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Notattonsdruck und Verlag bet Buchdruckerei lief verein. eo. Watjenhaujes in Hanau.
General-Anzeiger
Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Bejtigeytttoi
Vierteljährlich 1.80 MU monatlich WPfg., für Post, bezug vierteljährlich HO MU monatlich 70 Pjg. Die einzelne Nummer tostet 1 Pfg.
Verantwort!. Redakteur: & Schrecker in Hanau.
Nr. 79
Aernsprechanschlich Nr
330
Samstag den 5. April
Ferttsprechattschlns; Nr. 230
1913
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18 Seiten.
Amtliches.
Stadtkreis Hanau.
Den Herren Gewerbetreibenden gebe ich besannt, daß nach neuerdings getroffener Entscheidung die Postabholung durch Handelsangestellte am Sonntage als unter das Verbot des Nachtragsortsstatuts betreffend die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe in Hanau vom 5. November 1912 fallend angesehen und dieses mit den dort vorgesehenen Ausnahmen unzulässig ist. Es wird der Prüfung des Einzelfalles unterliegen, ob die gedachte Tätigkeit als eine unter § 105c Ziffer 3 der Gewerbeordnung fallende Arbeit, von welcher die Wiederaufnahme des vollen werktätigen Betriebes abhängig war, ausnahmsweise angesprochen werden kann.
Hanau den 4. April 1913. P 3265
Der Königl. Polizeidirektor.
J. Ä.: Karbe.
Eandkreis Hanau.
Die Herren Bürgermeister ersuche ich, unter Bezugnahme auf meine Verfügung vom 15. Oktober 1894, J.-Nr. 2921 A bis zum 15. ds. Mts. zu berichten, ob und in welcher Höhe Rückstände an Gemeindeabgaben vorhanden sind, sowie ob das Einziehungsverfahren eingeleitet ist.
Hanau den 2. April 1913. A. 1693
Der Königl. Landrat.
Frhr. Laur.
Am 30. April d. J. können 22 Kinder hilfsbedürftiger Eltern aus dem Landkreis Hanau auf Kreiskosten zu einer iwöchigen Badekur in der Kinderheilanstalt Orb zugelaffen werden.
Etwaige Anträge sind durch Vermittelung der Herren Bürgermeister bis spätestens den 20. April d. I. bei mir anzubringen, Formulare zu diesen Anträgen sind hier zu haben.
Hanau den 29. März 1913. A. 1651
Der Königliche Landrat.
F r h r. L a u r.
Stadtkreis Hanau. Bekanntmachung.
Gesuche um Erlaß oder Ermäßigung des Schulgeldes der städtischen Schulen sind in der Zeit vom 31. März bis
Stadttheater in Hanau.
„Der Bettelstudent".
Operette in 3 Akten und einem Vorspiel von F. Zell und Rich. EenSe. Musik von Earl Millöcker.
Die bekannte ältere, an melodiösen und kapriziösen Piecen reiche Operette, welche vor einigen Jahren an unserer Bühne mit außerordentlichem Erfolge aufgeführt werden konnte, ist uns kurz vor Schluß der dieswinterlichen Spielzeit wiederum neueinstudiert vorgeführt worden. Gestern fand die erste Aufführung statt, der am Sonntag eine zweite folgen wird. Eine eingehende Würdigung der Leistungen behalten wir uns vor, bemerken aber heute schon, daß uns der gestrige Abend nur teilweise zu befriedigen vermochte. Was wir bei der „Fledermaus"-Aufführung als besonders bemerkenswert hervorheben konnten, traf auch gestern abend zu, jedoch mit der Einschränkung, daß neben dem gesanglichen auch das darstellerische Vermögen hier und Da viel zu wünschen übrig ließ. Eine geradezu farb- und leblose Darstellung fand die Partie des „Janicke" durch Herrn Hietel, wodurch die Gesamtwirkung stark beeinträchtigt wurde. Auch Herr R e i n h a r t, der auf gesanglichem Gebiete, namentlich im zweiten Akte, lebhaften Beifall erringen konnte und dadurch einen Ausgleich für vorausgegangenes Mißgeschick zu bieten vermochte, hätte bei lebhafterer darstellerischer Ausnutzung seiner dankbaren Partie wesentlich dazu beitragen können, sich einen bemerkenswerten Erfolg zu sichern. Eines unbestrittenen Erfolges hatte sich vor allem Frl. Harves als „Bronislava" zu erfreuen. Hiermit wollen wir für heute schließen, da uns auch die zweite Aufführung Gelegenheit bieten wird, wie schon bemerkt, eingehend zu berichten.
5. April 1913 auf Zimmer 37 des Rathauses, vormittags 10 bis 12h Uhr, anzubringen.
Es wird darauf hingewiesen, daß nur solche Schüler und Schülerinnen auf Berücksichtigung rechnen können, deren Leistungen eine solche Vergünstigung rechtfertigen.
