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Erstes Blatt.

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Allftiger

Die ^gespaltene Petitzeile oder deren Raum 20 Pfg. im Reklameteil die Zeile 50 Pfg.

Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des verein, ev. Waisenhauses in Hanau.

General-Anzeiger

Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristis^er Beilage.

Vierteljährlich 1.80 Mk., monatlich 60 Pfg., sm Pofv bezug vierteljährlich 2.10 Mk., monatlich 70 Pfg Die einzelne Nummer kostet 5 Pfg.

Verantwort!. Redakteur: E. Schrecker in Hanau.

Nr. 97

Ferttsprechanschltch Nr. 230

Samstag den 26. April

Ferttsprechairschlitsj Nr. 230

1913

Die Mt Mummet mM eilet dem wnWmMU 18 Seiten.

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Amtliches

Stadtkreis Hanau.

Bekanntmachung.

Arbeitsuchende: 3 Dienstmädchen, 1 Fahrbursche, 2 Haus­burschen, 1 Maschinenschlosser, 2 Putzfrauen, 7 Tag­löhner.

Gesucht werden: 1 Dienstmädchen für Wirtschaft, 1 Metzger­lehrlin, 2 Schneider, 2 Schuhmacher.

Hanau den 26. April 1913. 10509

Städtische Arbeitsvermittelungsstelle.

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Politische Nundschau.

Der Kaiser in Metz.

DT. Metz, 25. April. Als der Kaiser gestern nach seiner Ankunft die Forts besichtigte, ging ein schweres Ge­witter nieder. Nach der Besichtigung stattete der Kaiser der Witwe des kommandierenden Generals des 16. Armee­korps, Frau Stoetzer, einen Besuch ab. Heute früh begab sich der Kaiser mit Gefolge nach dem Schlachtfelde von Era- velotte zu einer Gefechtsübung. Die Truppen waren be­reits um 1 Uhr nachts ausgerllckt. Die eine Partei, die in der Linie St. HubertVionville Aufstellung genommen hatte, griff den Gegner, der sich bei Vaux eingegraben hatte, an und warf ihn nach längerem Gefecht aus seiner Stellung. Der Kaiser fungierte selbst als Schiedsrichter und hielt nach dem Gefecht eine dreiviertelstündige Kritik ab. Als­dann fand ein Vorbeimarfch der Truppen statt, während ein strömender Regen niederging. Der Kaiser begab sich hierauf in das Kasino seines Leibregiments, wo er mit den Offizieren das Frühstück einnahm. Am Nachmittag be­absichtigt er die Kathedrale zu besuchen und die Forts einer erneuten Besichtigung zu unterziehen.

Mp. Truppenverschiebungen im deutschen Osten. In­nige der Wehrvorlage werden, die Genehmigung durch den Reichstag vorausgesetzt, im Osten des Reiches größere Ver­änderungen in der Unterbringung der berittenen Truppen eintreten. Das jetzt zum 20. Armeekorps gehörende, aber im Bezirk des 17. Armeekorps in Thorn stehende Ulanen- Regiment v. Schmidt wird derMil.-pol. Korr." zu­folge nach einer pommerschen Mittelstadt (Stargard?) verlegt. Es tritt gleichzeitig zuIl 2. Armeekorps über, zu dem es feiner Bezeichnung nach 1. Pommerfches Nr. 4 auch gehört und wird mit dem vom 17. ebenfalls zum 2. Armeekorps übertretenden Husarenregiment Fürst Blücher von Wahlstatt (Pommerfches) Nr. 5 in Stolp zusammen eine Brigade bilden. Das 17. Armeekorps wird für die Ab­gabe der Stolper Husaren durch ein neu aufzustellendes Jäger-Regiment zu Pferde entschädigt, das Thorn zum Standorte erhält. Zwei weitere der neuen Reiterregi- menter erhalten ihre Standorte in Ostpreußen, ein Regi­ment kommt nach Schlesien, wo es zusammen mit den Ohlauer Husaren eine neue Brigade bilden soll. Im Bezirk des 20. Armeekorps wird ferner das Kürassierregiment Her­zog Friedrich Eugen von Württemberg (Westpreußisches) Nr. 5, das jetzt in drei Garnisonen, in Riesenburg, Rosen­berg und Deutsch-Eylau, getrennt steht, in Deutsch-Eylau vereinigt werden. Dafür wird die reitende Abteilung des Feldartillerieregiments Nr. 35 aus Deutsch-Eylau die in Riesenburg frei werdenden Kasernen und Stallungen be­ziehen.

