20. Mak_________ _________ ___________
Otto Eerhardt, Andreas L o h f i n k, Louis Stassen und Heinr. Ziegler. Ueber die Beteiligung der hiesigen Turnvereine werden wir demnächst berichten.
Oeffentlicher Wetterdienst.
Deovachtungen des Physikalischen Vereins, Frankfurt a. M. voraussichtliche Witterung für die Zeit vom Abend des 20. Mai bis zum nächsten Abend.
Wolkig, geringe Niederschläge, wärmer, südwestliche Winde.
Mus Muh und Fern.
—1. Friedberg, 19. Mai. Am Samstag nachmittag um 4 Uhr fand im großen Saale des Hotel Trapp eine außerordentliche Generalversammlung der landwirtschaftlichen Hauptgenossen schaft statt. Der Vorsitzende, Herr Schneider-Utphe, eröffnete die Versammlung, hieß die 28 Genossenschaften, 2 Einzelmitglieder, Herrn Direktor T h y l m a n n vom Kornhaus in Hanau und Herrn Dr. Fitting willkommen und erklärte, daß die Hauptgenossenschaft infolge von großen Verlusten, die sie seit der letzten Generalversammlung erlitten hätte, nunmehr gezwungen sei, entweder zu liquidieren oder aber den Konkurs anzumelden. Darauf trat man in die Tagesordnung ein und Herr Philippi-Wohnbach erstattete den Geschäftsbericht. Er führte aus, daß sich die Verhältnisse für die Hauptgenossenschaft seit der letzten Generalversammlung wesentlich verschlechtert hätten und daß das Defizit von 25 000 bis 27 000 Mark im Januar nunmehr eine Höhe von ca. 79 602 Mark erreicht habe. Einmal hätte man eine Forderung von 3000 Mark an die Genossenschaftsbank streichen müssen, der Verbandsbeitrag in Höhe von 2000 Mark, auf dessen Stundung oder Schenkung man gerechnet hätte, müsse auch geleistet werden, man hätte 1000 Mark Zinsen bei der Darmstädter Bank verloren, bas Sackkonto, das mit 12 000 Mark angesetzt gewesen sei, hätte man auf 10 000 Mark herabsetzen müssen, sodaß sich mit diesen Zahlen ein Defizit von 35 840 Mark ergebe. Dazu kommen noch die verlorenen Bankaktien 1 in Hohe von 25 650 Mark und ein Kontoverlust von dem früheren Herrn Direktor Maennel von 18112 Mark, wonach sich somit die Unterbilanz, unverbindlich, auf 79 602 Mark belaufe. Die Geschäftsleitung hätte sich die größtmöglichste Mühe gegeben,einige Ordnung in die zerrütteten Verhältnisse hineinzubringen, habe aber naturgemäß mit den größten Schwierigkeiten zu kämpfen gehabt. Einmal habe die Konkurrenz ihre mißliche Lage ausgenützt, dann hätte man viel Zinsen aufbringen müssen und schließlich seien noch zwei Beamte nur dazu nötig gewesen, um die früheren Fehler zu entwirren und halbwegs recht zu stellen. Dennoch habe man den hohen Lagerbestand von 44 641 bis zum April auf 29 246 Mark herabgedrückt und-heute betrage er nur noch 14 121 Mark. Auch der Sackausstand beliefe sich nur noch auf 5000 Mark gegen 12 009 Mark im Januar. Im Uebrigen hätte die Genossenschaft seit Januar bei einem Umsätze von 360 000 Mark einen Reingewinn von 3400 Mark erzielt. Nach kurzer Diskussion, die sich meist um Dinge drehte, die eigentlich mit dem. Geschäftsbericht nichts zu tun hatten, wurde nun über den Punkt 2 der Tagesordnung, über den springenden Punkt verhandelt: Beschlußfassung über Abänderung des § 38 der Statuten. Es sollte nämlich das Geschäftsanteil von 1000 Mark auf 3000 Mark erhöht werden, um mit dieser Summe die voraussichtliche 1912er Unterbilanz zu decken. Nunmehr ergreift Herr Dr. Fitting, der als Vertreter des Verbandes der hessischen landwirtschaftlichen