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Vie ögespaltene Petttzelle oder deren Raum 20 Pfg. im Reklameteil die Zeile 50 Pfg.

Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des verein, ev. Waisenhauses in Hanau.

General-Anzeiger

Amtliches OWU für ÄM- und FaudKreis Kanan.

Bepqrrptti«

Vierteljährlich 1.80 ML, mouaLich «WA, M PLP- bezug vierteljährlich 2.10 Mk^ monatlich M WA Die einzelne Nummer kostet 5 Pfg.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage..

Verantwort!. Redakteur: 6. Schrecker in Hanau

Nr. 112

Kerttsprechanschlits; 9èr. 230

Freitag den 16. Mai

Feritfprechattschlittz Nr. 230

1913

Eèimdm md ottiortiit ErgMM it.

Gesunden: 1 Portemonnaie mit 16 Pfg., 1 Tür- vffner (anscheinend von einem Milchwagen).

Verloren: 1 goldene Brosche.

Zugelaufen: 1 schwarz und weißer Spitzhund M. Eeschl.

Entlaufen: 1 graugelber Affenpinscher.

Hanau den 16. Mai 1913.

Politische Mundscharr.

Verhandlungen der französischen Kammer. Die Bei­behaltung der zweiten Jahresklasse unter den Fahnen. Zur Tagesordnung- steht die Interpellation des Sozialist-Radi­kalen Durafour und des Sozialisten Brizon über die von der Regierung beschlossene Beibehaltung der zweiten Jah­resklasse im Heere für ein ganzes drittes Jahr. Vor Eintritt in die Erörterung nimmt der Ministerpräsident Varthou das Wort und erklärt: Schon Ende März hatte die Regie­rung die Armeekommission der Kamckler wissen lassen, daß sie beabsichtige, für den freiwerdenden Jahrgang Ende Okto­ber, Lie Verfügung des Artikels 33 des Gesetzes vom 21. März 1905 anzuwenden. Wir bestehen auf diesem Beschluß, der sich für uns mit der Erfüllung einer unausweichlichen Pflicht deckt. Das Gesetz von 1905, das der Regierung das Recht gibt, die zweite Jahresklasse unter den Fahnen zu be­halten, überläßt es ihrer Verantwortung, die Umstände und die Zeit ihrer Entschließung zu beurteilen. Man kann versichern, daß die bereits heute zwingenden Umstände auch im Oktober nicht minder eilig und picht weniger gebieterisch sein dürfen. Eine derartige Gewißheit, die die nationale Verteidigung angeht, drängt die Regierung, die Verpflich­tung zu ihren Beschlüssen ziemlich lange normet festzulegen und anzukündigen, damit sie zur bestimmten Stunde ver­wirklicht werden können. Das in Artikel 33 enthaltene Vor­recht würde eine leere Redensart ohne jede praktische Be­deutung bleiben, wenn das der Regierung eingeräumte Recht ihr nicht zugleich die Pflicht diktierte, alle Mittel zu seiner Ausführung zu sichern, die die Zurückbehaltung des freiwerdenden Jahrganges unb die Ankunft eines neuen be­treffen. Um die im Oktober unter den Fahnen stehenden Mannschaften in den Kasernen unterzubringen und zu be­kleiden, um die erforderlichen Baracken zu bauen, um die nötigen Pferde für die berittenen Mannschaften zu kaufen, darf keine Zeit mehr verloren werden. Wenn Sie Ihren Be­schluß noch weiter hinausschieben, würde sich die Regierung gerade dem doppelten Vorwurf aussetzen, die freiwerdenden Mannschaften und ihre Familien in einer ärgerlichen Un­gewißheit gelassen und die bereits jetzt unbedingt erforder- «' I« 1" ! 'TWrM.

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H. Philalethes.