In der Reform des Reichsbesoldungsgesetzes soll nicht nur eine Aufbesserung der mittleren und unteren Postbe­amten, sondern auch der Deckoffiziere vorgesehen sein.

Graf Haeseler feiert heute sein sechzigjähriges Militär- dienstsubiläuM.

Der Reichstag führte gestern die zweite Lesung des Etats zu Ende. (Den Bericht siehe im 2. Blatt.)

Der Fall Krupp. DerVerl. Lok.-Anz." bringt eine weitere Mitteilung, die Geheimrat Hugenberg, der Vor­sitzende des Direktoriums der Friedrich Krupp Aktiengesell­schaft, in der bekannten Angelegenheit gemacht hat. Da­rin heißt es:Herr Brandt hatte (außer den üblichen Weihnachtsgratifikationen) feste persönliche Bezüge in Hohe von zuletzt 10 500 Mark jährlich. Die Industrie muß eben ihre Leute, zumal diejenigen in mehr oder minder verantwortlicher Tätigkeit mit entsprechend schnellerer Ab­nutzung sehr viel höher bezahlen, als der Staat. Durch die

Hände dieses Herrn Brandt ging nach dem dsmals be­stehenden Geschäftsgänge der gesamte, auch der ganze geheime Schriftwechsel zwischen den Militärbehörden und der Firma Krupp. (Früher heißt es, Herr Brandt sei ein Unterbeamter. Die Red.) In den Gesamtbezügen steckt auch ein Posten von 3500 Mark, der als Orts- und Funk­tionszulage gegeben war. Diese 3500 Mark stellen im wesentlichen das Mehr dar, das Brandt im Vergleich mit dem Falle, daß er in seiner früheren Offener Stellung ge­blieben wäre, mit Rücksicht auf die Berliner Lebensver­hältnisse und die besondere Verantwortlichkeit seiner Ber­liner Stellung bezog. In diesen jährlich 3500 Mark Orts­und Funktionszulage, von denen jeder Groschen, den er nicht für sich verwandte, ihm persönlich verloren ging erblickt Herr Liebknecht offenbardie großen Mitte?', mit denen die Firma Krupp höhere und niedere preußische Be­amte zwecks Verrats militärischer Geheimnisse bestochen haben soll? Und nunVerrat militärischer Geheimnisse". Ist man sich denn darüber klar, daß schon die ersten vagsten Absichten in Bewaffnunqsfragen lange vor Ausführung mit der Firma Krupp erörtert werden, daß also ein ständiger Meinungsaustausch von der ersten Idee bis zum letzten Gliede der Ausführung stattffndet? Wenn es Geheimnisse auf dem Gebiete der Bewaffnung vor Krupp gäbe, müßten wir und ebenso die Bureaus der Militärbehörden zu­nächst einmal alle umdenken und den gegenseitigen Ge­schäftsverkehr auf andere Grundlagen stellen. Herr v. De­witz ist als Uebeltäter durch den Reichstag und die ganze deutsche Preße geschleift worden. Er soll in Untersuchungs­haft gesessen. Über große Mittel der Firma zu Bestechungs- Zwecken verfügt haben usw. Das ist alles Einbildung und Schwindel/' Geheimrat Hugenberg glaubt, damit bis auf weiteres Sie ihm aufgezwungenen öffentlichen Mitteilun­gen über denFall Krupp" schließen zu können.

