* Postpersonalien. Die Verwaltung einer Bureaube- amienstelle erster Klasse bei der Obörpostbireftioii in Dorl- munb dem Telegraphensekretär Wirges in Hanan; eine Oberpostsekretärstelle bei dem Postamt in Hanau dem Postmeister Lang in Oppenheim. Verliehen der Charakter als Postsekretär dem Postvermalter J ä g e r in Windecken ; der Titel Oberpostassistent den Assistenten Haßler und Krüger in Hanan, K unze in Langenselbold. Elatsmäßig angefteilt sind: Der Postsekretär Nöckel in Hanau; der Telegraphensekretär Palm aus Frankfurt (Main) in Hanau; Die Postassistenten Karl Müller ans Köln in Fechenheim (Kr. Hanau), Hahn, Schl eucher und Schic ei - d e r in Hanau.
* Lohengrmfestspiele. Die heutige Probe des Männerchors findet im „Elefante n", Frankfurterstraße, statt und beginnt präzis ^gS Uhr. Alle Sänger werden hierzu dringend aufgefordert.
Eine Hanauer Firma soll nach Zeitungsmeldungen durch Berliner Schwindler schwer geschädigt worden sein, doch ist hiervon in Hanau bis heute noch nichts bekannt geworden, sodaß es sich wohl um eine auswärtige Firma handeln wird. Der Zeitungsbericht lautet: Der „Bankier" Straube betrieb unter der Firma Straube u. Co. in der Charlottenburgerstraße ein Bankgeschäft, indem unter anderen auch der „Bankier" Seemann aus der Lutherstraße in Steglitz, der Kaufmann Richard Durra aus der Gitschiner- straße und der „Prokurist" Oswald Nitke aus der Joachim- Friedrichstraße tätig waren. Die Geschäftsinhaber fühlten sich, als die Kriminalpolizei sich mit ihnen beschäftigte, in ihrem Betriebe nicht mehr sicher und lösten das Bankgeschäft auf. Sie behielten jedoch Fühlung untereinander und machten weiter gemeinschaftliche Geschäfte. So verschafften sich Straube und Seemann von einer Hanauer Firma für 30 000 Mark Juwelen, die sie im Auftrage der Firma verkaufen sollten. Als die gestellte Frist verstrich, ohne daß die Empfänger der Juwelen Rechnung legten, verlangten die Lieferanten die Juwelen zurück. Jetzt ergab sich, daß die Schmucksachen verschwunoen waren. Da weder Straube noch Seemann über den Verbleib der ihnen anvertrauten Waren befriedigende Auskunft geben konnten, so verhaftete die Kriminalpolizei die beiden. Die Nachforschungen nach dem Verbleib der Sachen führten zu zwei weiteren Verhaftungen. Eine 25 Jahre alte Frau Steinbach besorgte in der Wohnung Seemanns in der Lutherstraße 16 zu Steglitz die Wirtschaft. Diese Frau, in deren Besitz sich Pfandscheine über Öen Versatz eines Teiles der Hanauer Juwelen und auch einige der Juwelen fanden, wurde wegen Hehlerei verhaftet. Ebenso erging es dem 40 Jahre alten Kaufmann Durrt, dem Straube und Seemann Brillanten zur Veräußerung übergeben batten. Seemann sandte aus dem Gefängnis heraus an Durra eine Vollmacht zur Erledigung feiner geschäftlichen Angelegenheiten. Durra machte daraufhin den größten Teil der Brillanten, die ihm übergeben worden waren, zu Geld und regelte mit dem Erlös einige Verpflichtungen Seemanns und Straubes. Was von dem Erlös übrig war. wurde ebenso wie die Juwelen, die Durra noch besaß, von der Kriminalpolizei beschlagnahmt. Als fünftes Mitglied der Gesellschaft wird Nitke gesucht, der sofort, als er von der Verhaftung Straubes und Seemanns erfuhr, mit Frau und Kind abreiste. Es wird angenommen, daß sich in seinem Besitz noch für mehrere tausend Mark Juwelen befinden. Eine weitere Meldung besagt: Die beiden Juwelenschwind- ler Straube und Seemann planten nach den weiteren Feststellungen einen größeren Fischzug, nach dessen Gelingen sie wahrscheinlich aus Berlin verschwinden wollten. Sie hatten sich mit verschiedenen Pariser Juwelenhändlern in Verbin- dung gesetzt und bei ihnen mehrere größere Posten Brillanten auf Kommission bestellt. Sie gaben dabei die von ihnen betrogene Hanauer Firma als Referenz an.
