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EinrSckungsgeVSHr:
Die Lgefpaltene PetitzeUe oder deren Raum 20 Pfg. im R-UameteU die Zeile 50 Pfg.
Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des
General-Anzeiger
Amtlichts Organ für Stadt- and Findkreis Kanan
Bezugspreis:
Vierteljährlich 1.80 Mk., monatlich M Dfk,PK W bezug vierteljährlich 240 38t, Monatlich Ä Pfy
verein. ev. Waisenhauses in Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn-und Feiertage, mit belletristischer Beilage. Verantwort!. Redakteur: E. Schrecker in Hanau.
SÄE 151 Zyernsprechanschltttz Nr. 230.
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AmM»rS.
Stadtkreis Ranau. Bekanntmach ung.
Das Öffentliche Untersuchungsamt Hanau für die Kreise Hanau Stadt und Land, Gelnhausen und Schlüchtern |(ßeitcr: Nahrungsmittel-, vereid. Gerichts- und Handelschemiker Dr. Braunmüller) befindet sich Kanalplatz 3, Telephon 594.
Für die Arbeiten des Untersuchungsamts (Untersuchung von Nahrungsmitteln, chemisch-technische Untersuchungen jeder Art und physiologische Untersuchungen) ist ein von dem Herrn Regierungspräsidenten genehmigter Eebühr"n- tarif aufgestellt, der im Untersuchungsamt eingesehen werden kann.
Hanau den 9. April 1913. ' 9405
Der Magistrat.
MM« M nertorene WMM u.
Gefunden: 1 weißes Kindertäschchen mit Taschentuch (gez. L. M.).
Gefunden in Wilhelmsbad: 1 einreihiges Korallenkettchen, 1 Kinderschirm, 1 Damen-Ledertasche mit Taschentuch, 1 Damenschirm.
Verloren: 1 Granatbrosche mit Goldeinfassung in Wilhelmsbad, 1 silberne Damenuhr mit» Kette, 1 weißes Kinderhäubchen . mit rotem Bande, 1 schwarze Visitenkartentasche mit 10 Pfg. und 1 Visitenkarte von Johanna Dietz.
Zugelaufen: 1 schwarzer Hund mit braunes Abzeichen (Pinscherart) m. Eeschl.
Hanau den 2. Juli 1913.
Politische WkmDschsm.
Der Kaiser hat aus Anlaß der Verabschiedung der Militärvorlage zahlreichen Offizieren und Beamten des Kriegsministeriums heute morgen Enadenbeweise übersenden lassen. Der Kriegsminister General v. Heeringen erhielt das Oelbild des Kaisers als Kniestück unb der Direktor des Zentraldepartoments, General der Infanterie v. Wachs, eine prachtvolle Vase mit dem Medaillonbild des Kaisers. — Der dem Kreuzergeschwader durch kaiserliche Order vom 18. Januar 1901 für besondere Leistungen im Schießen mit der Schiffsartillerie verliehene Schießpreis wurde für das laufende Schietzjahr dem großen Kreuzer „Gneisenau" zuerkannt.
Der Kaiser nahm gestern an Bord des „Meteor" an der Segelregatta nach Eckernförde teil.
Ei» Mrnier als EewMWM-Mter.
Es ist vielleicht manchem Freunde Hanauer Geschichte und manchem religiös Interessierten bislang unbekannt gewesen, daß Hanau einen Gesangbuchslieder - Dichter hervorgebracht hat. Es handelt, sich um den 1776 in unserer Vaterstadt geborenen Johannes Geibel. Er starb 1853 als Pfarrer an der reformierten Gemeinde zu Lübeck. Ein Sohn von ihm war Pfarrer in Braunschweig, der, ein Prediger pietistischer Richtung, für die Reubelebuug des religiösen Sinnes dieses Landes von Bedeutung war. Allgemein bekannt ist sein Bruder Emanuel, der beliebte Lyriker, „der größte und christlichste unter den weltlichen Dichtern am Ende des 19. Jahrhunderts." Ueber den Einfluß des Vaterhauses auf den jungen Emanuel urteilt Adolf Stern: „Geibels poetisches Talent empfing seine erste Nahrung im geistlichen Vater- hause; der christliche Lebensodem und die gläubige Gesinnung dieses Hauses, verbanden sich mit den frühesten Regungen seiner Phantasie und seinen jugendlichen Empfindmtgen den Kämpfen und der Sehnsucht der Zeit gegenüber." Hören wir nun den Vater als Liederdichter:
1. „Herr, schaue auf uns nieder.
Dir tönen unsre Lieder;
Des Herzens Lust bist du.
Ach, dich zum Freunde haben Ist mehr denn alle Gaben, Ist ew'ges Leben, sel'ge Ruh.
2. Du stillest das Verlangen, Und wenn wir an dir hangen, So fehlt dem Leben nichts. In b einer Gottesklarheit Schn wir die ew'ge Wahrheit; Du leuchtest in uns, Duett des Lichts.