Genossenschaften erschienen war und als juristischer Beirat fungierte, das Wor-t, um rechtlich die Situation der Hauptgenossenschaft zu beleuchten. Seine überaus klaren und ganz und gar sachlich gehaltenen Ausführungen legten folgendes dar: Sobald die Hauptgenossenschaft ihre 1912er Bilanz vorlegt, ist der Vorstand gezwungen, den Konkurs anzumelden, weil das Defizit in Höhe von rund 80 000 Mark den vierten Teil der ganzen Haftsumme übersteigt, d. h. die Friedberger Hauptgenossenschaft hat 36 Mitglieder, von denen jedes für 5000 Mark haftet, sie haften also im Falle des Konkurses — und die Haftsumme kommt nur im Falle des Konkurses in Betracht — insgesamt mit 36 500 Mark, also mit 180 000 Mark. Diese 180 000 Mark bilden die ganze Haftsumme der Hauptgenossenschaft. Nun sagt aber § 40 des Genossenschaftsgesetzes, daß der Konkurs angemeldet werden muß, sobald die Unterbilanz eines Jahres, die verbindlich durch eine Bilanz nachgewiesen worden ist, % der ganzen Haftsumme übersteigt. Die Unterbilanz beträgt aber für 1912 voraussichtlich 80 000 Mark, übersteigt also den vierten Teil der ganzen Haftsumme (180 000:4) um 35 000 Mark. Und nur aus dem Grunde ist es möglich, den Konkurs zu umgehen, weil vorderhand eine verbindliche Bilanz noch nicht vorliegt. Es muß also dafür Sorge getragen werden, daß bis zur Vorlegung der verbindlichen Bilanz, die Unterbilanz den vierten Teil der Haftsumme nicht übersteigt und dies ist nur möglich, wenn man die Haftsumme erhöht. Denn haftet jedes Mitglied beispielsweise mit 10 000 Mark, dann beträgt die Haftsumme 36 X 10 000 Mark = 360 000 Mark und 80 000 M — die 1912er Unterbilanz — ist weniger, als der vierte Teil dieser Summe. In diesem Falle aber könne der Konkurs vermieden und liquidiert werden. Ob aber die Erhöhung des Geschäftsanteils auf 3000 Mark allein genüge, den Konkurs zu vermeiden, bezweifelt er, da, wie gesagt, die Unterbilanz für 1912 80 000 Mark betrage und damit der vierte Teil der ganzen Haftsumme überschritten sei. An sich sei es gewiß gesetzlich zulässig, wenn man nur allein die Geschäftsanteile erhöhe, in diesem besonderen Falle aber müsse auch noch die Haftsumme erhöht werden, um eben dem angeführten § 40 des Genossenschaftsgesetzes zu genügen. An diese Ausführungen schloß sich naturgemäß eine lebhafte Diskussion, die zum Teil so erregt wurde, daß es unmöglich war, den einzelnen Rednern zu folgen. Es wurde u. a. der Vorschlag gemacht, man wolle die Unterbilanz durch freiwillige Gaben decken, doch ist dies gesetzlich nicht zulässig, wie Dr. Fittina aus:
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führte, da eine Genossenschaft, um den Konkurs zu vermeiden, keine freiwilligen Gaben annehmen dürfe. Zudem könne auch kein Mitglied gezwungen werden, freiwillige Gaben zu leisten, und die Genossenschaft müsse in der Lage sein, gegen die einzelnen Mitglieder vorgehen zu können. Ein anderer Vorschlag, man wolle die Erhöhung des Geschäftsanteils auf 3000 Mark erhöhen, falls der Vorstand und der Aufsichtsrat garantiere, daß die Unterbilanz 100 000 Mark nicht übersteige, ging deshalb nicht durch, weil sich dazu nur die Herren Philippi und Wetz bereit erklärten, die anderen aber nichts davon wissen wollten. Auch für den Fall sollten die Geschäftsanteile auf 3000 Mark erhöht werden, falls Vorstand und Aufsichtsrat garantierten, daß es dann zu keinem Konkurse