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^'nruckungsgebühr:

Die 6g ipaltene Petitzeile oder deren Raum 20 Pfg. un Reklameteil die Zeile 50 Pfg.

Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des verein, ev. Waisenhauses in Hanau.

General-Anzeiger

Amtliches Organ für Stadt- and Landkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Bezugspreis:

Vierteljährlich 1.80 Mk., monatlich 60 Pfg., für Post- bezug vierteljährlich 2.10 Mk., monatlich 70 Pf- Die einzelne Nummer kostet 5 Pfg.

^crantroortL Redakteur: E. Schrecker in Hanau.

Aerrrsprechanschlits; Nr. 230

Mittwoch de» 9. April

Feritsprechanschlutz Nr. 230

1913

Sie Mt Ammer «mW «Her dem iliitetimltimgs&iaii

12 Seiten.

Hierzu Amtlèeche Beilaae Nr. 3"

'Amtliches.

Gleichwie bei früheren Wahlen werden auch über die Ergebnisse der bevorstehenden Wahlen zum Hause der Ab­geordneten durch die Wahlvorsteher und die Wahlkom­missare wieder Zählbogen und Zählkarten au--gefüllt werden.

Dies bringe ich hierdurch mit dem Bemerken zur öffent­lichen Kenntnis, daß diese Erhebungen lediglich statistischen Zwecken dienen.

Gaffel den 1. April 1913. A I. 1732

Der Regierungspräsident.

Graf von Bernstorff.

. Landkreis Hanau.

Diejenigen Herren Bürgermeister, in deren Gemein­den sich Vermittelungsagenten für Jmmobilienverträge (Immobilienmakler) 'befinden, mache ich auf die nach den Verfügungen vom 2. Oktober 1900 (Nr. 35 der Amtlichen Beilage) und vom 21. Dezember 1907, V 12353, (Nr. 1 der Amtlichen Beilage vom 7. Januar 1908) jährlich wenigstens einmal vorzunehmende Revision der Geschäftsbücher der genannten Agenten aufmerksam. Ich ersuche, wo die Revision noch nicht stattgefunden hat, diese bald nachzuholen.

Hanau den 7. April 1913.

Der Königliche Landrat.

F r h r. L a u r.

Stadtkreis Ranau» Bekanntmachung

Am Montag den 14. d. Mts., vormittags 10 Uhr, findet im unteren Saal des Neustädter Rathauses, Zimmer 1, öffentliche Sitzung des Kaufmanns­gerichts statt.

Hanau den 4. April 1913. 9085

Der Vorsitzende des Kaufmannsgerichts.

Hild.

KnirsaarkaSt des WW Am.

Mündelsicher.

Reichsbankgirokonto. Postscheckkonto Nr. 6279.

Hauptstelle: im Kreishaus Hainstraße Nr. 10.

Eröffnung der Nebenstelle Marktplatz Nr. 15 am 15. April 1913,

Tägliche Verzinsung der Spareinlagen zu 33!<°/o.

Die Ueberweisung von Spareinlagen Abziehender an eine andere Sparkasse und die Einziehung von Spar­einlagen aus auswärtigen Sparkassen erfolgt kostenfrei.

Darlehen gegen hypothekarische Sicherstellung zu 41/2°/e Zinsen mit und ohne Tilgungszwang, gegen Bürgschaft und Verpfändung von Wertpapieren zu zeitgemäßen Be­dingungen.

Der Vorsitzende des Vorstandes. 8591 Frhr. Laur.

Holz-Verkauf.

Am Freitag den 18. April cr., von vormittags g1^ llhr ab, sollen in der GastwirtschaftZur Stadt Hanau" (W. Schaaf) in Niederrodenbach aus den Schutzbezirken Oberrodenbach, Niederrodenbach und Neuwirtshaus,Jagen 34a u. d, 36b, 45b, 39a, 33a, 25, 26, 50, 61b, 59a, 62, 64d, 71a, 73, 74b, 83a u. b, 89 u. Totalität:

A Nutzholz :

Eichen: 27 Stämme B 4./5. Kl. = 11,55 km, 3 Stangen 1./2. Kl, 11 rm Nutzrollen,

Rotbuchen: 90 Stämme B 4./B. Kl. = 34,35 hn, 34 Stangen 1J3. Kl.,

Kiefern u. Weißtannen pp.: 9 Sägeblöcke 1./3. Kl. = 14,67 km, 831 St. Bauholz 2./4. Kl. = 428,09 fm, 860 Stangen 1/3. Kl., 2.44 Hdt. Reif. Stangen 4. Kl., 16 rm Nutzrollen.