* Bürgerliche Kranken- und Sterbegeldversiche- rungsgesellschaft a. G. in Leipzig. Die Mitglieder werden nochmals an dieser Stelle gebeten, heute abend recht zahlreich im „Deutschen Haus", zu erscheinen, da widrige Fragen betreffs der Krankcnunterstützung zu regeln sind, die für ein sedès Mitglied persönliches Interesse haben.
Hanau hat hier geradezu eine Ehrenschuld abzutragen, wenn wir des Mannes gedenken, der als erster Direktor des „Großherzöglichen Gymnasiums" tätig war: Johannes Schulzes, der das Erbe der größten Geister der Zeit in seinem Inneren lebendig nad) Hanau trug, des Schülers von Herder, Schleiermacher, Novalis, Kb'ff, Arnim, Winckelmann, Pestalozzi. Es war in diesem Manne eine geradezu ideale Vereinigung von Forderungen. Als höchstes Ziel fetzte er seiner Schule, wie er es bei F. A. Wolf, Winckelmann. Humboldt erschaut hatte: „die Ausbildung der ganzen Menschheit im Einzelnen", als zweites Ziel: „die Erweckung der Liebe zu Vaterland und Freiheit", wie er sie im Anblick der Griechenwelt in sein Herz ausgenommen und im Verkehr mit Gneisenau, Clausewitz, Görres, Scheu- kendorf lebend erfahren hatte, und damit verbunden dis Abkehr von jenem entnervenden Weltbürgertum feiner Zeit das uns heute wieder in manchem bedenklich nahegerückt ist. Der Unterricht in der Muttersprache ist ihm Ausgangspunkt und Ziel alles Unterrichts, und Humanismus und Deutschtum sind ihm nicht Gegensätze, worein man sie heute von völkisch-germanistischer Seite künstlich zu drängen sucht, sondern geborene Bundesgenogen. Auch er spricht schon den Gedanken aus, daß einer, der den ganzen Kreis der Schulkenntnisse durchlaufen hat, selbst für die Geschäfte tauglicher ist, als ein bloß für ein bestimmtes Fach vorgebildeter. Dieselbe Dankesschuld hat ^anau dem letzten Rektor des lutherischen Gymnasiums, Bergsträßer, gegenüber abzutragen, dessen weiter Geist vorbildlich tiefen Humanismus mit regstem Interesse für die sogenannten Realien vereinte, der ebenso zu Hause war im fk”' hen Altertum, wie in Mathematik. Naturkunde, Heimatkunde.
Wenn wir etwas aus der Geschichte lernen sollen und können, so ist es die Wahrung der Richtung, in der unsers Vorfahren gingen, die Fortsetzung ihrer Arbeit. Und Hanau hat hier wahrlich eine große Tradition zu wahren. Der tief humanistische Geist eines Schulde. verbunden mit dem
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* Jubiläum. Gestern waren 10 Jahre verflossen, daß Fräulein Sophie Reitz im Hause der Firma M. L. Berlizheimer & Söhne tätig ist und wurden ihr aus diesem Anlaß omt der Prinzipalität und dem Personal Geschenke überreicht.
* Verunglückt. Der Streckenarbeiter Johann Hohmann von Aufenau geriet gestern in der Nähe der Station Wächtersbach unter einen Rollwagen, wodurch er einen rechten Beinbruch erlitt und ihm der linke Unterichenkel fast abgequetscht wurde. In schwer verletztem Zustande brachte man ihn in ein hiesiges Krankenhaus.
* Viehmarkt. Der heutige Viehmarkt war mit 183 Kühen und Rindern, 29 Köchern und 6 Ochsen befahren. Bei Hoben Preisen war der Handel schleppend. — Der nächste Viehmarkt sinbet am 7. Mai statt.
