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Hanauer K Anzeiger
KinrSckungsgeSShrr
Die Kgespaltene PetitzeUe oder deren Raum 20 Pfg. im RellameteU die Zeile 50 Pjg.
General-Anzeiger
Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des verein, ev. Waisenhauses in Hanau.
Amtliches Organ fut Stadt- «ad Landkreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Vierteljährlich 1.80 Mk., monatlich «Pfg., MP^ bezug vierteljährlich 2.10 ML, monatlich 79 Wh
Verantwort!. Redakteur: 6. Schrecker in Hanau.
Ri. 117 Mernwrechansâs! Nr. 230.
Donnerstag den 22. Mai
Nerosprechanschltts! Nr. 230. 1913
Sie Hiae Stummer mW Mn dm KntertmUunss&lctt
12 Seiten.
.Hierzu
Amtliche Beilage Nr. 4"
Amtliches.
Stadt- und Candkreis Fyanau.
Der Bahnhofsverwalter Andreas Schüren, wohnhaft tn Hanau, die Stationsbeamten Oswald Dorn, wohnhaft In Langendiebach und Lorenz Nechs, wohnhaft in Hanau, sowie der Schaffner Zohannes Köhler, wohnhaft in Hüttengefäß, wurden zu Kleinbahnpolizeibeamten ernannt und als solche bestellt und vereidigt.
Hanau den 21. Mai 1913. P 5581
Der Kgl. Landral und Polizeidirektor.
F r h r. L a u r.
Stadtkreis Ranau.
Bekanntmachung
Landtagswahl.
Der in der I. Abteilung des IX. Urwahlbezirks gewählte Wahlmann Herr E m i l K o r f f hat die Annahme der Wahl abgelehnt. Ee ist deshalb in dieser Abteilung eine neue Wahl erforderlich geworden.
Wir laden die Urwähler der I. Abteilung des IX. Urwahlbezirks zur Wahl eines Wahlmannes auf Freitag den 23. Mai 1913, nachmittags 4 bis 4^/, Uhr, hiermit ein.
Wir bemerken, daß der Wahlvorstand berechtigt ist, von den zur Wahl erscheinenden Personen die Vorlegung einer Legitimation zu verlangen.
Es wird darauf hingewiesen, daß die Abstimmung, sofern nicht sämtliche eingetragenen Wähler zu einem früheren Zeitpunkte ihre Stimme abgegeben haben, mit dem Ablauf der festgesetzten Abstimmungsfrist geschlossen wird und später keine Stimmen mehr entgegengenommen werden dürfen.
Auch die schon bei Ablauf der festgesetzten Wahlzeit anwesenden Wähler dürfen nicht mehr wählen.
Eine ev. Stichwahl findet am
Montag den 26. Mai d. Z.
6u derselben Zeit und in demselben Lokale statt.
Lohengrin.
Romantische Oper in 3 Akten von Richard Wagner.
Ein Geleitwort zu den anläßlich der 100. Wiederkehr des Geburtstages des Meisters am 22., 25., 28. und 31. Mai im hiesigen Stadttheater veranstalteten Aufführungen dieser Oper von Dr. Adolf Stübing.
In der Zeit der Jahrhundertfeiern und Gedenktage, wo unser Blick stolz und bewegt durch die blühenden Gauen unseres Vaterlandes schweift, trifft er im Herzen Deutschlands auf ein stilles Fleckchen Erde, von dem er sich in diesen Tagen nur schwer zu trennen vermag. - Bayreuth! Die Sage weiß von der Johannisnacht, Frau Holde, dem Kyffhäuser und vielen Andern geheimnisvoll zu künden. Von Bayreuth erzählt sie uns nicht. Und doch waltet ein mächtiger Zauber dorten und entsendet in rieselnden Goldbächen leuchtende Wunder in weite Fernen, befruchtend und mahnend des deutschesten Meisters nicht zu vergessen, der im Parke seiner Villa „Wahnfried" bem großen Morgen entgegen schlummert. Sein „Parsifal", sein teures Bühnenweihfestspiel, einsam hielt es mit ihm die stille Wacht. Aber den Sohn, den Lohengrin sandte er hinaus er die Welt, Zeugnis abzulegen von seines Schöpfers Ehr und Wehr. Seit geraumer Zeit — 63 Jahre — steuert er sein Schifflein über Bühnen, große und kleine des In- und Auslandes, in mancherlei Gestalt und Form, aber stets gern willkommen geheißen und bewundert, stets aufs neue Menschenherzen rührend und ergreifend.
Als der Gedanke einer Wagnerfeier zuerst auftauchte, fiel mein Blick sogleich auf den „Lohengrin", der mir, ungeachtet seiner großen technischen und musikalischen Schwierigkeiten, für diesen Zweck am geeignetsten erschien. Bestimmend war für mich die große Popularität seiner Musik, sodaß auf weiterer und weiter Kreise Interesse gerechnet werden konnte, und die Mannigfaltigkeit der Bühnenbilder, die, zusammen mit der ergreifenden Handlung, auch bei dem Unmusikalischen
Der Urwahlbezirk umfaßt die Straßen: Banget, Paradeplatz 2—14, Erbprinz Wilhelm-Anlage, Schirn- straße, Rappenstraße, Große Dechaneistraße, Neustraße, Engestraße, Predigerstraße, KleineDechaneistratze, Bangertstraße, Prückenstraße, Rebenstraße, Schulstraße, Johannes- kirchplatz.
