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EinrLckungsgeSShr:

Die bgespaltene Petitzelle oder deren Raum 20 Pfg. im Reklameteil die Zelle 50 Pfg.

General-Anzeiger

Aitjrtgcr

Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des verein, ev. Waisenhauses in Hanau.

Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Hanau

Bezugspreis:

Vierteljährlich 1.80 Mk., monatlich 60 Pfg., M Post­bezug vierteljährlich 2.10 ML, monatlich Ä Pf- Die einzelne Rümmer kostet 5 Pfg.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage. Verantwort!. Redakteur: 6. Schrecker in Hanau.

Nr. 146 «^-^

Z^erttsprechanschlitsr Nr. 230

Donnerstag den 26. Juni

Fsrnsprechauschlutz Nr. 230

1913

Amtliches.

Stadtkreis Fyanau.

Nachdem die Scharnhorststratze, die Apfelallee, der Mühl- lorweg, der Sandeldamm zwischen Nord- und Eberhardstrabe und die Neue Anlage zwischen Ostbahnhasstratze und Stein- Heimerlandstratze mit Pflasterdecken versehen worden sind, werden die Anlieger dieser Straßenstrecken auf die Vorschrif­ten der Straßenpolizeiverordnung vom 28. Mai 1909/27. März 1913 aufmerksam gemacht.

Danach müssen die Straßen einschließlich der Bürgersteige and Rinnsteine Mittwochs und Samstags nachmittags längs der ganzen Frontlänge eines Grundstücks bis zur Mittellinie des Straßendammmes gründlich gereinigt wer­den. Verantwortlich sind die Eigentümer der angrenzenden Grundstücke oder die Mieter ganzer Häuser.

Die Verpflichtung zur Straßenreinigung beginnt am

Mittwoch den 2. Juli d. J.

Hanau den 21. Juni 1913.

Königliche Polizeidirektion.

s. A.: Karbe.

P. 7004

Nach § 34 der viehseuchenpolizeilichen Anordnung vom L Mai 1912 müssen frei umherlaufende Hunde mit Hals­bändern versehen sein, die Namen und Wohnort des Besitzers erkennen lassen.

Ich weise auf diese zum Schutze gegen die ständige Seuchengefahr auf Grund des Reichsviehseuchengesetzes vom 26. Juni 1909 ergangene Anordnung zur Beachtung be­sonders hin. Zuwiderhandlungen unterliegen gerichtlicher Bestrafung.

Hanau, den 23. Juni 1913.

Königliche Polizeidirektion.

I. A.: Karbe

P. 6427

Landkreis Ranau.

Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher, die mit der Berichterstattung gemäß meiner Verfügung vom 28. April 1913 V 2801 Beilage zu Nr. 106 des Hanauer Anzeigers vom 8. Mai 1913, betr. Maßnahme zur Vertilgung der Maikäfer, noch im Rückstände sind, werden an die umgehende Erledigung der Verfügung

erinnert.

Hanau den 20. Juni 1913.

Der Königliche Landrat.

Frhr. Laur.

V 2801

Stadtkreis Hanau.

Berdiuguug.

Die zu der äußeren Herstellung des Hauses Bangert 2/4 (früheres Landgerichtsgebäude) erforderlichen Abputz- und Anstreicherarbeiten sollen unter Zugrundelegung der Bedingungen für die Ausführung von Arbeiten und Lieferungen für die Stadt Hanau öffentlich vergeben werden.

Die Verdingungsunterlagen liegen werktäglich während der Sprechstunden vormittags von io12^2 Uhr im Rathaus, Zimmer Nr. 47, aus. Die Angebotsformulare können, soweit der Vorrat reicht, von dort zum Preise von 0,50 Mk. bezogen werden.

Verschlossene und mit entsprechender Aufschrift ver­sehene Angebote sind bis zum Eröffnungstermin Mittwoch den 2. Juli d. Js., vormittags 11 Uhr, im vorgenannten Dienstzimmer einzureichen.

Die Eröffnung der Angebote erfolgt im Peisein etwa erschienener Bieter.

Zuschlagsfrist 3 Wochen.

Hanau den 23. Juni 1913. ,

Der Stadtbaurat.

15207

Sei. Lehramt !är Wein-, W- Wh SMtttiu zu Wellheim a. %

Wir bringen hiermit zur Kenntnis, daß an der Königlichen Lehranstalt im Jahre 1913:

1. ein Obstverwertungskursus für Frauen in der Zeit vom 28. Juli bis 2. August,

2. ein Obstverwertungskursus für Männer und Haus­haltungslehrerinnen in der Zeit vom 4. bis 14.

August abgehalten werden.

Die Kurse beginnen an den zuerst genannten Tagen vormittags um Q Uhr. Der Unterricht wird theoretisch

und praktisch erteilt, sodaß die Teilnehmer Gelegenheit haben, die verschiedenen Verwertungsmethoden einzuüben.

