Hanauer D Anzeiger
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General-Anzeiger
Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des verein, ev. Waiserchauses in Hanau.
AMlithes Organ sät Lladt- und Landkreis Sans«.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Vierteljährlich 1.80 TOL, monatlich SSVfg^ S^W* bezug vierteljährlich 2.10 Mk., monatlich 70 PfA Die einzelne Nummer kostet i Pfg-
Verantwort!. Redakteur: 8. Schrecker in Hanau.
Nr. 139
AerttsprechansÄlttsr Nr. 230
Mittwoch de» 18. Juni
Fernsprechanschlutz Nr. 230.
1913
MmMÄeS.
Stadtkreis Fyanau.
Bekanntmachung.
Der im Schlachthof entstehei.de Dung und die anderen Abfälle mit Ausnahme b-er Borsten und Klauen sind zum 1. Juli d. I. anderweitig zu vergeben.
Angebote sind umgehend auf Zimmer Nr. 36 des Rathauses anzubringen. woselbst weitere Auskunft erteilt wird.
Hanau den 16. April 1913. 10423
Der Magistrat.
Hild.
Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in Hanau belegenen, im Grundbuche von Hanau, Artikel 1307 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf I den Namen des Silberwarenfabrikanten Eugen Friedrich Weber in Hanau eingetragenen Grundstücke:
J 225/1101 Sternstraße Nr. 31 1,64 ar,
J 111 / bebauter Hofraum 0,12 ar,
Gebäudesteuerrolle Nr. 607 696 Mk. Nutzungswert am 8. August 1913, vormittags 10 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht an der Gerichtsstelle, Nußallee Nr. 17, Zimmer Nr. 21, versteigert werden. Hanau den 11. Juni 1913. 14573
Königliches Amtsgericht, Abt. 6.
Genossenschaftsregister.
Spar- und Darlehnskasse, eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht zu Wachenbuchen.
Der Johannes Löffert ist aus dem Vorstand ausgeschieden, an seine Stelle ist der Diamantschleifer Philipp Schwind von Wachenbuchen getreten.
Eintrag des Königlichen Amtsgerichts 6 in Hanau oom 12. Juni 1913. 14571
Güterrechtsregister.
1. Die Eheleute Johann Jacob Strauß, Inhaber des „Grünen Radler-Instituts" und Agnes geborene Rehm, beide in Hanau wohnhaft haben durch Vertrag vom 24. Mai 1913 die Verwaltung und Nutznießung des Ehemannes ausgeschloßen und Gütertrennung vereinbart.
2. Die Eheleute Friseur Johann Martin Paulus und Elise geb. Gassert beide in Hanau wohnhaft haben durch Vertrag vom 23. Mai 1913 das Verwaltungsrecht des Ehemannes aufgehoben und Gütertrennung vereinbart.
3. Die Eheleute Kaufmann Johann Ludwig Maurer und Mina geb. Kübler beide in Hanau wohnhaft haben durch Vertrag vom 29. Mai 1911 die Verwaltung und Nutznießung des Mannes am Vermögen seiner Frau ausgeschlossen und Gütertrennung vereinbart. Einträge des Königlichen Amtsgerichts 6 in Hanau zu 1 vom 30. Mai 1913, zu 2 vom 4. Juni 1913 und zu 3 vom 9. Juni 1913. 14575
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Neichsbankgirokonto. — Postscheckkonto Nr. 6279. Hauptstelle: im Kreishaus, Hainstraße Nr. 10.
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Die Ueberweisung von Spareinlagen Abziehender an eine andere Sparkasse und die Einziehung von Spareinlagen aus auswärtigen Sparkasien erfolgt kostenfrei.
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F r h r. Laur.
905 MiWWjÄWM Seiner WM te Saifers M Sinins. Die Gratulation der Vundesfürsten und der Präsidenten der freien Städte.
Berlin, 17. Juni. Um halb 1 Uhr empfing der Kaiser und die Kaiserin im Kaisersaal der kaiserlichen Wohnung die Bundesfürsten und Präsidenten der Senate der Freien Städte.