Die Heeresverstärkung in Frankreich. In der gestrigen Sitzung des Heeresausschusses der Kammer gab der Gene­ralstabschef-Stellvertreter General Legrand im Auftrage des Kriegsministers die vollständigen Ziffern über die Mannschaftsbestände der nach Einführung der dreijährigen Dienstzeit in Frankreich selbst stehenden Truppen bekannt. Der im Laufe der Jahre erzielte Effektivbestand beträgt 462 000 Mann, nach Einführung der dreijährigen Dienst­zeit wird der Effektivbestand bei der Einreihung der Re­kruten 658 000 Mann und der Mindestbestand 600 000 Mann betragen. Die Direktoren des Kriegsministeriums berieten gestern über die Frage der Ersetzung der Militär­handwerker durch Zivilisten und der sich durch diese Maß­nahme ergebenden Vermehrung der Kombattanten.

Denunziationen gegen deutsche Unternehmungen in Frankreich. Mehrere Mitglieder des Generalrats des Departements La Manche brachten einen Beschlußantrag ein, in dem die Aufmerksamkeit der Regierung auf die von Aus­ländern, namentlich von Deutschen, errichteten industriellen Unternehmungen gelenkt und behauptet wird, daß verschiedene wichtige Punkte der Halbinsel Cotentin deutschen Gesellschaften gehören. Die Regierung müsse die Besatzung von Cherbourg verstärken und auch sofort Maßnahmen treffen, danfit die fremden Unternehmungen nicht eines Tages eine Gefahr für die Sicherheit des Landes bildeten.

Das belgische Parlament hat das Militärgesetz mit 116 gegen 10 Stimmen angenommen.

Der belgische Generalstreik ist beendigt.

Parlamentarisches

m. Die Mitglieder der Budgetkommission waren auch gestern zu einer vertraulichen Besprechung ge­laden. Von der Regierung waren anwesend der Unter- staatssekretär des Reichskanzlers Wahnschaffe und Kriegs­minister v. Heeringen, außer Militärbeoollmüchtigten der Bundesstaaten. Die Budgetkommission wird die sachliche Erörterung am Montag beginnen; an diesem Tage hofft man, wenn die Kraftanstrengung es nicht schon heute Samstag fertig bringt, im Plenum die dritte Lesung des Reichshaushaltsetats zu erledigen. Neben dem vertrau­lich tagenden Gremium der Mitglieder der Budgetkom­mission tagte gestern nur noch die Wahlprüfungskommission. Die Beratung galt dem christlich-sozialen Abg. Dr. Burck­hardt, aber wie alle augenblicklich zur Erörterung stehen­den Fragen der großen und kleinen Politik ließ sich auch hier ein sicheres Ergebnis noch nicht erzielen; vermutlich aber wird, da Referent und Korreferent bereits ziemlich einer Meinung sind, die Wahl nach Pfingsten für gültig erklärt werden. Ueber die Wahl des Abg. Reck (kons., Oletzko-Lyck) ist Beweiserhebung beschlossen worden.

Aus Hanau Stadt und Land.

Hanau, 26. April.

