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Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckers! des verein, eo. Waisenhauses in Hanau.
General-Anzeiger
Amtliches Organ für Stadt- and Faudkreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Bezugspreis:
Vierteljährlich 1.80 Mk., monatlich SS Pfg., M Pv^ bezug vierteljährlich 2.10 Mk., monatlich 70 Pf- Die einzelne Nummer kostet 5 Pfg-
Verantwort!. Redakteur: 6. Schrecker in Hanan.
Nr. 104 Kernsprechanschluk Nr. 230.
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Dienstag den 6. Mai
F«ri>sprecha»sch<i«sr Nr. 230
1913
Amtliches.
Stadtkreis Fjanau.
In der zu Nr. 85 des „Hanauer Anzeiger" voin l^v, Mts. erlassenen Bekanntmachung vom 9. desselben Mts. über das Ergebnis der in der Zeit vom 1. Januar bis 31. März d. Js. untersuchten Vollmilchproben muß es zu lfde. Nr. 8 der Händler nicht Anna, sondern Emma Bergmann heißen.
Hanau den 3. Mai 1913. P 4086
Königliche Polizeidirektion.
J. A.: Karbe.
Landkreis Fjanau.
* Die mit der Berichterstattung noch rückständigen Herren Bürgermeister werden hiermit an die Erledigung meiner Kreisblattbekanntmachung vom 26. März 1885 St. 1696 betreffend: Anzeige über Wanderlager und Wanderauktionen mit einer Frist von 5 Tagen erinnert. Fehlanzeige erforderlich.
Hanan den 3. Mai 1913. V 2308
Der Königliche Landrat.
Frhr. Laur.
Da in Hüttengesäß und Neuwiedermuß zahlreiche Erkrankungen an Keuchhusten vorgekommen sind, werden die für diese Orte auf den 7. Mai d. Js. festgesetzten öffentlichen Impftermine Bis auf weiteres aufgehoben. Hanau den 5. Mai 1913/ ' A. 2332
Der Königl. Landrat.
F r h r. L a u r.
Dieustrmchrichten.
Der Taglöhner Heinrich Konrad Wörner in Eichen ist zum Feldhüter der dortigen Gemeinde bestellt und verpflichtet worden.
Stadtkreis Ranau. Bekanntmachung.
Am Donnerstag den 8. d. Mts., vormittags 9 Uhr, findet im unteren Saal des Neustädter Rathauses, Zimmer 1, öffentliche Sitzung des Gewerbegerichts statt. Hanau den 5. Mai 1913. 11241
Der Vorsitzende des Gewerbegerichts.
J. V.: Hild.
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$85 4. MW Mmm-MffMW.
Von Paul Schweder.
8. & H. Frankfurt a. M., 5. Mai.
* Mit mächtigen Akkorden hat am heutigen Montag der
4. Wettstreit deutscher Männergssangvereine um den von Kaiser Wilhem II. gestifteten Kaiserpreis in der Bank- und Handelsmetropole am Main eingesetzt, nachdem bereits am gestrigen Sonntag eine öffentliche Hauptprobe zum
Begrüßungskonzert der Frankfurter S ä n g er
stattgesunden hatte, mit welchem am heutigen Tage das Fest offiziell einsetzte. Leider begünstigte nicht wie in früheren Jahren ein wolkenloser Frühlingshimmel die Veranstaltung. Vielmehr regnet es seit Tagen leise, aber eindringlich, sodaß die Wirtschaften rings auf dem weiten Festplatz betrübt dareinschauen. Trotzdem aber sind in der Fest- stadt bereits einschließlich der Zuhörer ca. 15 000 Sanges- sreunde eingetroffen aus dem ganzen deutschen Reiche und damit ist Frankfurt wiederum das „Zentrum des deutschen Männergesanges", zu dem der Kaiser die Stadt gern aus- gestaltet sehen möchte. Der Pflege des deutschen Männer- gesanges und des deutschen Volksliedes gilt auch diesmal der friedliche „Sängerkrieg" an den Ufern des Mains, zu dem sich 41 deutsche Männergesangvereine mit insgesamt 8486 Mitgliedern eingefunden haben. Viel ist darüber gestritten worden, ob es angezeigt sei, eine Veranstaltung von so allgemeiner nationaler Bedeutung stets hier im Südwesten des Reiches vor sich gehen zu lassen, wohin die Reise vielen Männergesangvereinen, vor allem des deutschen Ostens, unerschwinglich erscheint. Allein schließlich hat doch Frankfurt den Sieg davongetragen, nachdem es seinem früheren rührigen Oberbürgermeister, dem Herrenhausmitglied Dr. Lldickes, gelungen war. eine prächtige
Bekanntmachung.
