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EinrSckungsgeSShr:

DK Sgespaltrne Petitzelle oder deren Raum 20 Pfg. t» ReUametell die Zelle 60 Pfg.

Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckers! des verein. ev. Waisenhauses in Hanau.

General-Anzeiger

Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kasan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Anzeiger

Bezugspreis:

BierteljS-rkich 1.80 Mk., monatlich bvPfg^ De W bezug vterleljShrlich 2.10 BL, monatlich 72 Pfg, Die einzelne Nummer kostet 6 Pfg.

Verantwort!. Redakteur: E. Schrecker in Hanau.

$?L 99 KerrrspreÄamclrlits; 9!r. 230.

Dienstag den 29. April

Ferttsprecharrschlttst Nr. 230. 1913

Amtliches.

Viehseuchenpolizeiliche Anordnung.

Meine viehseuchenpolizeiliche Anordnung vom 11. März 1913 A III Nr. 1503 (Amtsblatt S. 104) wird mit Rücksicht auf die verringerte Gefahr einer Weiteroerbreitung des Rotzes wieder aufgehoben.

Diese Anordnung tritt sofort in Kraft. (AIII 2374) Cassel am 21. April 1913. V 2979

Der Regierungspräsident.

Graf von Bernstorff.

Landkreis Hanau

Der Auftrieb der für den diesjährigen Werdegang auf der Kreisjungviehweide angemeldeten Fohlen und Rinder erfolgt am Freitag den 2. Mai 1913, vormittags 9 Uhr.

Die Tiere find nach Gattungen und gemeindebezirksweise getrennt an dem kurz vor 8er Weiche der Kleinbahn nach dem Weidegelände abzuweichend^n Waldweg aufzustellen.

Es werden nur gesunde, gut entwickelte und zur Zucht geeignete Tiere zum Weidegang zugelassen. Bullen und Hengste finden keine Aufnahme.

Um die Tiere an die Weide leichter zu gewöhnen, wird nochmals auf die imHanauer Anzeiger" mehrfach ver­öffentlichten Bedingungen verwiesen, wonach die zur Weide kommenden Tiere schon vorher an den Aufenthalt im Freien und an kaltes, frisches Wasser gewöhnt sein müssen. Zube­reitete Tränke empfiehlt sich den Tieren nicht mehr zu reichen.

Die Versicherung der Wcidetiere gegen alle Verluste infolge Tod oder notwendig gewordenes Töten, die während Des Werdeganges entstehen, erfolgt Lei einer leistungsfähigen Versicherungsgesellschaft durch den Kreisausschuß. In die Versicherung sind Verluste, welche durch Feuer, Blitzschlag und Ertrinken in der Kinzig, sowie durch Tuberkulose ent­stehen, soweit letztere nach erfolgter Schlachtung amtlich fest- gestellt wird, eingeschlossen.

Die von den Viehbesitzern zu tragenden Versicherungs­prämien betragen für Fohlen 1 Prozent und für Rinder 1>! Prozent der Versicherungssumme.

Soweit die zur Weide kommenden Tiere bei den ört­lichen Versicherungsvereinen bezw. bei den Pferdeversiche- rungsoereinen versichert sind, empfiehlt sich diese Versiche­rung für die Weidezeit aufzuheben. Die vom Kreis abge- fchll Weldeversicherung endet 8 Tage nach dem Abtrieb der Weide.

Die Herren Bürgermeister ersuche ich, die Viehbesitzer, welche Meidetiere zum Auftrieb angemeldet haben, auf die vorstehende Bekanntmachung, unter besonderem Hinweis auf die bekannt gegebenen Bedingungen aufmerksam machen zu lallen. Besondere schriftliche Aufforderungen ergehen an die Viehbesitzer nicht.

Etwaige Anmeldungen werden nur noch bis zum 30. d. M. im Bureau des Kreisausschusses entgegengenommen.

Hanau den 28. April 1913. A. 2200

Der Königliche Landrat.

F r h r. L a u r.

