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EinrSckangsgebShr:

Die Kgespaltene Petitzelle oder deren Raum 20 Pfg. tm Reklameteil die Zeile 50 Pfg.

Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des verein, eo. Waisenhauses in Hanau.

Änliches GrgW für Stadt- and Landkreis ßanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Bezugspreis;

Vierteljährlich 1.80 Ml., monatlich 60Pfg^ fSePop» beZug vierteljährlich 2.10 Mk., monatlich 70 Pfg» Die einzelne Nummer kostet i Pfg.

Verantwort!. Redakteur: 6. Schrecker in Hanau.

â. 138 Merusprechanschlitsr Nr. 230.

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Amtliches.

Landkreis hanau.

Wegen Vornahme von Walzarbeiten ist seitens des Großherzoglichen Kreisamtes in Offenbach die Straßen- strecke TannenmühleFroschhausen vom 12. Juni d. J. auf die Dauer von etwa 2 Wochen gesperrt.

Die aufgestellten Warnungstafeln sind zu beachten. Hanau den 14. Juni 1913. V 4216

Der Königliche Landrat.

F r h r. L a u r.

Gefistelt und itriartat Stotaftönte it.

Gefunden: 1 Trauring (gez. M. I. 13. Okt. 1901), 1 BuchErzählungen aus den Bergen", 1 Schlüssel­ring mit 3 Schlüsseln, 1 altes Herren-Fahrrad (stehen geblieben vor dem Hause Nordstraße 30), 1 kleiner roter Kinderschuh, 1 fast noch neues Damenportemonnaie mit 42 Pfg. und 2 Eintrittskarten für das Luftbad

Verloren: 1 Herrenportemonnaie mit etwa 4 Mk., 1 großes Trittbrett mit Trageisen, 1 weißer wollener Schal, 1 Zwanzigmarkschein.

Verloren im Lamboywald: 1 Herrenschirm mit Ueberzug, 1 silberne Damenuhr mit Lederarmband, 1 grünlicher Kinderspazierstock.

Hanau den 17. Juni 1913.

385 MMW.WKMN Seiner WM Des Mm M MW.

Gnadenerlasse.

Berlin, IG. Juni. Eine Sonderausgabe desReichsan­zeiger" veröffentlicht Amnestieerlasse für Zivilpersonen und Angehörige des Heeres und der Marine, ferner Erlasse betr. die Uebernahme des Protektorats des Kyffhäuserbun­des, der deutschen Landeskriegerverbände, betr. die Pflege der schulentlassenen Jugend und betr. Gnadengeschenke an Kriegsteilnehmer. Die Erlasse, die wir zum Teil schon veröffentlichten, bringen wir der Vollständigkeit halber hier nochmals zum Abdruck. Sie haben folgenden Wortlaut:

Ich bin gewillt, aus Anlaß meines Regierungsjubi- läums durch Erlaß 1. durch Milderung von Strafen im wei­ten Umfange Gnade zu üben und beauftragte Sie deshalb, mir in den dazu geeigneten Fällen Vorschläge zu Gnaden- erweisen zu unterbreiten. Diese Vorschläge sind vornehmlich auf solche Personen zu richten, die zu ihren Straftaten durch Not, Leichtsinn, Unbesonnenheit und Verführung veranlaßt worden sind.

2. Ich will aus Anlaß meines 25jährigen Regierungs­jubiläums den Militärpersonen, gegen die bis zum heutigen Tage im Bereiche der preußischen Militärverwaltung Stra­fen im Disziplinarwege verhängt worden sind, diese Stra­fen, soweit sie noch nicht vollstreckt, in Gnaden erlassen. Aus­geschlossen von diesem Enadenerweise bleiben die wegen Be­leidigung oder vorschriftswidriger Behandlung eines Unter­gebenen verhängten Strafen. Soweit verfassungsmäßig ei­nem der hohen Kontingentherrn das Begnadigungsrecht zusteht, bleibt dieses unberührt. Ferner bin ich gewillt, durch Erlaß oder Milderung militärgerichtlich verhängter Strafen in weitem Umfange Gnade zu üben und sehe in den dazu geeigneten Fällen, Vorschlägen zu Gnadenerweisen entgegen.

