EinrückungsgeWher
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Geneml-Allzeiger
Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des
Amtlichts Grgau für Stadt- «ad Faadkrtis Kaaau.
Vierteljährlich ILO Mk., monatlich «Pf^ M PW bezug vierteljährlich 2.10 Mk., monatlich 76 Pf»
verein, ev. Waisenhauses in Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage. Verantwort!. Redakteur: 6. Schrecker in Hanau.
Nr. 140 M«riisPr»chaE>l«tz Nr. 330.
Donnerstag den 19. Juni
F-r->spr-cha„Muk «r. 230. 1913
AmMKeS.
Stadt- und Eand kreis Rana«.
Viehseuchenpolizeiliche Anordnung.
Meine viebseuchenpolizeiliche Anordnung vom 11. März d. Js. — A III 1438 — (Amtsblatt S.' 103), betreffend amtstierärztliche Untersuchung und polizeiliche Beobachtung der auS dm Königreichen Bayern und Württemberg und aus Elsaß-Lothringen eingeführten Klauenviehs, wird mit Rücksicht auf den jetzigen Stand der Maul- und Klauenseuche aufgehoben.
Diese Anordnung tritt mit dem Tage der Veröffentlichung im Amtsblatt in Kraft. (A III 3333.)
Cassel den 11. Juni 1913.
Der Regierungspräsident.
Graf von Bernstorff.
Die vorstehende viehseuchenpolizeiliche Anordnung bringe ich unter Bezugnahme auf meine Kreisblattbekanntmachung vom 17. März d. Js. V 1855 — „Hanauer Anzeiger" Nr. 66 vom 19. s. Mts. — zur allgemeinen Kenntnis.
Hanau den 18. Juni 1913. V 4246
Der Königl. Landrat und Polizeidirektor.
Frhr. Laur.
Die Vezirksschornsteinfegerstelle im Kehrbezirk Hanau I ist vom st. Juli 1913 ab dem Vezirksschornsteinfeger,- Heinrich Raake II. von Friedewald, Kreis Hersfeld, übertragen worden.
Hanau den 17. Juni 1913. V 4034
Der Königl. Landrat und Polizeidirektor.
Frhr. Laur.
*—--e_____________—
Dieuftrmchrichlerr.
Unter den Schweinebeständen des Bäckermeisters Wilh. Bartel und der Landwirte Karl Horst, Joh. Jacob Schneider und Peter Betz I. zu Langendiebach ist der Ausbruch der Schweineseuche festgestellt.
Die erforderlichen Schutzmatzregeln sind angeordnet.
Hanau den 19. Juni 1913.
Set 5MMM Wong M 1913.
Regierungsbezirk Cassel, Land-Kreis Hanau.
Begutachtungsziffern (Noten): 1 — sehr gut, 2 — gut, 3 — mittel (durchschnittlich), 4 = gering, 5 =. sehr gering.
Fruchtarten usw.
Durch-
Anzahl der von den Vertrauensmännern abgegebenen Noten.
Idjmtti für
e e
G
Moten den
CD
1
l-2|
2 |2—3
3 |3—4
4
4—5
5
Winterweizen
2,5
2,4
——
5
1
_
Sommerweiz.
2,6
2,6
—
—
1
—
2
—
—
—
—
Winterspelz (Dinkel)')
2,4
Winterroggen
2,7
2,5
1
—
4
1
1
—
—
—
—
Sommerrogg.
3,0
2,7
—
—
1
—
—
—
—
—
Wintergerste
2,7
2,7
—
—
—
1
1
—
—
—
—
Sommergerste
2,6
2,5
—
—
4
1
2
—
—
—
—
Hafer
2,6
2,7
—
—
2
1
4
—
—
—
Erbsen
2,9
3,2
—
—
—
1
1
—
—
—
1
Acker- (Sau-) bohneu
2,8
2,9
—
—
—
——
Wicken
2,9
3,1
—
—
1
—
—
1
—
—
Kartoffeln
2,8
2,7
—
—
4
—
2
—
—
—
—
Zuckerrüben
2,8
2,6
—
—
4
—
2
—
—
—
—
Futterrüben
2,9
3,0
—
—
2
1
2
—
—
—
—
Winterraps
-Rübsen
3,3
3,1
—
—
—.
Flachs (Lein)
2,6
2,7
—
—
—
—
—.
—
—
—
—
Klee")
2,7
2,3
——
4
1
2
—
—
—-
—
Luzerne
2,6
2,5
—
—•
2
—-
4
—
—
—
—.
Wiesen mit Vc-(Ent-) wässernngs- anlagen^)
2,4
2,1
2
1
Andere Wiesen
3,0
2,6
—
--
3
1
2
—
—
—
—-
^ auch mit Beimischung von Weizen und Noggen. — 2) des gl, von Gräsern. — *) Rieselwiesen.
Königlich Preußisches Statistisches Landesamt.
