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Erstes Blatt.

ErnrSikvngsgeSSHr:

DK bgefpaltene Petitzeile oder deren Raum 20 Pfg. im Rellameteil die Zeile 50 Pfg.

Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des verein, ev. Waisenhauses in Hanau.

Amtliches Organ für Stadt- «nd Fsndtrreis Kanan. ^"w1 ^' w 6 *

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage. Verantwort!. Redakteur: ©. Schrecker in Hanau.

Nr. 107 Nerosprechaxsâsr Nr. 230. Freitag de» 9. Mai . F-r»wr«cha»kÄl«fj Nr. 230. 1913

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16 Serien.

Amtliches.

Landkreis k)anaa.

Die mit der Berichterstattung noch rückständigen Herren Bürgermeister und Gutsdorsteher werden hiermit an die Erledigung meiner Rundverfügung vom 30. März 1899 V. 3243 betr. Aufräumung der Flut-, Entwafferungs- und Abzugsgräben mit einer Frist von 8 Tagen erinnert. Hanau den 8. Mai 1913. V. 3311

Der Königl. Landrat.

F r h r. L a u r.

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Stadtkreis ^anau«

Auf Grund des § 65 des Kommunalabgabengefetzes vom 14. Juli 1893 wird bekannt gemacht, daß an Kommunalab­gaben im Steuerjahre 1913 erhoben werden:

im seitherigen Stadtbezirke Hanau:

Zuschlag zur Staatseinkommensteuer 151 %, Betriebssteuer 171 % der staatlich veranlagten Beträge,

im Ortsbezirke Hanau-Kesselstadt:

Zuschlag zur Staatseinkommensteuer 80 %, Grund-, Ge­bäude-, Gewerbe- und Betriebssteuer 80 % der staatlich ver­anlagten Beträge. Personen, welche auf die Vergünstigung Des § 9 des Eingemeindungsvertrags keinen Anspruch haben, zahlen 151 % der Einkommensteuer und 171 % der Grund-, Gebäude-, Gewerbe und Betriebssteuer.

Die Hebelisten über die besonderen Grund- und Gewerbe­steuern im seitherigen Stadtbezirke Hanau liegen vom 13. Mai d. Is. ab im Zimmer 16 der städtischen Steuerverrval- tung, Markt 14, 1 Treppe hoch, zwei Wochen lang aus. Ein­sprüche sind binnen einer mit dem ersten Tage nach Ablauf ßer Auslegungsfrist beginnenden Frist von vier Wochen bei uns anzubringen.

Hanau den 8. Mai 1913. 11571

Der Magistrat.

Hild.

Unter Bezugnahme auf die Bekanntmachung vom 7. Januar 1913, Amtsblatt Nr. 4, wird hierdurch erneut be­kannt gemacht, daß der nächste Termin der durch das Gesetz vom 18. Juni 1884 vorgeschriebenen Prüfung von Schmie­den über ihre Befähigung zum Betriebe des Hufbeschlag- gewerbes hierselbst am Samstag den 7. Jun! d. I., vor-

985 4. JèMe WMM-MWSM.

Von Paul Schweder.

8. & H. Frankfurt a. M., 8. Mai 1913.

Nach dengroßen Kanonen" der rheinisch-westfälischen Vereine, die dem gestrigen Wettstreit das Gepräge gaben, treten heute jene der Reichshauptstadt in Erscheinung: Der Berliner Lehrergesangverein", der bekanntlich schon ein­mal Inhaber der Kaiserketre war und nun naturgemäß ebenso wie die Kölner bemüht ist, den Kaiserpreis wieder zu erringen, ferner der ..Berliner Sängervereln Cäcilia Melodia" und derErk'sche Männergesangverein". Weiter waren heute noch derPosener Leherergesangvereln", der Potsdamer Mannergesangverein" und derMagdeburger Männerchor" gemeldet. Sobald diese geendet haben, ist die Stunde der Entscheidung gekommen, und es konnte daher nicht Wunder nehmen, daß die weite SüngerhaUe auch heute schon lange vor Beginn der Vorträge in allen Teilen gefüllt war. Wiederum waren auch die Schulkinder Gäste der Stadt Frankfurt, und die schönen Leistungen namentlich der Berliner Vereine werden gewiß auf das Gemüt der Kinder anregend und befruchtend gewirkt haben, besonders insoweit die Volkslieder in Frage kommen. Das gute Vorbild, das die Posener und Berliner Lehrervereine mit ihrem Ein­treten für den deutschen Männergesang gegeben haben, wird an der Frankfurter Jugend gewiß nicht spurlos vorüber­gehen.

