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Erstes Blâ

Hanauer K Anzeiger

EinrückungsgebLhr:

Die bgespaltene Petitzeile oder deren Raum 20 Pfg. im ReUameteil die Zeile 50 Pfg.

Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des verein, ev. Waisenhauses in Hanau.

Gcneral-Änzelger

Amtliches Orga» für Stadt- und Landkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Vierteljährlich 1.80 Mk., monatlich 60 Pfg., fLr Post­bezug vierteljährlich 2.10 Mk., monatlich 70 Pfg.

Die einzelne Nummer kostet 6 Pfg.

Verantwort!. Redakteur: E. Schrecker in Hanau.

Ri. 89 »«nfreedwiWtS Nr. 230.

Donnerstag den 17. April

Ferttsprecharrschlittz Nr. 230» 1913

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14 Seiten.

Amtliches

Landkreis hanau.

Einrichtung allgemeiner Sprechtage.

Mit Rücksicht auf den stets zunehmenden Geschäfts- oerkehr und die ordnungsmäßige Erledigung der Dienst- geschäfte werden von jetzt ab bis auf weiteres für den persönlichen Verkehr der Kreisbewohner im Bureau des Landratsamtes und des Kreisausschusses

drei allgemeine Sprechtage und zwar Dienstags, Donnerstags und Samstags vormittags von 10 bis 12 ^» Ayr festgesetzt.

An die Kreisbewohner richte ich in ihrem eigenen Interesse die Aufforderung, in allen Angelegenheiten des mündlichen Verkehrs, abgesehen von jederzeit zu behan­delnden Eilsachen, von diesen Sprechtagen Gebrauch zu machen.

Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher, die äuch ihrerseits dieser Einrichtung Rechnung tragen wollen, ersuche ich, die vorstehende Anordnung wiederholt orts­üblich bekannt zu machen.

Hanau den 14. Januar 1913. V 412

Der Landrat und Vorsitzende des Kreisausschuffes.

Frhr. Laur.

Stadtkreis Hanau.

Den Herren Gewerbetreibenden gebe ich bekannt, daß nach neuerdings getroffener Entscheidung die Poftabholung durch Handelsangestellte am Sonntage als unter das Verbot des Nacht'ragsortsstatuts betreffend die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe in Hanau vom 5. November 1912 fallend angesehen und dieses mit den dort vorgesehenen Aus­nahmen unzulässig ist. Es wird der Prüfung des Einzel­falles unterliegen, ob die gedachte Tätigkeit als eine unter § 105c Ziffer 3 der Gewerbeordnung fallende Arbeit, von welcher die Wiederaufnahme des vollen werktätigen Betriebes abhängig war, ausnahmsweise angesprochen werden kann.

Hanau den 4. April 1913. P 3265

Der Königl. Polizeidirektor.

J. Ä.: Karbe.

Bekanntmachung.

Auf dem hiesigen Friedhof werden viele Gräber nicht gepflegt. Wir machen daher auf § 4 Nr. 7 Abs. 2 der Fried-

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BaMaarabeak der MwMe Fm Marta MW

Nachdem die dieswinterliche Konzertsaison beendet ist, sind wir in die Zeit der öffentlichen Aufführungen unserer Musik- und Gesangsschulen eingetreten, die uns schon mehr­fach Veranlassung gegeben haben, mit Anerkennung und Genugtuung hervorzuheben, daß in unserer Stadt reiche Ge­legenheit geboten ist, schlummernde Talente zur Entfaltung zu bringen, der Begabling den Weg zu ebnen. Vorgestern war es die Gesangsschule von Frau M. Ohls-Vick, die in derEentralhalle" mit einem Vortragsabend in die Oeffentlichkeit trat. Das, was uns hier geboten wurde, war in hohem Maße geeignet, Befriedigung zu erwecken, die Früchte der nach künstlerischen Gesichtspunkten erfolgenden llnterrichtserteilnng deutlich in die Erscheinung treten zu lassen. Da wir davon absehen wollen, mit der Nennung von Namen aufzuwarten, so sei nur hervorgehoben, daß vielversprechende Talente in der Weiterbildung begriffen sind und mit geradezu überraschenden Erfolgen hervorunreteu ver­mochten, was als ebrendes Zeugnis für die Leiterin des Gesangsinstituts angesehen werden muß.

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MMèmM zur MMellm te Mulm Heinr. Seltmann in Königs Buchhandlung am Marktplatz.

In Königs Buchhandlung (Inh. A. Zippelius) ist z. 3t die zweite der angekündigten monatlichen Kunstausstellun­gen arrangiert. Heinrich Gesemann, ein strebsamer jünge­rer Frankfurter Künstler, gibt, einer Aufforderung fol­gend, in einer Anzahl Bleistiftzeichnungen und Radierun­gen Beweise seines entwickelten Könnens. Seine Radie­rungen, die technisch außerordentlich geschickt sind, haben

Hofsordnung aufmerksam, wonach Gräber, welche nicht in einem anständigen, des Ortes würdigen Zustand erhalten werden, von der Friedhofskommission beseitigt werden können. Für die Folge werden wir streng nach dieser Vorschrift verfahren und ersuchen alle diejenigen, denen an der Erhaltung der Gräber ihrer Angehörigen liegt, da­rauf zu sehen, daß die Gräber stets in Ordnung gehalten werden.

