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Deutschland in Waffen.

Von frischem, soldatischem Sinn ist auch der Textbeitrag des deutschen Kronprinzen in diesem Werke (siehe gestrige Nummer) erfüllt. Erschrieb:Regiment derGardesdu Corps,Standarten­eskadron". Erinnerungen aus der Kriegsgeschichte und aus den Friedensmanövern sind es, die diesem Peitrag muntere Le­bendigkeit geben. Das Bild, zu dem Kronprinz Wihlhelm den Text schrieb, malte Adolf Cloß, von dem noch zwei Bilder stammen. Außerdem finden wir die Namen Jüttner, Röchling, Kuhnert, Stoewer, Schoen, Junker u. a. Prof. Becker malte ein anschauliches BildBayerische Maschinenge­wehrkompanie in Stellung". Von Prof. Diemer ist ein Aufstieg des Zeppelinluftschiffes" in bekannter Meisterschaft vargestellt. Durchgehend verbinden die Bilder, soweit es die spezielle Aufgabe der Darstellungen zuließ, künst­lerische mit sachlicher Anschaulichkeit und Zuver­lässigkeit. Im ganzen enthält das Werk 21 farbige Voll­bilder und neben dem Geleitwort des Kronprinzen 19 Be­gleittexte, die ebenfalls ihren Zweck, unsere Soldaten bei der militärischen Arbeit zu zeigen, trefflich erfüllen.

Die französische Presse über des Buch des Kronprinzen.

DT. Paris, 1. Mai. Die Mitarbeit des Deutschen Kronprinzen an dem WerkeDeutschland in Waffen" wird von der französischen Presse sehr verschieden beurteilt. Das Journal" bringt einen Teil aus der Vorrede und bemerkt dazu:Man kann hieraus ersehen, daß der Kronprinz des Deutschen Reiches es nicht mit den Friedensfreunden ver­derben, aber auch seinen Namen nicht im Friedenstempel verewigen wollte." Der "Figaro" zitiert die Stelle, wo der Kronprinz darauf hinweist, daß das Schwert bisher stets in der Weltgeschichte der ausschlaggebende Faktor ge­wesen ist und meint:Sehr richtig! Hoffentlich wird auch daz Ausland aus dieser Lehre Nutzen ziehen. Wenn Deut­schland nur mit dem Schwerte in der Hand ruht, wäre es un angebracht, das französische Schwert verrosten zu lassen." DerMatin" bringt die aus der Feder des Kronprinzen stammende Einleitung fast vollständig und begnügt sich im übrigen mit der kurzen Bemerkung:Selbst gewisse deut­sche Kreise bedauern diese Veröffentlichung angesichts des Erstes der politischen Lage." Sehr abfällig äußert sich der Excelsior", der in den Zeilendes Kronprinzen sein politisches Spiegelbild sieht. Er schreibt:In diplomatischen Kreisen kennt man die kriegerischen Entscheidungen des Prinzen. Man hat ihn gesehen, wie er im Reichstag gegen die Friedenpolitik seines Vaters manifestierte. Man sieht nicht ohne Unruhe die Stunde kommen, wo er berufen sein wird, die Geschicke Deutschlands zu leiten, denn bisher hat er nicht die Friedensliebe gezeigt, von der sein kaiserlicher Vater so tief durchdrungen ist."

Luftschiffahrt.

Für den Prinz Heinrich-Flug sind durch die Flug- Zeugabteilung des Deutschen Luftfahrer-Verbandes folgende Nennungen bestätigt: von Offizieren: Blüthgen-Mars- Doppeldecker, Canter-Rumpler-Taube, v. Thüna-LVE- Doppeld'ecker, v. Veaulieu-Albatroß-Doppeldecker, Castner- Rumpler-Tanbe, v. Mirbach-Euler-Doppeldecker, Weyer- Aviatik-Doppeldecker, Donnevert-Rumpler-Taube, Coerper- Jeannin-Taube, Hailer-Otto-Doppeldecker, Vierking-Otto- Doppeldecker, v. Haller-Otto-Doppeldecker. Die letztgenann­ten drei sind bayerische Offiziere. Als Stellvertreter sind von der Preußischen Heeresverwaltung genannt die Leut­nants Sommer, Reinhardt, Hantelmann, von der bayeri­schen Emmerich und Henneberg. Zur Kategorie 3b der Aus­schreibung wurden folgende Nennungen bestätigt: Leutnant v. Hiddessen-Eindecker der Dflw., Leutnant Zwickau-Dflw., Ingenieur Schlegel-Aviatik-Eindecker, Oberleutnant Linke- Aviatik-Pfeil-Doppeldecker, Ingenieur Thelen-Albatrotz- Doppeldecker, Oberingenieur Hirth-Albatroß-Hirth-Ein- decker. Als weitere Bewerber wurden notiert: Leutnant