In Invaliden- und Hinterbliebenenversicherungsange- leegnheiten erteilt Herr Landesversicherungsinspektor Löwer von der Landesversicherungsanstalt Hessen-Nassau zu Cassel jeden Samstag in der Zeit von 8—1 Uhr vormittags und von 4—6 Uhr nachmittags kostenlose Auskünfte.
Dienstzimmer: Fasanerieweg 3, gleicher Erde. Hanau den 29. April 1913. 11225
Das Versicherungs-Amt.
J. V.: Hild.
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Strohankauf beendet.
11259 Proviantamt Hanau.
Politische Rundschau.
Das Prinzregentenpaar von Bayern ist gestern von Stuttgart nach Karlsruhe abgereist, wo die Ankunft nachmittags 4.30 Uhr auf dem Hauptbahnhofe erfolgte.
Todesfall. In Berlin ist der frühere freisinnige Reichstagsabgeordnete Karl Schrader, der Gründer des Protestantenvereins, im Alter von 79 Jahren gestorben.
Der französische Ministerrat hat beschlossen, die Jahresklasse von 1910 noch ein weiteres Jahr unter den Fahnen zu behalten.
Der Anschlag auf den Großherzog von Baden.
Karlsruhe, 5. Mai. Die amtliche „Karlsruher Ztg." veröffentlicht heute abend den bezirksamtlichen Polizeibericht aus Mannheim, dem noch zu entnehmen ist, daß der Attentäter mit dem offenen Messer in der Hand auf den Hofwagen.zugesprungen sei und, wie bekannt, vom Groß-- Herzog zurückgestoßen wurde. An dem Heft des Messers war ein Zettel befestigt, auf dem die Worte standen: „Hilfe oder Tat. A. Jung, Amerikanerstraße 23, einst Kürassier in Halberstadt." Bei seiner Vernehmung gab der Attentäter an, er sei Anarchist und habe heute morgen aus Berlin einen Brief erhalten mit der Aufforderung, etwas zu tun, um die Anarchie hochzubringen. Als der Hofwagen vorbeifuhr, sei er auf das Trittbrett gesprungen, in der Absicht, den Großherzog zu töten, sei aber von diesem zurückgestotzen uni) vom Publikum festgehalten worden. Er sei Abonnent des in Berlin erscheinenden Blattes „Der Anarchist". Der Polizeidirektion war Jung als Anarchist nicht bekannt. Bestätigt wird, daß er in ärztlicher Behandlung gestanden hat. So wurde er im Februar v. I. mehrere Wochen im städtischen Krankenhaus in Mannheim wegen eines Nervenleidens behandelt, auch soll er in jüngster Zeit in ärztlicher Behandlung gewesen sein. Nach einer Mitteilung der Armenkommission hat ihn ein Bezirksarzt in einem Gut
F e st h a l l e für diesen Zweck erstehen zu lasten. Der von Profestor von Thiersch (München) entworfene Bau macht einen überaus großartigen Eindruck. Er ist auch architektonisch sehr bemerkenswert und hat von der Stadt Frankfurt schon über 6 Millionen Mark an Aufwendungen erfordert. Der Jnnen- raum der riesigen Halle ist 111% Meter lang und 67% Meter Breit. Der Erdgeschoßboden umfaßt nahezu 6000 Quadratmeter. Zwischen den Säulen des Eingangsrundvaues erhebt sich der kostbare Kaiferpavillon, der dem Kaiferpaar und seinem Gefolge während der Pausen zum Aufenthalt dienen wird. Für das Kaiserpaar insbesondere sind zwei Heine intime Salone geschaffen, die eine wundervolle Inneneinrichtung aufweisen. Ueber