Hanau den 7. April 1913. 9753

Die Friedhof-Kommission.

Hild.

Bekanntmachung.

Die Besitzer von Katzen werden darauf aufmerksam ge­macht, daß wir die im Schloßgarten und in den städtischen Anlagen wildernden Katzen sangen und töten lassen werden.

Hanau den 10. April 1913. 9751

Der Magistrat.

Hild.

Dienstnachrichten.

Der Ackermann Peter Iohannes Römer aus Nieder­rodenbach ist zum Nachtwächter dortselbst bestätigt und ver­pflichtet worden.

Hanau den 15. April 1913. V. 2491

Volitische Bundschau.

Der Kaiser trifft am 24. April im Soirderzug nachmit­tags in Metz ein und wohnt den Truppenübungen bei. Am 25. April fährt der Kaiser nach Straßburg weiter, wo er bei dem Bezirkspräsidenten dinieren wird.

Zum 25jährigen Negierungsjubiläum unseres Kaisers sind für die preußische Armee nachstehende Anordnungen vorgesehen worden: In sämtlichen Standorten findet am Sonntag den 15. Juni, als Todestag Kaiser Friedrichs, in allen Garnisonkirchen und Militärgemeinden besonderer Gottesdienst statt. Am Montag den 16. Juni erfolgt in allen Garnisonen großes Wecken und große Paroleausgabe. Außerdem wird bei den einzelnen Truppenteilen Appell abgehalten werden. In Berlin findet um 12 Uhr 30 Min. nachm. im Lichthofe des Zeughauses die große Paroleaus­gabe in Anwesenheit des Kaisers und der Königlichen Prin­zen statt. Vor dem Zeughause nimmt eine Ehrenkompanie des 2. Garderegiments z. F., im Paradeanzug mit Fahne, mit Spielleuten und der Regimentsmusik mit den direkten Vorgesetzten Aufstellung. Die militärischen Dienstgebäude flaggen am 16. Juni. Zur Feier des Tages werden die nicht nur eine streng dekorative Wirkung, sondern zeugen auch von liebevoller Vertiefung in das Sujet.

Der Landschaftsmaler läuft oft Gefahr, einseitig, mecha­nisch zu werden, und es ist einer starken Begabung des Menschen im Künstler zuzuschreiben, wenn er vor dieser Einseitigkeit bewahrt bleibt.

Als geborener Frankfurter liebt Eesemann seine engere und weitere Heimat und hat für alle ihre Schögheiten all­zeit ein offenes Auge.

Um ein rechter Künstler zu werden, braucht es ja vor­wiegend nur zweier Dinge: ein offenes, klares Auge und ein freudig Herz . Gesemann scheint beides zu haben! Er sieht die Frische eines Taunustales, geht aber auch der ernsten Stimmung einer schwermütigen Eifellandschaft nach; er versteht einer Frankfurter Herbstmesse die bild­nerische Seite abzulauschen und ist der Schilderung archi­tektonischer Schönheiten gewachsen. Diese sich allseitig zei­gende Liebe zur Natur ist wohl auch folgerichtig, denn ein Künstler ist ja nur ein Mensch, der Freude am Schönen hat. Künstler wird der Mensch rein aus Freude am Schönen ohne dies ist kein rechter Künstler denkbar. Einem wirklich freudigen Menschen macht auch das Gestalten (die Technik) nicht allzu große Schwierigkeiten; was man mit Freude be­ginnt, ist schon zum Teil gelungen.

Gesemanns Stärke liegt entschieden in seinen Radierun­gen. Diese sind wohl reif zu nennen, und wer die Schwie­rigkeiten dieser Technik annähernd kennt, wird die große und abgerundete Wirkung der Gesemannschen Radierungen unbedingt zu würdigen wissen. Aebrigens sind die Arbeiten dieses Künstlers in jeder Beziehung Original-Radierungen zu nennen, er zeichnet, ätzt und druckt alle selbst, sodaß sich jedes Kunstblatt in der Form präsentiert, die der Künstler selbst für die beste hält. Blätter von seiner Hand haben den Weg in Sammlungen bekannter Kunstfreunde, darunter Hans Thoma, Wilh Steinhausen u. a. m. gefunden. Es wäre zu wünschen, daß auch hiesige Kunstfreunde auf die

Wachen und Posten Paradeanzug anlegen und alle MiNM- personen auf der Straße im Helme erscheinen.