Er bejahte, doch zögernd fügte er hinzu:Ich muß Ihnen noch etwas sagen, Irene, damit Sie nicht erschrecken: Dago­bert Hatten ist nicht gesund; er hat ein nervöses Leiden."

Sie sah ihn groß an.Nicht gesund? O, der Aermste! Und doch ist er reich! Die Natur entschädigte ihn, indem sie ihm sein großes Talent gab. Und die Seinen haben das schöne Vorrecht, ihn zu pflegen."

Und doch entfärbte sich ihr reizendes Gesicht, doch griff ihre Hand wie schutzsuchend nach Gerhards Arm. Der da auf sie zukam, auf leicht schwankenden Füßen, mit blassem Gesicht, in dem es oft seltsam zuckte, der war ihr vielbe­wunderter Dichter? Aber es war ja kleinlich von ihr, sich durch etwas Aeußerliches erschrecken zu lassen. Daß er litt und trotz des Leidens so Wundervolles zu schaffen ver­mochte, war ja doppelt groß und herrlich. Und heiß er­rötend^ sprach sie ihm ihre Anerkennung, ihren Dank aus.

Ihre Mondnachtslieder auf den Lippen, begebe ich mich zur Ruhe, mit Ihren hellstrahlenden Morgengedichten begrüße ich den jungen Tag", sagte sie warm.Wie glück­lich müssen Sie sein, so tief zu empfinden und Ihre Empfin­dungen in so vollendete Form zu gießen!"

Nie war ich glücklicher, als in diesem Augenblick", er­widerte ;cr mit einer Stimme, die nicht melodisch war, wie sie in ihren wachen Träumen erklungen, und die doch ihr Herz schneller schlagen ließ.Das Lob meiner Poesien von so schönen Lippen ist köstlicher, als sie."

Aber sie wollte keine Schmeichelei, in die geheime Werk­statt des Dichters wünschte sie zu blicken, zu erfahren, ob eine Idee, wie ein Blitz in seine Seele fiel und Flammen daraus entstünden, oder ob sie wie ein Keim im Erdreiche langsam wachse und reife.

Neben ihm durch den in seiner Herbstpracht herrlichen Garten schreitend, hing sie andächtig an seinen Lippen und trank feiner Worte Ueberfchwang durstig in sich hinein. Er sprach ihr sogar von den Urbildern seiner Personen in seinen Prosawerken und bemerkre dabei mit einem feurigen

Joly auf Eindecker der Gothaer Waggonfabrik, Leutnant Engwer dito, Trautwein-Eâecker-Eindecker. Ferner ran­gieren Suvelack-Kondor-Eindecker, Leutnant Carganice- LVG.-Doppeldecker, Vaierlein-Otto-Doppeldecker, Ober­leutnant Ladewig-Jeannin-Taube. Außer Konkurrenz wirZ Grade auf Grade-Eindecker die Konkurrenz mitfliegen.

Aus Ha«a« Stadt ««d Land.

Hanau, 3. Mai.

Mai.

Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus." Den Wonnemonat nennt man ihn, und hoffentlich macht er diesem Namen Ehre. Ein freundlich wonniges Mailüfterl mit viel goldenem Sonnenschein, so gehört sichs für diesen Monat. Die Menschen sind ja so dankbar, wenn es der Mai gut mit ihnen meint, sie nehmen ihn so gern ins Herz hinein. Maienluft und Frühlingswonne möchten in der Menschenbrust jubeln. Die in tausend bunten Blütenfarben aufglühende Natur tut es uns Deutschen immer noch an. Selbst in der verstaubten Seele regt sich ein Verständnis für innige, sinnige Maienpoesie. Bald klingen die necki­schen, bald mehr die getragen ernsteren Töne. Hclty singt:

Rot stehn die Blümlein, weiß und blau,

Und Mädchen pflücken sie,

Und tanzen auf der grünen Au, Ahi, Herr Mai, ahi!

Man denkt an den Mai des Lebens, die strahlende, jauch­zende Jugend, die so bald vorüber geht. Das Volkslied weiß es:

Jedes Jahr kommt der Frühling, Ist der Winter vorbei;

Doch der Mensch nur allein

Hat einen einzigen Mai.

Genug, wenn es nach Jahren leis und glückselig nachtönt von Maientagen mit junger Kraft und junger Liebe. Da­rum träume, o Menschenkind, nur ein wenig im Mai und schaue in den klaren, blauen Frühlingshimmel! Im Mai sollte man möglichst viel von der besten Seite nehmen. Dazu gehört z. V. des öfteren eine frohe Maiwanderung, mit oder ohne Maibowle, wie man es eben haben kann. Unsere Vorfahren hatten sozusagen ihre offiziellen Mai­gänge, Reste uralter Opfervorstellungen: Feld und Flur sollten bei diesen Umgängen gesegnet werden, und im Geiste sah man die grünenden Saaten bereits reif zu einer guten, vollen Ernte. Der englische Schriftsteller Thomas Carlyle meinte zwar, das Leben sei kein Maientanz, aber es ist doch recht hübsch, wenn man hier und dort noch etwas von den volkstümlichen Maientänzen findet, vom Maienbaum, Maikönig und Maikönigin, mit bunten, flatternden Bän­dern und blumengeschmückten Zweigen. Denn leider schwin­den die alten Maisitten immer mehr wie so manches andere. Griesgrame könnten da gleich von demalles nivellieren­den Zug unserer nur auss Materielle gerichteten Zeit" reden, aber gerade eben in den Mai paßt keine pessimistische Brille. Wir wollen es lieber mit Uhland halten:

Die Welt wird schöner mit jedem Tag, Man weiß nicht, was noch werden mag, Das Blühen will nicht enden.

Es blüht das fernste, tiefste Tal; Nun, armes Herz, vergiß die Qual! Nun muß sich alles, alles wenden.

- Postpaketdienst nach England über Kaldenkirchen- Vlissingen. Die Versender von Paketen nach Großbritan­nien und Irland werden darauf aufmerksam gemacht, daß es sich ganz besonders empfiehlt, Pakete, die vor Pfingsten ihre Bestimmung erreichen sollen, so früh aufzuliefern, daß die Auflieferung an die Adressaten noch vor Freitag den 9. Mai erfolgen kann, da die meisten Firmen in der City von London an diesem Tage schon abends schließen und er- Blick auf sie, noch nie hätte er mit jemand so offen von seinem Schaffen gesprochen, wie mit ihr; er ahne die ver­wandte Seele in ihr.

Aber die Ihren lassen Sie doch teilnehmen an Ihren Arbeiten", erwiderte sie,und sie werden Ihnen jeden Stein aus dem Wege räumen."

Ja, meine gute Mutter und Schwester bemühen sich um mich, aber nicht immer genügt mir die Stille unserer Häuslichkeit. Der Dichter muß im Leben stehen, um es malen zu können, doch meine Gesundheit verbietet es w iE."

Vitter und scharf klang seine Stimme, sie aber hörte nur den gerechten Schmerz.

Wem die Götter so Großes geben, den beschweren sie wohl immer mit einem Gewicht, das ihn zur Erde zieht. Sonst stünde er zu hoch über uns. Aber Sie müssen reisen, in warmen Ländern Genesung, Schönheit suchen."

Er lachte mißtönend auf.Mein gnädigstes Fräulein, die Poeten von Gottes Gnaden haben, abgesehen von eini­gen Ausnahmen, nie viel Gold geerntet. Kostspielige Reisen sind mir versagt."

