Einzelbild herunterladen
 

GrAeS Blâ

anauer

Bezugspreis:

Merteljährlich 1.80 Mk., monatlich 60 Pfg., fSr Pop» bezug vierteljährlich 210 Mk., monatlich 70. Pf^ Die einzelne Nummer kostet 5 Pfg.

ErnrSckmrtzsgeSühr:

Die Lgespaltene Pirtitzeile oder deren Raum 20 Pfg. im Reklametell die Zelle 50 Pfg.

Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des verein, ev. Waisenhauses in Hamm.

Geaeml-Ällzeiger

ANtlichts Organ für Stadt- und Landkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Berantwortl. Redakteur: 6. Schrecker in Hanau.

Nr. 103

Kerttsprechanschlits; Nr. 230

Montag den 5. Mai

FernsprechaitschluK Nr. 230

i^iMHiwwfnuiwp .......«II»»»^ i1 in imnwmn

1913

Jie Wise Minimier WM anker dem MnWmMN

14 Seiten.

Amtliches.

Eandhreis banau.

Dem bisherigen Schutzmann Heinrich Freyer hier sind die Geschäfte des Kreisvollziehungsbecrmlen, zunächst auf Probe, übertragen» worden.

Hanau den 2. Mai 1913. A. 2283

Der Vorsitzende des Kreisausschusses.

Frhr. Laur.

Handelsregister.

Firma:

Deutsche Dunlop Gummi Compagnie Aktiengesellschaft" in Hanau.

Dem Ingenieur Rafael Müller in Hanau ist Gesamt- prokura erteilt, durch die er gemeinschaftlich mit einem Dorstandsmitgliede oder einem anderen Prokuristen zur Vertretung der Firma berechtigt ist.

Eintrag des Königlichen Amtsgerichts 6 in Hanau vom 24. April 1913. 11153

--.

/, Die Valkorskrifis.

J \ ; A Di/ ('Stim^ kommst

^ ^Zièn, ^ Mw o Dfy /Mffchcfi^yg -er mo rtenegri- .rischey. ♦Xife ii^|ür A^ntcr^âbenb (ja erwarten. Davon unabhängig wird in Oesterreich und Italien die gemeinsame Aktion in Albanien vorbereitet. Sowohl an den österreichi­schen, wie an den italienischen Küsten werden große Truppenmasien angesammelt, um sie in kürzester Frist nach Albanien zu befördern. Wie der Korrespondent desDeut­schen Telegraphen" aus zuverlässiger Quelle erfährt, gelten die gegenwärtigen Verhandlungen der österreichischen und italienischen Regierung nicht einer Abänderung der gelten­den Verträge über Albanien oder einer Aufteilung des Landes, sondern vielmehr der zeitweiligen Besetzung, also einer Okkupation etwa nach dem Muster von Bosnien und der Herzegoving. Oesterreich-Ungarn und Italien werden die Okkupation auf unbestimmte Zeit durchführen und den Fluß Schkumbi als Grenze ihres Okkupationsgebietes ver­einbaren. Die österreichische Aktion gegen Montenegro wird sich nicht auf Skutari beschränken, wie dies der Wunsch der italienischen Regierung ist; die maßgebenden militärischen

Lohengrin Aufführungen.

In unserem letzten Artikel ist auf die schwierigen, aber äußerst wirksamen Chore, die von stimmbegadten Damen und Herren hiesiger Stadt unter kunstverständiger Leitung mit großem Fleiße znr Einstudierung gelangen, aufmerksam ge­macht worden. Heule möchten wir durch ein paar Zeilen unsere Bürgerschaft mit den S o l i st e n bekannt machen, die bei der demnächstigen Aufführung der Festspiele die ein­zelnen Solopartien vertreten. Die Besetzung sei nachstehend angegeben : Lohengrin (Herr Gentner Frankfurt a. M.), Elsa (Frau Gentner-Frankfurt a. M.), Ortrud (Frau Ohlf - Vick), König Heinrich (Herr H. Appunn), T e l s a m u n d (Herr Karl Fr. Appel), Heer r u f e r (Herr Albert Bauer). Die übrigen kleineren Rollen: Pagen, Edele rc. sind durch Mitglieder des Chores besetzt.

Außer der Besetzung vonLohengrin" undElsa" durch die beiden Frankfurter Künstler, deren musikalischer Ruf hier vorteilhaft bekannt ist, liegen die übrigen Rollen in den Händen hiesiger Künstler, wodurch die Aufführungen an lokalem Interesse gewinnen dürften. Die Namen derselben und die anerkannte Leistungsfähigkeit bürgen dafür, daß die technisch hohe Anforderungen stellenden Partien, jede in ihrer Art, würdige Vertreter gefunden haben, was nach den in den Proben gemachkln Wahrnehmungen, insbesondere durch geistiges Erfassen des Inhalts, musikalische Zuverlässigkeit, durch Fülle, Kraft und Ausdruck der Stimmorgane und durch wohltuende Wärme und Innigkeit beim Vortrag, in die Er­scheinung tritt.