Der Kaiser kam wieder 10 Minuten zu früh, gab aber sofort das Zeichen zum Anfang, und so kam es, daß der erste konkurrierende Verein, der Posener Lehrergesangverein, noch etwas unter der Unruhe des Publikums zu leiten hatte. Ueber die musikalischen Leistungen der Vereine wolle man bas Nähere unten nachlesen. Nach den Posenern erschien zunächst der Berliner SänaervereinCäcilia Melodia" auf

mittags 9 Uhr, in der Lehrschmiede, Wörthstraße 5, abge­halten werden wird.

Cassel den 7. April 1913.

Der Vorsitzende der Prüfungskommission.

O e l l e r i ch.

keMens MS cerSorese GegEnds jt.

Gefunden: 1 Schlüsselring mit 2 großen Schlüsseln, 1 desgl. mit 5 kleinen Schlüsseln, 1 gelber Damen-Glac6- handschuh (linker).

Verloren: 1 gelbbraune Straußfeder, 1 oxidierte Damenuhr im Lederarmband.

Entlaufen: 1 stichelhaariger weißer Foxterrier mit schwarzen Abzeichen am Kopf. ,

Hanau den 9. Mai 1913.

Wirs Hanau Stadt und- Land.

Hauan, 9. Mai.

* Postbestelldienst während der Psingstfeiertage. Am 1. und 2. Pfingstfeiertag findet um 8 Uhr vormittags je eine Vriefbestellung statt. Eine Geldbestellung und eine Paketbestellung wird nur am Pfingstsonntag um 8 Uhr früh ausgeführt.

* Wallonische Kirche. Die Vorbereitung zum hl. Abend­mahle findet morgen Samstag, nachmittag um 5 Uhr, statt.

* Missionsfest im Walde. Nachdem jetzt günstige Witterung eingetreten ist, auch die hohe Behörde ihre Ge­nehmigung erteilt har, hoffen wir am 2. Pfingsttag nach­mittags 4 Uhr das geplante M i s s i o n s f c st im Bruch­köbeler Walde abhaltcu zu können. Der Festplatz rechts von der Bruchköbeler Landstraße mirb vielen Missions­freunden bekannt sein, da auf demselben Platz vor drei Jahren die Missionsglocke geweiht wurde, die jetzt auf der Missionskirche in C o n a b e l a die Christen zur Pfingstfeier ruft. Hoffentlich werden viele Missionsfreunde aus Stadt und Land an der Feier im Walde teilnehmen.

" Der Verein Hanau des Bundes deutscher Militär­anwärter, welcher Seiner Kaiserlichen Hohelt dem Kron­prinzen zu seinem Geburtstage gratuliert hatte, erhielt nachstehende Antwort:Seine Kaiserliche Hoheit der Kron­prinz lassen für die freundlichen Glückwünsche bestens dan­ken. Kammerherr v. Behr."

* Der Klub Freundschaft veranstaltet am 1. Pfingstfeier­tag seinen diesjährigen Frühjahrsausflug nach Großauheim in das Gasthaus zum goldnen Stern. Es kommen verschie­dene Couplets, Duette und Theaterstücke zur Aufführung und ist ein Besuch dieses Ausfluges sehr zu empfehlen. (Näheres siehe Inserat.)

