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Wß Sgespaltene Petitzeile oder deren Raum 20 Pfg. im ReklameteU die Zeile 50 Pfg.
Lotatdmsdruck und Verlag der Buchdruckerei des verein. es. Waisenhauses in Hanau.
Geileral-Anzeigtt
AMchts Organ für Stadt- und Landkreis Sanan.
Vierteljährlich 1.80 SH., monatlich «PU MPVp- bezug vierteljährlich 2.10 Ml., monatlich 70 Kg» einzelne Dummer io I via.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Verantwort!. Redakteur: 6. Schrecker in Hanau,
Nr. 123 Meriisprech-nschlusr Nr. 230.
Donnerstag den 29. Mai
Fernsprechanschkttz Nr. 230.
1913
m
EES
«mmches.
Eandkreis Ranau.
Das Eisenbahn-Regiment Nr. 3 wird am 31. d. Mts., von 9 Uhr vormittags ab in der Sprenggrube im Bruchköbeler Walde Sprengversuche vornehmen lassen.
Hanau den 26. Mai 1913. M 909
Der Königliche Landrat.
J. V.: Karbe.
Stadtkreis Ranau.
Bekanntmachung.
Der Bedarf der nachstehend aufgeführten Naturalien für die hiesige Kinderkrippe und Kleinkinderschule ist für die Zeit vom 1. Juli bis 31. Dezember 1913 im Wege des öffentlichen Angebots zu vergeben.
Für den obengenannten Zeitraum sind erforderlich: ca. 250 Pfd. Ochsenfleisch,
„ 450 „ Rindfleisch,
I „ 100 „ Kalbfleisch,
„ 250 Laib Brot,
„ 3650 Brötchen.
Angebote mit der Aufschrift „Naiuralienbedarf für die Kinderkrippe und Kleinkinderschule" versehen, sind bis 10. Juni 1913 einzureichen.
Hanau den 19. Mai 1913. 12553
Der Magistrat.
Hild.
Bekanntmkchung.
Die Rückzahlung der nach der Ordnung betr. Deckung der Kosten der Entwäfferungsanlage vom 9. September 1910 erhobenen Anschlußgebühren, Beiträge und Ableitungsgebühren erfolgt bei der Stadthauptkasse Marktplatz 18 I:
am Montag den 2. Juni d. J. an die Empfangsberechtigten mit den Anfangsbuchstaben A—C, am Dienstag den 3. Juni d. J. desgl. D—G, am Mittwoch den 4. Juni d. J. desgl. H—I, am Donnerstag den 5. Juni d. J. desgl. K—L, am Freitag den 6. Juni d. J. desgl. M—R, am Montag den 9. Juni d. I. desgl. S, am Dienstag den 10. Juni d. J. desgl. T—Z, während der Kassenstunden von 8—12^/, Uhr vormittags und 2^2—4^9 Uhr nachmittags.
Als Legitimation ist die f. Z. von der Kanalkaffe erteilte Quittung, bei deren Verlust der letzte Steuerzettel vorzulegen.
Sie Mm-MrZMeriW in Am«.
„Lohengrin".
3. Aufführung am 28. Mai im Stadttheater.
Je eingehender man sich mit Rich. Wagners „Lohengrin" beschäftigt, umsomehr lernt man den tiefen romantischen Inhalt der Oper kennen und wird es begreiflich finden, daß ihr das Interesse seit ihrer ersten Aufführung am hiesigen Stadttheater in ungeschwächtem Maße treu geblieben ist. Zu ihrer gestrigen dritten Aufführung hatte sich denn auch wieder der Zuschauerraum bis auf den letzten Platz gefüllt und da Solisten, Chor und Orchester sich ihrer Aufgabe mit ganzer Hingabe und bestem Gelingen erledigten, so hinterließ die herrliche Oper einen würdigen Gesamteindruck. Die von den früheren Aufführungen her vorteilhaft bekannten Vertreter der Hauptrollen waren in Gesang und Darstellung überall am Platze und auch die übrigen Mitwirkenden griffen flott in die abgerundete Aufführung ein, die wieder zeigte, daß des großen Meisters Schöpfung die höchsten Anforderungen an den Dirigenten stellt. In seinem Empfinden, in seiner Gesamtführung kristallisiert sich der ganze musikalisch-künstlerische Aufbau dieses Werkes, und nur wenn er die Zügel in der Hand behält, kommt die vom Komponisten geforderte innige Verbindung von Bühne und Orchester zum Ausdruck. Diese Vereinheitlichung ist Herrn Dr. S t ü b i n g gestern wieder tut gelungen.