Nach Mitteilung des Eisenbahn-Regiments Nr. 3 findet am Freitag den 2. Mai d. Z., von 1 Uhr nach­mittags ab, durch die 1. Komp, genannten Regiments in der Ziegelei des Besitzers Schütz in Ostheim die Sprengung einer fast senkrechten Lehmwand von 14 m Höhe und 180 m Länge statt. Die Niederlegung der Lehmwand soll ein gefahrloses Abbauen des Lehmes bezwecken.

Hanau den 28. April 1913. M 772 Der Königl. Landrat.

J. A.: Scheelh aase.

DienstNKchrichten.

Die Maul- und Klauenseuche in Großostheim, Bezirks- Amt Aschaffenburg, ist erloschen. Die Viehmärkte finden vom 10. Juni d. Js. ab wieder regelmäßig Iatt.

Stadtkreis Ranau.

Bekanntmachung.

Die für den Stadtbezirk Hanau ausgestellten Vb- teilungslisten für die Wahl zum Hause der Abgeordneten sind am Mittwoch den 30. April, Freitag den 2. Mai und Sametag den 3. Mai d. Zs. im Zimmer Nr. 2 des Neustädter Rathauses (Erdgeschoß) während der Stunden völlig bis ^si und 4 bis 6 Uhr öffentlich ausgelegt.

Innerhalb dreier Tage, nachdem die Auslegung be­gonnen hat und die Bekanntmachung darüber erlassen ist, können gegen die Richtigkeit der Listen bei uns Ein­sprüche schriftlich angebracht oder zu Protokoll gegeben werden.

Einsprüche, die sich gegen den Inhalt der festgestellten Urwählerlisten richten, sind gegenüber den Abteilungs­listen nicht mehr zulässig.

Ueber Bezirke, Abteilung, Zeit und Wahllokal wird dem Wähler später eine Benachrichtigung zugehen.

Hanau den 28. April 1913. 10697

Der Magistrat.

H i l d.

Bekanntmachung.

Das auf den Namen des Robert Simon zu Bruchköbel lautende Sparkaffenbuch Nr. 7333 ist angeblich abhanden gekommen. Der etwaige Besitzer wird aufgesordert, seine vermeintlichen Ansprüche bei dem unterzeichneten Vorstand binnen 3 Monaten geltend zu machen, widrigenfalls das Sparkonto gelöscht und dem Verlierer ein neues Einlagebuch ausgestellt wird.

Hanau, am 22. April 1913. 10705

Der Vorstand der Kreissparkaffe.

Die Walkankrisis.

Die Londoner Botschafterkonferenz.

London, 28. April. Das Reutersche Bureau erfährt: Die Botschafter Oesterreich-Ungarns und Rußlands verließen die Sitzung zusammen und hatten eine längere Besprechung, ehe sie sich trennten. Die Sitzung der Botschaftervereinigung ist auf morgen halb 4 Uhr nachmittags vertagt worden. Das Auswärtige Amt bewahrt große Zurückhaltung, erklärt aber, daß selbst jetzt kein Grund zum Pessimismus vorhanden sei.

Die Haltung Rußlands.

Rom, 28. April. Der russische Botschafter Krupensky hatte heute eine lange Unterredung mit San Giuliano, als deren Resultat angesehen wird, daß Rußland sich auch in der neuen Balkan-Situation vollkommen an der Seite der übrigen Mächte halten wird.

Skutari.