* Jugendpflege-Vortragsabend. Der Ortsausschuß für Jugendpflege gedenkt, wie schon kurz gemeldet, am Frei- t a g d en 2. Mai, abends 8^ U^t (halb neun Uhr), im Stadtschloßsaale den ersten Jugendpflege-Vor­tragsabend zu veranstalten. Als Redner ist der Ju­gendpflege-Dezernent derZentralstelle für Volkswohl­fahrt" in Berlin, Herr Assessor Dr. iur. Reimers, ge­wonnen worden. Er wird sprechen überNotwendig­keit und AufgabenderJugendpflege". Da die genannte Zentralstelle seit einer langen Reihe von Jahren die Jugendpflege wissenschaftlich bearbeitet und in ihrer unabhängigen, unparteiischen Stellung auf festem nationa­len Boden stets segensreich gewirkt hat, ist es zu erwarten, baß ihr Jugendpflege-Dezernent der überdies als Her­ausgeber des für die Arbeit an der Jugend unentbehrlichen Ratgeber für Jugendvereinigungen" sich bereits mancher­lei Verdienste erworben hat feinem Thema in jeder Weise gerecht werden wird. Im Spätherbst und Winter sollen an­dere Vortragsabende folgen, auf denen im Sinne des Mi­nisterialerlasses vom 18. Januar 1911 möglichst viele The­mata aus dem großen Gebiete der Jugendpflege, der Arbeit an der männlichen und weiblichen Jugend, zur Erörterung gebracht werden sollen. Es ist also für das Win­terhalbjahr gleichsam eine ArtI n st r u k t i o n s k u r s u s für Jugendpflege" geplant. Dieser Kursus soll zur Anleitung in den verschiedensten Zweigen der Jugendpflege, sowie überhaupt, wie ja auch der Vortragsabend am 2. Mai zur Einführung in das Verständnis des Runder!afses vom 18. Januar 1911 und zur Aus­sprache über seine zweckmäßige Durchführung benutzt werden. Die Vortragsabende sind für Sie Teil­nahme weitester Kreise berechnet. Daß sie in erster Linie allen denen, die schon in der Arbeit stehen, wichtig sein werden, liegt auf der Hand. Die starke per­sönliche Anregung wirkt so überaus befruchtend auf die eigene Tätigkeit, und die jedem Vortrage folgende Diskus­sion wird hoffentlich einen recht lebendigen Austausch der verschiedenartigen Erfahrungen bringen. Manche Jugend­pfleger und Jugendpflögerinnen sehnen sich häufig nach einer von größeren Gesichtspunkten ausgehenden Orien­tierung, wie sie hier geboten werden soll; sie ist auch wohl für sie besonders notwendig, damit sie ihres Amtes recht walten können. Dazu kommen dann die Lehrer und Geist­lichen, die ja jetzt so oft selbst praktische Jugendarbeit trei­ben und auf jeden Fall die Fühlungnahme mit ihr brauchen, und endlich die große Schar der Freunde einer bewußten und großzügigen, nicht parteipolitischen Jugend­pflege ausallenVerufenundStänden. Je mehr gerade die Angehörigen der verschiedensten Berufe sich be­teiligen, desto wertvoller wird das Ergebnis für die Jugend­arbeit sein, die heute nichts notwendiger braucht, als daß sie von breiteren Schichten unseres Volkslebens mit bewuß­ter eigener Initiative selbständig angefaßt wird. Es sind also am 2. Mai im Stadtschloßsaale abends 8^ Uhr und später bei den künftigen Vorträgen alle Erwachse­nen, Damen und Herren, herzlich willkommen. Das Werk der Jugendpflege bedarf vor andern, wie es im Ministerialerlass vom 18. Januar 1911 heißt, des Wohlwollens und der opferwilligen MithilfeallerVaterlandsfreundeinallen Ständen und Berufsklassen. Eine möglich st zahlreiche Beteiligung an dem Jugend­pfleg evortragsabendea m2. Mati st deshalb seh erwünscht.

* Gesangverein Germania. Die angesagte Generalver­sammlung findet heute abend statt.

* Wichtig für Besucher der Talsperre. Im Baugebiet des Stausees sind eine Anzahl Wege von jetzt ab wegen der durch die Sprengungen möglichen Lebensgefahr gesperrt. Es wird daher in Kürze von dem kgl. Talsperren-Vauamt im Anschluß an den bei Ekwert erschienenen amtlichen Füh­rer von Soldan und Heßler (Preis 1 Mark) ein Merk­blatt herausgegeben, das genaue Anweisungen für den Besuch des Talsperrengebietes gibt. Dieses Merkblatt wird ebenfalls in der Elwertschen Verlagsbuchhandlung erschei­nen und in den Buchhandlungen kostenlos abgegeben. Zu­sendung des Merkblattes nach auswärts erfolgt gegen Ein­sendung von 10 Pfg. in Marken .Ferner erscheint vom Tal- sperrengebiet dieser Tage die sog. Wandervogelkarte 1:50 000 in 4 Sektionen ü 10 Pfg. Wer die Talsperre be­suchen und nicht unnütze und verkehrte Wege machen will, tut gut. sich vorher durch Führer und Karten au informieren.