Welche Schwierigkeiten auch vom Regisseur Herrn Direktor S t r f f t e r zu überwinden waren, ehe eine so vorzügliche Aufführung zu Stande kam, das weiß gewiß nur ein kleiner Teil der Zuhörer richtig zu beurteilen. Man darf wohl sagen, daß es nicht zuletzr sein Verdienst ist, wenn sie dem Komponisten in jeder Beziehung gerecht geworden ist und Eindrücke geschaffen hat, in denen der Zauber des Werkes zu reiner und reicher Geltung oekommen ist.
Etwaige Wünsche wegen Ueberweisung der Beträge auf ein Sparkassen-, Bank- oder Postscheck-Konto sind auf dem Kanalbureau — Leipzigerstr. 17 — anzubringen.
Hanau den 28. Mai 1913. 13043
Der Magistrat.
Dr. E e b e s ch u s.
Handelsregister.
1. Firma:
„Lotz & Borjans" in Hanau.
Die Gesellschaft ist aufgelöst. Die Firma ist erloschen.
2. Unter der Firma:
„Carl Lotz" in Hanau betreibt der zu Hanau wohnhafte Edelsteinhändler K a r l L o tz ein Handelsgeschäft bestehend im Handel mit Edelsteinen.
Einträge des Königlichen Amtsgerichts 6 in Hanau zu 1 und 2 vom 17. Mai 1913. 13017
Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in Hanau belegenen, im Grundbuche von Hanau, Artikel 2618 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen der Eheleute Mechaniker Ludwig Rieffe und Susanne geborene Neußwig in Hanau je zur ideellen Hälfte eingetragenen Grundstücke.
N 225 Schnurgaffe Nr. 11 = 2,04 ar,
a) Wohnhaus mit Seitenbauflügel links (A, B) Hofraum
N 226 und Hausgarten = 41 qm,
b) in Seitenbau links (Fortsetzung) (C) mit Schuppen (D)
1292 Mark Nutzungswert, Artikel 579 der Grundsteuermutterrolle, Nr. 791 der Gebäudefteuerrolle
am 25. Juli 1913, vormittags 10 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht an der Gerichtsstelle — Nußallee Nr. 17, Zimmer Nr. 21 — versteigert werden.
Hanau den 24. Mai 1913. 13007
Königliches Amtsgericht, Abt. 6.
Zwangsversteigerung.
2m Wege der Zwangsvollstreckung soll das ideelle ein Drittel der in Wachenbuchen belegenen, im Grund- buche von Wachenbuchen zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Theodor Wolf, Ludwig Heinrichs Sohn, in Wachenbuchen zu einem ideellen Drittel eingetragenen Grundstücke:
Der jedem Akt folgende Beifall war stark und herzlich. Die Damen Frau Gentner-Fischer (Elsa), Frau Ohlf - Dick (Ortrud) und Frau Carola Buchholz- Hoffmann, welche wieder zu Beginn der Aufführung ausdrucksvoll und mit wohllanter Stimme den von Herrn Professor Dr. Wackermann gedichteten Prolog sprach, konnten sich für prächtige Blumenspenden bedanken, auch Herr Dr. S t ü b i n g mußte nach dem 2. Akt vor dem Vorhang erscheinen und Blumen und stürmische Beifallskundgebungen für sich und die Hauptvertreter des Werkes entgegennehmen.
Homburger toionstSenter.
(Direktion: Adalbert Steffter.)
„Der gutsitzende Frack".
Komödie in 4 Akten von Gabriel Dregely.
Einer der interessantesten und trotz seiner augenfälligen Schwächen geistvollsten „Schlager" ist „Der gutsitzende Frack" nun ohne Zweifel. Ist auch die Idee gewagt und grotesk und in einem Kulturstaat einer Realisierung niemals fähig, so liegt die Schwerkraft der Komödie doch in der bissigen, aktuellen Satire, die die Verhältnisse im amtlichen, geschäftlichen und privaten Leben auf den Kopf trifft. Dregely ist ebenso ein geschickter Dramatiker wie ein Meister in der Sprache und hat eine reichliche Dosts des Elepiers für die Masse, die Spannung, immer zur Verfügung. Die Handlung zeigt in knappem, kurzem Aufbau die Geschichte eines Schneidergesellen, der sich zu etwas höherem geboren fühlt, der schlau die Manieren der feinen Welt abgelauscht und ihre Schwächen erkannt hat und schließlich seine sozusagen instinktive Philosophie mit dem kategorischen Imperativ schließt, daß heute ein gutsitzender Frack das beste Mittel ist, emporzukommen. Er brennt seinem Meister mit einem fremden Frack durch, pumpt sich von dein Meisterstöchterlein, das seinen Zug zur Größe bewundert und davon betört wird. 50 Kronen und — macht Karriere. Er wagt den
Bl. 21 Nr. 29 Acker am Hintertor 4,78 ar,
llo/ioo Taler Reinertrag,
Bl. 23 Nr. 5 Acker am Birkenbaum 15,40 ar, 1"/iooTaler Reinertrag, Art. 398 der Erundsteuermutterrolle
am 23. Juli 1913, vormittags 10 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht an der Gerichtsstelle — Nußallee Nr. 17, Zimmer Nr. 21 — versteigert werden. Hanau den 23. Mai 1913. 13011
Königliches Amtsgericht, Abt. 6.
Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in Hanau belegene, im Grundbuchs von Hanau, Artikel 2496 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Bäckermeisters Jean Jung in Hanau eingetragene Grundstück:
C 150 Große Dechaneigaffe Nr. 19, Bebauter Hofraum — 2,64 ar,
1750 Mk. Nutzungswert, Artikel 1231 der Erundsteuermutterrolle, Nr. 1231 der Gebäudesteuerrolle
am 23. Juli 1913, vormittags 91/» Uhr, durch das unterzeichnete Gericht an der Gerichtsstelle, Nußallee Nr. 17, Zimmer Nr. 21, versteigert werden. Hanau den 22. Mai 1913. 13009
Königliches Amtsgericht, Abt. 6.
Selunöeae uni mlmM SemMe L
Gefunden: 1 gelbes Portemonnaie mit 18 Pfg., 1 schwarzes Kinderportemonnaie mit 16 Pfg., 1 Herrenring mit rotem Stein (im Knabenhort.)
Verloren: 1 Tuchhose (noch im Stoff geschnitten), 1 Uhrketten-Anhänger auf beiden Seiten Kinderphotographien, 1 goldenes Medaillon mit 2 Damenphotographien auf der Rückseite Monogramm E. K.
Zugelaufen: 1 rehbrauner Hund mit Halsband m. Geschl.
Hanau den 28. Mai 1913.
Parlamentarisches
mb. Der Seniorenkonvent des Reichstages trat gestern vor der Plenarsitzung nach Abschluß der Sitzung der Budgetkommission zusammen und beschloß, di« ganze rächste Woche sitzung-frei zu lassen. Am Montag und Dienstag der nächsten Woche wird auch die Budgetkommission feine Sitzung abhalten, und zwar mit Rücksicht auf die preußischen Landtag-wahlen, bie die Anwesenheit vieler Abgeordneter in
großen Sprung mit tollster Kühnheit und hat Glück. Er führt-sich in der Gesellschaft ein, er weiß sich durch geschickte Kniffe die Gunst des Minister- zu erwerben, zitiert die Kernsätze eines sensationellen, sozialpolitischen Werke-, als dessen Urheber er sich in erstaunlicher Dreistigkeit bezeichnet. Und er rückt aufwärts, wird Abgeordneter, wäd ein Freund der Großen und Größten, nachdem er sich vorher selbst einen alten Adel zugelegt hat. Er erringt die Gunst der Frauen und triumphiert über die Schwächen der Gesellschaft, bis er auf dem Ministersessel, auf dem Gipfel seines Glücke-, landet. Die Aufführung war im allgemeinen zufriedenstellend, wenn auch noch manches zu einer gefälligen Abrundung fehlte und vor allem der Souffleur noch stark in Anspruch genommen werden mußte. Hermann Reifenstein in der Hauptrolle des Schneidergehilfen Melzer gab eine schöne Probe seines Talentes und offenbarte viel Intelligenz und Beherrschung. Eine Bravourleistung erreichte ferner Wilhelm Hellmuth in der Rolle des Parvenüs Ritter von Reiner. Der Künstler pointierte sein Spiel mit feinem Verständnis, ohne den Rahmen einer natürlichen Gestaltung zu überschreiten. Therese Wald als Parvenü-- gattin hielt nicht frei von Uebertreibungen und ging mit der drastischen Komik zu freigiebig um. Mit viel Verve und schlichter Eleganz gab Martin W i e b e r g seinen Minister. Ansehnliche Leistungen schufen ferner die Herren Hunold, Wertmann, Möller, Nörking und Meinecke. Hellmuth Neupert konnte als Nationalökonom Dr. Sonnenberg mehr geben, ihm fehlte die Wärme des durchdachten Spiels und die innere Anteilnahme. Anuy Hochstedt als Tochter de- Parnenüs stellte ja ein« imponierende Erscheinung dar, aber ihr Spiel blieb monoton. Else K a u f f a h r t dagegen hatte ihre Rolle gut erfaßt, konnte aber immerhin noch etwas haushälterischer damit umgehen. Die kleinen Rollen waren leidlich besetzt. k.