Das Honorar beträgt für den Kursus zu 1: für Preußen 6 Mk., für Nichtpreußen 9 Mk.; für den Kursus 3Ue2: für Preußen 10 Mk,, für Nichtpreußen 15 Mk.

Anmeldungen sind an die Direktion zu richten.

Alles Nähere ist aus den Satzungen der Lehranstalt, die unentgeltlich verabfolgt werden, zu ersehew.

WwirWl^ Kreisoereilt Sam.

Der landwirtschaftliche Kreisverein unternimmt am 6. L Mts. eine Reife zur Besichtigung des Baumwieser- hofes und des Ronneburgerhofes. Abfahrt 12*5 Uhr mittags mit der Kleinbahn von Hanau nach Hüttengesäß. Fußmarsch nach Baumwieserhof, Besichtigung des Gutes und Weitermarsch nach dem Ronneburgerhof. Besichti­gung des Gutes und Weitermarsch nach der Ronneburg.

In der Wirtschaft auf der Ronneburg findet dann leibliche Stärkung statt und bleibt der Verein hier noch einige Zeit gemütlich beisammen.

Abfahrt mit der Kleinbahn von Hüttengesätz um 81/2 Uhr abends.

Diejenigen Mitglieder und Freunde des Vereins, welche sich an der Bereisung beteiligen wollen, werden ersucht, dies bis zum 2. n. MLs. dem Schriftführer des Vereins, Herrn Domänenrentmeister Reinhardt, mit­zuteilen.

Hierbei können auch WaAenplütze von Hüttengesätz bis Baumwieserhof und nach dem Ronneburgerhof sowie der Ronneburg bestellt.werden.

Die Herren Bürgermeister werden ersucht die vor­stehende Bekanntmachung des landwirtschaftlichen Kreis­vereins in ihren Gemeinden wiederholt in ortsüblicher Weise bekannt machen zu lassen.

Hanau den 19. Juni 1913.

Der Vorsitzende.

Frhr. Laur, Landrat.

Politische Rundschau.

Der Kaiser ist gestern an Bord derHohenzollern" zur Teilnahme an der Kieler Woche in Kiel eingetroffen.

Der Reichstag hat am Mittwoch das Staatsangehörig­keitsgesetz in dritter Lesung definitiv angenommen. Das Gesetz tritt am 1. Januar 1914 in Kraft. Dann begann die zweite Lesung des Wehrbeitrages. (Den Bericht siehe in der Beilage.)

Der Reichs- und Landtagsabgeordnete Graf v. Kanitz, Vorsitzender der konservativen Reichstagsfraktion, ist, wie die Kreuzzeitung" hört, ernstlich erkrankt. Eine schwere Influenza, verbunden mit rheumatischen Beschwerden, die auch das'Herz in Mitleidenschaft gezogen haben, haben den Grafen v. Kanitz gezwungen, ein Sanatorium aufzusnchen.

Der russische Generalstabschef erklärte in der Duma, es werde ein Gesetzentwurf zu einer bedeutenden Ver­stärkung des russischen Heeres ausgearbeilet. (Siehe aus­führlichen Bericht.)

Das italienische Königspaar trifft, wie aus Danzig gemeldet wird, an Bord der JachtTrinacria" am 9. Juli von der Kieler Woche kommend, im Hafen von Neufahr- waffer ein. Dort besteigt es einen Sonderzug und fährt über Berlin nach Italien.

MU5 KneBekeitsW.

Petersburg, 25. Juni. Die Reichsduma verhan­delte über den Etat der Kanzlei des Kriegsminifferiums. Der Referent Z w c g i n z e w erklärte, Rußland stehe gegen­wärtig vor den beispiellosen Anstrengungen, welche ein be­freundeter Nachbarstaat zur Entwicklung seiner Kriegsmacht mache. Die Reichsdnma sei berechtigt, von den Leitern des Kricgsministerinms Aufklärungen zu verlangen, was sie zur Wiederherstellung des gestörten Machtver­hältnisses zu unternehmen planen. Der Chef des General st abs erklärte, die Tätigkeit des Miliiärressorts sei, wie immer, auf die Kampfbereitschaft der Armee gerichtet. Sie habe sich in den letzten Jahren, insbesondere im Vorjahr, durch den i n t e n s i v e n B a u von Festungen und die Versorgung der H a u b i tz d i v i s i o n e n mit neuen Haubitzen und der Infanterie mit Maschine n g e w ehren gekennzeichnet und sei bereits abgeschlossen. Der Chef des Generalstabs führte weiter die Maßnahmen an, welche das Kriegsministerium zum Zwecke der s ch n e ll e r e n De­placierung der Armee sowie zur Vervollkoinmnung

des Aufklärungsdienstes und der Aviatik ge­troffen habe. Das Ressort habe bereits eine Vorlage be­treffend eine bedeutende Verstärkung der rus­sischen Wehrkraft und