O, wie gerne hätte sie ihn mit der Fülle ihres Reich­tums überschüttet, damit er genese und unbekümmert um die Sorgen des Alltags nur seiner heiligen Mission lebe!

Sie brach von einem Lorbeerbäume einen Zweig und reichte ihn ihm.

Die Ruhmeskränze, die man Ihnen windet, müssen Sie für manches Versagte entschädigen", sagte sie weich.

Diese Stunde schon tut es! Ihnen, der holden Tröste­rin, gebührt auch eine Zier, hier, diese Rose, Ihr Eben­bild!"

Dabei berührten sich ihre Hände, und sie erschrak über die feuchte Kälte seiner Finger. Gleich darauf schalt sie sich wegen dieses Empfindens und lauschte begeistert seiner Säuberung zu einem neuen Epos.

Lebbafte Stimmen riefen Irene au der jungen Welt, die

fahrungsgemäß bis Dienstag bezw. Mitjwoch nach den Pfingstfeiertagen den 13. resp. 14. Mai geschlossen halten. Eine Zusendung ist daher bei den meisten englischen Wa­renhäusern in der Zwischenzeit von Freitag vor Pfingsten bis Dienstag bezw. Mittwoch nach Pfingsten nicht zu be­werkstelligen.

* Lichtspieltheater. Nun ist auch der dritte Film der Erna Morena--SerieDu sollst Vater und Mutter ehren" erschienen, dessen Inhalt der Handlung der auch hier oft und gern gesehenen OperetteDer fidele Bauer" ähnelt. Hier wie dort verleugnet der emporgekommene Sohn seine alten Eltern, die alles geopfert hatten, um dessen Glück zu gründen, allerdings ist in dem Kinoschauspiel der Ausgang nicht operettenhaft, sondern höchst tragisch und lebenswahr gestaltet. Dieses Meisterwerk reiht sich würdig den beiden bereits vor­geführten Films der gleichen Serie an. Das tragische Ge­schick einer jungen Aelplerin, jedoch mit einem guten Aasgang erzählt der FilmLinda, die Aelplerin" und das Drama Fräulein Detektiv" schildert in fesselnder Weise eine in­teressante Einbruchsgeschichte, deren Held ein Hund ist. Wie alle Moritz Prince-Films ist auch die große KomödieDer gutmütige Moritz" ein urkomisches Stück, in dem eine Pointe die andere ablöst und ständige Heiterkeit erweckt. Interessant ist die NaturaufnahmeDas Leben eines Schmetterlings", sie zeigt den Wolfsmilchschwärmer in seiner Entwicklung vom Ei bis zum Schmetterling. Pathe Journal enthält wie immer eine Reihe aktueller Bilder. Zu nennen ist noch die Komö­dieDer Zauberfisch" und das TonbildMorgenblätter­walzer".

* Baugewerbetarif. Soeben ist im Verlage von Löber L Co. in Frankfurt a. M. die 13. Ausgabe des Baugewerbetarifs" erschienen. Vom Architekten Wilh. Nicol bearbeitet, enthält der Tarif alle für das Baugewerbe maßgebenden Preise, sowohl von Material als von Arbeits­löhnen, und darf somit als ein brauchbares und praktisches Hilfsbuch für alle dem Baugewerbe angehörenden Geschäfts­leute und Unternehmer bezeichnet werden.

* Vereinigung ehemaliger 81er. An dieser Stelle sei hiermit nochmals darauf hingewiesen, daß die 22. Wander­versammlung genannter Vereinigung morgen Sonntag, d e n 4. M a i d. I s., nachmittags in H o ch st a d t im Saale des Gasthauses von Herrn Ph. Ströhl statt­findet und hoffen wir auf eine zahlreiche Beteiligung. Ab­marsch: ^2 2 II § r von Vor der Kinzigbrück» aus.