Evert, Präsident. V 4225
Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in Hanau belegene, im Erundbuche von Kesselstadt Artikel 484 zur Zeit der Eintraauna des Verlleiaerunas-
Vermerkes auf den Namen des Bauunternehmers Johann Heinrich Hack in Hanau eingetragene Grundstück: Krtbl. 5 Nr. 154/41 rc. an der Frankfurter Landstraße Nt. 37 5,39 ar,
Wohnhaus mit Veranda (A), Hofraum und Hausgarten, 1700 Mk. Nutzungswert,
Art. 330 der Erundsteuermutterrolle, Nr. 96 der Gebäudesteuerrolle
am 13. August 1913, vormittags 10 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht, an der Eerichtsstelle, Nutzallee Nr. 17, Zimmer Nr. 21, versteigert werden.
Hanau den 17. Juni 1913. 14655
Königliches Amtsgericht, Abt. 6.
Mnöent imh netlorene WenMde 2t.
Gefunden: 1 Portemonnaie mit 3 Mk. und verschiedenen Papieren, 1 alter Niemen mit Haken, 1 Brille, 1 Kriegervereins-Abzeichen vom Hanauer Kriegerverein, 1 Quittungskarte Nr. 2 für Wilhelm Väth aus Bischbrunn.
Gefunden im Lamboywald: 1 Perlen-Damenportemonnaie mit 12 Pfg., 1 rotes Damentäschchen mit weißem Taschentuch.
• Verloren: 1 Double-Herrenuhrkette.
Fortgeschwemmt: 1 Waschbütte (im Stadtgraben), I Ruder (in der Kinzig).
Hanau den 19. Juni 1^(3.
Politische Stundschau.
Durch die kaiserlichen Gnadenerlasse geht wie Lurch alle Entschließungen und Handlungen Kaiser Wilhelms LL ein großer einheitlicher Zug, und die Willensmeinung, die der Kaiser in diesen Kundgebungen zum Ausdruck gebracht hat, wird überall im deutschen Volke dankbarer .Aufnahme sicher sein und in ganz besonderem Maße zur Erhöhung der festlichen Stimmung beitragen, die von jedem deutschen Herzen Besitz ergriffen hat. An dem nationalen Fest- und Freuden- tage soll, so will es der Herrscher, auch denen eine ungetrübte Freude beschert sein, die sich einmal in Not oder Leichtsinn vergessen haben oder durch die Gewissenlosigkeit anderer straffällig geworden sind. Die bereits verbüßte oder verhängte Strafe soll für sie eine Warnung sein, die erwiesene Gnade aber eine Mahnung des Vertrauens, das ihr König in festlich-ernster Stunde bekundet hat, sich würdig zu erweisen. So bekunden die Gnadenerlasse des Kaisers an den JustiMinister, an das Kriegsministerium und das Reichsmarineamt ein tiefes werktätiges Mitgefühl mit denen, die unter dem Zwange außergewöhnlicher Umstände Schuld und Fehle auf sich geladen haben, und volles Verständnis für die Gefahren, die den in seiner wirtschaftlichen Position oder in seinem Charakter nicht genügend Gefesteten bedrohen. Auf der anderen Seite aber trifft die volle Ungnade des Herrschers und rücksichtslose, aber verdiente Härte und Strenge den, der sich unehrenhafter Handlungen schuldig gemacht, der sich in feiger, ehrloser Gesinnung an Untergebenen vergriffen hat, die ihm wehrlos gegenüber standen. Entschiedener uni) eindrucksvoller als durch die Ausnahmebestimmung in den Erlassen an das Kriegsministerium und das Reichsmarineamt, daß ausgeschlossen von dem Gnadenerweise die wegen Beleidigung oder vorschriftswidriger Behandlung eines Untergebenen verhängten Strafen zu bleiben haben, konnte nicht bekundet werden, wie der Kaiser das Unwesen der Soldatenmißhandlungen verabscheut, mit welchem Ernst und Nachdruck der oberste Kriegsherr auch nach dieser Richtung, soweit es noch erforderlich, die bessernde Hand anlegen will. Dafür wird im ganzen Vaterlande nur eine einmütige Stimme des Dankes sein, denn ganz gewiß, mit dieser Willensmeinung hat der Kaiser dem deutschen Volke aus der Seele gesprochen, ganz besonders in diesem Augenblick, wo eine so viel stärkere Heranziehung der Wehrpflichtigen in naher Zeit bevorsteht. Die Sorge für die Ehre und die Tüchtigkeit der deutschen Armee, die in erster Linie der Inhalt der Lebensarbeit des Kaisers ist, spricht auch laut und vernehmlich und für jeden verständlich aus dieser Willensmeinung des Monarchen, die demjenigen, der den Ehrenschild des deutschen Namens durch niedrige Handlung und ehrlose Gesinnung befleckt hat, Gnade und Nachsicht versagt. Das gleiche Bekenntnis zu unablässiger Sorge für die innere Kraft und Tüchtigkeit der Armee spricht aus dem Erlasse an das Präsidium des Kyffhäuserbundes der deutschen Landeskriegerverbände, inHdit au di aus dem der vaterländischen ^uaendvrleae ac-
widmeten Erlaß: dort die Mahnung, den soldatischen Geist zu pflegen, der, durch ein Höheres, die Liebe zum Dater- lande, in die Herzen gepflanzt, höher wertet als Wehr und Waffen, hier aus landesväterlichem Herzen heiße Segens- wünfhL für das Gelingen eines Werkes, das unserer Jugend, weitab von allen Bestrebungen, die sie für bestimmt», einseitige Zwecke einfangen wollen, zu körperlichem Gedeihen an Leib und Seele verhelfen und damit die Zukunft der Nation, auch seine militärische Zukunft, auf eine gesunde und gesicherte Grundlage stellen soll. Das Vertrauen, das der Kaiser dabei in der Hoffnung auf die einmütige Hingabe an das große deutsche Vaterland und in dem Aufruf zur Begründung einer einheitlichen nationalen JugenLorgani-: sation bekundet hat, es wird sicherlich nicht enttäuscht werden, denn in diesen Gnadenerlassen hat der Kaiser sein Herz ausgeschüttet, hat er die Nation in sein Inneres blicken lassen, wie er sein königliches Amt im höchsten Sinne dahin versteht, das Vaterland stark und tüchtig zu machen für die Prüfungen, die nach dem Willen der Vorsehung im Schoße der Zukunft ruhen, und solche Sprache hat das deutsche Volk nod) immer verstanden.
