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General-Anzeiger
Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des
Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Hanau
Vierteljährlich 1.80 Mt., monatlich 60 Pfg^ MPvsi- bezug vierteljährlich 2*10 SSL, monatlich M Pf-
Die einzelne Nummer tostet 5 Pis-
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage. Verantwort!. Redakteur: S. Schrecker in Hemau,
^l. 170 Ferirsprechailschkttz Nr. 230.
AmMcheS.
Stadt- und Landkreis Fjanau.
Das Eisenbahnregiment Nr. 3 wird am 23., 25., 26. and 28. bis 31. d. Mts., jedesmal von 11 Uhr vormittags bis 2 Uhr nachmittags, Sprengübungen abhalten. Die Sprenggrube liegt am Ende der Feldbahn im Bruchköbeler Wald zwischen der Sammelwasenmeisterei und dem Waldweg nach Langendiebach und Reuserhof. Das Gelände wird im Umkreis der Grube 500 Meter weit abgesperrt und darf während der Uebungsstunden nicht betreten werden.
Den Weisungen der Sicherheitsposten ist unbedingt Folge zu leisten.
Hanau den 23. Juli 1913. M 1283
Der Königl. Landrat und Polizeidirektor.
J. A.: Scheelhaase.
Landkreis hanau.
Die Unterseeboots-Abteilung Kiel-Wik stellt zum 1. Juli, 1. Oktober und bei Bedarf auch am 15. August d. Is. noch Freiwillige als Maschinistenanwärter und Heizer ein.
Allgemeine Bedingungen: Eine mindestens dreijährige Lehrzeit in einem technischen Beruf, kräftiger Körperbau, Mindestalter 17 Jahre.
Besondere Bedingungen können jederzeit von der Unterseeboots-Abteilung eingefordert werden.
Dem Eintrittsgesuch sind folgende Scheine beizufügen:
1. Ein vom Zivilvorsitzenden des Aushebungsbezirkes der Ersatzkommission ausgestellter Meldeschein zum freiwilligen Eintritt auf 3 Jahre lautend,
2. Lehrzeugnisse und Arbeitszeugnisse."
Hanau den 15. Juli 1913. M 942
Der Königliche Landrat.
J. V.: Scheelhaase.
Bekanntmachung.
Beim unterzeichneten Bezirkskommando ist zum Herbst 1913 noch eine freiwillige Schneiderstelle zu besetzen. Bewerber wollen umgehend Gesuche nebst Lebenslauf und einen vom Zivilvorsitzenden der Ersatzkommission ausgestellten Meldeschein zum freiwilligen Eintritt einreichen.
Königliches Bezirkskommando Hanau a. M.
Eekmdeiie lind Mene ëeoenftänöe k.
Gefunden: 2 Paar Einlegesohlen und einige
Die M«mlmU *5 SAwesW.
Von Prof. Dr. G. A. O. Collischonn (Frankfurt).
* Der Streit um die Einheitsschule leidet unter Schlagwörtern. Schlagwörter kennzeichnen nicht, sondern verwirren. Auch Herr Oberstudienrat Kerschensteiner beginnt seinen Artikel in der „Frankfurter Zeitung" vom 11. Mai (Zweites Morgenblatt) mit den Schlagwörtern „Standesschule" und „Allgemeine Volksschule", von denen das eine die sozialen Leidenschaften erregt, das andere den Schein erweckt, als handele es sich hier um eine große nationale Angelegenheit, eine gemeinsame Grundschule für alle Staatsbürger, während es sich doch nur um die Frage einer gemeinsamen drei- bis vierjährigen Elementarbeschulung handelt. Aber auch diese Frage^ ist ernst genug, um sie aus der trüben Atmosphäre Schlagwörter heraus in die reine Luft der Definition nnd fester Begriffe zu erheben.
(. $a~ ist die Volksschule? Vor allem keine Elementar- ! ®inne einer vorbereitenden Schule, sondern eine besonderen Zweck dienende Vollschule. Ihr - u ""gsfeld und Arbeitsziel ist die Erziehung und Unter- der breiten Massen des Volkes, die die höheren mJ;1 tn ^iweder nicht besuchen können oder nicht wollen.