komme. Dieser Antrag wurde in der Erregung halb und halb überhört und es kam zu keiner Abstimmung. Astle Vertreter der Genossenschaften hatten sich von ihren Sitzen erhoben, erregte Gruppen diskutierten hier und dort, allenthalben herrschte Unruhe und Mißtrauen. Herr Vorsitzender Schneider-Utphe gab sich alle Mühe, die Herren Vertreter zu überzeugen, daß das einzige Mittel wäre, den Konkurs zu vermeiden, die Geschäftsanteile auf 3000 Mark zu erhöhen und Herr Direktor Thylmann-Hanau unterstützte ihn nach besten Kräften darin. Als man aber schließlich zur Abstimmung schritt, stellte sich heraus, daß die Herren Vertreter der Genossenschaften überhaupt keine Vollmacht von ihren Genossenschaften besaßen, die Erhöhung der Geschäftsanteile auf 3000 Mark zu beschließen, da man es übersehen hatte, in den Einladungen zu erwähnen, auf welche Summe man die Geschäftsanteile erhöhen wollte. Vis 1200 Mark hatten einzelne Vertreter Vollmacht, aber 3000 Mar? konnten sie überhaupt nicht bewilligen. Wiederum herrschte die größte Erregung im Saal. Ein mißmutiges Murmeln ging durch die ganze Versammlung. Nochmals versuchte man, klar zu machen, daß es keinen anderen Weg zur Sanierung gäbe, ein Konkurs sei unendlich teuer. In diesem Falle gingen jedenfalls 5000 Mark — die Haftsumme — für jedes Mitglied zum Teufel, bei einer Liquidation aber komme man mit 3000 Mark durch. Diese 2000 Mark könne jeder Vertreter seiner Genossenschaft retten, wenn er für die Erhöhung der Geschäftsanteile auf 3000 Mark stimme. Aber die Vertreter ließen sich nicht so schnell davon überzeugen, und als man zur Abstimmung schritt, da wurde der Antrag, die Geschäftsanteile auf 3000 Mark zu erhöhen, abgelehnt. Gegen dieses Resultat legte Herr Philippi Berufung ein mit der Begründung, es sei bereits von den Vertretern der Genossenschaften der Antrag zur Vertagung gestellt worden und zudem eigne sich die Erregung in der Versammlung schlecht, eine derart wichtige Abstimmung zu treffen. Er ^ließ dies zu Protokoll nehmen. Darauf wird die Versammlung geschlossen. Es soll in ca. 14 Tagen wieder eine .außerordentliche Generalversammlung einberufen werden, wozu dann alle Vertreter der einzelnen Genossenschaften mit Vollmachten erscheinen können. Ob es dann gelingt, den Antrag, die Geschäftsanteile auf 3000 Mark zu erhöhen, durchzubringen, wird die Zukunft lehren.
Gießen, 19. Mai. Im Beisein des Ministers v. Homberg?, des Vertreters des NcichSvcrsicherungsamtcS, Regierungsrats Fritz, und des Reichsgesundheitsamtes, Dr. Homel, erfolgte um 11 Uhr die Einweihung des Lupusheims, errichtet von der Landesversicherungsanstalt. Die Festrede hielt Geheimrat Dietz-Darmstadt. Die Glückwünsche des Großherzogspaares und der hessischen Staatsregierung überbrachte Minister v. Homberg?.
Karlsruhe, 19. Mai. Aus dem Hochschwarzwald, vom Feldberg, dem Herzogenhorn und Belchen wird Frost und zeitweise Schneefall gemeldet.
r- Marburg, 19. Mai. Anläßlich des Regierungs-Jubiläums unseres Kaisers bewilligten heute die Stadtverordneten 30000 Mk. zu dem Fonds für den Bau eines Altertumsmuseums, das die Bezeichnung „Kaiser Wilhelm-Museum" führen soll. An dem Jubiläumstage veranstaltet die Stadt in den Stadtsälen einen Festkommers. — Ferner beschlossen die Stadtverordneten die Beteiligung der Stadt an der in der Bildung begriffenen deutschen Kommunalbank mit einstweilen 20000 Mk.