Die Ansprache des Prinzregenten Ludwig.
Berlin, 17. Juni. Bei dem heutigen Empfange der deutschen Bundesfürsten und der Präsidenten der Senate der
freien Städte hielt Prinzregent Ludwig, des Königreichs Bayern Verweser, folgende Ansprache an den Kaiser: Eure Kaiserliche und Königliche Majestät! Ganz Deutschland begeht in festlicher Stimmung den Tag, an dem Eure Majestät auf ein fünfundzwanzigjähriges segensreiches Walten als deutscher Kaiser und König von Preußen zurückblicken. Die deutschen Bundesfürsten und die Vertreter der Senate der freien und Hansestädte, die mit dem führenden Bundesstaate Preußen in engster, unauflöslicher Gemeinschaft im Deutschen Reiche vereinigt sind, fühlen sich in erster Linie berufen, dieser freudigen Stimmung feierlich Ausdruck zu geben. Sie haben sich deshalb heute hier versammelt, um Eurer Majestät die wärmsten Glück- und Segenswünsche darzubringen. Als im Jahre 1888 der Gründer des neuen deutschen Reiches, Eurer Majestät unvergeßlicher Herr Großvater, reich an Jahren, reicher noch an großen Erfolgen, heimgegangen und die Heldengestalt Kaiser Friedrichs allzu früh und viel beklagt dahingeschieden war, haben Eure Majestät in jungen Jahren mit hohem Idealismus und ernstem Pflichtbewußtsein die Würden und Aufgaben des Königs von Preußen und deutschen Kaisers angetreten. Allzeit Mehrer des deutschen Reiches zu sein, nicht an kriegerischen Eroberungen, sondern an Gütern und Gaben des Friedens auf dem Gebiete nationaler Wohlfahrt, Freiheit und Gesittung, das hat Eurer Majestät hochseliger Herr Großvater in der Geburtsstunde des deutschen Kaisertums als Leitsatz für sich und seine Nachfolger verkündet. Diesem hohen Ziele, das Eure Majestät nach Uebernahme der Regierung in der Thronrede vom 25. Juni 1888 vor versammeltem Reichstage sich zu eigen gemacht haben, sind Eure Majestät all die Jahre her unbeirrt treugeblieben. Eure Majestät haben sich in der Führung der auswärtigen <Politik des Reiches wie im Innern stets aufs neue als Wahrer des Friedens bewiesen, immer darauf bedacht, dem Reiche die Stärke zu sichern, die eines ehrenvollen Friedens Gewähr ist. Glänzend ist der wirtschaftliche Aufschwung, den Deutschland in diesen 25 Friedensjahren genommen und der in allen Teilen des Reichs und in allen Schichten der Bevölkerung die Zunahme des Wohlstandes gebracht hat. Umfaßend und sorgsam wurden die sozialen Einrichtungen zum Wohle der arbeitenden Klassen erweitert und ausgebaut. Die Wehrkraft des deutschen Reiches ist in nie ermüdender Arbeit gepflegt und gefördert worden. Insbesondere hat sich die Marine unter persönlicher Initiative Eurer Majestät aus kleinen Anfängen zu achtunggebietender Stärke entwickelt. Was an sittlichen Kräften, was an Edlem und Schönem im deutschen Volke lebendig ist, konnte der Aufmunterug durch Eure Majestät sicher sein. Den Blick auf das Ganze und Einigende gerichtet, haben Eure Majestät den Wert und die Bedeutung der Einzelstaaten im verfassungsmäßigen Organismus des Reiches nicht verkannt. Die Erhaltung der ihnen für die Forderung ihrer Kulturaufgaben unentbehrlichen Lebenskraft, ihre Rechte und Interessen durften des kaiserlichen Schutzes sich erfreuen. Hierfür wie für alles, was Eure Majestät in diesen fünfundzwanzig Jahren zum Besten unseres großen Vaterlandes erstrebt und geleistet haben, möchten die deutschen Vundesfürsten und die freien und Hansestädte in dieser Stunde ihren freudigen Dank zum Ausdruck bringen.