Später eingehende Einsprüche werden nicht berücksichtigt.
Hanau den 26. März 1913. 7981
Der Magistrat. Das Kuratorium der Pedro Jungschen Stiftung.
Bekanntmachung.
Der im Schlachthof entstehende Dung und die anderen Abfälle, mit Ausnahme der Borsten und Klauen, sind zum 1. Juli d. J. anderweitig zu vergeben.
Angebote sind umgehend auf Zimmer Nr. 36 des Rathauses anzubringen, woselbst weitere Auskunft erteilt wird. Hanau den 4. April 1913. 8839
Der Magistrat.
Hild.
Bekanntmachung.
Arbeitsuchende: 1 jg. Dienstmädchen, geht auch nach auswärts, 1 Fahrbursche, 4 Hausburschen, 1 Schreiner, 1 Schuhmacher, 1 Spenglerlehrling sucht Lehrstelle mit Kost und Logis im Hause, 6 Taglöhner.
Gesucht werden: 1 Bäckergeselle, 1 Schneider auf Eroßstück, 2 Schreiner, sowie junge Leute, die sich als Kernmacher ausbilden wollen.
Im Monat März erhielten Stellen zugewiesen: 1 Anstreicher, 2 Bauschlosser, 1 Dienstmädchen, 2 Fahrburschen, 4 Gartenarbeiter, 1 Eußschleifer, 5 Hausburschen, 1 Hofarbeiter, 2 Maurer, 1 Putzfrau, 1 Sattler, 2 Schlosser, 1 Schneider, 2 Schuhmacher, 10 landwirtsch. Taglohner, 13 sonstige Taglöhner.
Hanau den 5. April 1913. 8837
Städtische Arbeitsvermittelungsstelle.
Politische Rundschau.
Die Nationalliberale Landtagsfraktion brachte folgenden Antrag ein: Das Haus der Abgeordneten wolle beschließen: die Königliche Staatsregierung wird ersucht, die für die Seminare vorgesehenen Prorektor st eilen auch mit seminaristisch vorgebildeten Lehrern zu besetzen.
Mp. Landtagswahlen und Reserveübungen. Wegen der am 16. Mai und 3. Juni stattfindenden Wahlen zum preußischen Abgeordnetenhaus sind — wie die „Mil.-pol. Korrespondenz" meldet — auf Anordnung des Kriegsministe-
Was die Vögel singen. Eine Tierstudie aus dem Frühling.
Von Hans Pander.
(Nachdruck verboten.) „Diu wilden waltvögellin hiezen st willekomen sin vil suoze in ir latine."
(Tristan.)
„In den alten Zeiten da hatte jeder Klang noch Sinn und Bedeutung .... Zu dieser Zeit hatten auch die Vögel ihre eigene Sprache, die jedermann verstand, jetzt lautet es nur wie ein Zwitschern, Kreischen und Pfeifen, und bei einigen wie Musik ohne Worte." Lange, lange sind die Zeiten vergangen, von denen die Brüder Grimm so erzählen: es waren die Zeiten Siegfrieds oder anderer Sagen- und Märchenhelden, wenn man sich nicht gar bis zu Salomo Zurückversetzen will. In den Ueberlieferungen des Volkes aber haben sich die Reste von dem erhalten, was die Vögel in ihrem „Latein" sagten, und das Volk, die Kinder und die Dichter verstehen noch heute die Sprache der Vögel. Legt ihrs nicht aus, so legt was unter, ist freilich oft dabei ihr Wahlspruch.
So einfach das anspruchslose Lied der Goldammer auch ist, so hört der Landmann doch heraus, daß der Vogel im Winter etwas ganz anderes ausdrückt, als zur warmen Jahreszeit. Im Winter bittet er (in Mecklenburg) ganz bescheiden: Buur, Buur, leihn mi dien Schüün, im Frühling heißt es: Nu gah'k nich mihr mit mit na Schüün, oder: Buur, ick fraach vül na dien Schüün, und im Sommer stößt er gar Drohungen aus, die an Höflichkeit hinter Gotzens bekannter Antwort nicht zurückstehen. Bei Eichendorff singt die Goldammer im Herbst und Winter betrübt vor dem Fenster: „Bauer, miet mich, Bauer, miet mich", um in der schonen Frühlingszeit ganz stolz zu rufen: „Bauer. behalt
riums die Uebungen des Veurlaubtenstandes, die in dieser Zeit stattfinden sollten, auf die Zeit nach dem 4. Juni verlegt worden.
