EnrrLckungsgebuhr:
Hie Lgespaltene Petitzeile oder deren Raum 20 Pfg.
Im ReklameteU die Zeile 50 Pfg.
Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des verein, ev. Waisenhauses in Hanau.
Gcncrat-Anzeiger
Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Bezugspreis:
Vierteljährlich 1.80 Mk., monatlich 60 Pfg., für Postbezug vierteljährlich 2.10 Mk., monatlich 76 Pfh Die einzelne Nummer kostet 6 Pfg.
Verantwort!. Redakteur: G. Schrecker in Hanau.
Nr. 93 ^eriiforeMuWitfj Nr. 230.
pmM— ■■«■■■«i*MnMEwwvja»*ra.^-^ Ulin W »« i lllliiMslllJlkNI^
Amtliches.
Stadtkreis fssnau.
Zwecks Ausführung von Entwässerungsarbeiten wird die Hauptstraße in Kesselstadt zwischen Hintergasse und Friedhofsweg vom 23. d. M. ab auf die Dauer von 8 Tagen für den öffentlichen Fuhrverkebr gesperrt.
Hanau den 22. April 1913. P. 3892
Königliche Polizeidirektion.
J. A.: Karbe.
Landkreis hanau.
Bezugnehmend auf meine Bekanntmachung vom 25. Februar d. Is. mache ich die Viehbesitzer darauf ausmerksam, daß der Auftrieb der Fohlen und Rinder auf die Jungvieh- weide voraussichtlich in den ersten Tagen des Monats Mai erfolgen wird und es sich empfiehlt, die für den Werdegang in Aussicht genommenen Tiere schon jetzt an kaltes frisches Wasser und an den Aufenthalt im Freien zu ge^ähnen.
Anmeldungen für den Weibegang werden bis zum 30. April noch entgegengenommen.
Hanau den 19. April 1913. A. 2100
Der Vorsitzende des Kreisausschusses.
Frhr. Laur.
Stadtkreis Banao* {Bekanntmachung.
Stiftungsgelder im Betrage von 13 000 Mark und 1700 Mark sind gegen Hypothek zu 4K % auf den 1. Juki d. I. suszuleihen. Näheres Stadthauptkasse, Markt 18.
Stadthauptkasse. ' 9689
Bekanntmachung.
7000 Mk. Stiftungsgelder sind gegen Hypothek zu 41/*°/o auf den 1. Juli d. Is. auszuleihen.
Näheres Stadthauptkasse.
Hanau best 18. April 1913. 10131
SLadLhauptkasse.
Dienstnachrichten.
Unter dem Schweinebestande des Landwirts Johannes Heinrich Zeh zu Kilianstädten ist die Schweineseuche fest- gestellt worden.
Hanau den 21. April 1913.
Durch Erlöschen der Mauk- und Klauenseuche in Großostheim ist der Amtsbezirk Aschaffenburg nunmehr wieder feuchenfrei.
Hanau den 22. April 1913. V. 2860
Les deMen Mm Wreil-eslml.
An der deutschen Ostseeküsie, in Misdroy, hoch in den bayerischen Bergen bei Traunstein, im schonen Hessenlande in Salzhausen und in des Taunus romantischen Bergwaldgründen, beim Chausseehans unweit Wiesbaden, ragen stattliche Häuser auf, die bestimmt sind, viel Sorge und Bedrückung zu bekämpfen und die Sehnsucht tausender Herzen nach einer frohen Heimstatt für einige Zeit nach den Monaten harter Arbeit tu erfüllen. Die Erholungsheime der Deutschen Gesellschaft für Kaufmanns-Erholungsheime sind es, die das Solidaritätsgefühl und die Opllrwilligkeit des deutschen Kaufmannsstandes erstehen läßt als den Anfang eines ganzen Netzes von gleichartigen Häusern, das über das ganze Reich sich dehnen soll.