Im Reichsjustizamt fand gestern der erste parlamenta­rische Abend statt, zu dem Staatssekretär Dr. Lisco und seine Gemahlin in der vorigen Woche Einladungen hatten ergehen lassen. Von 9 Uhr abends an füllten sich die Ge­sellschaftsräume des Reichsamtes, beften intimste künstle­rische Schönheiten in den Kreisen der Kenner immer von neuem gewürdigt werden, mit einer glänzenden Gesellschaft. Die Staatsminister und Staatssekretäre Dr. Delbrück, von Dallwitz, v. Schorlemer und Krätke, Unterstaatssekretür Wahnschaffe, Polizeipräsident v. Iagow, zahlreiche Mitglie­der des Bundesrats, darunter der bayerische Gesandte Graf ran Lerchenfeld, der Direktor beim Reichstag Geheimrat Jungheim, Abgeordnete der verschiedenen Parteien des Reichstages sowie Mitglieder des preußischen Herrenhauses, darunter der frühere Minister des königlichen Hauses Graf v. Wedel Piesdorf und der frühere Justizminister Dr. v. Schönstedt, beide in blühender Gesundheit und Kraft, hohe Beamte der Reichsämter, bekannte Persönlichkeiten aus der Berliner Gesellschaft unb Mitglieder der Presse vereinten sich um den Staatssekretär und seine liebenswürdige Ge­mahlin in zwanglosem Kreise, der von einer außerordentlich lebhaften Unterhaltung über die Ereigniffe des Tages lange zusammengehalten wurde. Erst gegen Mitternacht leerten sich die gastlichen Räume des Reichsjustizamtes.

Beim Statthalter. Aus Straßburg (Elsaß) wird berichtet: Einer Einladung des kaiserlichen Statthalters und der Frau Gräfin v. Wedel folgend, hatten sich heute abend die meisten Mitglieder der Ersten Kammer, die Mi­nister und hohen Staatsbeamten, sowie Vertreter der Presse zu einem solennen Essen im Statthalterpalais zusammen- gefundem in dessen Verlauf der kaiserliche Statthalter Graf v. Wedel nach begrüßenden Worten Folgendes ausführte: Die Erste Kammer steht im zweiten Jahre ihrer legisla­tiven Tätigkeit und hat den Beweis erbracht, daß die von dem Gesetzgeber in ihre Errichtung gesetzten Hoffnungen durchaus berechtigt waren. Wie die aus direkter Wahl her­vorgegangene Zweite Kammer den Wünschen der breiten Wählermassen Ausdruck zu geben bestimmt ist, so ist es die Aufgabe der Ersten Kammer, die sich aus hervorragenden und verdienten Vertretern der Konfessionen, der großen Gemeinwesen sowie der verschiedenen Berufsstärrde und Erwerbszweige zusammensetzt und daher weniger durch die wechselnden Strömungen der Zeit beeinflußt wird, die ihr unterbreiteten Vorlagen unabhängig zu prüfen unb zu er­ledigen. Diese unabhängige Aufgabe der Ersten Kammer, die gerade in unserem, von politischen Erregungen noch öfter durchwehten Land erhöhte Bedeutung gewinnt, macht die­selbe zu einem regulierenden Faktor und schafft die Ee-

Arbeiten aufmerksam und durch tatkräftiges Eingreifen die neuen Veranstaltungen des Herrn Zippelins unterstützen würden.

Es sind mit bekannten Frankfurter Künstlerinnen unb Künstlern Verhandlungen eingeleitet, sodaß dem Hanauer Kunstliebhaber in nächster Zeit gute Gelegenheit geboten sein wird, ernste Kunst mit erleben zu können.

Die nächstmonatliche Ausstellung wird uns eine Anzahl Porträts unseres Hanauer Künstlers Wilhelm Höfler vor Augen führen. - Wilhelm Brede.

Bm »r SMemli-WeM«.

DT. Berlin, 16. April. Aus Spitzbergen (Ebeltoft) ist unter dem 8. April von Dr. Wegener, dem Leiter der meteorologischen Station in Ebeltoft, der zur Hilfeleistung für die Schröder-Strantz-Expedition aufgebrochen ist, bei Prof. Dr. Miethe-Berlin folgendes Telegramm eingetrof­fen:Ging mit Milla nach Olsson Abrahamson (Arbeitern aus dem Marmorbruch des Herrn Nansfield in der Kings­bai) über die drei Kronen (Berge in der Kingsbai) ost­wärts gelangte wieder entgegen meinem Willen nach Woodbay, erschöpfte in tiefem Neuschnee Kräfte und Pro­viant. Da die Wijdebai wegen Packeis unpassierbar, ging ich über Erayhuk (?) zunächst und dann über Wijdebai bis zum Westsjord zurück in sechs Tagen, verlor im Gebirge am Westfjord Schlitten und Ausrüstung. Laut Tagebücher (die in den Hütten an der Wijdebai gefunden wurden) kehrten Rave Rüdiger, Dettmers am 23. November von Fanghaus 79° 40 zum Schiff zurück. Erbitten Arzt und Nachrichten an unsere Familien. Dettmers (Rüdiger?) Fuß hat sich nicht gebessert Eberhardt, Stenerson, Rötwold kehrten vom Fanghaus Kap Petermann am 22. Dezember zum Schiff zurück. Sie passierten das Fanghaus 79° 40 : am 24. Dezember. Wir fanden im Fanghaus Renntier, felle, gute-----(4 Worte verstümmelt) und hatten

' Anlaß zur Rückkehr. Bericht folgt. Weaener."