Was der Nachlaß Redls ergab.
DT. Wien, 18. Juni. Der Nachlaß des Obersten RÄ)k wurde in den letzten Tagen vor einer Militär- und Zivil- Kommission ausgenommen. Es wurde zunächst eine Trennung zwischen den Gegenständen vorgenommen, die nachweislich dem Militärärar angeboren u. denjenigen, die Privateigentum Redls waren. Zu der ersteren Art gehören eine sehr reichhaltige Bibliothek militärwr),euschaftlicher Werke und eine ganze Reihe ariderer Gegenstände. Alle diese Sachen wurden dem Korpskommandanten in Prag zur Der- sügung gestellt. Das Privatvermögen Redls besteht aus der Wohnungseinrichtung, feiern Automobil und drei Pferden, die in den letzten Tagen versteigert wurden und etwa 3500 Kronen ergaben, ferner fand man Dokumente über Jnrmo- bilienbesitz bei Wien und 15 000 Kronen Vermögen. Interessant ist, daß man in der Wohnung Redls ein vollständig eingerichtete kosmetisches Laboratorium, einen Toilettetisch, der der verwöhntesten Dame genügt hätte — auf ihm befanden sich Haarfärbemittel, Schminken usw. — vorfaâ In der Verwahrung der Wiener Militärkommission soll sich ein Testament Redls befinden, in dem der vielgenannte „Josef" mit einem großen Betrag bedacht ist und die Ge- Redls zu gleiches Teil« erben soll«.
War»«».
Paris, 18. Juni. Am» Madrid wird gemeldet: Angesichts der Schwierigkeiten, die die Entsendung der Verstärkungen nach Marokko begleiten, hatte Graf Romanynes mit dem französischen Botschafter eine Unterredung über die Frage eines eventuellen militärischen Zusammenwirkens beider Länder in Marokko. — Die Gesamtvcrluste der Spanier in den Kämpfen bei Tetuan am 15. U. belaufen sich auf 26 Tote, darunter zwei Offiziere und 120 Verwundete, darunter acht Offiziere.
Madrid, 18. Juni. Amtlich wird aus Melilla gemeldet, daß die Eingeborenen die Maschinengewehre, Geschütze und die Munition des Kanonenbootes „Conchas* unbrauchbar gemacht haben.
Paris, 18.. Juni. Nach einer Blättermeldung aus Madrid wird in sozialistischen Kreisen mit dem Gesamtausstand gedroht, falls der Krieg in Marokko fortgesetzt werde. Am nächsten Sonntag wollen die Republikaner und Sozialisten in ganz Spanien ProtestmeetingS gegen den marokkanischen Feldzug abhalten.
Mr Wrhrbritris in der MzetkmMn.
Das Befitzsteuergesetz.
mb. Berlin, 18. Juni. Die Budgetkommission des Reichstags begann heute mit der Beratung der Besitzsteuer, und zwar auf Vorschlag des Vorsitzenden Dr. Spahn mit der Entscheidung über § 1 des Finanzgesetzes (Entwurf eines Gesetzes betreffend Aenderungen im Finanzwesen), also über die Frage, ob die Besitzsteuer als Reichssteuer oder als Landessteuer durchgeführt werden soll. Der Berichterstatter Dr. Südekum gibt zunächst einen Rückblick über die die Ve- sitzsteuer betreffenden Eingaben und Petitionen, insbesondere auch über die Eingaben der Handelskammern, und berichtet sodann über die Grundzüge des Entwurfs. Es solle der Vermögensstand als Grundlage der neuen Matrikukarbeiträge genommen werden. Die auf die Bundesstaaten entfallenden Matrikularbeiträge sollen von diesen Bundesstaaten aufgebracht werden, durch eine allgemeine Besteuerung des Vermögens, des Einkommens oder der Erbschaften. allein oder nebeneinander. Der Berichter-,