschinist oder Gehilfe zugebracht sein.

Bewerber wollen sich umgehend unter Vorlegung eines vom Zivilvorsitzenden der Ersatzkommission des Aus­hebungsbezirks ausgestellten Meldescheins, zum freiwilligen Dienst auf 4 Jahre lautend, eines selbstverfaßten und selbst­geschriebenen Lebenslaufes und sämtlicher Schul- und Ar­beitszeugnisse evtl. Seefahrtspapiere an das oben genannte Kommando wenden.

Zur Erlangung des Meldescheins sind dem Zivilvor- Ptzenden der Geburtsschein, die väterliche Einwilligung für elne jährige Dienstzeit und ein polizeiliches Führungs­zeugnis vorzulegen.

an i^hTeT^ ^^ Aufnahmeprüfung zum Maschinisten-

11 Kutschen: Einige Fertigkeit im mündlichen und schriftlichen Wiedergeben der Gedanken;

. im Rechnen: die Grundrechnungsarten mit gewöhn­lichen und Dezimalbrüchen;

3. .m Zeichnen: einige Kenntnisse im Anfertigen von Skizzen einfacher Maschinenteile.

Das 4. Dienstjahr gilt als Kapitulationsjahr und ist bestimmungsgemäß für den Besuch einer llmonatigen un­

entgeltlichen Maschinistenmaaten - Schule (Unteroffizier­schule). Die mit Erfolg abgelegte Prüfung und die er­wiesene Brauchbarkeit zum Torpedo-Maschiniften-Maat be­rechtigt zum Besitz des Seedampfschiffsmaschinisten-Patentes 3. Klaffe.

Es wird noch darauf hingewiesen, daß auch solche junge Handwerker eingestellt werden können, die ihre Lehrzeit erst zum oben genannten Einstellungstermin beenden und dann mindestens 17 Jahre alt sind.

Prospekte werden auf Wunsch kostenlos zugesandt.

Hanau den 24. Juli 1913. M. 1309

Der Königl. Landrat.

J. A.: Karbe.

Stadtkreis Hanau.

Bekanntmachung.

Die Wohnung Vorstadt 29, bestehend in 1 Zimmer und Küche im Erdgeschoß, 2 Zimmern im ersten Ober­geschoß und 3 Kammern im Dachgeschoß, nebst Keller, Hof und Garten, ist zum 1. September d. Js. zu ver­mieten.

Bewerber wollen ihre Angebote im Rathaus auf Zimmer 27 während der Dienststunden von 10 bis 12^ Uhr vormittags abgegeben.

Hanau den 24. Juli 1913. 17519

Der Magistrat.

I. A.: Ehrich.

Bekanntmachung.

Das Volksbrausebad, Vangertstraße Nr. 2, ist wieder in Betrieb.

Hanau den 25. Juli 1913. 17629

Der Magistrat.

J. A.: Ehrich.

Wegen Vornahme von Anstreicherarbeiten ist die Abteilung römisch-irische Bäder in der Badeanstalt Steinheimer Tor bis einschließlich Donnerstag geschloffen.

Hanau den 28. Juli 1913. 17635

Der Stadtbaurat.

EeMm «!> mklmm föwntolit zl

Gefunden: 1 Paar braune Glaceehandschuhe, 1 Rosen­kranz, 1 Portemonnaie mit etwa? über 3 Mk.

Liegengeblieben in der WirtschaftZumgoldnen Herz": 1 Stück rot« und schwarzgewürfelter Kleiderstoff; Empfangnahme daselbst.

Verloren: 1 silberne Sicherheitsnadel, 1 Hutnadel (Kopf Bergkristall mit echten blauen Steinen, Türkisen), 1 goldene lange schmale Herrenuhrkette mit goldnem Bleistift (auf dem Wege HanauMittelbuchen durch den Wald).

Hanau den 28. Juli 1913.

Dotttische MunDschau.

Der Kaiser besichtigte vorgestern, wie aus Balestrand gemeldet wird, die vom Gerüst befreite Fridtjof-Statue, nahm über die einlaufenden Linienschiffe .^Kaiser" unb Friedrich der Große" eine Parade ab und machte nach­mittags hei schönem Wetter einen Spaziergang. An Bord ist alles wohl.

Im Berliner auswärtigen Amte fand zwischen dem Staatssekretär v. Jagow und dem Botschafter Cambon ein Notenaustausch über die Regelung d es Luftver­kehrs zwischen Deutschland und Frank­reich statt.

Die Blätter Liffabons besprechen die Verhaftung des Brasilianers Munha Nevas, der einen Attentatsversuch auf den portugiesischen Präsidenten Fernandez Costa geplant haben soll. Die Zeitungen heben hervor, daß Nevas keine Waffen bei sich getragen hat, als er sich dem Wagen des Präsidenten näherte, der ihn nach Oporto bringen sollte. Deshalb geben die meisten Zeitungen die Nachricht von dem Attentat nur unter Vorbehalt wieder. Die offiziöse Mundo" behandelt die Angelegenheit jedoch ernsthafter und behauptet, der Versuch sei bewiesen. Die Verhaftung erfolgte auf eine Anzeige des portugiesischen Konsuls in , Sao Paulo, der die portugiesischen Behörden vor Nevas gewarnt hatte.