X Großauheim, 15. April. Unser Herr Bürgermeister, Herr Grün, sann, wie schon belichtet, in den nächsten Tagen auf eine 25jährige verdienstvolle Tätigkeit im Interesse der Gemeinde Großanheim znrückblicken. Sie verdankt ihm die Verschönerung ihres Straßenbildes durch Anpflanzung der Pappel-, Birken- und Lindenalleen, durch umfassende Be- und (Entwässerungsanlagen, durch die Festlegung der Orts- bcbammgSplänc und durch zahlreiche Straßenpstasterungen. Auf seine Initiative ist die Gründung des Elektrizitätswerkes, der Badeanstalt und des Wasserwerkes zurückzuführen, zu dessen Hydranienanlage vom Brandversicherungsverein in Cassel ein Zuschuß von 7500 Mk. erzielt wurde. Besonders ließ cs sich der Jubilar angelegen sein, den Ort durch Heranziehung großer Fabriken, wie der Eisengießerei von Arnim und der G. m. b. H. Framag, zu beben. Auch für die verschiedenen Berufsstände sind namhafte Leistungen zu verzeichnen, von denen wir nur die Gründung des Banern- und Viehvecsicheningsvereins, sowie die Milbegründung des Darlehnskassen-Vereins hervorheben wollen; auch die Errichtung der geivei blichen Fortbildungsschule ist wesentlich der Bemühung des rastlosen Mannes zu verdanken. Ueberhaupt Hat sich das Schulwesen in seiner Amtszeit bedeutend entwickelt, so durch die (Einrichtung der Rektoratsschule. Auch die Erschließung eines Sportplatzes im vorigen Jabre soll hier nicht unerwähnt bleiben. Mit besonderem Danke muß man sich auch der Festlegung des Ortsstatutes und der An- .stenung der Gemeindebeamten mit Pensionsberechtigung erinnern. Die Anerkennung der Bürgerschaft für diese mannigfachen und bedeutenden Leistungen ist umso wärmer, weil der Bürgermeister allen Konfessionen und Ständen mit gleichmäßiger Gerechtigkeit enlgegenfommt, und so ist der Wunsch allgemein, er möge noch lange zum Segen der Gemeinde auf seinem Posten bleiben !
Vereins- und Bernnügnngy-Nachrichten.
für Mittwoch den 16. April.
Ev. Kasino: Versammlung in der „Concordia".
Turn gemeindc: Von bald 5 bis halb 6 Uhr: Turnen der Knaben und Mädchen, von halb 6 bis halb 7 Uhr: Turnen der größeren Mädchen, von halb 7 bis halb 8 Uhr: Turnen der Knaben, von 8 bis 9 Uhr: Stirnen der Frauenabteilung, von 9 bis 11 Uhr: Singstunde der Gesangsabteilung.
Versteigernnys- rc. Kalender für Donnerstag den 17. April.
Nachmittags von 2 Uhr ab sollen die der hiesigen Leihbank am 1. April d. Z. verfallenen Effekten-Pfänder versteigert werden.
Aus Nah und Fern.
Der Kaiser bei der römischen Feldschanze.
h. Bad Homburg v. d. H., 15. Avril. Seit Montag früh ist der D r n s u s - K i p p e l zwischen der Saalburg und Altenhain das Wanderziei von vielen hunderten neu* gieriger und wissensdurstiger Menschen. Auf Grund einer Skizze aus der valerianischen Zeit und an ber Hand der Wallschanzen auf der Saalburg wird, wir schon bekannt, am Drusus-Kippel von den Mainzer Pionieren eine Feldschanze aufgeworfen. Wenn gestern noch überall ein Chaos herrschte, so hebt sich heute am Ende des zweiten Arbeitstages doch, schon die Form des Bauwerkes in grossÄ Deutlichkeit hervor
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für alles Leben offenen Auge und Herzen Bergsträßers, der Geist dieser beiden großen Hanauer Scholarchen muß lebendig bleiben am Hanauer Schulwesen. Die Realschule insbesondere hat sich ihrer großen Ahnen zu erinnern, zumal seitdem ihr nicht' mehr bloß die Aufgabe gestellt ist, den aewerbtreibenden Bürger einer kleinen Stadt für seinen Beruf tüchtig zu machen, wie um das Jahr 1813, sondern, wie dem Gymnasium, ihre Zöglinge für die Universität vor- zubereiten, sie zur geistigen Rührung der Nation zu be* fahren.