So dürfte durch ein harmonisches Zusammenwirken von Chor und Solisten, gestützt auf ein gutes Orchester, nicht nur den Musikverständigen, sondern and) dem Laien und Fernstehenden jene Gestalten einer sagenhaften Vergangenheit faßlich näher rücken und die ganze Aufführung durch neue dekorative Ausstattuna der Bühne und stilvolle Kostüme-

Stellen Oesterreichs haben sich gegen diese Beschränkung ausgesprochen, daß nur eine Aktion gegen Skutari unter­nommen werde, mit der Verpflichtung, montenegrinisches Gebiet nicht zu berühren. Sollte die italienische Regierung aus diesem Grunde ihre Mitwirkung in Albanien ver­zögern, oder gar von der Erfüllung dieser letzten Bedingung abhängig machen, dann wird Oesterreich-Ungarn in den allernächsten Tagen allein gegen Montenegro vorgehen. In­zwischen werden die Verhandlungen zwischen Wien und Rom eifrig fortgesetzt. Wenn die Votschasterreunion, wie zu erwarten ist, am Montag wieder ergebnislos verläuft, wird in Eetinje eine ganz kurz gefaßte Mitteilung der östereichischen Regierung übermittelt werden, und der Ge­sandte Oesterreichs wird am Dienstag den Auftrag erhalten, seinen Posten zu verlassen. 24 Stunden später wird der Einmarsch österreichischer Truppen in Montenegro von drei Fronten erfolgen und zugleich der Zug nach Skutari und Durazzo in Angriff genommen werden. Die erforderlichen Truppen sind bereits unterwegs und alle Vorbereitungen sind getroffen.

Rußland vermittelt zwischen Bulgarien und Serbien.

DT. Sofia, 4. Mai. Das RegierungsorganMir" kün­digt an, daß Rußland schon jetzt seine.Rolle als Schieds­richter im bulgarisch-serbischen Grenzstreit übernommen habe. Rußland hat seine Bereitwilligkeit in Sofia und Belgrad offiziell mitgeteilt.

Der albanische Vertrag.

DT. Wien, 4. Mai. Der 1900 verfaßte Vertrag zwischen Oesterreich-Ungarn und Italien betr. Albanien bestimmt: 1. Für die Dauer der türkischen Oberherrschaft in Albanien die Wahrung der albanischen Volkssprache. 2. Für den Fall, daß der Statusquo, nämlich die türkische Oberherr­schaft umgeworfen wird, muß Albanien autonom gemacht werden. 3. Für den Fall, daß die Durchführung dieser Autonomie sich als unmöglich herausstellen sollte, haben sich die beiden Staaten, Oesterreich und Italien, über die zu ergreifenden Maßnahmen zu einigen. Dieser 3. Fc^l ist nun eingetreton, nachdem der Streich Effad Paschas die Be­mühungen, ein autonomes, unabhängiges Albanien herbei­zuführen, vereitelt hat. Oesterreich und Italien sehen sich daher veranlaßt, vorläufig zur Okkupation des Landes zu schreiten.

Serbien kriegslustig.

DT. Wien, 4. Mai. Nach zuverlässigen Berichten aus Belgrad ist der Einfluß der Militärpartei Serbiens ge­wachsen. Man muß daher in Oesterreich damit rechnen, daß im Faüe eines bewaffneten Konfliktes mit Oesterreich Serbien sich an die Seite des Bundesgenossen stellen wird.

lebt, in einem Gewände erscheinen, das uns die ganze Schön­heit des Wagnerffchen Werkes begreifen läßt. P. A.

Kunst und Leben.

Neues von einer hübschen und praktischen Mode: das Uhrarmband. Die Uhr, die vielen Frauen früher eine Ueberflüssigkeit schien, die sie nicht gern bei sich führten, macht heute Anspruch darauf, nicht nur vom praktischen, son­dern auch vom künstlerischen Standpunkt aus beachtet und getragen zu werden. Aus diesem Bedürfnisse heraus, Zweckmäßigkeit und Schönheit gleichmäßig zu vereinen, entstand das Uhrarmband. Mit viel Geschmack und Phan­tasie hat sich die Mode dieses neuen Schmuckstückes ange­nommen. Für den Sport gilt nach wie vor das schlichte, breite Ledsrband, in das jede Uhr bequem eingefügt werden kann, als am geeignetsten. Größerer Beliebtheit zum Straßenkleid erfreuen sich die dehnbaren Kettenarmbänder aus Gold, Silber oder Bunter Emaileinlage. Und eine der letzten Neuheiten auf diesem Gebiete ist eine ganz flach gearbeitete Uhr aus Platin, die an einem schmalen, schwar­zen Seiden- oder Moireeband hängt, das obendrein auch noch mit kleinen funkelnden Edelsteinen besetzt werden kann. Vornehm und kostbar ist ein Uhrarmband aus 'einer Dop­pelreihe echter Perlen. Die Form der Uhr ist, wenn sie am Handgelenk getragen wierd, durchaus nicht immer die übliche runde, man sieht sie häufig oval oder gar vier- und mehreckig gearbeitet, mit zierlichen Ornamenten versehen oder mit Brillanten und Perlen besetzt. So ist also alles geschehen, um diesem kleinen und doch so überaus wichtigen Werkzeug jenen Anschein praktischer Nüchternheit zu neh­men, in dem vielleicht auch das Geheimnis zu suchen ist, weshalb die Frau dem Gedanken, pünktlich zu sein, bisher so feindlich gegenüberstand....