die Formierung neuer Truppenteile

bei der Infanterie, Kavallerie und den anderen Waffen­gattungen sowie eine Reorganisation der Feldartillerie im Sinne der Vermehrung der Anzahl der Ge­schütze in der Feldartillerie der Armeekorps ausgearbeitet. Zum Schluffe sagte der Generalstabschef: Alle diese Maß­regeln legten dem Vaterlande große Opfer an Leuten und Geld auf. Das Militärressort sei der ReichSduma dankbar für die Bewilligung des diesjährigen Kontingents, das die Mittel gegeben habe, um zu Neuformierungen zu schreiten. Künftighin seien jedoch noch weitere große Mittel erforderlich. Auf verschiedene Anfragen erwi­dernd, erklärte der Generalstabschef weiter, daß im Laufe bei Jahres, seitdem im Ministerium eine Abteilung für Flug­wesen bestehe, sich die Zahl der Flugzeuge verzehnfacht habe. Das Ministerium werde nicht eher ruhen, als bis i n jedem Armeekorps eine Fliegerab teiluug eingerichtet sei, die in Kriegszeitcn die Aufklärung sichert. Das Ministerium habe die erste Gelegenheit ergriffen, um die Zahl der Lenkballons zu verdoppeln, wobei es Luftschiffe großen Maßstabes, segenannte LuftdreadnoughtS neuester Systeme, erworben habe. Diese seien,mit den neuesten Vervollkommnungen ausgestattet und hätten Maschinengewehre, Bombenwerfer und Telegraphenapparate. Deutschland habe zwar elf Len.ballons, jedoch bloß acht davon entsprächen den russischen Großlenk Ballons. Alle sechs russischen Lenkballons könnten sich mit den deut­schen messen. Dabei komme in Betracht, daß Deutsch­land zweiKriegSfronte» habe, Rußland aber bloß eine.

Die Balkankrifis.

Die Haltung Oesterreich-Ungarns.

Wien, 25. Juni. DieWiener Allgemeine Zeitung" bezeichnet die Meldungen ausländischer Blätter, wonach Oesterreich-Ungarn beabsichtige, an dem Schiedssprüche zur Schlichtung der Streitigkeiten der Balkanstaaten teilzunehmen, als vollständig unbegründet und erklärt, die Monarchie wünsche auf das lebhafteste, daß der Konflikt zwischen den Verbündeten friedlich beigelegt werde. Wie dieses Ziel erreicht werde, könne ihr gleichgültig sein. . Erst, wenn ein endgültiges Resultat an den Tag treten sollte, werde dieMonarchie zur Teilung der von den Verbündeten eroberten Gebieten Stellung nehmen und prüfen, ob dadurch ihre Interessen nicht berührt werden. Denn es sei selbstverständlich, daß weder die Vereinbarungen der Balkanstaaten untereinander noch ein auf Grund dieser Vereinbarungen gefeilter Schieds­spruch irgendwelche verbindliche Kraft für Oesterreich-Ungarn besitze. Daher sei auch die Meldung, derzufolge der öster­reichisch-ungarische Botschafter in Petersburg mit dem Minister Sasonow Besprechungen über die Teilungsfrage gepflogen habe, durchaus nicht stichhaltig.

Die Entspannung.

W. London, 25. Juni. Wie das Reutersche Bureau erfährt, kann die Gefahr eines Krieges zwischen Bulgarien und Serbien jetzt als beseitigt angesehen werden. Es ist zwar keineswegs sicher, daß Serbien das Schiedsgericht des russischen Kaisers über die bestehenden Meinungsverschiedenheiten be­dingungslos annimmt, jedoch sind hinreichend bestimmte Zu­sicherungen abgegeben worden, sodaß dem Ausgang der be­vorstehenden Verhandlungen zuversichtlich entgegengesehen werden kann. Es ist Grund zu glauben, daß Serbien ebenso wie Bulgarien der Aufforderung Rußlands nachkommen wird, wenn dies es nicht schon getan hat.

W. Paris, 25. Juni. Veniselos richtete an denTemps" über die gegenwärtige Krise ein Telegramm, in dem es u. a. heißt: Die Balkanverbündeten würden sich durch einen Krieg gus Anlaß der Gebietsteilung diskreditieren und die Miß­billigung der ganzen zivilisierten Welt hervorrufen. Der Krieg würde übrigens keine Lösung bedeuten, es wäre nur ein kurzer Abschnitt der blutigen Kämpfe, die Jahrhunderte lang das Leben der Balkanvölker gekennzeichnet haben. Bul­garien verlange seinen Zwist mit Serbien auf Grund bei mit ihm abgeschlossenen Vertrages zu regeln. Serbien fordere eine Abänderung des Vertrages, den es als hinfällig hinsieht. Die griechische Regierung hinwieder ist der Ansicht, daß ein Vertrag, den sie nicht gekannt habe und den sie auch heute nicht kenne, in keiner Weise die Gebietsteilung, soweit sie diese betreffe, beeinflussen könne.