der Kaiserloge erhebt sich ein Pur- purbaldachin, der in einer Kaiserkrone endigt. Die Kaiser- log'e selbst bietet einen prachtvollen umfassenden Ausblick auf den ganzen gewaltigen Festsaal, der inzwischen durch Einund Umbauten eine wesentlich intimere und für die Akustik günstigere Ausgestaltung erfahren hat. Die Sitzplätze für das Publikum liegen zu ebener Erde und im ersten und Zweiten Rang der Halle. Für die Logen im ersten Rang sind Preise von 3000 Mark und darüber beim Verkauf der Plätze an die Mitglieder der alten Frankfurter Patriziergeschlechter erzielt worden. Für die Musiker und Sänger ist ein besonderes Podium zu ebener Erde geschaffen worden, das der Kaiserloge gerade gegenüber liegt. Auf diesem werden nach dem heutigen Begrüßungskonzert von morgen früh ab bis zum Donnerstag die auswärtigen Münnergefangvereine zu den Wettgesängen antreten und zwar am Dienstag 18, am Mittwoch 19 und am Donnerstag 6 Vereine. Für die Sänger ist eine besondere Unterkunftshalle erbaut worv.en, von der aus sie durch einen gedeckten Gang unmittelbar auf das Podium gelangen. Zu Ehren der Sänger ist heute ganz Frankfurt in ein Flaggenmeer getaucht. Namentlich der Bahnhofsvorplatz, die zur Festhalle führende Hohenzollern- straße, die Kaiserstraße und vor allem die altberühmte
achten vom 3. Oktober 1912 für geistig nicht normal erklärt. Die Armenkommission hat unter dem 21. April ersucht, die Unterbringung des Jung in eine Irrenanstalt in Erwägung zu ziehen.
Die Balkankrisis.
Die Lösung der Frage von Skutari.
Die Komödie ist zu Ende, Europa kann aufatmen. König Nikolaus und seine Negierung haben das frevle Spiel aufgegeben, weil sie einsahen, daß auf die Uneinigkeit Europas nicht mehr zu hoffen war. Das schon halbgezogene Schwert Oesterreich- Ungarns wird in die Scheide zurückgestoßen und Skutari hat aufgehört, der Brennpunkt des Interesses der Welt zu sein. Auch dieses Zwischenspiel in der Balkankrisis ist ohne schwere Folgen vorübergegangen. Freilich, Oesterreich-Ungarn hat sowohl den ziffermäßig zu berechnenden Schaden davon, sowie das, was die französische Rechtsprechung „tort moral“ nennt. Die Schuld daran liegt in dem Umstand, daß Europa nicht rechtzeitig dazu zu bringen war, seine Stimme wirklich energisch zu erheben. Die energische Sprache in der „Nordd. Allg. Ztg." war nicht der Ausdruck des Pessimismus, sondern sie bezweckte, die Klärung der Lage zu beschleunigen. Daß nunmehr endlich Klarheit geschaffen ist, ist der Erfolg der endlich von allen Seiten bekundeten Energie und mar wird nun hoffentlich die Beruhigung bringen, auf die man von allen Seiten sehnsüchtig gewartet hat. Bemerkenswert war, wie nach und nach auch die dem Dreibund fernstehenden Mächte dazu gelangten, sein Vorgehen als berechtigt anzu- erkennen, dadurch, daß sie sich endlich zu denselben Schritten bekannten. Hätte man das von Anfang an getan, anstatt es mit der Flottenkundgebung zu versuchen, so wäre man zweifellos schon früher zu dem jetzigen