3. Von deinem Arm gehalten.
Kann keine der Gewalten
Mittwoch den 2, Juli
Dem Grafen Kanitz, der gestern abberufen wurde, widmet Graf Schwerin-Löwitz in einem Telegramm an die Gräfin Kanitz folgenden Nachruf: Mit tiefer Bewegung erhalte ich soeben auf der Reise Nachricht von dem Heimgang Ihres Gemahls, meines lieben alten Freundes, und sende Ihnen zugleich namens des preußischen Abgeordnetenhauses, des Deutschen Landwirtschaftsrates und des Preußischen Landesökonomiekollegiums den Ausdruck innigster Anteilnahme. Nicht nur die deutsche Landwirtschaft, sondern das ganze preußische und deutsche Vaterland werden dem hochverdienten, allgeliebten und auch von seinen politischen Gegnern stets hochgeachteten Manne ein ehrenvolles Andenken bewahren. Besonders wir Landwirte werden seine unschätzbaren Verdienste um die deutsche Landwirtschaft nie vergessen.
Der Kreuzer „Derfflinger". dessen Stapellauf kürzlich aus technischen Gründen nicht erfolgen konnte, ist am Dienstag in Hamburg glücklich von Stapel gelaufen.
Bei den galizischen Landtagswahlen hat die Partei der Ukrainer bedeutende Erfolge errungen.
Das italienische Königspaar hat von Pisa aus die Reffe nach Kiel angetreten, wo die Zusmmenkunft mit dem deutschen Kaiser erfolgen wird.
Mexiko. Privatbriefe und Konsularberichte, die nach der Stadt Mexiko gelangt sind, melden die wüstesten Ausschreitungen von Aufständischen in Durango, das die Auf- städischen in der letzten Woche einnahmen. Vierzig Frauen begingen aus Verzweiflung über die Behandlung durch die Aufständischen Selbstmord. Die Eindringlinge betrugen sich wie Raubes: sie plünderten und verbrannten einen großen Teil des Geschäftsvièrtels. Auch ebne Anzahl deutscher Frauen wurde gezwungen, sich den Unsulten der Unmenschen zu fügen. Während der Einnahme der Stadt wurde eine Anzahl Amerikaner und ein Engländer getötet. Die Regierung entsendet jetzt Truppen nach Durango.
Der Streik im südafrikanischen Randgebiet. Aus Johannesburg, 1. Juli, wird gemeldet : Der Streik im Randgebiet hat eine ernstere Wendung genommen. Die Streikführer hatten gestern die Leute aufgefordert, bewaffnet zu den veranstalteten Demonstrationen zu kommen und gedroht, daß eventuell die Maschinen und das sonstige Gruben- eigenium nicht geschont werden würde. Das Kabinett hielt in Pretoria eine besondere Sitzung ab, um über die Lage zu beraten. Die Arbeiter auf der Brackpan-Kraftstation der Victoria Falls Power Company, die mit ihren drei Stationen Brackpan, Nosherville und Simmerpan, sowie die Rand-Minen mit Ausnahme bet Randfontein- und der East Proprietary- Mine mit Licht und Kraft versieht, haben sich ebenfalls dem Streik angeschlossen. Die Arbeiter auf der Geduld-Grube streiken seit gestern abend. Gegenwärtig sind folgende Gruben
Der Welt uns dir entstehn.
Wir rulm an deinem Herzen, Sind dein in Freud' und Schmerzen.
O möchten zu dir alle fliehn i
4. Sind wir aus dir geboren,
In dich, o Herr, verloren.
So bist du unser Ich.
Aus dir quillt unser Leben, Du nährest wie die Reben Der Weinstock, uns allein durch dich.
5. In uns ist heil'ge Stille,
Dein Will' ist unser Wille, Dein Wort ist unsre Kraft.
Wir sind uns selbst gestorben;
Du hast uns dir erworben Und neues Leben uns verschafft.
6. O schweiget, alle Triebe;
Nur eines leb', die Liebe, Die Lieb', o Herr, zu dir!
Dann mag die Hölle stürmen,
Ringsum Gefahr sich türmen: Dir leben und dir sterben wir!"
In unserem, im Hanauer Laude gebräuchlichen, evangelischen Kirchengesangbuch für den Kousistorialbezirk Cassel steht merkwürdigerweise dies von edler Herzensfrömmigkeit zeugende Lied nicht. Ich fand es im „Christlichen Gesangbuch für die evangelischen Gemeinden des Fürstentums Minden und der Grafschaft Ravensberg" Bethel 1907. Dort hat es unter Nr. 325 unter der Abteilung: „Friede und Freude im heiligen Geist" Aufnahme gefunden. Als Melodie ist angegeben: „Wir stolzen Menschenkinder" oder: „O Welt, ich muß dich lassen". — Ob Geibel noch andere in Gesangbüchern aufgenommene Lieder verfaßt hat, entzieht sich meiner Kenntnis. Als geborener Hanauer und P^tirrer war meine Freude über diesen Landsmann und Amtsbruder so groß, daß ich etwas dazu beitragen wollte, ihn bekannter 31t machen.
Gundbelm Emil Hoffman n.
Fernsprechanschütsz Nr. 230. 1913
vom Streik betroffen: Klein-Fontein, Van Ryn, Modder« fontein, Van Ryn Deep, Modder B. und Geduld.