Des Tags erhebt der Mensch seine Blicke zu der Licht und Wärme spendenden Sonne, des Nachts zu dem Mond, der einen bleichen Lichtschimmer über die Erde breitet, und zu dem hohen Firmament, von dem tausend und aber­tausend Sterne auf die Erde herableuchten. Doch er be­gnügt sich nicht mit dem Anblicke des Wunderbaren und mit der Anerkennung des Herrlichen und Erhabenen, sondern er fragt, woraus es entstanden ist. In dem menschlichen Geist finden wir den Trieb, die Erscheinungen, die er in der Natur beobachtet, zu erklären, die einzelnen Vorgänge in Zusammenhang zu bringen und sie wie Ursache und Wir­kung einander zuzuordnen. Diesem Triebe zu genügen, ist Aufgabe der Naturwissenschaften. Sie bezwecken die Er­forschung der Gegenstände und Erscheinungen in der Natur, in der es keinen Stillstand gibt, sondern die in ewigem Wechsel von Werden und Vergehen stets Neues hervor­bringt, ohne sich jedoch wesentlich zu mrdern. Der Mensch selbst ist ein kleiner Teil des allumfassenden Getriebes der Natur, die ihn leitet und beherrscht und deren Walten er unbedingt unterworfen ist. Da er nicht außerhalb der Natur steht, ja sich nicht einmal in Gedanken über sie er­heben kann, vermag er auch nicht, in sie einzudringen. Sie hat ihn auf seinen Platz gestellt und ihm seine Aufgabe zu­gewiesen; ihm aber ist es nur möglich, in engem Kreise um sich herum ein spärliches Licht zu verbreiten, das seine Erscheinungswelt oberflächlich erhellt, ohne bis in ihre un­ergründlichen Tiefen zu dringen.

Die Natur selbst hat der menschlichen Forschung' ihre Grenzen gesetzt. Jedoch ist das Forschungsgebiet, das sie hem strebenden Geiste eröffnet hat, so groß, daß diese Gren­zen in weiter Ferne liegen.

lichen Maßnahmen nicht vorbereitet zu haben, deren Aus­führung nicht den geringsten Aufschub erleiden darf. Die von der Negierung ergriffene Initiative hat keinen andern Beweggrund und kein anderes Ziel, als sich rechtzeitig die Mittel an Material, das durch die neuen Zuflüffe an Mann­schaften, erforderlich wird, zu verschaffen, die im Oktober die-

ses Jahres nötig sind. Diese Maßnahmen ergreift sie in den (

Grenzen der Befugnisse, die ihr das Gesetz überträgt, unb*) aus. 4. Bis zur Anwerbung der Post-, Telegraphen- und

unter ihrer Verantwortlichkeit. Aber diese Maßnahmen können in keiner Weise die Vorrechte der beiden Kammern treffen, die vollständig bestehen bleiben.

llnnachgieüigkeit des kalifornischen Gouverneurs. Der Einspruch, den der auswärtige Minister der Vereinigten Staaten beim Gouverneur von Kalifornien gegen die Unter­zeichnung des Gesetzes über den Landerwerb durch Auslän­der erhoben hat, ist fruchtlos geblieben. Herr Johnson in Sacramento, dessen Augen für die furchtbare gelbe Gefahr geschärfter sind und dessen Herz nicht so tief sitzt wie bei Herrn Bryan, hat angekündigt, daß er das Gesetz unter­zeichnen werde.

Peking im Belagerungszustand. Ueber die Haupt­stadt des Chinesischen Reiches ist der Belagerungszustand, ver­hängt worden, anscheinend infolge der Aufdeckung einer Ver­schwörung und eines gegen Juantschikay geplanten Attentats. Am Dienstag abend sind in einem chinesischen Hotel in Pe­king 11 Personen, die Bomben und Waffen besaßen, ver­haftet und gestern mehrere, darunter eine Frau, standrechtlich erschossen worden. Die Garnison Paotingfu wurde zerstört. Die Behörden hüllen sich in größtes Stillschweigen.

Die Zusammensetzung des Hauses der Abgeordneten bei der /Auflösung.

