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Bezugspreis»

Vierteljährlich 1.80 Ml., monatlich K0Pfg., füt Post, jeaug vierteljährlich 240 ML, monatlich 70 Wg. Die einzelne Nummer kostet 6 Psg.

Oft Bjtfpeöene VeNt-eils oder deren Raum 80 Wg. in ReflameteU oh geile BQ $(&

KotaNonrdruü und Verlag der Vuchdruckerei Les verein, ev. Waisenhauses in Hanau,

General-Anzeiger

AAtliihes Organ für StaM» und Landkreis Hanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Verantwort!. Redakteur: S. Schrecker in Hanau.

Nr. 78

??erttsprechattschlufr Nr. 230.

Freitag deir 4. April

Ferttsprechanschluß Nr. 230.

1913

He Mist Nmm» mW artet tem MrhMMVM

14 Seiten.

Amtliches.

Bekanntmachung.

Das Grundstück Gemarkung Großauheim Parzelle AA 221 früher dem Landwirt Peter Knötel gehörig, jetzt angeblich herrenlos, ist für die Militärbahn des Eisenbahn-Regiments Nr. 3 in Hanau benötigt und daher von der Heeresverwaltung in Eigentumsbesitz ge­nommen worden.

Personen, welche glauben, Ansprüche irgend welcher Art auf dieses Grundstück erheben zu können, werden aufgefordert sich binnen 14 Tagen nach dem Erscheinen dieses Blattes auf dem Geschäftszimmer der Garnison- verwaltung in Hanau, Erbsengasse 1, zu melden und die ihnen vermeintlich zustehenden Rechte nachzuweisen.

Garnison-Verwaltung Hanau. 8625

Wmdm md ottloreiie kegeOmde it. Gefunden: 1 Herrenschirm (im Schloßgarten). Verloren: 1 rotbraunes Portemonnaie mit 2 Mk. Zugeflogen: 1 kleiner grauer Papagei.

Hanau den 4. April 1913.

Aus Hanau Stadt und Land.

Hanau, 4. April.

WuWe Sinnig der Ttadtverordiieteii-BerftmUliiNji

vom 3. April 1913.

Anwesend die Herren: Vorsteher Justizrat Uth; Bernges, Oirlner, Brüning, Daßbach, Deines, Fischer, Förster, Dr. Hoffmann, Honsen, Kämmerer, Kittsteiner, Koburger, Müller, Rechtsanwalt Müller, Ohl, Philips, Röse, Schroeter, Schrei­ber, Schwabe, Spatz, Stübing und Dr. Wagner.

Vom Magistrat: Die Herren Oberbürgermeister Dr. Gebe- schus, Bürgermeister Hild, Stadtbaurat Ehrich und Stadt- schulrat Dr. Berensmann.

Vor Eintritt in die Tagesordnung gab der Vorsitzende Kenntnis von einem Schreiben des Geheimen Sanitätsrats Herrn Dr. med. Eisenach, in welchem derselbe dem Stadt­verordnetenkollegium den Dank für seine Ernennung zum Stadtältesten ausspricht.

Ergänzungs - und Ersatzwahlen f-ür den Magistrat.

Die Herren Karl Kehl jun., Ernst Hol­zinger, Jean Nicolay, Albert Sendler und Sanllâisrat Dr. L u c a n u s , deren Amtsperiode JL-'J -.8!L! l!**!-!!!^"«--"«^"t

2. MMineMgMt der MsWn EesKWMW.

Am gestrigen Abend veranstaltete der Weins'sche Gesang­verein im Saale derCentralhalle" sein zweites, gutbesuchtes Abonnementskonzert. Das Programm erweckte, zunächst solistisch, ein besonderes Interesse dadurch, daß zwei geschätzte altbewährte Künstler aus nächster Nähe und unserer Vater­stadt selbst, die Herren Adolf Müller-Frankfurt, Dirigent des Vereins und Heinrich A p p u n n zu Wort kamen. Aber auch den Chören konnte man mit Spannung entgegen sehen; da standen zur Vorfeier des 100. Geburtstages Richard Wagners zwei seiner Schöpfungen verzeichnet, da war auf Verlangen (laut beigefügter Notiz) wieder das gemütvolle Wie's daheim war" zu finden, da grüßte unsLützows wilde Jagd", das herrliche, todesmutige Lied unseres Groß­meisters Carl Maria von Weber!

