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Erstes Blatt.

Hanauer

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Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des Verein, eo. Waisenhauses in Hanau.

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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Verantwort!. Redakteur: S. Schrecker in ganan,

Fcr»sprecha»schl«tz Nr. 230. 1913

Nr. 137 ff<rnspr.cha»s«l«k Nr. 230. __ Montag bci( 16. Juni

25 Jahre Deutscher Kaiser

Und keiner kann der willensguken Hanse Rastloses Ringen dir verkleinern wollen, Db viel auch, was du anhubst, matt oerf^wand^ Das eine ist's, was sie dir lasten sollen - Wie auch der Zeiten Wetter wild erschollen, Du sticktest aus die glimmenden Kriegesbrände, Das völkerfrestenöe Schwert blieb in der Scheiüe - Und Deutschlanös Schwert- will's Gott-soll keiner Wohl mußten wir, zu manches Eölen Leide, shöhnenl Mn weichendes Gewähren uns gewöhnen. Deß sei's genug! Es lebt in Deutschlands Söhnen Der Geist der Ehre - drum kein Schritt zur Seite! Wenn die's so wollen, die uns haßumlauern, Run gut, so sei 's! Vir kann es keiner bürden! Und wär's auch/o, daß wie in Unglücksschauern Leidvoll hènabgebückLe wieder würden: Rn einem Tage fielen doch die Mauern Und die uns hielten, die grausamen Hürden! *

Deutschland ward reich! wie sausen seine Schiffe! Das ist dein Werk, das jahrelang getane! Wenn fremde Zaust die Meere Übergriffe, Da redete ihr Wort die deutsche Zahne! - was wir errangen, zum Erringen mahne! Der ist ein Tor, der nicht am Schwerte schliffe! Doch das Erfiegte nicht zu sicher wisse«, Ist alles Lebens herrlichstes éefeuem. Wer lächelnd einschlief auf des Ruhmes Kissen, Kann nicht die Stunde drauf im Sturme steuern. Die Kraft muß jeden Tag sich neu erneuern, Soll sie nicht ihre letzten Ziele missen! - Aufrechte Männer beiße mit dir gehen! Laß dich nicht durch gebückte Rücken irre«, Laß dir durch jene, d^ dich so umstehen, Richt deinen vorgedachte« weg verwirren! Laß deines reinsten willens Pfeile klirre«, Laß deines tiefste« Wesens Wimpel wehe«! -

Im Schoß der Fähre - brauchst sie nur zu hebe« * was liegen noch für Schaffensherrlichkeiten! Gewußt der Schwerkraft, ernst erkämpft das geben, So wird dein waches Volk zur Zukunft schreite«, wie kühnlich laden alle großen Weiten - - Der alte Gott wird auch das Seine geben!

EuKa» Schüler.

Auf b'en Thron Meiner Väter berufen, habe Ich die Negierung im Aufblick zum König aller Könige übernom­men und Gott gelobt, nach dem Beispiel Meiner Väter Meinem Volke ein gerechter und milder Fürst zu sein, Fröm­migkeit und Gottesfurcht zu pflegen, den Frieden zu schir­men, die Wohlfahrt des Landes zu fördern, den Armen und Bedrängten ein Helfer zu sein. . . . Dem Bewußtsein der Gegenseitigkeit der Liebe, welche Mich mit Meinem Volke verbindet, entnehme ich die Zuversicht, daß Gott Mir Kraft und Weisheit verleihen werde, Meines Königlichen Amtes zum Heile des Vaterlandes zu walten.*

Ein Vierteljahrhundert ist mit dem 15. Juni verflossen, seit unser Kaiser in seinem ErlaßAn mein Volk" diese Worte gesprochen hat. Mit eiserner Energie hat unser Kai­ser sein Ziel verfolgt, und was er damals, vor 25 Jahren, dem deutschen Volke zugesichert hat, davon ist er keinen Finger breit abgewichen. Stolz kann und muß der Deutsche sein auf diesen Kaiser, den ihm der Himmel beschert hat, der mit dem höchsten Zielbewußtsein an dem Bau weiter arbeitet, zu dem seine fürstlichen Ahnen den Grundstein ge­legt haben.

Groß und in herrlicher Blüte steht das Deutsche Reich da, unbekümmert um das Gekläff und die Nörgeleien seiner Feinde. Die Friedenspolitik unseres Kaisers hat sich aufs glänzendste bewährt, sei es, daß er durch seine Besuche an fremden Fürstenhöfen die freundschaftlichen Beziehungen aufrecht zu erhalten suchte, sei es, daß er nach dem alten, so richtigen Grundsätze: si vis pacem, para bellum (willst du Frieden, so sei kriegsbereit) dafür Sorge getragen hat und noch trägt, des deutschen Volkes Heer und Marine zu vergrößern und zu verstärken.