Konservative . , Freikonservative Nationalliberale Volkspartei . . Zentrum , , . Polen ... Dänen . . . . Sozialdemokraten bei keiner Partei

, 155

60

64

37

103

14

2

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2

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3

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Zusammen: 443

Die Valkaukrisis.

Die Montenegriner in Skutari.

Cetinje, 15. Mai. (Amtlich.) Zwischen dem Admiral Burney und dem General Betschir ist über Skutari folgendes vereinbart: 1. Die montenegrinischen Offiziere, die für den Transport des die montenegrinische Beute bildenden Kriegs-

Der Mensch erzeugt sich die Natur durch seine Sinne. Je besser er sie anwendet, um so weiter wird sich seine Welt ausdehnen, und um so tiefer wird er in sie eindringen. Je genauer er beobachtet, um so leichter wird ihm die Zuord­nung einzelner Vorgänge werden und um so einheitlicher und befriedigender seine Naturanschauung. Bei genauer Beobachtung wird er bei den einzelnen Erscheinungen das allgemein Bedingende erkennen und mit Rücksicht darauf verschiedene Naturvorgänge zusammenstellen und das, was sie gemeinsam haben, in einem Satze ausdrücken. Einen solchen Satz nennt man ein Naturgesetz.

Das Wort Gesetz wird heute vielfach in dem Sinne des staatlichen und juristischen Gesetzes gebraucht. Durch eine Macht wird ein Grundsatz aufgestellt und seine Befolgung wenn nötig mit Gewalt durchgeführt. Die Möglichkeit, das Gesetz nicht zu befolgen, ist vorhanden, ebenso wie die Mög­lichkeit, es zu ändern, sobald es als unzweckmäßig erkannt sein sollte. Jedenfalls muß es demjenigen, der es be­folgen soll, bekannt sein. Anders verhält es sich mit dem wissenschaftlichen Gesetz. Es wird nicht gegeben, sondern sein Inhalt steht unabänderlich fest. Es wird unbedingt befolgt, auch wenn es nicht bekannt ist. Wenn es abge- ändert werden muß, so liegt das daran, daß es vorher nicht richtig erkannt oder ausgestellt wurde, nicht aber daran, daß sich die Tatsachen geändert haben. Viele Naturgesetze gibt es, die wir noch nicht erkannt haben, die aber trotzdem befolgt werden.

Das Naturgesetz steht zu dem Naturvorgang, den es be­trifft, in ähnlicher Beziehung wie das Spiegelbild zu seinem Objekt. Ist es anfangs falsch erkannt wor­den, so war die wissenschaftliche Erleuchtung des Objekts nicht hell genug; jedenfalls war das Objekt vor wie nach dasselbe. Die Erkenntnis und Aufstellung der Naturgesetze befriedigt nicht nur den dem menschlichen Geiste innewohnenden Trieb, die Naturvorgänge einander

Materials Vorkehrungen treffen, dürfen in der Stadt wohnen, das Seitengewehr tragen und ihre Ordonnanzen behalten. 2. Die montenegrinischen Soldaten, welche den Transport des genannten Materials bewerkstelligen, betreten die Stadt ohne Waffen. 3. Bis zur Beendigung des Materialtrans­portes üben einige montenegrinische Offiziere gemeinsam mit

Offizieren des internationalen Detachements Polizeibefugnisse

Zollbeamten werden montenegrinische Beamte dafür Der«

wendet. 5. Montenegrinische Soldaten, die mit den Trans­porten beschäftigt sind, können vom Admiral im Bedarfsfälle zur Hilfeleistung herangezogen werden. Bei der gestrigen Ankunft des Admirals war auch das Konsularkorps zugegen, dessen Mitglieder durch den Doyen vorgestellt wurden.

Die bulgarisch-serbische Spannung.