Schotten, 13. Mai. Ein denkwürdiger Tag in der Geschichte des Vogelsberger Höhenklubs, der sechzigste Geburtstag des ersten Vorsitzenden des Gesamtver- vereins, Herrn Oberamtsrichters Nispel-Schotten, wurde am vergangenen Samstag abend durch einen Kommers dahier feierlich begangen. Wohl an die hundert Mitglieder hatten sich in dem festlich geschmückten Posthäuschen eingefunden, selbst von außerhalb waren V. H. C.-Brüder in recht stattlicher Anzahl zu dieser Feier herbeigeeilt. Anwesend waren Vertreter der Zweigvereine, Büdingen, Darmstadt, Frankfurt, Gießen, Grünberg, Hirzenhain, Hoherodskopf, Hungen, Offenbach, Schotten, Taufstein, Wenings. Nach einleitenden Instrumental-Vorträgen der tüchtigen Hauskapelle ergriff Herr Lehrer Linck-Rudingshain zur Festrede das Wort. Mit poesievollen Worten sprach er von der herrlichen Maienzeit und erinnerte an die historische Bedeutung des 10. Mai, an welchem Tage vor 42 Jahren der Friedensschluß zwischen Deutschland und seinem bösen Nachbar, der sich bis heute noch immer nicht beruhigt habe, erfolgte. Aber auch für uns sei der 10. Mai von großer Bedeutung, nämlich als Geburtstag unseres verdienstvollen ersten Vorsitzenden, Herrn Oberamisrichters Nispel, dessen Lebenslauf Redner in kurzen Zügen schilderte. Als echter Vogelsberger, geboren in Gedern, gehöre er schon annähernd dreißig Jahre dem Verein an, wirke schon lange Jahre im Gesamtvorstand für die edlen V. H. C.-Bestrcbungen und stehe seit 1909 an der Spitze des V. H. C., dessen Geschicke er mit Ruhe, Besonnenheit und Ausdauer leite. Redner überreichte dann als Eriune- rungszeichen an den heutigen Tag eine Gruppenaufnahme des Gesamtvorstandes und schloß seine von starkem Beifall begleitete Ansprache mit einem, dreifachen Frisch auf auf das fernere Wohl des Geburtstagskindes. Tiefgerührt dankte Herr Oberamtsrichter Nispel für diese erhebenden Worte. Er machte auf die großen Aufgaben des Höhen-Clubs aufmerksam, die nur dllrch festes Zusammenhalten und eifriges
1 Mitarbeiten in den Zweigvereinen ausaefübrt werden können.
Dem ferneren Wachsen und Erstarken der Zweigvereine gast sein dreifaches Frisch auf. In riesiger Menge waren Glück- wunsch-Schreiben und -Telegramme eingelaufen, die großenteils zur Vorlesung gelangten. „Dir meinem Vogelsberg" erklang alsbald und sodann übermittelt« Herr Prof. Dender- Frankfurt mit tief zu Herzen gehenden Worten die Glückwünsche des Frankfurter Zweigvereins. Begeisternd sprach er von der Liebe zum Vaterland und zur heimatlichen Scholle, jenem gewaltigen Band, das uns alle zusammenhält. Tiefen Eindrunck hinterließen seine mit tiefer innerer Ueberzeugung gesproßenen Ausführungen. Musikvorträge, gemeinschaftliche Lieder und weitere Glückwunsch-Uebermittlungen der Zweigvereine folgten. Herr Kreisveterinärarzt Dr. Scheibel- Offenbach überreichte dem Jubilar ein vom Zweigverein Offenbach gestiftetes kostbares Zigarren-Etui, Herr Lehrer Trinkaus-Darmstadt gratulierte mit humorvollen Wörter namens des Darmstädter Zweigvereins, desgleichen über brachten Glückwünsche Herr Dr. Bruchhäuser und Her: Rektor Angelberger als Vertreter der Zweigvereine Ullrich stein und Grünberg. So entschwanden schnell die fröhliche Stunden, die zu vorgerückter Zeit noch durch humoavol' Vorträge verschönert wurden; es dauerte noch recht lang? bis man sich zum Heimweg entschließen konnte, wohl be beste Beweis für den glänzenden Verlauf der Feier.
Liebestragödien.
W. Frankfurt a. M., 20. Mai. Heute früh gegen 5 Uhr drang der 38jährige Hausdiener Friedrich Münch in das Haus Elbestraße 11 und gab auf seine Geliebte mehrer« Schüsse ab, da sie einen anderen Liebhaber bei sich hatte, wobei sie aber nur leicht verletzt wurde, während der Nebenbuhler durch einen Revolverschuß schwere Verletzungen davontrug und bald nach der Einlieferung ins Krankenhaus verstarb.
W. Unterdürkheim, 20. Mai. Aus Eifersucht feuerte ein Arbeiter aus Wangen einen Revolverschuß gegen ein zweiundzwanzigjähriges Mädchen ab, das an den erhaltenen Verletzungen starb, Der Arbeiter sprang in den Neckar und ertrank.