Möge gar mancher dies aus der Festschrift herauslesen, die uns ein ganzes, buntes Leben aus den Archiven Wiedererstehen läßt mit der Lebendigkeit, die nicht bloß ästhetisches Wohlgefallen erregt, sondern auch den Willen erweckt, die Arbeit der Vorfahren zu gutem Fortgang zu bringen. Drei Jahrhunderte Hanauer Schulgeschichte, das ist es in der Tat, was Professor Ankels Festschrift gibt, nicht nur die Geschichte des Dalbergilchen Schulgesetzes, wie der Titel, in seiner Bescheidenheit irreführend. vermuten läßt. Möge der mühe- und entsagungsvollen, überaus wertvollen Arbeit der echte Lohn erwachsen: Wirkung.
kirnst unö Leden.
Ein lOjähriger Dramatiker. In einem großen Berliner ; Theatersaal fand eine vom Jungdeutschlandverein veran- : staltete, von 2000 Personen besuchte Auffühürung des Theaterstückes eines zehnjährigen Knaben statt, die „tosenden Beifall" hatte. Das Stück heißt: „Die Goldsucher im Siouxlande". _______
SllbumbkäUer.
ViUes wird nicht gewagt, weil es schwer scheint, und vieles scheint schwer, weil cs nicht gewagt wirb.
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In jedem Menschen wohnt ein Golt, und wer sein Inneres aeläutert. vernimmt dessen OrakcIsprüchL.
In einem Viereck von etwa l 10 Metern Seilenlänge wachsen die Umwanungen auf, deren HnnpthKt lange 10—12 cm dicke Pmhle bilden, die ein Meter tief in die Erde einqe» rammt sind unb bis zwei Meter über den Boden aufraqen. Die in einer Entfernung von etwa 30 cm siebenden Pfähle werden von Zweigiverk durchschlungen. Außerhalb des Walls läuft ein tiefer Graben. Starke Holzpfeiler stützen innen die Wand. Innerhalb des Lagers stehen Schutzhüllen für die Verteidiger. Sämmtliches zu verwendende Material wird an Ort und Stelle dem Boden und den Baumbeständen entnommen, ganz wie es die Römer ehedem taten. Anch sonst wird die Bauweise der Römer bis ins Einzelnste nacbgeahml. Die Pioniere bedienen sich der Werkzeuge, wie sie die Römer einst benutzten, arbeiten mit um geschnalltem Seitengewehr, biwakieren im Freien, über schwebendem Lagerfeuer macht man die Faschinen geschineidig. Obivohl der Arbeit völlig ungewohnt, arbeiten die braven Pioniere mit einer Bravour, die allen Beteiligten Helle Freude rsiacht. In erster Linie dem Kaiser, dem Urheber dieser Idee; stnndenlang verweilt er bei den Arbeiten, oft greift er selbst fest mit zn, dann läßt er sich von General Hildmann Einzelheiten der Schanze erläutern, ermuntert im nächsten Augenblick die Soldaten, um nach wenigen Sekunden schon wieder auf dem Wall entlang zu gehen. Eingehend unterhielt er sich heule früh mit Forstrat Freiherrn v. Hammerstein-Loxten (Wiesbaden), Forstmeister Frhr. v. L o e iv e n st e r n (Homburg) und Forstmeister Birke nauer (Usingen) über die forstwirtschaftlichen Verhältnisse im Taunus und den Wildbestand in den einzelnen Revieren. Anch der Feldküche, von der die Düfte einer kräftigen Linsensuppe mit Speck boenartig auf* stiegen, stattete der Kaiser einen Besuch ab und ließ sich einen Teller des roten Esaugerichts wohlichmecken. Den Pionier- osfizieren überließ er dafür den Inhalt seines Frnbstâcks- korb"s. Der Aufenthalt des Kaisers bei der Feldschanze währte Hente früh von 9 bis gegen 1 Uhr, während die Kaiserin mit der Prinzessin schon nach 11 Uhr die Arbeitsstätte der Pioniere verließen.