3. Ich will aus Anlaß meines 25jährigen Regierungs­jubiläums denjenigen Militärpersonen, gegen welche bis um heutigen Tage im Veriche miner Marine Strafen, die im Disziplinarwege verhängt sind, diese Strafen, soweit sie noch nicht vollstreckt sind, in Gnaden erlassen. Ausgeschlossen von diesem Gnadenerweise sind die wegen Beleidigung und vorschriftswidriger Behandlung eines Untergebenen ver­hängten Strafen. Ferner bin ich gewillt, durch Erlaß oder Milderung militärgerichtlich vrhängte Strafen, in weitem Umfange Gnade zu üben und sehe in den dazu geeigneten Fällen Vorschlägen zu Gnadenerweisen entgegen.

4. Dem mit Zustimmung der erlauchten und hohen Pro­tektoren der deutschen Landeskriegerverbände von diesen kundgegebenem Wunsche gern entsprechend, will ich das Pro­tektorat über den Kysfhäuserbund der deutschen Landeskrie­gerverbände hiermit übernehmen. Ich vertraue, daß der Geist echter Kameradschaft und einmütiger Hingabe an das große deutsche Vaterland, wie er sich bisher so erfreulich be­währt und auch in dem jetzigen gemeinsamen Wunsche be­stätigt hat, allezeit ein unveräußerliches Eigentum der deutschen Kriegervereinigungen bleiben wird. Diesen köst­lichen Schatz zu vflegen und zu hüten. werde ich mir im Ver-

Dienstag den 17. Juni

ein mit den Landes- und Schutzherren der einzelnen im Kysfhäuserbund vereinigten selbständigen Landeskriegerver­bände besonders angelegen sein lassen.

5. Am heutigen Tage ruht mein Auge mit besonderem Wohlgefallen auf dem bisherigen Erfolge der erst vor we­nigen Jahren von mir angeregten Bestrebungen, die, auf eine umfassende Förderung der geistigen und körperlichen Wohlfahrt der schulentlassen ^ Jugend gerichtet sind. In Stadt und Land haben sich staatliche und kirchliche Behör­den, Kreis- und Gemeinde,'rwaltung, Vereine und Ver­bände aller Art, vaterländisch gesinnte Männer und Frauen aus den verschiedensten Ständen und Berufen mit offener und williger Begeisterung und hingebender Treue in den Dienst der Jugendpflge gestellt und sie durch Stiftungen, Beiträge und persönliche Tätigkeit gefördert. Hierfür sämt­lichen Beteiligten meinen landesväterlichen Dank und meine Anerkennung auszusprechen, ist mir ein Bedürfnis und eine Freude. Ich werde dem frischen Streben der heranwachsen- den Jugend, sowie allen, die ihr zu friedlichem Gedeihen an , Leib und Seele zu helfen bemüht sind, auch weiterhin mein ; lebhaftes Interesse und meinen königlichen Beistand zuwen- . den, und gebe mich der Hoffnung hin, daß es bald gelingen wird, eine einheitliche Organisation zu schaffen, die es mir ermöglicht, zu diesem mir sehr am Herzen liegenden Werke, in noch nähere Beziehungen zu treten. Gott aber schenke dem Werke seinen reichen Segen zum Heile der deutschen Jugend und zum Segen des Vaterlandes.

6. Gnadengeschenke für Kriegsteilnehmer. Ich will aus Anlaß meines Regierungsjubiläums auch der Mitkämpfer aus großer Zeit gedenken und bewilligte daher den mir zu diesem Zweck auf meinen Befehl namhaft gemachten 600 Kriegsteilnehmern ein Gnadengeschenk von je 50 Mark.

Die Empfänge der Deputationen.