Wahlvorsteher: Koburger, Philipp, Kaufmann.
Stellvertreter: Bertholdt, Heinrich, Lehrer. Wahllokal: Neustädter Rathaus, Magistratsfitzungs- saal im Erdgeschoß.
Hanau den 21. Mai 1913. 12421
Der Magistrat. Der Wahlvorsteher.
Hild.
Bekanntmachung.
Die städtische Badeanstalt am Main wird am 25. Mai, nachmittags von 1 Uhr ab auf, die Dauer von 4 Stunden für die öffentliche Benutzung geschloffen. Hanau den 17. Mai 1913. 12401
Der Magistrat.
J. A.:. Ehrich.
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Hanauer Ortskrankenkasse.
AükeroriientWe EenersSsersamlnilg
Freitag den 30. Mai 1913, abends 8 Uhr,
/ im Saale des Stadtschloffes, zu welcher die stimmberechtigten Vertreter gemäß § 44 des Kaffenstatut^ hiermit eingeladen werden.
Tagesordnung:
Vorlage und Genehmigung des neuen Statuts auf Grund der Reichsversicherungsordnung.
Hanau den 22. Mai 1913. 12403
Der Vorstand.
August Kiefer, 1. Vorsitzender.
Die Hochzeit im Kaiserhause.
Mit innigster Liebe und Verehrung, mit herzlichsten Wünschen und frohesten Hoffnungen blickt das deutsche Volk in diesen blühenden Maientagen auf zu seinem Herrscher- hause, und aus Millionen treuer deutscher Herzen wallen heiße Gebete zum Himmel empor, daß der Herr der Welten seinen überreichen Segen spenden möge dem hehren Bunde, der am 24. Mai vor seinem Altar die Weihe fürs Leben empfangen soll.
Unsere Kaisertochter Prinzessin Viktoria Luise vermählt sich am Samstag mit dem Erwählten ihres Herzens, dem Prinzen Ernst August, Herzog zu Braunschweig und Lüne
kein Gefühl der Langeweile aufkommen läßt. Da ist alles regstes, reichstes Leben, Wechsel in Handlung, Wort und Ton, da ist ein Geschehen, das sich dramatisch bis zur packenden Katastrophe steigert und auch dann den Zuhörer noch bis zum letzten Augenblick in Spannung hält. Ein herrliches Stück Mittelalter, und darin Menschen, mit denen wir jauchzen und weinen.
Inhalt der Oper nach Dichtung und Musik.
Der 1. Akt.
Im Jahre 933 kommt König Heinrich der Vogler auf seiner Fahrt durch deutsche Lande nach Brabant, um guch diesen deutschen Volksstamm zur Heeresfolge gegen die das Reich bedrohende Ungarn zu entbieten. Wenn der Vorhang aufgeht, erblicken wir eine Aue am Ufer der Schelde zu Antwerpen. Links unter einer mächtigen Gerichtseiche der König mit seinem sächsischen Heerbann, ihm gegenüber rechts brabantische Grafen und Edle, an ihrer Spitze Telramund und Ortrud. Der Herzog von Brabant ist gestorben, Zwietracht herrscht im Lande. Elsa, des Herzogs Tochter, wird von dem mächtigen brabantischen Grafen Telramund beschuldigt, ihren Bruder Gottfried ermordet zu haben, um freie Hand im Lande zu bekommen und ihren Buhlen auf den Thron ziehen zu können. Der König läßt durch den Heerrufer die Beklagte herbeirufen, die in mädchenhafter Unschuld, begleitet von ihren Frauen erscheint. Eine äußerst ergreifende Szene, die die Holzblasinstrumente des Orchesters wehmütig ausmalen. Elsa betrauert ihren Bruder, den sie im Walde plötzlich verloren und berichtet von einem wunderbaren Ritter, der ihr zum Troste im Traume erschienen sei:
„In lichter Waffen Scheine
Ein Ritter nahte da, So tugendlicher Reine Ich keinen noch ersah!"
Telramund will im Gottesgericht '(der mittelalterliche Zwei- kamvf. aus dem dem Glauben nach Gott den Reinen als
burg. Ihr Ehrentag wird mit all der warmen Herzlichkeit und liebevollen Innigkeit begangen werden, die das Famillen- leben unsers Kaisers von jeher ausgezeichnet hat, aber nach außen hin werden die Trauungsfeierlichkeiten jenes Gepräge höfischen Glanzes und stolzer Pracht zeigen, das Kaiser Wilhelm sich selbst als Herrscher des mächtigen Deutschen Reichs schuldig ist, und das gleichzeitig allein der hohen politischen Bedeutung gerade dieser Hochzeit würdig erscheint. Kaiser und Könige und höchste Fürstlichkeiten naher und ferner Länder werden teils in eigener Person, teils durch hervorragende Vertreter an der Vermählungsfeier teilnehmen und glanzvolle Empfänge, prunkvolle Festlichkeiten werden den hohen (Säften am Berliner Hofe geboten werden, wenn die Hohenzollerntochter sich dem Weifensohne vermählt.