LieVemWt-W dekMr-uMeSiiWMe
„Hellen Blickes."
Noch niemals ist eine Heeresverstärkung von sokchem Umfang mit so großer Mehrheit — nur die Sozialdemokraten, die Polen und einige Elsässer schlossen sich aus —• vom Reichstage angenommen worden. Daß die Militärvorlage Gesetz werden würde, stand eigentlich von Anfang an fest, die Verzögerung der Entscheidung war lediglich durch die schwierigen Verhandlungen über die Deckung der Kosten verursacht, und zwar waren es nicht die einmaligen Ausgaben in der riesigen Höhe von nahezu einer Milliarde Mark, sondern die fortdauernden Ausgaben im Betrage von 180 Millionen Mark, über deren Deckung vor und hinter den Kulissen am längsten beraten wurde. Wie der oberste Zweck, die verstärkte Schutzwehr durch Heranziehung aller waffenfähigen Mannschaften, sofort im Volke als eine notwendige Tat erkannt wurde, so fand auch der Vorschlag, die hohen einmaligen Kosten im Gedenkjahre der Befreiungskriege von 1813 durch einen einmaligen Wehrbeitrag vom Vermögen zu decken, in den weitesten Kreisen opferfreudigen Beifall. Unter dem Drucke des nationalen Gedankens war hier die Arbeit des Reichstags verhältnismäßig leicht. Anders bei den dauernden Ausgaben, hier spielte der alte Streit um die Erbschaftssteuer hinein. Der Präsident des Reichstags hat in seinem Schlußwort davon gesprochen, daß der Reichstag eine Initiative wie noch nie entfaltet habe. Dies sollte sich hauptsächlich auf das Kompromiß zwischen dem Zentrum, den Nationalliberalen und der Linken über die nunmehr beschlossene Vermögenszuwachssteuer von Reichswegen beziehen. Einzelne freisinnige Blätter haben sogar behauptet, der Reichstag habe hierbei die leitende Rolle gespielt. In Wahrheit hatte jedoch die Regierung die wichtigste Arbeit vorgetan, der Reichstag verwandelte nur die vorgeschlagene Vermögenszuwachssteeur, die in den Einzelstaaten subsid'är eingeführt werden sollte, wenn diese den erforderlichen MatrikularLeitrag nicht anderweitig durch Besteuerung des Besitzes aufbringen würden, in ein primäres Gesetz mit allgemein gültiger direkter Erhäng der Steuer für die Reichskaffe. Das Hauptbedenken hiergegen ist, daß damit in das Finanzgebiet der Einzelstaaten eingegriffen und der Anfang zu einer direkten Reichssteuer auf Einkommen und Vermögen gemacht wird. Wir teilen dieses Bedenken durchaus, zumal da ja die Semo- kratische Linke auf diesem Wege eine Verstärkung deS parlamentarischen Einflusses erhofft. Deshalb ist es auch be-
Kunst und Leben.
Preisansschreiben für Photographen. Der Dealsche Anglerbund e. V., die bedeutendste Organisation deutscher Sportangler, erläßt ein Preisausschreiben zur Erlangung von Photographien, die zu Lichtbildervorträgen benutzt werden können. Die Aufnahmen müssen Vorgänge aus dem Gesamtgebiet des Angelsports oder dem Leben der Angler darstellen. Für die Preisverteilung sind 500 Mark festgesetzt worden, nämlich ein erster Preis von 70 Mk., ein zweiter Preis von 40 Mk., zwei dritte Preise von je 30 Mk. und zwanzig Preise von je 15 Mk. Die Preisverteilung erfolgt spätestens bis zum 20. Dezember 1913. DaS Ehrenamt als Vorsitzender des Preisgerichts hat Herr Franz Goerke, Direktor der Gesellschaft Urania Berlin, übernommen. Alles Nähere ist zu erfahren durch die Geschäftsstelle des Deutschen
Anglerbundes e. V., Berlin W 62, Lutherstr. 33.
„Deutscher Liat-Verbanv, E. V". Anläßlich . bet Tagung der Signe Internationale des Associations Touristes (L. I. Ä. T.), der fast sämtliche großen Touristen- und Automobilisten-Verbände Europas, Englands und Amerikas angehören, wurde in Amsterdam auf Veranlassung deS Allgemeinen Deutschen Automobil-Club ein Verband der Deutschen L. I. A. T.-Clubs (Allgemeiner Deutscher Automobil-Club München, Allgemeine Radfahrer-Union Straßburg, Deutscher Radfahrer-Bund Essen und Deuticher Touring-Club-München) mit zusammen 94 000 Mitgliedern gegründet, mit dem Hauptzweck, neben der bisherigen Zentrale des K. A. C. für Grenzkarten-AuSgabe in Deuffch- land eine Stelle für die übrigen deutschen automobllistisch.n Verbände zu schaffen. Die Geschäftsstelle befinde sch। München, Muturmstraße 5. — Auch in sonstigen, ag intereffierenben und besonders internationalen Fragen wiro der Deutsche Liat-Verband in Tätigkeit treten.