B Brennholz:

Eichen : 130 rm Scheit, 92 rm Knüppel, 21 rm Stock­holz 1. Kl., 22,10 Hdt. Well. Reis 3. Kl.,

Buchen: 368 rm Scheit, 316 rm Knüppel, 3,5 rm Stockholz, 90,50 Hdt. Well. Reis 3. Kl.,

Erlen pp.: 6 rm Scheit, 40 rm Knüppel, 3,20 Hdt. Mell. Reis Kl«.

Nadelholz: 73 rm Scheit, 37 rm Knüppel, 37 rm Stockholz, 119 Hdt. Well. Reis 3. Kl. und 5 rm Reiser 3. Kl.

öffentlich meistbietend zum Verkauf ausgeboten werden. Der im Termin anwesende Rendant nimmt Zahlungen entgegen. Das Brennholz kommt von ca. ll1^ Uhr ab zum Ausgebot.

Die betreffenden Förster erteilen über das zum Ver­kauf kommende Holz auf Ansuchen mündlich nähere Auskunft. 9083

Königl. Oberförsterei Wolfgang.

Pottasche Rundschau.

Eine Rede des französischen Kriegsministers. Der französische Kriegsminister hielt gestern abend in Rouen bei einem Offiziersbankett eine Rede, in der er u. a. sagte: Wenn man sieht, wie nicht nur das benachbarte Kaiserreich, sondern auch Oesterreich-Ungarn und Italien regelmäßig den Effektiv- besiand erhöhen, so kann man der Eventualität der Angriffe nicht ins Auge sehen, ohne zu Maßregeln zu greifen, die notwendig einer solchen Möglichkeit begegnen. Wenn die Regierung glaubt, nur 478 000 Mann deiO850 000 Mann des Gegners entgegenstellen zu können, muß man als eine notwendige unb unerläßliche Anstrengung die dreijährige Dienstzeit fordern, um den Unterschied anszugleichen. Der Minister schloß, er hoffe, alle guten Franzosen würden ihn in dieser Initiative unterstützen. Er selbst würde für das Gesetz eintreten, auch wenn er dabei allein stehen sollte.

Das Befinden des Papstes.

Nom, 8. April. Die Blätter beschäftigen sich eingehend mit der Erkrankung des Papstes. DieTribuna" schreibt, der Papst wäre von der letzten Krankheit noch nicht völlig wiederhergestellt. Man hätte ihn Empfänge, wenn auch in beschränkter Zahl wieder ausnehmen lassen, nur weil er seine Untätigkeit bedauerte. D es sei für die gegenwärtige Er­krankung mit von Einfluß gewesen. Seit einiger Zeit sei eine große Herzschwäche und Unregelmäßigkeit in der Herz­tätigkeit festgestellt worden. Auch seien neuerdings Eiweiß im Urin und deutliche Anzeichen dafür festgestellt worden, daß auch die Nieren in Mitleidenschaft gezogen seien.

Nom, 8. April. DasGiornale d^Jtalia" verzeichnet eine Version, wonach der Papst gestern abend einen Ohn­machtsanfall erlitten habe, fügte jedoch hinzu, daß eine andere Version, wonach der Papst Schüttelfrost verspürte und ihn ein Fieber befiel, größeren Glauben verdiene. Prof. Marchia- Fava stellte fest, daß die Erkrankung keinen beunruhigenden Charakter trage. Das Blatt sagt weiter: Der Papst ist so deprimiert, daß der Besuch seiner Schwestern ihn sehr be­wegt. Abends verließ die ältere Schwester den Vatikan mit Weinen und mit geröteten Augen. All dies macht großen Eindruck im Vatikan. Die Pilger, die nach der Wiederher­stellung des Papstes empfangen werden sollten, begaben sich in die Basilika von St. Peter, um gemeinsame Gebete für die Gesundung des Papstes abzuhalten.