Handel, Gewerbe und Verkehr.
Heu- und Strohmarkt Frankfurt. Bezahlt wurde fü» Heu (altes) —0—0.— M., (neues) 3.20—3.50 M. Stroh (Korulangstroh) 00.00 M. Geschäft ruhig. Alles per 50 Kilo. Die Zufuhren waren aus den Kreisen Hanau, Friedberg und Dieburg.
Verlosungen. (Ohne Gew.)
Prämienobligationen der Oesterreichischen Bodenkredit- Anstalt (Bodenlose) 1. Em. vom Jahre 1880. Ziehung vom 15. Mai 1913. Gewinnziehung: Serie 147 Nr. 91 zu 90 000 Kronen. Serie 544 Nr. 3 zu 4000 Kronen. Serien 2682 Nr. 15, Serie 3715 Nr. 61 je 2000 Kronen. Auszahlung ab 1. Dezember 1913. — Tilgung?» ziehung. Gezogene Serien: 293 331 436 568 614 652 2128 2290 2468 2512 2813 2848 2896 2933 2966 2986 3031 3064 3347 3368 3388 3479 3781. Die in diesen Serien enthaltenen Lose werden ab 1. Dezember 1913 mit 200 Kronen eingelöst.
Futzdallsport.
* Dee Erste Fußballklub Nürnberg kommt nach Hanau. Am kommenden Sonntag den 25. Mai wird der 1. Fußballklub Nürnberg in unseren Mauern weilen, um gegen unsere Hanauer Viktoria das fällige Rückspiel zum Austrag zu bringen. Die Nürnberger, welche im Ostkreis die gleiche Stelle in der Ligatabelle einnehmen, als die Hanauer Viktoria im Nordkreis, verfügt gegenwärtig über eine ganz vorzüglich eintrainierte Mannschaft. Keinem Verein gelang es im Privatspiel den Nürnbergern auf eigenem Platze auch nur eine Niederlage beizu- bringen. Alle mußten die Ueberlegenheit der Nürn- mehr oder weniger anerkennen. Nur der englischen Berufsspielermannschaft „Middlesbrough" war es vorbehalten den Bann zu brechen. Jedoch gelang es der IHirnberger „Elf", kurz darauf der spielstarken schweizerischen Mannschaft von St. Gallen auf besten eigenem Platze, nach aufregendem Kampfe ebenfalls eine Niederlage beizubringen. Selbst der Ostkreismeister, die so gefürchtete Spielvereinigung Fürth, konnte nur mit aller Mühe und unter Aufbietung ihres ganzen Könnens ein unentschiedenes Resultat herausbringen. Betrachtet man gegen solche hervorragende Leistungen, das Resultat unserer Hanauer Viktoria 1 : 2, welches dieselbe im Vorspiel mit reichlichem Ersatz in Nürnberg herausbrachte, so wird man auf dieses Rückspiel mit Recht aufs äußerste gespannt sein. Freunden eines hochklassigen Wettspieles kann daher für kommenden Sonntag ein Besuch des Sportplatzes der Hanauer Viktoria 94 an der Freigerichtstraße nur empfohlen werden. Näheres über Mannschaftsaufstellung in einer der nächsten Nummer unseres Blattes.
Mus aller Wett.
Brandstifter. In Lübeck sind im Laufe von acht Tagen vier Riesenbründe durch Brandstifter angelegt worden. Der Gesamtschaden beziffert sich auf mehrere Millionen. An Belohnungen zur Ermittelung der Brandstifter wurden bis jetzt 11500 Mk. ausgesetzt. Alle öffentlichen Gebäude, wie auch die großen Geschäftshäuser, werden Tag und Nacht
Drahtnachrichten.
W. Athen, 20. Mai. Der König und der Kronprin) werden angesichts der ungewissen Lage nicht nach Berlin reisen, um der Hochzeit beizuwohnen.
München, 20. Mai. Am Sonntag geriet ein Ballon in der Nähe der Kalk-Alpen in ein Schneegestöber. Mangels Auftriebes kam er auf einem Bergkamm zu Boden, wobei die Netzstricke rissen. Die Gondel blieb stehen und der entlastete Ballon verschwand in den Wolken. Die unversehrt gebliebenen Insassen trafen nach längerem Marfch bei dem 1700 Meter doch gelegenen WWiftte â .