Von Wiesbaden ait§ wurde dieser große Gedanke vor nunmehr 2 Jahren durch die Broschüre: „Ein soziales Problem des Karnmauusstandes" von Joseph Baum-Wiesbaden (setzt in 17. Aussage erschienen) in die öffentliche Diskussion geworden, und wie sehr er einen W miet) des ganzen Handelsstan-des erfüllte, das bewies die begeisterte Aufnahme, die bitte Anregung nach kurzem ver 'änlichen Zuwarten fand. Rasch konnte sich die Gesellschaft ogaui- stereu und heute bat sie nicht nur im ganzen Reiche Mit glieder und Spenser, sondern ans we! n fernen sind Anmeldungen und Stiftungen erfolgt und mehren sich atm Tag zu Tag. Die ftaatbeben und die Ge nein^behöl den die Regierungen und Landcsiürsten haben ihr Interesse diesen Bestrebungen zugewendei oder sich gar selbst in den Dienst der hohen Sache gestellt. Kem gerinaerer als Prinzregent Ludwig von Bayern ist Protektor des ersten bayerischen Heimes, das seinen Namen trägt und dessen Grundsteinlegung wie feierliche Em- weihung in seiner Gegenwart stattfand. Nicht weniger feierlich, wenn auch nicht in dem hochsffiz>ellen Rahmen,
Dienstag den 22. April
Oeffentliche Aufforderung.
In der Nacht vom 20./21. d. Mts. wurden an der Kreisstraße Dietesheim—Klein-Steinheim an 16 dort stehenden Obstbäumen die Kronen abgebrochen und zwei Bäume beschädigt.
Ferner wurden in Klein-Steinheim auf Privatgrundstücken an 5 Obstbäumen die Krone abgebrochen.
Auf die Ergreifung oder Namhaftmachung des Täters in einer zu dessen umgehenden Festnahme geeigneten Weise wird eine Belohnung bis zu
100 Mark
hiermit ausgesetzt. Anzeigen sind an die Eroßh. Bürgermeistereien, das Polizei- oder Feldschutzpersonal, die Gendarmerie oder direkt an die unterzeichnete Behörde zu richten.
Offenbach den 21. April 1913.
Großherzogliches Kreisamt.
Lochmann.
Mßüm W «torene AyMOe it.
Gefunden: 1 Schraubenschlüssel für Patentachsen, 1 Herren-Nickeluhr, 1 blaue Sammettasche mit Portenron- naie mit 34 Pfg. und Taschentuch.
Verloren: 1 schwarzer Damenpelz, 1 vergoldeter Fingerhut.
Abhanden gekommen: 1 Mülleimer (in der Steinheimerlandstraße).
Zugelaufen: 1 großer schwarzer Pinscher mit gelben Abzeichen w. Geschl., 1 weißer Foxterrier mit schwarzen und braunen Abzeichen m. Geschl., 1 braune Iagdhündin, 1 brauner Pinscher m. Geschl.
Entlaufen: 1 grauweißer Euterich, 1 silbergrauer Pinscher mit Halsband mit Messingknöpfen.
Hanau den 22. April 1913.
Politische Rundschau-
Die Durchführung des französischen Flottenbau- programms geht schneller vor sich, als in Aussicht genommen war.
Der französische Kriegsminister unternimmt eine Inspektionsreise in den Festungen Ostfrankreichs.
Der unter Spionageverdacht in Speyer verhaftete und inzwischen wieder freigelassene französische Geniehaupt- mann Semerle ist gestern unter Eskorte eines deutschen Offiziers über die Grenze gebracht worden.
Die Geldnot in Böhmen. Das Tschechenblatt „Sa- mostatnost" behauptet, daß ab 1. Mai oder 1. Juni die höheren Landesbeamten nur 75 Prozent ihres Gehaltes in barem Gelde und 25 Prozent in unverzinslichen Kassenscheinen erhalten werden.