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dem Podium. Er wurde besonders nach dem Vortrage Des Preischores und nach seinem zweiten WahlchorUnter allen Wipfeln ist Ruh" durch stürmischen Beifall des Publikums ausgezeichnet, an dem sich auch der Kaiser lebhaft beteiligte. Dann erschien der Potsdamer Mannergesangverein, dessen Auftreten vor vier Jahren Kaiser Wilhelm bekanntlich zu der scherzhaften Bemerkung gegenüber den Preisrichtern veranlaßte:Da singt mein Schneider mit". Und auch heute befinden sich unter den 170 Sängern des Vereins sticht weniger als 12 Hoflieferanten. Auch sie errangen reichen Beifall, an dem sich der Kaiser mit offenbarem Vergnügen beteiligte. Dann erschien die Sensation des Tages:

der Berliner Lehrergesangverein mit seinen 278 Sängern auf dem Podium und wurde mit demonstrativem Beifall begrüßt, der sich wiederholte, als der Dirigent Professor Felix Schmidt von der Königlichen Hochschule für Musik int Schmuck seiner zahlreichen Orden die Dirigententribüne betrat. Nach dem Preischor war der Beifall enorm. Alsbald setzte ein überaus heftiger Mei­nungsstreit im Parkett und den Logen darüber ein, ob Köln nicht durch die Berliner geschlagen sei. In musikali­schen Kreisen ließ man keinen Zweifel darüber, daß die Ber­liner diesmal die Kaiserkette verdient hätten, zumal sie auch mit ihren beiden Wahlchören brillant abschnitten. Die folgende Sängerschar, den Magdeburger Männerchor, führte der Kgl. Musikdirektor F. Hellmann vom Jnf.-Regt. Nr. 27 in Uniform an. Er grüßte militärisch seinen Kaiser und zog dann mit seinen Sängern in die Schlacht um den Kaiserpreis. Dann machte der Erk'sche Männergesangver­ein den Abschluß. Er ist im Jahre 1845 von dem durch seine Volkslsiedersammlung bekannt gewordenen Ludwig Erk gegründet worden und trat diesmal zum ersten Mal als Konkurrent um den Kaiserpreis auf.

In der halben Stunde, während welcher sich die Preis-

* Lohengrinfestspiele. Die heutige Probe für Solisten, Chor und Orchester beginnt präzis 7 Uhr im Theater. Voll­zähliges Erscheinen aller Chormitglieder ist dringend not­wendig.

* Wilhelmsbad. An den beiden Pfingstfeiertagen finde Früh-, Nachmittags- und Abendkonzert, sowie Reunion statt, am 3. Pfingstfeiertag nur Nachmittagskonzert. Es konzer­tieren die Kapelle des Thüringischen Ulanenregiments Nr. 6 und diejenige des Eisenbahnregiments Nr. 3.

* Konzert im Deutschen Haus. Bei ungünstiger Witterung findet am 1. Psingstfeiertag imDeutschen Haus" Militär-Streichkonzert, ausgeführt von der Kapelle des Ulan.» Regts. Nr. 6, statt.

* Für die kommende Badesaison hat Herr Karl Adam, Besitzer der Hanauer Schwimm- und Damenbade­anstalt, eine sehr hübsche Neuerung auf dem Gebiete des Wassersports geplant. Anschließend an das Schwimmbassin wird eine Wasserrutschbahn errichtet, die gewiß von unseren badelustigen Damen mit Freuden begrüßt wird. Hoffen wir nun, daß die liebe Sonne in diesem Sommer ein freund» licheres Gesicht zeigt wie im vorigen Jahre.

* Einzelfahrer-Vereinigung des Deutschen Radfahrer» Bundes Hanau und Umgegend von 1912. In der heute abend 8% Uhr im Vereinslokale stattfrrrdenden Monats­versammlung stehen verschiedene wichtige Punkte zur Be­ratung, weshalb die Anwesenheit sämtlicher Mitglieder dringend erwünscht ist. U. a. ist eine Ergänzungswahl zum Vorstand vorzunehmen und über die Beteiligung der Renn­mannschaft an den im Gau demnächst veranstalteten Straßenrennen Beschluß zu fassen.