Rom, 28. April. DieTribuna" schreibt: Zn diesem Augen­blick sind alle Augen auf Skutari gerichtet. Man fragt sich, ob, während die Botschaftervereinigung in London berät, Montenegro soviel gesunden Sinn bewahren wird, daß es sich Rechenschaft gibt von der außerordentlichen Schwierig­keit des Augenblicks und den Gesandten der Mächte nicht so antwortet, daß die ganze Aktion der Botschaftervereinigung in Frage gestellt wird. Eine ablehnende Antwort würde einer offenen Herausforderung gleichkommen, nach welcher sich Oesterreich-Ungarn für berechtigt halten würde, zu han­deln. Die Lage ist also sehr ernst. Aber unabhängig von der Skutarifrage besteht in Albaniem eine innere Frage. Die Tribuna" fragt, ob die provisorische Regierung in Valona mit genügendem Ansehen arbeite, um die Ordnung aufrecht- zuerhalten, und ob sich ihre Autorität auch auf das Innere und bis Durazzo erstrecke, gerade jetzt, wo ein Fürst sich zum Souverän erklärt habe. Das Blatt sagt:Sicherlich ist Durazzo nach dem Abmarsch der serbischen Truppen tatsäch­lich ohne Regierung. Aus dem Innern kommen sehr bedenk­liche Nachrichten. Die Konsuln sollen die Mächte benach­richtigt haben, einige Vorsichtsmaßregeln zu treffen, die zunächst auf die Entsendung von Kriegsschiffen in die wich­tigsten Häfen, eventuell auf die Ausschiffung von Matrosen zum Schutze der Konsulate sich beschränken würden. Immer­hin ist bis jetzt noch nichts entschieden."

W. Kiew, 28. April. Anläßlich der Einnahme Skutaris fand in der Sofien-Kathedrale ein feierliches Tebeum statt. Darauf zog die Menge unter Gesang zum Denkmal Chmel­nizkijs, wo zahlreiche Reden gehalten wurden, in denen an das Zusammengehörigkeitsgefühl der Slawen appelliert wurde. Ein Redner, ein Montenegriner, dankte der Menge für ihre Sympathien.

Die Friedenssermittlung.

Wien, 28. April. Einer Mitteilung von maßgebender .Stelle zufolge konnte der gemeinsame Schritt der diplo­matischen Vertreter der Großmächte in Konstantinopel wegen der Beschleunigung der Friedenspräliminarien bis­her nicht erfolgen, weil der russische Botschafter noch ohne Instruktionen ist.'

W. Konstantinopel, 28. April. Ein Mitglied der türki­schen Friedensabordnung erklärte einem Vertreter des Wie­ner Korespondenz-Bureaus, daß man, solange die Note der Mächte der Pforte nicht überreicht sei, nicht einmal wisse, ob es nötig sei, Friedensabgeordnete nach London zu sen­den, da die Friedenspräliminarien anscheinend nur Punkte untergeordneter Bedeutung enthalten würden, während die Hauptfragen den Verhandlungen der Mächte oder der Frnanzkonferenz in Paris Vorbehalten seien.

Der Vertrag zwischen Nikita und Essad Pascha.

DT. Berlin, 28. April. Alle Einzelheiten, die jetzt nach­träglich aus Skutari bekannt werden, bestätigen die Auf­

fassung, daß zwischen dem König von Montenegro unb dem albanischen Kommandanten von Skutari, Essad Pascha, ein förmlicher Vertrag zustande gekommen war, an dem Ruß­land führenden Anteil hatte, und der der russischen Politik in Albanien dienen soll. Essad Pascha hat sich dazu herge­geben, den russischen Plan eines türkischen Albaniens ohne Skutari verwirklichen zu wollen, mit einem albanischen Häuptling an der Spitze. Dieser Plan richtete sich natürlich gegen Oesterreich und wird nur von dem albanischen Ko­mitee in Konstantinopel unterstützt, da die türkische Re­gierung selbst nicht ein solches Albanien will, das ihr nur weitere Opfer und keinerlei Vorteile bringen würde. Die Affäre Essad Pascha wird wohl nur eine Episode in der albanischen Frage bleiben.

Montenegro zum Aeußersten entschlossen.

DT. Cattaro, 28. April. In Cetinje zeigte sich gestern noch keine Geneigtheit, einzulenken. Das Amtsblatt schreibt, Montenegro werde die Gefahr einer völligen Vernichtung nicht scheuen, um Skutari zu behaupten. Auch in militä­rischen Kreisen macht sich eine feindliche Haltung ' gegen Oesterreich geltend. Man betont immer wieder, Skutari nicht herauszugeben, bevor nicht Montenegro militärisch vernich­tet sei; das aber werde nicht leicht fallen. Die Räumung Skutaris von den türkischen Truppen soll noch nicht gänzlich durchgeführt sein, denn die direkte Verbindung Skutaris mit dem Ausland war bisher nicht gestattet. König Nikita äußerte sich am Sonntag gegenüber einer diplomatischen Persönlichkeit, daß die Armee unbedingt auf einem Besitz von Skutari bestehe. Montenegro wünsche keine internatio­nalen Komplikationen heraufzubeschwören, sei aber nicht in der Lage, drohende Konflikte einzuhalten, und müsse von seinen Freunden erwarten, daß sie gegen diejenigen zu- sammenhalten, die jene Konfliktsgefahren förderten.