Neue Gerüchte über eine russische Ministerkrisis. In Berliner diplomatischen Kreisen ailt die Stellung des
ging die Einweihung des Misdroyer Heimes nonftatten, wo die Gesellschaft ein großes Haus gepachtet und für ihre Zwecke hergerichtrt bat. Die Grundsteinlegung in Salzhausen und beim Chausseehaus im Taunus gestalteten sich förmlich zu öffentlichen Festen, denn hier, in der Heimat des schönen großzügigen Wohlsahnsgedankens, ließ es sich die Bevölkerung nicht nehmen, der feierlichen Handlung in großen Scharen beizuwohnen.
Selten hat wohl eine soziale Wohlfahrtsidee so rasch Wurzel gefaßt und eine so nachhaltige Unterstützung im ganzen Volke gefunden, als die in der Deutschen Gesellschaft für Kaufmmnserholungshe me zum Ausdruck kommende. Vielleicht liegt es daran, daß hier zum erstenmal ein großes Wohlfahrtswerk verwirklicht werden soll, das ganz auf öffentliche Mittel und gesetzliche Förderung verzichtet. Ganz allein auf die Selbsthilfe des Kaufmannsstaudes gründet sich die Durchführung des bebeut'amen nationalen Werkes, in allen gesundheitlich und landschaftlich bevorzugten Teilen Deutschlands Erholuitgsheime für die deutsche Kaufmannschaft unb die technischen Angestellten in kaufmännischen Betrieben zu errichten. Insgesamt 20 H ime sollen geschaffen werden, von benen jedes 100 Belten haben wird, es merbut also nicht weniger als weitaus mb Betten zur Ver'ügnng stehen, deren wech'elweste Belegung im Jahre vielen Tausenden ein Unterkommen und Verpflegung für ein zur Erholung ausreichende Zeit zu einem Kostensätze verbürgt. der Hinier den Pieisen anderer E>holungshe me oder Sanatorien weit zurückbleibt und nicht wesentlich dö ter ist, als ein sparsamer Mensch gewohnt ist in seiner be mischen II ngebung täglich für seinen Unter ball zu verbrauchen.
Wie Vielen wird dadurch ein längst gehegter Wunsch erfüllt, dessen Verwirklichung bisher immer an des Schicksals N' id zu scheitern schien. Seit Gründung der deutschen Gesellschaft für Kaufmannserholnngsheime hat jeder kaufmännische Angestellte, jeder weniger bemittelte selbstständige Kaufmann die Gewißheit, daß seiner in jedem
Ferusprechattschlttst Nr. 230. 1913
russischen Ministerpräsidenten als erschüttert. Er soll angeblich als Botschafter nach Paris gehen.
Die gesamte Atlantische Flotte der Vereinigten Staaten wird nächsten Winter eine dreimonatliche Fahrt in das Millelmcer an treten und dessen wichtigste Häfen besuchen.
Parlamentarisches.
Eine Kommission für Rüstungslieferungen. In der Bndgetkommisston des Reichstages hat das Zentrum eine Resoluliou eingebracht, den Reichskanzler zu ersuchen, zur Prüfung der gesamten Rüstnngslieferungen für das Reichs- Heer und die Marine eine Kommission zu berufen, zu der vom Reichstag zu wählende Mitglieder des Reichstages und Sachverständige hinzuzuziehen sind. Der Reichskanzler wird ersucht, den Bericht der Kommission den gesetzgebenden Körperschaften mit Vorschlägen zur Beseitigung einziger Mißstände miizuteilen. Eine Beratung der Kommission hierüber hat am Montag nicht stattgesunden.
Der Militäretat in der Budgetkommission.