Ergebnis gelangt. Im letzten Augenblick ist auch noch in Petersburg von der Notwendigkeit der internationalen Besetzung einiger Häfen gesprochen worden. Der Gedanke war schon in der ersten Zeit aufgeworfen, aber von der Dreibundpresse abgelehnt worden. Jetzt ist er überflüssig geworden. Das unselige für das Ansehen der europäischen Diplomatie gewiß nicht forderliche Hin- unb Herziehen wäre erspart geblieben, wenn sich die richtige Einsicht in der Notwendigkeit entschiedenen Vorgehens schon früher durchgerungen hätte. Die klare und kräftige Haltung, wie sie Oesterreich-Ungarn und seine Bundesgenossen von Anfang an festgehalten haben, war das einzige Mittel, die Montenegriner von ihrem Vorgehen, das eine Verhöhnung Europas war, abzubringen. Volle Anerkennung ist ausdrücklich auch der italienischen Politik zu zollen, die großzügig und energisch war, wie es der erhöhten Bedeutung entspricht, die sich die auswärtige Politik des verbündeten Landes unter der Führung einer weitschauenden Regierung heute errungen hat.
Hauptverkehrsstraße Frankfurts, die „Zeil", haben einen sehr vornehmen und einheitlichen Schmuck erhalten. Ueber- wältigend schön ist der Zugang zur Feschalle für den Kaiser durch kostbare Blumen- und Pflanzenarrangements hergerichtet worden. Auch für die Presse ist durch die Frankfurter Journalisten in vortrefflicher Weise gesorgt. Don den teilnehmenden Vereinen stammen nicht weniger als 28 aus Rheinland und Westfalen, ferner zwei aus der bayerischen Rheinpfalz, je einer aus Baden und Hessen, der Magdeburger Sängerchor, die beiden Erfurter und der Mühlhauser Verein, also 4, aus der Provinz Sachsen, 3 aus Berlin, 1 aus Potsdam und nur einer aus dem deutschen Osten, nämlich der Posener Lehrergesangverein. Es fehlen also das Königreich Bayern r. Rh. vollkommen, ebenso Württemberg und das Königreich Sachsen, ferner ganz Ost- und Westpreußen, Schlesien, die Provinz Hannover, die Hansestädte und die beiden Mecklenburg.
Die Preisrichter.
Zu Preisrichtern find neben dem Dresdener Generalmusikdirektor Geh. Hofrat Edler v. Schuch der Direktor des Musikliterarischen Seminars und der Hochschule für Musik in Berlin Geh. Regierungsrat Prof. Dr. Kretzschmar, der Königliche Kapellmeister Prof. Dr. Beyer (Casfel), Prof. Vuthe (Düsseldorf), der Direktor des Raffschen Konservatoriums Prof. Fleisch (Frankfurt a. M.), Prof. Förstler (Stuttgart), der Direktor des Philharmonischen Chors in Berlin Prof. Siegfried Ochs, das Mitglied der Akademie der Künste Prof. Taubert (Berlin) und Prof. Sitt (Leipzig) ernant worden und zwar von der für den Wettstreit besonders eingesetzten musikalischen Kommission, in der neben dem Generalintendanten der Königl. Schauspiele zu Berlin Grafen v. Hülsen-Hüseler u. a. der Wirk!. Geheime "DOerregierungsrat Dr. Schmidt vom Kultusministerium, Geh. Negierungsrat Prof. Dr. Friedländer und der Direktor des Hof- und Domchors Prof. Rüdel (Berlin) gehören. — $ An Stelle des im letzten Augenblick durch die Konzertreise