^e e*nc' wenn auch elementare, so doch ab- geschlossene Bildung geben.
here Schule war und ist heute noch an vielen Orten chlechter gestellt als die Volksschule. Sie besaß z. B. ui Frankfurt lange Zeit nur eine Unterklasse, die Septima; int übrigen verließ man sich auf das Elternhaus und die Pra^p oren, in deren Ermangelung man dazu greifen mußte, die Kinder vor der Septima noch zwei Jahre in die Dorf- oder Bezirksschule zu schicken. Für die höhere Schule kam die ^eit, wo sie vollentivickclte Unterklassen erhielt, erst, als sie unter dem Einfluß des Neuhumanismus zu neuem Leben erwachte und sich aleichzeitia in Gymnasium und Realschule
Donnerstag den 24. Juli
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Reklamemarken, 1 altes Portemonnaie mit 6 Pfg. und einer Messingmarke mit der Nr. 134.
Stehen geblieben bei Uhrmacher Balsam, Hammerstraße 13: 1 Korb mit Gemüse; Empfangnahme daselbst.
Verloren: I Herrenkette mit Stahlbleistift.
Hanau den 24. Juli 1913.
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Politische Rundschau.
Die Verteidigung unserer Ostgrenze. Dio Verteidigung Ostpreußens im Kriegsfall ist in der letzten Stadtverordnetenversammlung in Memel Gegenstand Ler Erörterung gewesen. Die „Königsb. Hart. Ztg." läßt sich darüber aus Memel berichten: In der Stadtverordnetenversammlung brachte der Vorsitzende ein an den Kreisausschuß gerichtetes Antwortschreiben des Kriegsministeriums zur Verlesung, das den militärischen Schutz der Kreise Memel, Heydekrug, Niederung und Tilsit im Kriegsfall und die von einer Reihe von Unterzeichnern seinerzeit eingereichte Immediateingabe um Garnisonvermehrung im nordöstlichen Teile Ostpreußens betraf. Die Antwort des Kriegsminister iums teilte auf das von den Kreisausschüssen der Kreise Memel, Heydekrug, Niederung und Tilsit sowie den Memeler städtischen Körperschaften und einer Anzahl Privatpersonen unterzeichnete Schreiben mit, daß das Kriegsministerium die Frage geprüft habe. Die Befürchtungen seien jedoch unbegründet. „An eine Preisgabe deutschen Landes" — so heißt es in der von Kriegsminister unterzeichneten Antwort — „wird wedèc in Ostpreußen noch an einer anderen Stelle des Vaterlandes gedacht. Nähere Mitteilungen über den beabsichtigten Grenzschutz können jedoch nicht erfolgen."
Die französische Kammer hat die Budgets des Kolonial-, des Ackerbau- uni» des Handelsministeriums angenommen.
Der Diensteifer im französischen Heere. Aus Paris meldet der „Verl. Lok.-Anz.": Bei den gegenwärtig in der Umgebung von Poitiers unter Leitung des Generals Gallieni stattfindenden Manövern kam es zu Ausschreitungen. Einige Soldaten, die besonders unter Ermüdung zu leiden hatten, murrten über die ihnen zugemuteten Anstrengungen, und einer von ihnen suchte seine Kompanie zur Meuterei aufzuhetzen. Er wies auf das Fâzeichen des Regiments hin und rief aus: „Ist es nicht schändlich, daß man sich wegen dieses Lappens so ockschinden muß?" Die Aeußerung kam dem Hauptmann zu Ohren im5 der Soldat wurde verhaftet.