. * Iungdeutschland des Deutschen Radfahrer-Bundes, Abt. Hanau. Die zweitägige Pfingstfahrt, welche über Frankfurt, Mainz und Gaualgesheim nach Kreuznach und Münster a. St. führt, wird am Sonntag früh, punkt 514 Uhr, vom Marktplatz aus angetreten. Die Rückfahrt am Mon­tag geht über Oppenheim, Mörfelden und Offenbach und ist so geplant, daß Hanau gegen 8 Uhr abends wieder er­reicht wird. Zur Herrichtung des Mittagsmahles sind die Kochapparate mitzunehmen, ebenso empfiehlt sich die Mit­führung von Laternen.

* Radsport. Die berühmte DauerfahrtRund um Spes­sart und Rhön" beginnt am Sonntag den 11. Mai, in Schweinfurt für Herrenfahrer um 2 Uhr früh, für Berufs­fahrer um 214 Uhr. Zu dieser Fahrt, die sich über 318,6 Kilometer erstreckt, haben 63 Herren- und 53 Berufsfahrer gemeldet. Das Eintreffen der ersten Fahrer in Hanau, woselbst eine Hauptkontrolle errichtet wird und 20 Minuten Zwangspause einzuhalten sind, wird gegen 814 Uhr morgens erwartet. Die Kontrolle ist daher von 7)4 Uhr an ge­öffnet. Man nimmt an, daß das Ziel in Schweinfurt um WMIMff'V KBWBMBaE»B8Bmngt'.mi. igrjusMgmwrra^MM^naBCTWM^»^Tr^TT*"**»MTBH richter zur Beratung über die Zulassung der konkurrieren- ^en Vereine zum engeren Wettbewerb zurückzogen, standen die Mitglieder der beteiligten Vereine in Gruppen in 5er breiten Halle. Plötzlich erhob sich hier und da ein ohren­betäubender Jubel. Mit Windeseile verbreitete sich das Gerücht, welcher Verein zum engeren Wettbewerb zuge­lassen war. Es sind dies: MännergesangveretnConcor­dia" (Essen-Ruhr), Essener MÜnnergesangverein, Männer- gesangvereinSanssouci"' (Essen-Ruhr), Berliner Lehrer­gesangverein, Berliner SängervereinCäcilia Melodia", Posener Lehrergesangvexein, Wiesbadener Männergesang­verein, Männerges--gvereinSchlägel urro Eisen" (Bo­chum), Potsdamer MÜnnergesangverein, Magdeburger Männerchor, MännergesangvereinConcordia" (Aachen), Barmer Sängerchor, MÜnnergesangvereinLiedertafel" (M.Eladbach) und selbstverständlich der Kölner Manner­gesangverein.

Man kann sich kaum eine Vorstellung von der Begeiste­rung der beteiligten Vereinsgenoffen machen, die das Post­amt stürmten, um ihre Freude in alle Welt hinaus zu telephonieren unb telegraphieren. Wenige Minuten später erschien der

Stundenchor, der durch Vertrauensmänner den Vereinen übermittelt wurde. Diese wurden dann in verschiedene Lokale der Stadt geleitet, wo alsbald mit Eifer die Einübung des Chores begann, und zwar unter Beobachtung aller Regeln, die da­für in Geltung sind. Während dieser Stunde ist es keinem Mitgliede erlaubt, den betreffenden Saal zu verlassen. Nach der Uebung werden durch Vertrauensmänner die Noten zum Stnndenchor sofort wieder gesammelt, sodaß die Ver­eine nicht in der Lage sind, ihn sonst irgendwie zu üben.

Inzwischen waren in der Kaiserloge die 21 Ehrenpreise für das Sängerfest zur Aufstellung gelangt. Die goldenen und silbernen Gefäße erregten im Verein mit der Kaiser-,