Als äußeres Zeichen unserer Gefühle und Gesinnungen bitten wir Eure Majestät, den Tafelaufsatz huldvollst entgegenzunehmen, den wir einstweilen im Entwurf hier zu überreichen uns gestatten. Das Schiff, das er darstellt, umrahmt von den Wappenschildern der deutschen Bundesstaaten mit dem Reichsadler auf schwellendem Segel und der Kaiserkrone als Schiffszier, soll ein Symbol sein der Einigkeit der deutschen Fürsten, der freien und Hansestädte, des ganzen deutschen Volkes, der unerschütterlichen Einigkeit, die des Deutschen Reiches Macht und Glanz nach außen und im Innern für immer verbürgt. Möge dem Schiffe des deutschen Reiches unter Eurer Majestät starker Führung wie bisher auf viele, viele Jahre glückhafte Fahrt beschieden sein! Möge Gottes Gnade und Segen auf Eurer Majestät, auf der huldreichen Kaiserin und auf dem ganzen in reichster Blüte stehenden Hohenzollernhause ruhen!
Unsere Glückwünsche an diesem Festtage, unsere Segenswünsche für die Zukunft der Regierung Eurer Majestät saßen wir zusammen in dem Rufe: Seine Majestät der deutsche Kaiser und König von Preußen, Wilhelm II. lebe hoch!
Die Antwort des Kaisers.
Auf diese Rede antwortete der Kaiser folgendes: Eure Königliche Hoheit und alle hier vereinten erlauchten Bun- desfürlten, die hohen Vertreter der Freien und Hansestädte bitte ich, für die mir bereitete Ehrung meinen innigen Dank ent'gegsnzunehmen. Von Herzen und mit Freude danke ich für die "kunstreiche Ehrengabe, die unter einem mir besonders willkommenen Bilde Deutschlands einigende Stärke und den Wert-aller Glieder des Reiches für unsere Macht und Größe vor Augen führt. Die durch die Vundsverträge umschlossene Vielaestaltiakeit unseres staatlichen Lebens be
deutet einen nationalen Reichtum, den nach innen wie nach außen zu schirmen ich als meine erhabene kaiserliche Pflicht erkenne. Wenn die Erfüllung dieser Aufgabe, an die ich in jungen Jahren nach dem Vorbild der beiden unvergeßlichen ersten Kaiser herangetreten bin, in der seither verfloßenen Zeit gelungen ist, so war dies nur möglich, dank der Unterstützung, die ich bei meinen hohen Verbündeten gefunden habe. Eure Königliche Hoheit haben der reichen Entwicklung zu gedenken geruht, die uns mit den Segnungen des Friedens während der letzten 25 Jahre vergönnt war. Wir sind vorwärts gekommen, wie in Heer und Flotte, so auch in der, Landwirtschaft und der Industrie, in Handel, in Schiffahrt und Verkehr, in Wissenschaften uird Technik, in den Künsten und — auch das ist wichtig — in den körperlichen Uebungen. Fern liegt mir der Gedanke, als Verdienst für einzelne in Anspruch zu nehmen, was Gesamtleistungen der Nation sind. Wenn aber Eure Königliche Hoheit so freundlich meinen Anteil an Deutschlands Vorwärtsstreben erwähnt haben, so drängt es mich, hier zu bezeugen, mit welcher Dankbarkeit ich die vielen Jahre hindurch verfolgt habe, daß alle Vundesfürsten und die Regierungen der Freien und Hanse- Städte, jeder in seinen Gebieten, jeder im eigenen Bereich, mitgearbeitet haben wie an der Erstarkung unseres nationalen Lebens so auch an dem wirtschaftlichen Aufschwung des Reiches und an der deutschen Kultur. So soll es auch weitergehen, damit wir in Ehren bestehen können vor den Begründern der Reichseinheit, die auf uns niederblicken aus der Ewigkeit!
