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General-Anzeiger

Rotationsdruck und Lerlag der Buchdruckerei des verein, ev. Waisenhauses in Hanau.

Amtliches Organ für Stadt- und Faudkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

bezug vierteljährlich 210 M.» monatlich 70 Wg> Die einzelne Nummer kostet 5 Pfg.

Verantwort!. Redakteur: 6. Schrecker in Hanau.

Nr. 110

^ernsprechanschlich Nr. 230

Mittwoch den 14. Mai

Fernsprecharrschlttß Nr. 230

1913

Amtliches.

Landkreis Hanau.

Durch Ministerialerlaß vom 13. März 1913 (s. Nr. 67, erstes Bratt, und Beilage zu Nr. 70 desHanauer An­zeigers") ist der Termin zur Wahl der Wahlmänner für die bevorstehenden Landtagswahlen auf Freitag den 16. Mai d. Zs. festgesetzt worden. Auf Grund des § 10 des Negle- Ments in der Fassung des Nachtrags vom 20. Oktober 1906 bestimme ich ferner, daß in den Wahlorten des Landkreises Hanau außer: Bergen-Enkheim, Bischofsheim, Dörnigheim, Fechenheim, Großauheim, Großkrotzenburg, Langendiebach und Langenselbold die Wahlhandlung für die Wähler

der III. Wahlabteilung

vormittags 9 Uhr, der n. Wahlabteilung

nicht vor 10% Uhr vormittags, der I. Wahlabteilung

nicht vor 11% Uhr vormknags beginnt. In den vorbenannten Gemeinden haben die Ge­meindeverwaltungsbehörden in Fechenheim also der Bürgermeister die Stunde der Wahl festzusetzen.

'Sie Urwähler jeder Gemeinde und jedes Eutsbezirkes sind seitens der Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher zu 6er Wahl unter Benennung des Wahllokals, des Wahlvor­stehers und dessen Stellvertreters (s. Bekanntmachung vom 15. April 1913, V. 2604, in Nr. 88 desHanauer An­zeigers" sowie des Tages und der Stunde der Wahl in ortsüblicher Weise rechtzeitig einzulahen. In der Bekanert- machung ist auch darauf hinzuweisen, daß von den zur Wahl erscheinenden Personen die Vorlegung einer Legi­timation gefordert werden kann.

Ich mache auch darauf aufmerksam, daß die Urwähler verpflichtet sind, einer Berufung in den Wahlvorstand Folge zu leisten, sofern ihnen gesetzliche Ablehnungsgründe nicht zur Seite stehen, andernfalls Ordnungsstrafen bis zu 300 Mark gegen sie festgesetzt werden können.

Hanau den 8. Mai 1913. V. 3169

Der Königliche Landrat.

F r h r. L a A r.

Stadtkreis Hans«. W^s für die Aederkchme derHeiloeMrens.

Für die Uebernahme der Krankenfürsorge sollen folgende Grundsätze beobachtet werden:

1. Bei Zwangsversicherten ist mindestens für die letzten 5 Jahre eine dauernde und regelmäßige Versiche­rung zu verlangen, d. h. es müssen im Durchschnitt der

Pariser Sommermoden.

Von unserem Korrespondenten.

ngc. Paris, im Mai.Die Heirat ist eine Art ge­meinschaftlicher Reise" sagt ein französischer Schriftsteller bei der man einander viel ungeduldige und übel ge­launte Stunden verzeihen muß. Richt immer ist die Land­schaft malerisch schön und der Wagen schüttelt oft recht un­bequem". Ob nicht unendlich viele von diesenStunden der Ungeduld und üblen Laune" auf Rechnung der Mode zu fetzen sind, die, unbekümmert um die Eintracht zwischen Ehe­leuten, es sich zur Aufgabe macht, mit ihren Schöpfungen die Frauenherzen immer mehr zu betören?

Wir spotten über die Lächerlichkeiten der Evatöchter aus früherer Zeit und werden gar nicht gewahr, daß wir heut­zutage nicht viel besser sind. Wenn die Frauen im 15. Jahr­hundert die ihnen lieben Farben mit Namen wiesterbender Affe",traurige Freundin",Todsünde" oderlustige Witwe" benannten, so sind Namen von Stoffen wieZag-Zig- Crope",Göttinen-L'non" oderParkett-Serge", die uns die Pariser Sommermode schon heute als das Modernste für unsere leichten Kleider anpreist, nicht minder grotesk. Im ersten Augenblick scheint es fast noch etwas zu früh zu sein, um von Linon und Batist, von den großblumigen Fou­lard- und Sada Aacco-Stoffen, von Cröpe- und Muffeline- kleidern zu sprechen! Aber es hat doch seine Berechtigung, schon jetzt darüber zu plaudern. Man kann nämlich jetzt viel hübschere Sommerstoffe kaufen als später. Je weiter die Saison vorrückt, um so größer ist die Gefahr, daß die geschmackvollsten Muster uns vor der Nase weggekauft worden sind. Die Gewebe und der schmückende Zierat der Kleider werden immer komplizierter und verdanken ihre Entstehung sicherlich einem angestrengten Nachdenken. Das Reizende an den sommerlichen Gebilden ist jedoch, daß man ihnen dies nicht anmerkt. Sie sind maßvoll erdacht und trotz vieler