Rom, 8. April. Zwischen 7 und 8 Uhr besuchten die Aerzte Marchia-Vava und Amici wiederum den Papst. Man versichert, daß sie eine Besserung in seinem Befinden fest­gestellt hätten. Die Temperatur hält wenig über 37 Grad.

Stimmungsbild aus dem Reichstag.

m. Berlin, 8. April. Der heutige zweite Tag der Mili­tärdebatte war, wenn man von der Rede des Reichskanzlers absieht, weitaus interessanter als die gestrige Sitzung, in der die beiden größten Parteien des Hauses neben kleinen Parteigruppen zu Wort gekommen waren. Der Reichs­kanzler war wieder anwesend und verließ nur hie und da auf einige Zeit den Saal; im übrigen war das Bild des Hauses etwa wie gestern, nur daß die Hofloge lediglich den Besuch des Fürsten Adolf von Schaumburg-Lippe mit feinen Adjutanten aufwies. Das Wort nahm zunächst für die Nationalliberalen der Abgeordnete Bassermann. Er sprach etwas über eine Stunde. Ausgehend von einer eingehenden Untersuchung der Gestaltung der internationalen Lage ent­fernte er sich im großen und ganzen nicht von dem Bilde, das der Reichskanzler entworfen. Auch er war skeptisch ge­nug in der Bewertung des Verhältnisses zu Rußland ange­sichts der Kraft des panslawistischen Elementes, daß Kom­plikationen drohen, gegen die man sich rüsten müsse. Da­rum ist der stärkere Schutz der Ostgrenze keine Angriffs­politik. Und die Gefahren des Panslawismus und Chauvi­nismus in Frankreich könne man nicht mit so leichter Hand beiseite schieben, wie es gestern Herr Haase getan hatte. Der imperialistische Zug, der durch die Völker und Staaten geht, schaffe andauernd Reibungsflächen und an der Ver­stärkung der Rüstungsmittel habe sich Deutschland erst spät beteiligt. Und nichts als seine Pflicht erfülle es, wenn es die Ansprüche seines Bundesgenoffen unterstütze. Eine internationale Verwickelung eines Krieges steht jetzt wieder