W. Berlin, 16. Juni. Im Laufe des Vormittags wuchsen die Menschenmassen Unter den Linden und in den übrigen Zufuhrstraßen zum Schlöffe ins Ungeheure, wäh­rend die Anfahrt der Deputationen zur Eratu- lationscour vor sich ging. Während oben in großer Höhe über dem Schloß eine Fliegertaube kreiste, empfing das Kaiserpaar um 10 Uhr im Kapitelsaale die Deputatio­nen , die Aoresfen und Geschenke überbrachten. Der Kaiser in der Uniform des 1. Garderegiments zu Fuß und die Kaiserin nahmen unter dem Thronbaldachin Aufstellung. Zur Rechten des Kaisers standen die Prinzen. Zuerst sprach das Staatsmini st erium feine Glückwünsche durch den Reichskanzler aus. Im Namen der stimmführen­den Bevollmächtigten zum Bundesrat, mit denen wieder der Reichskanzler und Staatssekretär v. Jagow erschienen, sprach Graf v. L e r ch e n fe ld ; das Präsidium des Reichs­tages mit den Schriftführern und Quästoren, geführt von Dr. Kämpf, das Herrenhaus mit dem Kammerherren v. Wedel-Pi esdorf als Sprecher, sowie das des Ab­geordnetenhauses mit dem Grafen v. S ch w e r i n- L ö w i tz schloffen sich an. Weiter folgten die als Komitee für das Ehrengeschenk der Armee erschienenen Eeneralfeldmar- schälle, Generalobersten und Generäle. Generalfeldmarschall Graf Häseler überreichte dabei dem Kaiser den Feld- mar s ch a l l st a b, den der Kaiser, der bei jeder Gruppe mit wenigen freundlichen Worten dankte, entgegen­nahm, indem er hervorhob, daß es ihn besonders freue, das Geschenk der Armee aus den Häden eines glorreichen Mit­kämpfers seines Großvaters entgegennehmen zu können. Mit dieser Gruppe erschienen Generalfeldmarschall von Bock und Bolach, Generaloberst von Plessen, der Kriegsminister und einige zwanzig Generäle, darunter die Generalobersten v. Lindequist, Kessel, General der Kavallerie v. Scholz, General der Infanterie v. Moltke. An der Spitze der Marineabordnung, die aus dem Großadmiral von Tirpitz und mehreren Admiralen bestand, überreichte Prinz Heinrich einen silbernen Adler, welcher den Flaggstock der JachtHohenzollern" zieren soll. Die Offi­zierabordnungen des Regiments des Gardedukorps, des Ersten Garderegiments, des Leibgadehufarenregiments, so­wie des Grenadierregiments König Friedrich Wilhelm IV. (1. Pommersches) Nr. 2 schloffen sich an und überreichten Erinnerungsgaben . Der englische Militärattaches Russel überreichte ein Geschenk der Royal Dragons, Vertreter des deutschen evangelischen Kirchenaus­schusses mit dem Wirkl. Geh. Rat Voigts als Sprecher, sowie der Erzbischof von Köln, Dr. Hartmann und der Bischof von Rottenburg, Dr. v. Keppler als Vertreter der Bischöfe folgten. Die Re ichs lande ließen durch eine Deputation unter Führung des Statthalters Grafen von Wedel mit dem Staatssekretär Zorn von Bulach u. a. ihre Glückwünsche aussprechen: für das Reichsge-

^ernntedjanWitö Nr. 230. 1913

richt sprach dessen Präsident Wirkl. Geh. Rat Frhr. d o w Seckendorfs; für das Reichsmilitärgericht dessen Präsident General Graf v. Kirchbach. Die Dele­gation der British Council of the Churches zur Pflege freundschaftlicher Beziehungen mit Deutschland wurde von Bischof Boyd Carpenter geführt. Nachdem Mister Carnegie an der Spitze der amerikanischen Ab­ordnung eine Adresse überreicht hatte, folgten die Ab­ordnungen aus den Provinzen. Um 11 Uhr war im R ittersaal Gratulationsdesiliercour.