Mp. Wehrvorlage und Beförderungsausfichten. Ein Oberleutnant und Frontoffizier schreibt uns: Durch die Wehrvorlage sollen bei der Infanterie 475 neue Stellen für Stabsoffiziere und 353 neue Stellen für Hauptleute geschaffen werden, wobei die Stellenvermehrungen bei den Vezirkskommandos nicht mit gerechnet sind. Rechnet man diese hinzu, sowie die Stellen bei den höheren Stäben unb das natürliche Avancement im Laufe des Frühjahrs und des Sommers, so werden von jetzt an bis zum 1. Oktober d. J. mindestens 900 Offiziere der Infanterie in Hauptmanns oder Majorstellen einrücken. Diese große Stellenvermehrung hat zur Folge, daß zum 1. Oktober bei der Infanterie alle Oberleutnants bis herab zu denjeingen, deren Leutnantspatent vom November 1899 datiert, den zweiten Stern erhalten. Da die Beförderungsverhältniffe bei der Infanterie maßgebend für die ganze Armee sind, so werden auch die Oberleutnants der anderen Waffen mit ihren gleichalterigen Kameraden von der Infanterie zusammen zu Hauptleuten oder Rittmeistern befördert werden. Allerdings werden viele von ihnen nur als Ueberzählige, d. h. ohne Gehalt, diesen Dienstgrad erreichen, da die Stellenvermehrungen der anderen Waffen nicht in entsprechend großem Maße wie bei der Infanterie erfolgen. Am schlechtesten wird hierin wieder, wie schon seit Jahren, die Feldartillerie stehen, bei der die Stellenvermehrung von insgesamt 101 Stabsoffizieren und Hauptleuten knapp ausreicht, um die augenblicklich vorhandenen. überzähligen Hauptleute aufzubrauchen, bei denen das Leuknantspatent des jüngsten aus dem Sommer 1897 datiert. Mehr als zwei volle Offiziersjahrgänge (August 1897 bis November 1899) werden also im Herbst bei der Feldartillerie zu überzähligen Hauptleuten befördert werden müssen, haben dann aber noch bis zu zwei Jahren und länger auf das Gehalt ihres Dienstgrades zu warten. Im allgemeinen wird es die Wehrvorlage im Verein mit der vorjährigen Heeresverstärkung zuwege bringen, daß jeder Leutnant in Zukunft nach 13 ^jähriger Offizierdienstzeit auf den zweiten Stern rechnen kann, eine Aussicht, die im Interesse der Leistungsfähigkeit unserer Offiziere und damit der Armee nicht hoch genug anzuschlagen ist und die noch vor zwei Jahren, als der Hauptmannsdienstgrad 17 lange Leutnantsjahre hindurch auf sich warten ließ, niemand zu erhoffen wagte.
Deinen Dienst." Diese Deutung des Goldammergesanges ist übrigens auch im niederdeutschen Sprachgebiete, natürlich in entsprechender Mundart, bekannt. Sie trifft, ganz wie die vorher genannten, den Rhythmus des Dogelgesanges vortrefflich. Das gleiche gilt von anderen, vorzugsweise norddeutschen Goldammerdeutungen, z. V. „Ick, ick, ick heff keen Tied, Sünn, Sünn, Sünn, Sünn schient! Is, is, is noch viel zu früh, oder: wie, wie hab ich dich lieb?"
Einer der ersten Vögel, die Frühlingslieder anstimmem ist die Lerche. Sie singt, wie Volk und Dichter übereinstimmend aus ihrem Tirelieren heraushören, Loblieder zum Preise Gottes. 6tf läßt Opitz, ihre Stimme trefflich andeutend sie singen: „Dir, Dir. lieber Gott allein, / «ingt alle Welt, Dir, Dir. Dir will ich dankbar sein!" Den gleichen Gedanken legt der Niederdeutsche dem Lerchengesang in der Form unter: „Hooch fleeg ik, siet sink ik, an mienen leewen Herrgott denk ik", und bei Simrock heißt das Lerchenlied: „Liewen Heer, liewen Heer, /Schmiet en Kornschen von bowen nee, / Bowen nee! / Twee, twee, twee, twee Im Aufwärtsfliegen singt sie: „Mein Vater ist im Himmel, / Da wollt ich auch gern sein" / und im Herabsinken: „Doch ists so weit weit weit!" Auch in der französischen Ueberlieferung preist die Lerche beim Aufwärtssteigen den Schöpfer, doch gibt es dort eine hübsche Lesart, nach der Sankt Peter ihr den Eingang zum Himmel verweigert, weil sie, entgegen ihrem Versprechen, doch gelästert hat. Becm ^tei- gen nämlich verspricht sie: „Pierre, laisse moi untrer । Jamais plus ne faut’rai. / Jamais plus ne faut rai“, abe beim Fluge abwärts läßt sie sich so vernehmen: „J faut’rai, f faut’rai, j’ laut rai !
Wenig später als die Lerchen lassen die Finken ähre Weisen erschallen Der schmetternde Finkenschlag ist vielleicht die Vogelstimme, an der am meisten herumgedeutetworden ist. Wie zahlreich sind nicht allein die verschiedenen Arten des Schlages, die der Thüringer kennt! Da gibt es einen BräutiaamsiLlaa. einen Reitzug. einen guten Wein-