Jahre mindestens 40 Marken verwendet sein. Unter allen Umständen ist aber für die Uebernahme der Krankenfürsorge Voraussetzung, daß mindestens 100 Vei- tragswochen einschließlich anrechnungsfähiger Krankheits­zeiten oder militärischer Dienstleistungen nachgewiesen sind. Gesuche, welche erst nach^oder unmittelbar vor Ab­lauf der Unterstützung durch die Krankenkasse gestellt werden, sind abzulehnen, desgleichen Gesuche auf nach­trägliche Bewilligung der Kosten für ein bereits durch­geführtes Heilverfahren. Sind die Antragsteller oder deren Angehörige in der Lage, einen Zuschuß zu den Kosten des Heilverfahrens zu leisten, so ist die Ueber­nahme des Heilverfahrens hiervon abhängig zu machen. Mehr als zwei Kuren sollen in einem Zeitraum von vier Jahren nicht bewilligt werden. Die Dauer einer Kur ist abgesehen von Lungen- und Nervenleiden im All­gemeinen auf nicht mehr als vier Wochen zu erstrecken.

2. Bei freiwillig Versicherten, denen eine sonstige und insbesondere eine anderweit gesetzliche Fürsorge nicht zur Seite steht, kann die Krankenfürsorge bereits bei Leistung der Mindestbeiträge von 20 Marken in 2 Jahren über­nommen werden, sofern die Wartezeit erfüllt und die Anwartschaft erhalten ist.

3. Bei freiwillig Versicherten, denen im Falle der Invalidität eine anderweite Fürsorge und insbesondere eine Pensionsberechtigung, jedoch abgesehen von der Für­sorge der Angestellten-Versicherung, zur Seite steht, soll die Krankenftzrsorge nur bei Mindestleistung von durch­schnittlich 30 Marken im Jahre und nur bei ange- meffener Beteiligung der in Betracht kommenden ander­weit zuständigen Fürsorgestelle (Behörde) übernommen werden. Auch hier ist Voraussetzung die Erfüllung der Wartezeit und die Erhaltung der Anwartschaft.

4. Bei Versicherten, die gleichzeitig bei der Reichs- Versicherungsanstalt für Privat-Angestellte versichert sind, sollen Gesuche auf Uebernahme der Krankenfürsorge in erster Linie dieser Anstalt zuständigkeitshalber über­wiesen werden.

Hanau den 4. April 1913.

Das Versicherungsamt. Hild.

Bekanntmachung.

Der im Schlachthof entstehende Dung und die anderen Abfälle mit Ausnahme der Borsten und Klauen sind zum 1. Juli d. I. anderweitig zu vergeben.

Angebote sind «mgehend auf Zimmer Nr. 36 des Rat­hauses anzubringen, woselbst weitere Auskunft erteilt wird.

Hanau den 16. April 1913. 10423

Der Magistrat.

Hild.

Neuerungen wird die Linie auch in den Hundstagen ihre weiche, schmiegsame Schönheit bewahren, die die natürliche Grazie einer Frau am besten zur Geltung bringt. Die hübschen Toiletteneinzelheiten bestehen hauptsächlich in der Wahl und Anordnung der Zutaten. Die Veränderungslust der Sommermode bringt aber keine Revolution in der Frauen­kleidung, sondern sie begnügt sich damit, Neues zu schaffen, indem sie zugleich alles, was in der vergangenen Saison kleidsam und liebenswürdig erschien, beibehält.

Die Enthüllung eines großen Schneidergeheimnisses steht bevor: im Sommer sollen an den Kleidern keine Aermel mehr getragen werden! Für den Frühling' gestattet man uns Armen noch kleine Mißgeburten aus Spitzen und Tüll, aber in der heißen Jahreszeit gelten auch diese sicherlich für Abnormitäten. Natürlich werden lange und halblange Aer­mel immer noch ihre Anhängerinnen finden, aber die ärmel­losen Kleider dürften sehr wohl bald sich großer Beliebtheit erfreuen, da die meisten weiblichen Wesen ihre Arme für schöner galten als die der antiken Statuen im Louvre. Eine der amüsantesten und gewagtesten Phantasien auf diesem Ge­biet ist die Anwendung von zwei Stoffstreifen, die sich unter der Brust und im Rücken kreuzen und die Taille bilden. Der Stoff umhüllt die Schulter und man hat den Eindruck, daß der Oberarm bedeckt ist. In Wirklichkeit ist das jedoch keineswegs der Fall und den Schönen dürfte in heißen Tagen recht angenehm luftig zumute sein. Vielen Frauen wird das aber wohl doch zuausgezogen" erscheinen und sie werden einen kurzen Aermel vorziehen. Das hängt nicht allein vom Geschmack, sondern auch von Alter und Stellung ab. Man wird also im Sommer den sittlichen Ernst einer Frau nach der Länge ihrer Aermel bemessen können!