Belgrad, 15. Mai. Sowohl die politischen als insbe­sondere die militärischen Kreise sind vollkommen gefaßt auf einen plötzlichen Ueberfall der bulgarischen Truppen auf M- oder Neu-Serbien. Die ganze serbische Grenze gegen Bul­garien ist stark befestigt und mit genügenden Truppen ver­sehen. In den neu erworbenen Gebieten werden nach dem Friedensschluß fünf neue Divisionen errichtet werden. Serbien ist bereit, Bulgarien lediglich pekuniäre Zugeständ­nisse zu machen. Es will seinen Anteil an der Beute in Adrianopel im Werte von etwa 42 Millionen Frank Bul­garien überlassen und von der Forderung der Rückerstattung jener 18 Millionen Frank, die Serbien Bulgarien während des Krieges vorgestreckt hat, absehen. Von Gebietsabtretungen könne aber keine Rede sein. Dieser Entschluß wird hier al- unverrückbar bezeichnet.

Ueber Deutschlands Bündnistreue zu Oesterreich-Ungarn schreibt dieVoss. Ztg.":Wiederholt seit Zem Ausbruch des Balkankriegs hatte es den Anschein, daß Oesterreich-Ungarn im Begriff stehe, in die Ereignisse mit bewaffneter Hands einzügreifen, um sich vor dauerndem Schaden zu schützen, und jedesmal war die Frage, ob dann Rußland, das umfassende Kriegsvorbereitungen getroffen hatte, seine Truppen mar­schieren lassen werde. Das war eine Schicksalsfrage nicht nur für die beiden am nahen Orient unmittelbar beteiligten Mächte. Auch Deutschland hätte nicht Gewehr bei Fuß zu­schauen können. Zwar daß wir um eines serbischen Adria­hafens, um Albaniens, um Skutaris willen kämpfen und Zehntausende unserer Landeskinder, Milliarden Vermögens opfern sollten, das hatte niemand verstanden. Aber daß der Bestand 'eines ungeschwächten österreichisch-ungarischen Staates eine politische Notwendigkeit für das Deutsche Reich ist, und daß wir eine Zertrümmerung der Habsbmrgischen Monarchie nicht zulassen können, sondern unserer Bündnis- pflicht nachkommen müssen, nicht bloß aus romantischer

zuzuordnen und sich eine einheitliche Naturanschauung

*63 begründen, sondern sie hat auch einen bedeutenden praktischen Wert für den Menschen; denn sie lehrt ihn die Naturkräfte beherrschen und ermöglicht es ihm, sie in den Dienst menschlicher Zwecke zu stellen. Die Wissenschaften, die sich mit der Ermittlung der Naturgesetze für die leblose Welt beschäftigen, sind die Physik und die Chemie. Eine scharfe Trennung beider Gebiete ist deshalb nicht möglich, da verschiedene Naturgesetze beiden Wissenschaften ange­hören. Jedoch kann man im allgemeinen sagen: Chemie ist die Wissenschaft von den Stoffen, ihren Eigenschaften und Aenderungen, sowie von den mit diesen stofflichen Aenderungen verbundenen Energieumrvandlungen. Alle Erscheinungen, bei denen die Stoffe selbst keine Verände­rung erleiden, gehören in das Gebiet der Physik. Die Physik ist die Wissenschaft von den Zustandsänderungen der Körper. Eine große Anzahl von Naturvorgängen er­kennen wir vermittels unserer Sinne als Vewegungser- scheinungen. In neuerer Zeit hat man die Gesetze der Bewegung auch solchen Naturerscheinungen zu Grunde ge­legt, die unsere Sinne nicht unmittelbar als Vewegungs- erscheinungen wahrnehmen, z. V. vielen Erscheinungen der Wärme, des Lichtes und Ler Elektrizität. Demnach bildet die Mechanik die Grundlage der Physik, und es bleibt abzuwarten, wann auch der wissenschaftlichen Behandlung chemischer Vorgänge die Lehre von der Bewegung zu Grunde gelegt wird.

Albumblätter.

Dem, der nur wenig braucht, kann auch nur wenig fehlen, Und wer sein Glück in sich, nicht in dem äußern Schein, Nicht in der Meinung sucht, wird leicht befriedigt sein.

Das Gewissen ist die Stimme Gottes, der Verstand ist nur die Stimme b#& Menschen.