Bei dem Empfange im Kapitolsaale des Schlosses wäre« u. a. erschienen: Vertreter der Provinzialver­bände, der Haupt st ädte und' anderer Städte, sowie der L a n d s ch af t e n usw. Nach Ostpreußen, das auch durch eine Abordnung der Litauer vertreten war, folgte Westpreußen und Brandenburg. Für Berlin sprach Ober­bürgermeister Wermuth, für Charlottenburg, Potsdam und Werder die Bürger- bezw. Oberbürgermeister. Dann folg­ten die Vertreter von Pommern, Schlesien und Posen. Nach den Deputationen her westlichen Provinzen erschienen diejenigen des Deutschen Städtetages mit Oberbürger­meister Wermuth, Oberbürgermeister Dr. Beutler-Dresden und Oberbürgermeister Dr. v. Voracht-München an der Spitze. Sie überreichten die Huldigungsadreffe der deut­schen Städte und Stiftungen im Werte von 23 bis 25 Millionen Mark. Gleichzeitig erschien der R e i ch s v e r- band deutscher Städte mit Bürgermeister Saal­mann aus Pleß als Sprecher. Die Rektoren der preußi­schen und der übriaen deutschen Universitäten defi- liertey fobann, nach ihnen die Rektoren der deutschen Tech­nischen Hochschulen und die Vertreter der Akade- wieder Wissenschaften, die Geheimräte Waldeyer, Diels, Roethe, Plamek, dann als Vertreter der Akade - wieder Künste die Professoren Menzel, Amersdorffer, Krebs, Humperdinck, Schwechten und Gernsheim. Diese überreichten ein silbernes Ehrengeschenk. Generaldirektor Bode als Vertreter der königlichen Museen über­gab eine Prachtpublikation. Weiter schlossen sich an: die Kaiser Wilhelm-Gesellschaft, vertreten durch Dr. Harnack, Dr. Fischer, Generalkonsul v. Mendelssohn, Dr. Krupp von Bohlen und Halbach, Geh. Kommerzienrat Arnhold und Geh. Regierungsrat Dr. v. Böttinger, der Kysfhäuserbund der deutschen Landes- Kriegerverbände, geführt von Generaloberst von Lindequist, und der Deutsche Flottenverein mit Großadmiral v. Köster an der Spitze. Mit diesem kam der Hauptverband deutscher Flottenvereine im Ausland (Kon­sul V o h f e n) und eine besondere Abordnung des Deut­schen Flottenvereins in Mexiko mit Kontreadmiral von Hintze "ls Sprecher. Für die Deutsche Kolonial­gefellschaft sprach General der Infanterie Frhr. von Gay l, für den evangelischen und den katholischen Ausschuß zur Sammlung der Kaiser Wilhelm-Spende für die christlichen Missionen in den deutschen Kolonien und den Schutzgebieten die Präsidenten der beiden Aus­schüsse v. Wedel-Piesdorf und Fürst zu Löwen­stein-Wertheim. Nach dem Verband der katholi­schen Missionen in den deutschen Kolonien, durch P. Acker vertreten, kam die Abordnung der deutschen Malteser genossen schäften, geführt von dem Fürsten WilhelmvonHohenzollern, die den Mal­teserorden in Brillanten überreichten. Es folgten: die Deputationen der Rektoren und Direktoren der Hoch­schulen der landwirtschaftlichen Verwal­tung, bereu Sprecher Prof. Fischer- Berlin war, die Deputation des Landesökonomie-Kollegiums, geführt von^ dem Grafen v. Schwerin-Löwitz des Vereins Tit Förderung des Gewerbe- fleißes. Unterstaatssekretär Dr. R i cht e r, der an der Spitze der letztgenannten Abordnung stand, überreichte die Große goldene Denkmünze des Vereins.

Eine größere Deputation, geführt von Pfarrer D. Weber- M.-Eladbach, vertrat die evangelischen und katholischen Arbeitervereine Deutschlands, der Bergarbeiter Jacob s-Eisleben führte die Abordnung des Hauptausschusses nationaler Arbeiterver­bände. Für die an der Jubiläumsspende für die Kom­modore-Stiftung beteiligten Vereine waren er­schienen Generaldirektor Dr.-Jng. Ballin, Dr.-Jng. Blohm und Eeh.Regierungsrat Prof. V u s l e y. Der Kaiserliche Aeroklub ließ durch den Herzog Ernst II. von Sachsen-Altenburg die Glückwünsche aus­sprechen. Die deutschen Korps, Burschenschaften und Landsmannschaften waren ebenfalls durch eigene Deputationen repräsentiert. Mit den Vertretern des Verbandes Deutscher VeamtenvereiL« (Mi-