Die Stimmung in Montenegro.

DT. Wien, 4. Mai. Gestern sind wieder Telegramme aus Eattaro eingetroffen, die besagen, daß dort das ge­wohnte Leben herrscht und der Postautoverkehr mit Eetinje unverändert aufrecht erhalten bleibt. Die einzige Verände­rung ist die verringerte Zahl der ankommenden Fremden und derjenigen Personen, die eine Fahrt von Eattaro nach Eetinje wagen. Die Reisenden, die aus Eetinje hier an­kommen, erzählen, daß die Bevölkerung dort sehr aufge­regt ist, die Fremden aber nicht weiter belästigt.

Die Tripleentente gegen die österreichisch-ungarische Aktion.

DT. Paris, 4. Mai. Die Vertreter der Triple-Entente werden, wie halbamtlich gemeldet wird, auf der Londoner Botschafterkonferenz am Montag darauf Hinweisen, Latz Oesterreich-Ungarn und Italien keinerlei Auftrag der Großmächte zu einer gemeinsamen Expedition nach Alba­nien und zu einem militärischen Vorgehen gegen Essad Pascha und Dschavid Pascha besitzen. Ein derartiges Vor­gehen ist bisher von den Londoner Botschaftern nicht er­örtert worden. Erst wenn dies geschehen ist, und die Machte sich übereinstimmend. für ein solches Vorgehen aus­gesprochen haben, können Frankreich, England und Rußland derartige Schritte gutheißen. DerTemps" veröffentlicht im Anschluß hieran die Anweisungen, die Fürst Bülow am 22. April 1905 dem deutschen Botschafter übermittelte, um gegen ein gemeinsames französisch-spanisches Vorgehen in Marokko zu protestieren und behauptet, dieselben Einwen­dungen, die damals gegen das französisch-spanische Vorgehen gemacht wurden, müßten jetzt gegen das österreichisch-italie­nische Vorgehen in Albanien erhoben werden. Frankreich unb Spanien habe man damals einen gemeinsamen mili- tärischen Schritt untersagt. Wenn Europa gerecht sein wolle, müffe die Londoner Botschafterkonferenz jetzt auch Oesterreich-Ungarn und' Italien die geplante Expedition verbieten.

Demission des Kabinetts in Montenegro.

W. Cetinje, 5. Mai. Der Ministerrat schlug der Krone vor, betreffend Skutari selbst im Falle eines Waffenkon­fliktes nicht nachzugeben. Da die Krone den Vorschlag ab­lehnte, demissionierte das Kabinett.

Angebliche russische Truppenkonzentrationen.

Die von einem Berliner Blatte verbreitete Meldung über angebliche Konzentrationen russischer Truppen an der österreichischen Grenze ist nach den in Berlin vorliegenden Nachrichten unbegründet.

Der Deutsche Fraueu-Kunstverbaud.

DT. Frankfurt a. M., 4. Mai. Der vor Iahresftist ge­gründete Deutsche Frauen-Kunstverband tagte hier unter dem Vorsitze von Käte Kollwitz. Es war die erste General­versammlung des Verbandes. Di-e Beteiligung war eine ungewöhnliche große, namentlich hatten die süddeutschen Ortsgruppen zahlreiche Vertreterinnen entsandt. Die Damen wohnten gestern zunächst einer Sitzung des Vereins Frauenbildung und Frauenstudium" bei, in der Frau Emmy Lehmann-Göttingen über dasKunststudium der Frau" referierte. Die Rednerin forderte von den Künstle- rinen einen stärkeren Anschluß an die Frauenbewegung, ferner erstrebe der Kunstverein Lern- und Lehrberechtigung der Frauen an den öffentlichen Kunstschulen, soweit sie ihnen noch vorenthalten sind. An der langen Debatte, die der Vortrag auslöste, beteiligten sich zahlreiche bekannte Künstlerinnen. Auf Antrag der Mannheimer Ortsgruppe nahm man eine Resolution an, in der die Mädchen vor der Vorbereitung zum Universitätsstudium auf den Ober­lyceen gewarnt werden, da diese eine schwere Gefährdung für dieselben bedeutet und die Gefahr in sich birgt, die Resultate des Frauenstudiums überhaupt herabzusetzem

Albumblâtter.

Wenn jemand schlecht von deinem Freunde spricht, Und scheint er noch so ehrlich, glaub' ihm nicht! Spricht alle Welt von deinem Freunde schlecht, Mißtrau der Welt und gib dem Freunde recht!

Wird die Liebe eifersüchtig, So bekommt sie hundert Augen, Doch es sind von allen hundert, Zwei nicht, die zum Klarsehn taugen.