Mobilisierung der russischen Kaukasusarmee? Aus Odessa wird gemeldet, daß die Verwaltung der bessarabischen Bahn und der Donaubahn von der russischen Regierung die Weisung erhielt, Linien und Material bis auf weiteres zur
differenzierte. Damals wurde an die Stelle der Septima die dreiklasstge Vorschule gesetzt. Schon diese Entstehungsgeschichte der Vorschule beweist, daß man es hier nicht mit einer Gründung sozialer Exklusivität, sondern mit einem Ergebnis schultechnischer Erwägungen zu tun hat. Die Vorschulen sind differenzierte, den gesteigerten Anforderungen der höheren Schule angepaßte Unterklassen. Damit erledigt sich auch der Einwurf, Volksschulunterklaffen und Vorschulklassen bedeuteten eine Gliederung nach der Quantität, denn jede Differenzierung ist in sich qualitativer Natur.
Nun zu Dr. Kerschensteiners theoretischen Ausführungen. Dr. Kerschensteiner betrachtet die ganze Frage bloß von einem Gesichtspunkte aus. Es ist immer mißlich, nur einen Gesichtspunkt zu haben, mag er an und für sich noch so richtig und wichtig sein. Auch in dieser Frage gibt es, wie wir sehen werden, einen zweiten, nicht minder wichtigen, von dem aus sie nicht nur betrachtet werden kann, sondern auch muß. Dr. Kerschensteiners Gesichtspunkt erhellt aus folgenden Sätzen: „Der Staatsbürger genießt das gleiche, allgemeine, direkte Wahlrecht. Dies zwingt dazu, die Volksbildung so umfaffend und tiefgehend zu gestalten, daß dies Wahlrecht nicht zum Schaden des Staates ansschlägt. Das heißt, die elementare Erziehnng muß das Minimum an Bildung gewähren, das zu einer staatsfördernden Ausübung dieses Rechtes notwendig ist." Dem stimmen wir rückhaltslos zu. Aus diesen Sätzen ergibt sich also die Forderung der Hebung derjenigen Schulen, die dies Minimum heute noch nicht leisten. Kein Logiker wird dies bestreiten, keiner aber den erstaunlichen Schluß daraus zu ziehen vermögen, den Dr. Kerschensteiner zieht: zu diesem Minimum müßten alle gezwungen werden und zwar auf demselben Wege der allgemeinen, zwangsweisen, elementaren Volksschulunterklassen- beschulung, mit seinen Worten: „DaS Minimum an Bildung müsse gleichgestellt werden für alle ohne Ausnahme." Wir sollten im Gegenteil meinen, der Staat hätte aus dem Interesse desselben Grundsatzes die Pflicht, jede Schule an
FerttsprechaKschlittz Nr. 230. 1913
ausschließlichen Verfügung der militärischen Behörden zu halten. Das Material solle für den Transport von Truppen verwendet werden. Weiter wird gemeldet, daß drei Divisionen der Kaukasusarmee an der anatolischen Grenze zusammen- gezogen seien. In Kalkutta regen sich die Mohammedaner zugunsten der Türken. Die dortige Zeitung „Englishman" sagt, jeder Versuch seitens Großbritanniens, die Türkei zum Verzicht auf ihre neuen Pläne zu zwingen, würde schwere Erregung und Agitation unter den Mohammedanern verursachen.
Die Bekämpfung der Sozialdemokratie in Rußland. In den letzten Tagen hat die russische Regierung den Kampf gegen die in letzter Zeit immer mehr an Boden gewinnende sozialdemokratische Partei mit bisher ungewohnter Schärfe aufgenommen. An einem Tage sind die drei sozialdemokratischen Zeitungen „Lutsch", „Prawda" und „Trudowoi Golos", deren Herausgabe mit beträchtlichen Opfern von feiten der Partei erwirkt wurde, unterdrückt worden. Dieser Maßregel gingen allerdings eine ganze Reihe von Konfiskationen und Bestrafungen vorher; von dem einen der drei Blätter ist nahezu keine einzige Nummer unbeschlagnahmt geblieben. Die Regierung macht diese drei Blätter in erster Linie verantwortlich für die starke Zunahme der Streiks, die im letzten Jahr einen Umfang angenommen haben, wie er bisher in Rußland unbekannt war.