nicht außer Rechnung, und deshalb wird die nationallibe­rale Fraktion die geforderte Verstärkung bewilligen. Die Vorlage holt ja Dinge nach, die man früher verabsäumt hat. Jeder Deutsche soll jetzt wehrpflichtig sein; aber das Volk in Waffen, es fordert Reformen, und Baffermann zählt eine Reihe auf: im Militärstrafrecht, in der Bekämpfung der Soldatenmißhairdlungen und in Bezug auf das religiöse Bekenntnis und den Adel. Eine neue große Zeit stellt neue Aufgaben, und die Durchführung der allgemeinen Wehr­pflicht ist eine nationale Pflicht und ein Gebot der Selbst­erhaltung. Baffermann fand lebhaften Beifall. Graf Ka­nitz bestieg die Tribüne und gab eine knappe und bestimmte Erklärung über die ohne Hurrastimmung durch die konser­vative Partei erfolgende Annahme der Vorlage. Er sprach dem Reichskanzler namens seiner Fraktion den ausdrück­lichen Dank aus, daß er dieseFriedensvorlage", die Deutsch­land als den stärkeren erhält, eingebracht hat. Recht scharf war die Art, in der der konservative Redner den Sozialde­mokraten das5 Berlin!" ihrer französischen Freunde vor­hielt. Die Freisinnigen schickten Dr. Müller-Meiningen vor, der sein gewohntes Temperament in die Verhandlung trug. Er kritisierte vor allem das Verhältnis der Not­wendigkeit und Wichtigkeit der angeforderten Heeresver­stärkung zu der Kostenfrage, und stellte dem Kriegsminister die Alternative, daß er die Entwickelung der Verhältnisse, die man schon seit Jahren hätte bemerken müssen, solange unberücksichtigt gelassen oder sie nicht erkannt habe. Der Generalstab sei die unverantwortliche Nebenregierung, die den Kriegsminister daran hindere, das Nötige zur rechten Zeit zu tun. Und dann setzte eine ätzende Darstellung einer Reihe von Mängeln ein, die Dr. Müller-Meiningen an den militärischen Verhältnissen auszusetzen hat. Der freisinnige Redner rief den Kriegsminister auf den Plan. Er wies die Angriffe besonders auf'das Offizierkorps mit schnei­digen Sätzen zurück. Die Möglichkeit von Verbesserungen gab er ohne weiteres zu, aber wandte sich entschieden gegen die Kritik, die das Vertrauen zur Armee, den ersten Faktor des Sieges, gefährde. Der Kriegsminister erklärt die Be­hauptungen von der Preßkampagne mit dem Generalstab, die gegen Ende des vorigen Jahres bei der Vorbereitung der Militärvorlage erfolgt sein solle, für erfunden. Eine solche Preßlampagne zwischen zwei Behörden, die die glei­chen Ziele auf gleicher Grundlage verfolgen, sei unmöglich. Wenn die Vorgänge auf dem Balkan die Militärbehörden wirklich überrascht haben, so ist es auch anderen, auch Abge­ordneten so ergangen. Aber die Vorlage sei das Ergebnis der jeweiligen Verhältnisse und ändern sich diese, so werde die Militärverwaltung nicht das Verbrechen begehen, die Konsequenzen nicht zu ziehen. Der Pole Seyda rechnete die Milliardenforderung gegen die Ostmarkenpolitik ab. Den Albanern wolle man die nationale und politische Frei­heit garantieren, den gräßlichen Polen nicht! Der dann folgende Sozialdemokrat Scheidemann wußte nicht viel zu sagen und erreichte mit seiner Polemik gegen Herrn von Liebert nur einige Rügen. Den sehr interessanten Schluß für heute machte dann in anderthalbstündiger, allseitig sehr aufmerksam angehörter Rede der Abgeordnete Erzberger. Mit fleißig gesammeltem Material stellte er Lei seinem recht bestimmten Eintreten für die Heeresverstärkung ein umfangreiches Programm von Reformen auf, die einen nicht geringen Teil der Kosten ausgleichen und sparen sollen, und besonders Beifall fand der Zentrumsredner mit feinen Forderungen für die Unterstützung der kleinen Landwirt­schaft, die durch die vermehrte Einstellung der Rekruten be­sonders getroffen u^be. In später Stunde vertagte sich das Haus.

In Mittetet in Der MgetkomMM.

Berlin, 8. April. Die Budgetkommission begann heute die Beratung des Militäretats. Der Berichterstatter von Putlitz gab einen Ueberblick über die im Etat enthaltenen Mehrforderungen, die man trennen müsse. In die Summen, die durch die im letzten Jahre beschlossene Heeresverstärkung nötig geworden seien, weiter die, welche die einfache Folgen dieser Beschlüsse bilden, und die neuen Mehrforderungen. Die letzteren betragen ungefähr 7,6 Millionen Mark; es werde sich darum handeln, diese Forderungen besonders ge­nau zu prüfen. Sie beziehen sich einmal auf die Erhöhung der Naub'i'tterrationen im Betrage von 1,8 Millionen, auf verkehrstechnische Forderungen mit 3 Millionen und neue Stellen mit 3,8 Millionen. Beim Gehaltstitel des Kriegs­ministers wünscht ein Zentrumsvertreter Erklärungen über den vielbesprochenen Prozeß des Amtsrichters in Rybnik gegen den Bezirksoffizer Hauptmann Kammler, der im Ur­teil des Landgerichts in Ratibor als böswilliger Geistes­schwacher bezeichnet worden sei. Der Kriegsminister verwies darauf, daß das Gerichtsverfahren noch nicht abgeschlossen lei. Er werde deshalb sich nur teilweise über den Fall aus-