DT. Berlin, 21. April. Die Budgetkommission verhandelte heute über die Kommandanturfrage. Die Mili- tärbevollmächtigten der in Betracht kommenden Staaten verteidigten lebhaft die Aufrechterhaltung der Kommandanturen, die immerhin eine ziemliche Bedeutung hatten. Aus der Kommission wurde demgegenüber betont, daß die in Frage kommenden Funktionen auch von anderen Offizieren im Nebenamie versehen werden könnten, so z. B. in Dresden vom Feldzeugmeister. Ein Zentrumsantrag will diese Kommandanturen vom 30. September 1913 ab fallen lassen. Man werde bis dahin die Möglichkeit haben, neue Forderungen aus der Wehrvorlage abzulehnen für den Fall, daß ohne ausreichende fachliche Begründung auf die Kom- marrdanturen nicht verzichtet werde. Ein nationalliberales Mitglied wünscht die Beurteilung der Frage nach dem materiellen Bedürfnis. Die Streichungen sollten aber nur im Einvernehmen mit der Regierung erfolgen. Von volksparteilicher Seite wurde das mangelhafte Entgegenkommen der Regierung bedauert. Der Kriegsminister berief sich auf feine Pflicht; es werde durch die Verwaltung bei der Aufstellung des Etats außerordentlich viel gestrichen. In der Frage der Kommairdanturen in Darmstadt und Karlsruhe fei Preußen gebunden; er bittet dringend, die preußische Verwaltung nicht in eine peinliche Situation zu bringen. Das Zentrum beantragt, die Stellen, um den stichhaltigen Bedenken aus dem Wege zu gehen, als solche zu belassen, aber sie umzurangieren in die mit pensionierten Offizieren besetzten Stellen. Der hessische Militärbevollmächtigte bezweifelte, ob hier die Vertragstreue eingehalten sei. Die Umwandlung einer Hauptstelle in eine Nebenstelle würde dem Sinn und Geist der Konvention widersprechen. Der Antrag des Zentrums wurde aber gegen die Stimmen der
Jahre irgendwo in Deutschland, in einer Gegend, die zu wählen ihm frei steht, für wenig- Geld eine Er, Holungsstätte wartet, wo er ausspannen kann von den Lasten und Aufregungen des Berufes, neue Anregungen und Erfahrungen sammeln kann und mit frischen Kräften eintreten wird in den harten Kamps des Lebens. Die Anforderungen des Berufes werden ihn elastischer finden, die Arbeitsfreude wird sich heben und die idealen und seelischen Werte, die hier geschaffen und neu gewonnen sind, werden sich in materielle Vorteile umformen, die nicht nur dem Kaufmannsstande, nein, die der ganzen deutschen Volkswirtschaft und der Volkskraft selber von Nutzen sein werden.
Wie der Angestellte ein ureignes Interesse hat, sich gesund und frisch zu erhalten und damit länger wettbewerbsfähig zu sein im Kampfe um das Dasein, so haben die Arbeitgeber des Handelsgewerbes ein nicht minderes Interesse, durch soziale Schöpfungen die Beziehungen zu ihrem Personale inniger zu gestalten, es an das Haus zu fesseln und seiner Anteilnahme an dessen Geschicken einen persönlichen Charakter zu geben. Das wird am ehesten geschehen durch die Sorge um das Wohl und Wehe des Personals. Weil in einer sozialdenken, den Zeit diese Meinung schon weit verbeilet war, der Wille aber sich nicht immer mit den Kräften in Einklang bringen ließ, gerade deswegen hat die Deutsche Gesellschaft für Kaufmannserholungsheim? unter den Arbeitgebern des Handelsstandes so viel begeisterten Anklang und so viel Unterstützung gefunden. Ihre Gründung und ihre Absicht ermöglichten es auch den Firmen, die nicht groß ober finanz- frâftig genug waren, eigene Heime zu unterhalten für ihre Angestellte durch Zahlung eines verhältnismäßig geringen Betrages Heimstätten für die Zeit der Ferien zu schaffen und dies in einer Weise, wie niemand es früher erträumt hätte. Stehen die Heime, in ihrer Mehrheit wenigstens, doch das ganze ^ahr zur Benutzung frei, womit eine Verteilung des