Das norwegische Storthing verhandelte gestern über den Antrag auf Abschaffung der Ordenszeichen. 75 Abgeordnete stimmten für den Antrag und 47 dagegen. Da der Antrag eine Verfassungsänderung enthält und deshalb für die Annahme eine Zweidrittel-Majorität erforderlich ist, ist er abgelehnt. " _ ,
Forderung einer kräftigen Politik. Im Senat zu Washington verlangte Senator Falls in einer Debatte über Mexiko energisch, daß die Regierung eine kräftigere Politik zum Schutze der Amerikaner verfolgen solle. Andere Senatoren warnten vor einem übereilten Vorgehen. Lodge fragte, ob es wahr sei, daß Ler deutsche Gesandte in Mexiko 10 000 Mark Schadenersatz wegen der Ermordung eines deutschen Staatsangehörigen erhalten habe, und daß ferner ein Mitglied der deutschen Gesandtschaft einen Amerikaner vom Kriegsgericht befreit habe, während die amerikanischen Behörden nichts zu erreichen vermocht hätten, weil sie keine Unterstützung durch ihre Regierung erhalten hätten. Stone empfahl die Absendung einer bewaffneten Macht nach Mexiko zum Schutze der Amerikaner.
Ueber die Unruhen in China lauten die Nachrichten widersprechend, je nachdem sie aus dem Norden oder dem Süden kommen. Es scheint festzustehen, daß die Südtruppen bei Sotschau von den Nordtruppen geschlagen worden sind, und daß sich Juanschikais Lage innerhalb der letzten 24
fördern, die mehr leistet als das Minimum, denn in dem Begriffe deS Minimums liegt doch wohl ohne Zweifel der Korrelate Begriff der Steigerung bis zum Maximum be- schlossen. Diese ganze Schlußfolgerung ist aber typisch für die Logik des EinheitSschulstreiteS. Man spricht einen un- bestreitbar richtigen Obersatz auS, fügt einen ebenso unbestreitbar richtigen Untersatz hinzu, der nur eben gerade an dieser Stelle allen Regeln des Syllogismus Hohn spricht, und zieht dann mit verblüffender Kaltblütigkeit den Schluß. Obersatz: alle Pferde sind mindestens mit Heu zu füttern. Untersatz: Hafer i st k e i n Heu. Schlußsatz: Also darf kein Pferd mit Hafer gefüttert werden. Die demokratische allgemeine Pflicht des Bildungsministeriums wird outriert zum Zwang absolutistischer sozialer Egalisierung.
Dr. Kerschensteiner leugnet zwar die Wünschbarkeit einer gehobenen Volksschule nicht, aber er knüpft ihr Recht auf Dasein an die Bedingung, daß „diese Schulen dem nicht verschlossen werden dürfen, der zwar die Begabung, aber nicht die Mittel hat". Das ist ein sehr bedenklicher Satz. Denn warum sollte er nur für die gehobenen Volksschulen gelten? Es ist im Gegenteil schwer abzusehen, wie der Staat im Verfolg dieses Satzes der Forderung entgehen könnte, lebe Art Bildungsanstalten, auch die höheren und höchsten, zu schließen, oder mittellosen Begabten ihren Besuch finanziell zu ermöglichen, was natürlich mehr bedeutet als Schu ge - erlaß und Lehrmittelfreiheit. Damit wären wir aber wen hinaus über „staatsbürgerliche" Erwägungen, wären melmeyr bei Proudhons Satz angelangt: la propnété c est le ▼ , worauf ja notwendig das Schlagwon von der »^3 «ddigfeii“ hmauslâast, das nichts ist, «IS eine in adjeoto. ®ne „Slieberung von »»"“’£“ ®S nach sozialen Schichten" ferner »an her Br ««f^ b fpriebt gibt es so wenig wie -m° .Gabelung nach der Begabung der Kinder«. GI i ° d ° r u „ g m-G °b «tung erfolgen vielmehr I-dialich nach den BedLrluill«» d«.