Der Hals bleibt frei und die hohen Kragen werden von Monat zu Monat unniobmier. Der Medici - Kragen, der kleine, gestärkte Marine- oder derWindstoß" - Kragen, sie alle sind reizend nett und echt pariserisch; sie werden den feinen Ansatz eines Frauenhalses, seine weiche Rundung und

So« WrtfWfli^ er Kreisvereill Kmn.

Nächste Versammlung am Samstag den 17. d. Mts., nachmittags 2% Uhr, im Gasthaus zum goldnen Löwen hier. _

Tagesordnung.

1. Geschäftliche Mitteilungen.

2. Rechnungsabnahme.

3. Festsetzung der im laufenden Sommer auszuführenden Vesichtigungsreisen.

4. Besprechung über die Abhaltung des Sommerfestes In Wilhelmsbad.

5. Mitgliederaufnahme.

6. Sonstiges.

Die Herren Bürgermeister werden ersucht, die vor­stehende Bekanntmachung in ihren Gemeinden wiederholt in ortsüblicher Weise bekannt zu machen.

Hanau den 9. Mai 1913.

Der Vorsitzende.

Frhr. Laur, Landrat.

Wgartolie bes Landkreises Sm«. Mündelsicher.

Neichsbankgirokonto. Postscheckkonto Nr. 6279.

Hauptstelle: im Kreishaus, Hainftratze Nr. 10.

Nebenstelle: Marktplatz Nr. 15.

Tägliche Verzinsung der Spareinlagen zu 3% %;

Die Ueberweisung von Spareinlagen Abziehender an eine andere Sparkasse unL die Einziehung von Sparein­lagen aus auswärtigen Sparkaffen erfolgt kostenfrei.

Darlehen gegen hypothekarische Sicherstellung zu 4% % Zinsen mit und ohne Tilgungszwang, gegen Bürgschaft und Verpfändung von Wertpapieren zu zeitgemäßen Beding­ungen. 8591

Der Vorsitzende des Vorstandes. * "

Frhr. Lau«. ,

Gefunden: 1 gold. Krawattennadek mit Stein, abzuholen bei Magistrat-Sekretär Kiffeberth, Kurfürsten« straße 18, 1 fUb. Armband, 1 Zeitkarte für die Hanauer Straßenbahn; abzuhole« auf best Geschäftszimmer der Armenverwaltung.

Hanau den 14. Mai 1913. 11813

MÄM Md mrwM Scaenitnnöe il

Gefunden: 1 schwarzer Lackgürtel mit 3 weißen Knöpfen, 2 kleine Schlüssel an einem Röllchen mit Messingblättchen mit der Bezeichnung Elekt^ 1 Kinder, schuh (gefüttert), 1 Damenuhr.

Zugelaufen: 1 schwarze Dachshündin, 1 junger Dobermann (nicht kupiert). biegsame Beweglichkeit durchblicken fassen. Denen, die selbst im Sommer etwas empfindlich gegen frische Luft sind, sei di« 25 Zentimeter breite, mit Hellen, seidenen Roschen besitzt« Tüllkrause bestens empfohlen.

Da di« Strohhüte von Tag zu Tag kleiner werben und ihre Ränder beinahe ganz verschwinden, ist fast mit B«- stimmtheit vorauszusehen, daß der Sommer die Wiedergeburt der großen, schattigen kleidsamen Capelinen bringen wird. Mit ihren goldigen Farben, den herabfallenden Flügeln, ihren Hellen Gazeschleiern und Blumengirlanden dürften sie eines freudigen Empfanges gewiß sein. Große Kopfbedeckungen nnd Volantröcke haben nun einmal von jeher besser zu der lachenden Natur gepaßt. Die Reaktion bereitet sich denn auch schon im Geheimen vor. Die Nachricht von der Wieder­kehr der Riesenhüte dringt bereits schüchtern und halb ver­stohlen aus den Salons der Modistinnen zu den Ohren ihrer schönen Käuferinnen, aber vorläufig will man noch nicht von den reellen Farben wie zitronengelb, königsblau, kirsch­rot und spinatgrün abweichen, und namentlich die roten Hüte bringen Farbentöne, daß einem bei ihrem Anblick fast schwindlig zumute wird und' man ein Kribbeln in den Fingerspitzen verspürt, wie beim Tragen von Zwirnhand­schuhen.

Grüne, rote und kakifarbene Beinbekleidungen, die aus den seitlich hoch geteilten Röcken wie leuchtende Blumen her- vorgucken, wird man sehen- Und das Schuhwerk! Jede Zeit hat auch darin ihre Modelaunen. Womit haben die Füße, alle die großen ober kleinen, phlegmatischen oder unge­duldigen Füße sich nicht schon bedeckt! Das elegante 18. Jahrhundert imponierte uns durch die Kühnheit seiner Hacken; unsere Zeit brachte in die Fußbekleidung unendlich viele Variationen. Wir trugen nacheirrauder die Schuhe aus dem großen Jahrhundert, diePoulaines", die griechischen Wandalen, den Kothurn der Römer, ja sogar das rote Schuh­werk der Phrygier. Maupassant jagt von einem nervösen Frauenfuß, der ungeduldig unter dem Rocksaum hervorzittert,