* Centraltheater. Der dritte Teil des Films von der Königin Luise, der den TitelDie Königin der Schmerzen" führt, rechtfertigt allein schon einen Besuch des C-ntral- theaters in dieser Woche. Ein eigenartiges, fesselndes Drama, dessen Handlung aus der indischen Mythologie ent­lehnt ist, haben wir in dem FilmDas Amulett" vor uns. Es wird sicher alle Beschauer mit seiner ganzen Gewalt bis zum Schluß packen. AuchSchlecht und gut gehület"j 'S ein recht wirksames Drama. Allgemeine Heiterkeit averdey die humoristischen BilderWo ist mein Mann" undPan­toffelhelden" erwecken. In der NaturaufnahmeEin Volks­fest in Oberbayern" sehen wir das urwüchsige bayerische Bauernvolk in munterm Bildern «orüberziehen und zwar so naturgetreu, daß der Beschauer meint, das Klatschen auf den Hosenboden und das Schnalzen mit der Zunge bei dèm Schuhplattler zu hören. Das lebhafte Bild zeigt, wie sich das lustige Gebirgsvolk seinen Sonntagnachmittag vertreibt.

* Schwedische Krone. Auf die heute und morgen statt- findenden Darietevorstellungen und Tanzmusik (s. heutige Annonce) machen wir auch hier aufmerksam.

* Wiener Spitze. Morgen Sonntag den 4. Mai findet von

4 Uhr ab in der Wiener Spitze bei gut besetztem Orchester großes Tanzvergnügen statt. An den beiden Pfingstfeier­tagen finden Varietevorstellungen mit vollständig neuem Personal statt.

6 Die Buchbergwirtschaft und der Vuchbergtur" sind bei gutem Wetter täglich geöffnet.

^^"-»-"--'-^'"-'^"^"""^^^-"^^'^^-"^.^^^^r^?>- ^,^.^^^-:<^M.,»>[[ I ^mi»«! I IX--*»1 nijT^tsyn.n^.l. F'^JB^yVSK^^XWW^» sich auf dem Rasen frohen Spielen widmete. Es dünkte ihr fast eine Entweihung, sich daran zu beteiligen, nachdem sie über so Hohes gesprochen, aber sie konnte sich nicht aus­schließen. Leicht und graziös glitt sie auf dem Rasen um­her, doch ihre Verehrer vermißten ihre heiteren Worte, ihr zündendes Lachen.

Gerhard wollte sie sich zur Tafel holen, aber schon schritt sie an Hattens Arm in den Speisesaal. Mit fast schmerz­lichem Empfinden sah er sie dort mit weltentrücktem Aus­druck auf dessen Reden lauschen.

Auch nach Tisch blieb der Dichter neben ihr, umspann sie mit seiner fantastischen Gedankenwelt, baute ein buntes Märchenreich vor ihr auf, rezitierte Strophen aus seinen noch unveröffentlichten Gedichten. Und wie seine Worte, so umhüllten auch seine Blicke sie mit Flammen. Sie über­hörte es, daß im Saale die zündenden Klänge der Regi­mentsmusik erschollen, und fuhr w'^ «us einem Traume empor, als Gerhard plötzlich vor ihr stand.

Irene, ich bitte um diesen Walzer!"

Dagobert Hatten runzelte die Stirne, aber er hatte nicht das Recht, sie zurückzühalten.

Sie vergessen heute ganz Ihren besten Freund, Irene", sagte Gerhard in halb scherzendem, halb wehmütigem Ton.

Ach, verzeihen Sie," bat sie reuig,ich bin wie in einem Rausch, wie in einem Traum, der mich auf einen hohen Berg geführt hat."

Eine Mahnung schwebte ihm auf den Lippen, eine Bitte, aus dem Traum zu erwachen, aber warum ihr die Stunde trüben? Morgen würde sie wieder frei sein von dem Zauber, den Dagobert Hatten heute auf sie ausübte. Doch Gerhard irrte sich. Irene vergaß alle ihre bisherigen Freu­den über der einen: die Freundin, die Muse des Dichters zu sein. Er sorgte dafür, daß sie seiner gedachte. Er sandte ihr Blumen mit huldigenden Versen, er widmete ihr den Eedichtband, der gerade im Drucke lag, er kam nach Eroß- Stauffen, er war überall dort, wo er sie wußte. Und dann