Auf die gütigen Worte, die im Namen 8er hier Versammelten Euere Königliche Hoheit mir und meinem Hause gewidmet haben, erwidere ich mit den herzlichsten Wünschen für Deutschlands Fürsten und ihre hohe«. Familien, für die Bürgermeister und Senate der Freien und Hansestädte. Alle Zeit meine Kräfte dem Wohl des gesamten Volkes zu weihen und zu meinen hohen Verbündeten zu stehen in deutscher Treue, das sind die Gefühle, die heute in Dankbarkeit und Zuversicht mein Herz erfüllen.
Berlin, 17. Juni. Bei der Galatafel im Kgl. Schlöße hielt der König von Sachsen folgende Ansprache an den Kaiser: „Euere Majestät haben uns schon heute vormittag gestattet, Euerer Majestät in feierlicher Form die Glückwünsche darzubringen, die wir deutschen Bundesfürsten und Vertreter der Senate der Freien und Hansestädte bei dem 25jährigen Regierungsjubiläum Euerer Majestät für allerhöchst deren Wohl auf dem Herzen tragen. Seine königliche Hoheit der Prinzregent von Bayern hat hierbei auch schon Gelegenheit genommen, in unser aller Namen dankbar der Segnungen zu gedenken die dem deutschen Reiche aus der Fürsorge Euerer Majestät zugefloßen find, und der Freude darüber Ausdruck gegeben, daß das deutsche Reich unter Euerer Majestät weiser und gerechter Leitung sein Ansehen gewahrt und seine Wohlfahrt gemehrt hat. Wenn uns nun in dieser frohen, festlichen Stunde von neuem das Bedürfnis beseelt, Euerer Majestät unsere herzliche Liebe und hohe Verehrung zu bekunden, so kaust auch ich zunächst nur Worte des Dankes dafür finden, daß der allmächtige Gott Euere Majeststät in seinen gnädigen Schutz genommen und Euerer Majestät Leben und Handeln so sichtbar gesegnet hat. Wir aber, die wir mit Euerer Majestät durch heilige Bündnisverträge zum Wohle unseres geliebten Vaterlandes unverbrüchlich verbunden fhtb, dürfen es besonders dankbar rühmen, daß es Euerer Majestät Weisheit jederzeit gelunden ist, unter schwierigen Verhältnissen dem Reiche die Erfüllung seiner fortschreitenden Be- dürfniße zu sichern, den Cinzelstaaten aber diejenige Selbstständigkeit zu wahren, deren sie zur Erfüllung ihrer eigenen Aufgaben bedürfen. • Wie wir aber in der uns verbürgten Selbständigkeit die Grundlage des inneren Friedens und eine Gewähr für die Wohlfahrt des Reiches und seiner Glieder erblicken, so können auch Euere Majestät versichert sein, daß wir in gleicher Treue an den uns obliegenden Pflichten festhalten und daß das Wohl des Reiches der Leitstern unserer Handlungen und Entschließungen bleiben wird. So sind wir denn alle hierher geeilt aus dem Süden und Norden, von den Grenzen der Alpen und des Erz gebirges, vom Rhein, der Weser, der Elbe, vom Bodensee der Nord- und Ostsee und von den deutschen Mittelgebirgen, um Euerer Majestät zu versichern, daß wir und unsere Länder in guten und bösen Tagen treu zu Kaiser und Reich stehen. Euere Majestät haben vor wenigen Wochen ein glänzendes Familienfest gefeiert. Unter der freundschaftlichen Teilnahme hoher Verwandten haben Eure Majestät unter den Glückwünschen des ganzen deutschen Volkes Ihre liebreizende einzige Tochter vermählt. Möge das Familienfest, das diesen Lebens- und Regierungsabschnitt Eurer Majestät so glücklich überstrahlt, von günstiger Vorbedeutung dafür sein, daß über der Politik des Friedens, die sich Eure Majestät zum Ziele gesetzt haben, auch fernerhin die Sonne des göttlichen Seaens scheinen werde. Ich for-