Montenegro antwortet noch nicht.

DT. Wien, 28. April. Die montenegrinische Regierung hat die gestern übereichte Kollektivnote der Mächte tatsäch­lich unter Berufung auf die orthodoxen Osterfeiertngr noch nicht beantwortet. Oesterreich wird in der heutigen Vot- schafterkonferenz das Verlangen stellen, daß militärische Be­schlüsse gefaßt werden, da Montenegro nicht auszuhungern sei. Die Kollekrivnote der Mächte, die in Konstantinopel wegen der Unterzeichnung der Friedenspräliminarien über­reicht werden soll, konnte der Pforte noch nicht zugestellt werden, weil der russische Botschafter noch nicht im Besitz 8er Instruktionen seiner Regierung ist.

Aus Hanau Stadt und Land.

Hanau, 29. April.

* Turngemeinde. Durch die Beleuchtung des Turnplatzes ist es uns möglich, unser Sommerturnen im Freien jetzt schon zu beginnen. Geöffnet ist der Platz von 8 Uhr ab. Unsere Turner werden gebeten, um diese Zeit zu erscheinen. Auch laden wir jedermann, der sich für unsere Sache inter­essiert, ein, unsere Turnstunden sich anzusehen. Zuschauer sind jederzeit willkommen. Beim Turnen im Saal steht die Galerie offen. Turnstunde der Iugendabteilung Diens­tag und Donnerstag. Ferner machen wir unsere Mitglieder und Freunde auf die Turnfahrt am Himmelfahrtstag auf­merksam. Abmarsch Turnhalle 7 Uhr. Niederrodenbach, Oberrodenbach Michelbach, Kälberau, Hahnenkamm, Hör­stein, Dettingen. Proviant für den ganzen Tag mitnehmen.

* Werkmeister-Bezirksverern Hanau. Der Verein er­sucht UNS, an dieser Stelle darauf hinzuweisen, daß am Himmelfahrtstag der in der Aprilversammlung besprochene Familienausflug veranstaltet wird. Treffpunkt vormittags 7 Uhr beim Milchhäuschen am Nürnbergertor zum Abmarsch nach dem an der Bahnstation Kahl gelegenen Gasthaus Zur Rabenau". Hier Frühstück und Zusammentreffen mit denjenigen, welche die Bahn bis Kahl benutzen (ab Hanau- West 8.37 Mjr, Ost 9.03 Uhr)i Alsdann Weitermarsch durch Kahl und den Wald nach Wasserlos, wo bei Gastwirt Reißing Mittagsrast gehalten wird. Nachmittags ist dann gemütliches Zusammensein in Alzenau bei Gastwirt Sit­linger, dessen Restauration sich in der Nähe des Kleinbahn­hofes befindet. Es wird um recht zahlreiche Beteiligung er­sucht, zumal der Spaziergang in der frisch grünenden Natur frühmorgens für jeden ein Genuß und kleine Abwechs­lung gegenüber den sonstigen Gewohnheiten sein wird. Die Nachzügler am Vormittag können eventl. noch die Bahn ab Hanau-West 9.44 Uhr, Ost 9.53 Uhr, an Kahl 10.13 Ubr be­nutzen.

* Dampferfahrten nach Frankfurt. Am Himmel- fahrtstage den 1. Mai, am Sonntag den 4. Mai, sowie am 2. und 3. Pfingstfeiertage geht ein Dampfer von Hanau an dem Osthafen vorbei bis zur Gerbermühle bei Frankfurt a. M. Fahrpreis 50 Pfg., Kinder 30 Pfg. (Siehe Znserat).