Der Kaiser auf dem Kastell Zugmantel.
h. Idstein, 15. April. Das Kaiserpaar besuchte heute nachmittag in Begleitung des Brautpaares und des ganzen Gefolges in acht Anioinobilen das Kastell Zugmantel. Unter Führung von Baurat Jacobi iHombnrg) unternahmen die Herrschaften einen Rnndgang durch die ausgedehnten Anlagen des Kastells. Mit großem Interesse würben vor allem die aufgedeckten Keller — 300 an der Zahl — und die im vorigen Sommer freigelegten Brunnen besichtigt. Auch gegenwärtig ist man wieder dabei, mehrere Tiefbrunnen zu erschließen. Durch die Auffindung der Tiefbrunnen konnte auch die bisher ungelöste Frage nach der Wasserversorgung festgestellt werden. Die Keller lassen allmählich den Grundplan des Kastells erkennen. Gleichfalls war es möglich, die Ansdehnung deS großen Friedhofs zu bestimmen. Dit Gräber des ZuginantelkasteUs sind an Beigaben weit reicher als die der Saalburg. Wo die Reste der einst sicher vorhanden gewesenen Heiligtümer des Dolichenus, Mithras usw. sich befinden, wird die Aufgabe der nächsten Zeit sein. — Um halb 7 Uhr kehrten die Herrschaften nach dem Homburger Schloß zurück.
-s. Homburg V. d. H., 16. April. Aus Anlaß des Regicrungsjndiläums des deutschen Kaisers beschlossen die Stadtverordneten in nichtöffentlicher Sitzung einem schon seit Jahren gehegten Wunsch des Kaisers Rechnung zu tragen, inbem die an den Kurpark angrenzende große Audenwies« gärtnerisch angelegt werden und die Bezeichnung Kaiser- Wilhelm-Park erhalten soll.
m. Offenbach, 16. April. Der nach Vernntreuung von 10500 Mark flüchtig gegangene Handlungsgehilfe Ludwig Melchior wurde in Luzern, wo er sich unter einem falschen Namen in ein Hoiel eingemietet hatte, verhaftet. In seinem Besitze wurden noch 8244 Mark gefunden. Die AusliF ferting erfolgt auf diplomatischen Wege.
Cassel, 13. April. Nach längerem, schwerem Leiden verstarb heute der Vorsteher der Korrecktions- und Landarmen, anstalt zu Breitenau, Direktor Schmidt.
r. Pforzheim, 15. April. In auswärtigen Blättern finden sich wieder übertriebene Meldungen über flauen Geschäftsgang der hiesigen Bijouterie. Im allgemeinen ist zu sagen, daß das Geschäft trotz der anhaltend unsicheren Allgemeinlage auch nicht viel stiller geht, als sonst um diese Jahreszeit, in welcher von jeher nicht übermäßig zu tun war. Mit den alarmierenden Zeitungsmeldungen, zu denen man auch Auslassungen Pariser Fachblätter rechnen muß, wird sich auch demnächst der Kreditorenverein für die Gold-, Silberwaren- und Uhrenindustrie von Pforzheim, Hanau und Gmünd befassen, der am 24. d. M. hier seine Generalversammlung hält. Auf der Tagesordnung dieser Versammlung steht unter anderem auch noch ein Antrag Hanau, welcher bezweckt, allgemeine Regeln für Auswahlsendungeu einzuführen. — Das Bijouteriegeschäft hat in Oesterreich im Jahr 1912 gegen das Vorjahr nicht nur keinen Fortschritt, sondern einen Rückschritt zu verzeichnen, wie der Ausweis des Wiener Punzierungsamtes erkennen läßt. Danach belief sich das Gesamtgewicht des in Oesterreich hergestellten Eoldge- rätes und Eoldschmuckes 1911 auf 8787.674 Kilo, 1912 nur auf 8861.585 Kilo. Auch die Einfuhr vom Ausland ist gesunken (ohne goldene Uhren) von 3192.966 Klio auf 2840.506 Kilo. Dehnnch sind die Ziffern für silbernes Gerät und Schmuck. Trotzdem halten österreichische Fachblätter die Lage des östereichischen Edelmetallgewerbes gegenüber anderen Gewerben für gesund.
GerichtssaLl.
Der Rièder-Modauer Vcmkkrach vor Gericht.
DV. Darmstadt, 15. April. Der 8. Verhandlungstag beginnt mit der Vcrnehmuivg des Rendanten, jetzigen Rechners des Rieder-Modaner Vereins Reff, der 1910 zur Aniklärung der Verhäitniffe von der Landwirtschaftlichen Genossenichafcsbank nach N»eder-Mo^au gefdiidi worden ist. Er fand einen furchtbaren Wirrwarr vor, ein Teil der Schuldscheine war bereits erloschen, viele Schuldner und