Die chinesische Revolution. Wie aus Hongkong ge­meldet wird, erwartet man hort die Ankunft eines japanischen Dampfers mit Munition und Waffen für die Revolutionäre. Unter den bei Kanton kämpfenden Südtrtippen befinden sich auch 50 japanische Offiziere. Gestern ist eine Anzahl eno-

lischer Matrosen in Schanghai an Land gegangen, die b^ Wache vor dem Fremdenviertel übernommen haben. Ueber all liegen Meldungen au3 dem Norden vor, daß die Nord- truppen die Offensive ergriffen haben und die Südtruppen verdrängen. Die Nordtruppen haben den Jang-tse-kiang überschritten und nahmen Oliphant Island ein, von wo aus sie gestern bereits die Forts von Hukow beschossen, btt sich in den Händen der Rebellen befinden.

Die französische Heeresverstärkung.

W. Paris, 27. Juli. Der Bericht, welchen Doumer im Namen des Heeresausschusses des Senates über das Drei­jahresgesetz erstattete, beschäftigt sich eingehend mit den deut­schen Heeresverstärkungen und schließt mit Erörterungen über die gegenwärtige Lage Europas, welche mehr denn je ver­lange, daß Frankreich stark sei und daß es, ohne jemanden anzugreifen oder herauszufordern, niemanden zu fürchten habe. Derartige Kriege, heißt es weiter, haben in dem politischen und militärischen Gleichgewicht des Kontinents eine Störung hervorgerufen, zu wessen Nutzen oder zu wessen Schaden kann niemand sagen. Jedenfalls haben die Konfliktsursachen zwischen den Großmächten sich nicht verringert. Wir können nur wünschen, daß sie sich nicht vermehren. Die jenseit« des Rheins zunehmenden Rüstungen, auf die man erwidern muß, beweisen gerade nicht, daß die Festigkeit des Friedens gewachsen ist. Gleicherweise hat die Mächtegruppierung, welcher Frankreich angehört, keine Erschütterungen erfahren. Frankreich, das seinen Bündnissen und Freundschaften ent­schlossen treu ist, kann auf feine Verbündten und Freunde zählen. Im Laufe einer schweren entscheidenden Krise sind Frankreich, England und Rußland nicht einen Augenblick uneinig geworden. Sie werden sich in Zukunft auch nicht uneinig werden. Um nur von militärischen Dingen zu sprechen, so beweisen Frankreich und Rußland, daß sie im Falle einer Koalition oder einer drohenden Kontraktion auf­einander zählen können. Frankreich, wie die anderen Mächte will sich nur selbst seine eigene Sicherheit zu danken haben und in der Lage sein, seine Unversehrtheit durch eigene Kraft zu sichern, das ist die Bedingung für die Wirksamkeit des Bündnisses. Frailkreich und Rußland stehen den drei ver­bündeten Nationen Mittel-Europas gegenüber. Zwei der­selben sind unsere Nachbarn, aber nur eine, Deutschland, hat eine bedauerliche, beunruhigende Politik, die für uns zu ge­wissen Stunden einer allerjüngsten Vergangenheit agressiv war. Deutschland war einst eine unbarmherzige Gegnerin, sie ist auch die bei weitem am mächtigste. Wir haben also allen Grund, unsere Armee auf dem Niveau der deutschen zu erhalten. Wenn wir mit ihr kämpfen müßten, dann würde dies nur mit gleichen Waffe« geschehen. Uebrigen« ist eine mächtige Armee eine Friedensaffekuranz. Selbst kriegerischen Völkern dient eine Armee sehr selten im Kriege, aber sie dient dauernd dazu, Achtung einzuflößen. Frankreich muß stark sein unter den starken Nationen, weil eS immer in erster Reibe stand und in erster Reihe bleiben mu§. DaS französische Volk will in Zukunft ruhmreich bleiben, wie es in der Vergangenheit ruhmreich war. Der Instinkt au seine Größe ist der Gedanke der Selbsterhaltung, eS will, daß eS ein großes Volk sei oder untergehen muß.

Die Balkankrisis.

Die in Aussicht stehenden Friedensverhandlungen.

W. Berlin, 27. Juli. DieNordd. Allg. Ztg." schreibt in ihrer Wochenrundschau: Wenn auch nicht alle Ungewiß­heit über die Entwicklung der Balkandinge geschwunden ist, so besteht doch kein wesentliches Hindernis mehr da­gegen, daß noch im Laufe der Woche die Friedensoerhand­lungen in Bukarest beginnen können. Ob vorher erst in Nisch militärpolitische Besprechungen über den Eintritt der Waffenruhe abgehalten werden, erscheint noch zweifelhaft. Inzwischen hat, trotz allseitiger Abmachungen die Türkei ihre Truppen über die bereits abgenommene Vertrags­grenze Hinausrücken und Adrianopel sowie Mustapha Pascha besetzen lassen. Die Stellung der Mächte zu diesem Vorgehen wurde in der Londoner Botschafterversammlung erörtert. Es herrscht Einmütigkeit darüber, daß die âachre die neuesten Vesitzveränderungen in Thrazien nicht an - kennen. - Auch wenn Europa nicht sofort Gewalt 9^ walt setzt, wird die Pforte im Widerspruch zu a ^enl . 8- mächten die von ihren Truppen gehaltenen - ^.^ ÄÄ»^

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