Nicht zum ersten Male wird ein verwandtschaftliches Band zwischen Hohenzollern und Welfen geschlungen; seit dem 20. Juni 1420, als zwei Töchter des Kurfürsten Friedrich I in Tangermünde Gemahlinnen zweier Welfen- Herzöge wurden, durch fünf Jahrhunderte hindurch verzeichnet der Geschichtsschreiber nicht weniger als zwanzig Ehen zwischen Herrscherhäusern. Es sei hier lediglich daran erinnert, daß z. B. die Gemahlinnen der drei ersten preußischen Könige, Friedrichs I., Friedrich Wilhelms I. und Friedrichs II., Prinzessinnen welfischen Geblüts gewesen sind. Nicht nur den beiden Fürstengeschlechtern selbst, auch ihren Landen ist aus diesen häufigen Verbindungen reicher Segen entsprossen. In ganz besonderem Andenken steht beim preußischen Volke die geistvolle Tochter des ersten Kurfürsten von Hannover, Sophie Charlotte, der zu Ehren ihr Gemahl, Friedrich I., das frühere Lietzenburg in Charlottenburg umtaufte, während andererseits namentlich Friedrich Wilhelms I. Tochter Philivpine-Charlotte, die Gemahlin des Herzogs Karl I. von Braunschweig, noch heute im Herzen des braun» schweigischen Volkes fortlebt.
Möge auch die neueste eheliche Verbindung zwischen Hohenzollern und Welfen reinstes Glück und reichsten Segen bringen, das ist der innige Wunsch, der das deutsche Volk heut im Innersten bewegt! Ein Wunsch, der um so heißer und inbrünstiger aus den Herzen emporsteigt, als ja eigenartige Verhältnisse es mit sich brachten, daß seit langen Jahrzehnten die Politik beider Häuser getrennte Wege ging, und gerade von der jetzigen Verbindung zugleich eine Wiederver- schmelzung der beiderseitigen politischen Interessen erhofft werden darf. Es zeugt von hoher Staatskunst und mild versöhnlichem Geiste unseres Kaisers, daß er der Herzensneigung seiner Tochter auch keinen Augenblick ein hemmende» Machtwort entgegensetzte, sondern ganz im Gegenteil freudig seine Zustimmung gab zu einem Bunde, der wie kein anderer berufen erscheint, die leidige „Cumberlandfrage" in allseits befriedigender Weise ein für allemal aus der Welt zu schaffen.
Sieger hervorgehen ließ) die Wahrheit seiner Anklage erweisen. Elsa bestimmt den ihr im Traum Erschienenen zu ihrem Kämpen. Die 4 Trompeter des Königs blasen nach den vier Himmelsgegenden, damit Elsas Streiter erscheine. Aber niemand antwortet. Mit einer rührenden, von der Oboe bittmd begleiteten Weise, wendet sie sich an den König, der bereitwillig den Ruf noch einmal ergehen läßt. Doch abermals Totenstille.
„In düstrem Schweigen richtet Gott!"
Da sinkt die Aermste zu brünstigem Gebet auf die Knie, und wie sie so recht in ihrer Herzensangst ringt — siehe, da erscheint in weiter Ferne auf dem Fluß ein Schwan, der einen Nachen zieht, in dem ein Ritter steht. Eine erregte, mehr und mehr anmachsende Weise des Orchesters mischt sich mit den erstaunten Ausrufen der Männer und steigert sich, als der Schwan näher und näher kommt, zu einem grandiosen, wilderlösenden Ausbruch:
„Ein Wunder! Ein Wunder ist gekommen!" Lohengrin, in überirdischem Glanze, steigt ans Ufer und gibt bekannt, daß er zu der Bedrängten Hilfe gekommen sei. Aber eines muß Elsa ihm geloben, feierlich und fest versprechen: nie nach seinem Namen und seiner Herkunft zu fragen. Sie gelobt es, aber noch ein zweites Mal weist er ! ernst und warnend auf das Verbot hin, das vorerst noch • wie eine Wand zwischen ihnen steht. Elsa sinkt ihrem Retter ’ zu Füßen, beteuert, niemals das Gebot übertreten zu wollen
und Lohengrin erhebt sie nun sanft an seine Brust:
„Elsa, ich liebe Dich!"
Dies Geständnis, so einfach und durch die Musik so unvergleichlich ideal gefärbt, hat stets die Bewunderung aller Kunstverständigen gesunden.
Der Chor, schon bei Lohengrins Ankunft in „selig- süßes Grauen" versunken, verharrt in andächtiger Ergriffenheit, während die Violinen das vorausgegangene Motiv wieder aufnehmen. Mit arober Kraft schleudert