Wie unser Kaiser mit großer Umsicht dafür Sorge trägt, den Frieden zu erhalten, steht er in anderer Weise nicht zu­

rück, immer mehr und mehr zu zeigen, daß das Deutsche Reich tatsächlich an der Spitze der Nationen marschiert und selbst von den Neidern im Auslande als erste Großmacht erklärt und geachtet wird. Unendlich viel Segensreiches ist unter der Leitung des tatkräftigen Kaisers gestaffelt wor­den, um die Wohlfahrt des Volkes nach Möglichkeit zu för­dern. Kaum abzusehen ist die Fülle bedeutungsvoller gesetz­geberischer Leistungen der mannigfachsten Art, die im Reich und in Preußen in dieser Zeit in die Tat umgesetzt sind.

Was den Kaiser besonders auszeichnet, ist sein fester, eiserner Wille. Sic volo, sic jubeo (so will ich, so befehle ich), schrieb er einst unter seinen Namenszug auf ein von ihm verschenktes Bild, und dieser Devise wird er treu bleiben. Mit fester Hand hält er die Zügel der Regierung, und unbekümmert um alles andere tut er das, was ihm zur Wohlfahrt und zur Förderung der materiellen und geisti­gen Interessen des Volkes, über das zu herrschen er berufen ist, zu tun nötig erscheint. Ferner bewundern wir an unserem Kaiser den scharfen praktischen Blick, wir rühmen an ihm seine Gewissenhaftigkeit, die alles selbst prüft, wir rühmen an ihm seine Offenheit, welche die Dinge unerbitt­lich so hinstellt, wie sie sind, und die es verschmäht, einge­rissene Unzuträglichkeiten durch ein Mäntelchen der Oeffent- lichkeit zu entziehen.Der Kaiser ist auf dem Posten," klingt es aus vielen Volksgesprächen heraus.

In der Tat, es ist wohl selten ein Herrscher auf dem Throne gewesen, der sein verantwortungsreiches Amt mit solcher Gewissenhaftigkeit und Pflichttreue verwaltet, wie Kaiser Wilhelm II. Hierin ist sein von ihm so hoch ver­ehrter Großvater ihm stets ein Vorbild gewesen. Seine vielen Reisen halten ihn nicht davon ab, genau über alle Vorkommnisse in seinem Lande unterrichtet zu sein, und ebensowenig Ruhe wie unterwegs gönnt er sich daheim.

Neben all seiner angestrengten Arbeit findet der Kaiser immer not Zeit, die Vorträge von Gelehrten aiyuhören, die Werke von Künstlern in Augenschein zu nehmen, oder selbst wissenschaftliche Abhandlungen auszuarbeiten. Auch auf dem Gebiete der Kunst ist der Kaiser selbstschöpferisch tätig, wie seine selbst gedichteten und komponierten Lieder, die von ihm gemalten Bilder und die von ihm entworfenen Ausschmückungspläne beweisen. Des Kaisers Kunst- und Schönheitssinn verdankt besonders die Reichshauptstadt Ausschmückungen aller Art auf dem Gebiete der architek­tonischen und Bildhauerkunst

Vorbildlich ist unseres Kaisers Familienleben! Es war keine Heirat aus politischen Interessen, sondern eine aus gegenseitiger Steigung und Liebe, die der junge Prinz Wilhelm am 27. Februar 1881 mit Prinzessin Auguste Mk- toria zu Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg schloß. Diese Liebe zwischen den hohen Ehegatten ist ge­blieben, und ihr Familienleben muß dem deutschen Volke zum Vorbilde dienen. Mit Stolz und Freude darf das Kaiserpaar auf eine Nachkommenschaft von sechs Söhnen unb einer Tochter blicken, die alle, dank der Erziehung, die der Kaiser ihnen angedeihen ließ, echte und rechte Hohen- zollern sind.

Mögen die weiteren Regierungsjahre unseres Kaisers ihm selbst und dem preußischen und deutschen Volke, wie im verflossenen Merteljahrhundert, so auch fernerhin zum Segen gereichen, möge unser Kaiser von aller Trauer und Trübsal verschont bleiben, möge er das hohe Ziel, das er sich gesteckt hat, immer mehr und mehr verwirklicht sehen, und möge er es erleben, daß dieses Ziel jedem einzelnen zum Segen und somit unserem gesamten schönen deutschen Vaterlande zum Segen gereicht. Das ist des deutschen Volkes Iubiläumswunschl