Der Verein kann mit Freude und Stolz auch auf seinen zweiten Konzertabend zurückblicken. Die Chöre, die mit BeethovensV e s p e r" begannen, zeichneten sich sämtlich durch sorgfältigste Einstudierung aus. Intonation, Klang, Vortrag "md Aussprache gebührt alles Lob. Betreffs letzterer war geradezu zu bewundern die Deutlichkeit und Silbenbereitschaft inEine Schlittenfahrt", die wiederholt werden mußte. Auch durch die musikalischen Klippen des stark mo­dulierenden Tannhäuser-Pilgerchors und Ma« troseulieds ausDer fliegende Holländer" steuerte das Sängerschifflein zielbewußt, ohne Schwanken und ohne auf Grund zu geraten.Klipp und Sturm lachen wir aus !" klang es an unser Ohr und es schien ja so, als ob die frischen Stimmen Angst tatsächlich nicht kennten. Desto mehr mag derSteuermann" aufgeatmet haben, als der heimische Port glücklich ohne Unfall erreicht war. Weihevollerhaben kam Schuberts wunderstillesW a n d e r e r s N a ch t l i e d", iturig Hub wohlschattiert »LüdowS wilde Jagd" heraus

abgelaufen ist, wurden wiedergewählt; für den verstorbenen Herrn Adolf Almeroth wurde Herr Kaufmann Willi Lossow mit 17 von 24 abgegebenen Stimmen neugewählt, 1 Stimme erhielt Stadtv. Philips, 6 Zettel wurden weiß abgegeben, an Stelle des ausgeschiedenen Herrn Friedrich Rousselle wurde Herr Kettenfabrikant Christian Reitzel mit 19 von 24 abgegebenen Stimmen gewählt, 4 Stimmen erhielt Stadtv. Craß, 1 Zettel wurde weiß abgegeben.

Wahl von Armenpflegern.

An Stelle des von seinem Posten zurückgetretenen Ar- menpflegers Herrn Fritz Marx wurde Herr Rudolf Marx gewählt, für Len Bezirk 26 wurde neugswählt Herr Zi­garrenhändler Appel.

Bauliche Veränderungen im Friedhofs­gebäude.

Der Beschluß der Friedhofskommission lautet: Die bau­lichen Veränderungen im Friedhofsgebäude nach dem Kosten­voranschlag von insgesamt 12 000 Mark wird genehmigt. Diesem Beschluß trat der Magistrat Lei. In der Begründung des Magistrats heißt es: Auf dem Friedhof sind z. Zt. sechs Zellen zur Aufbewahrung von Leichen vorhanden, außerdem 1 Sezierzimmer. Sie sind untergebracht in dem links ge­legenen Teil des Kapellengebäudes auf dem Friedhöfe. Rach einer auf Veranlassung der Friedhofskommission geführten Kontrolle über Belegung der Zellen hat sich herausgestellt, daß die vorhandene Zahl nicht mehr ausreicht. Es waren an einer ganzen Reihe von Tagen mehr Leichen auf den Friedhof gebracht, als Zellen vorhanden sind. Reben anderen Gründen spricht auch der besonders mit, daß es immer mehr Sitte geworden ist, die Leichenbegängnisse nicht von der Wohnung, sondern von der Friedhofskapelle aus zu veran­stalten, ein Ergebnis, das sicherlich im allgemeinen Jnte- reffe zu begrüßen und dessen weitere Ausdehnung nur dringend erwünscht werden kann. Die Friedhofskommission wurde durch diese Tatsache nun vor die Frage gestellt, wei­tere Zellen zu schaffen. Dies ist nur dadurch möglich, daß man ein besonderes Gebäude für die Zellen errichtet, oder daß man die jetzige Wohnung des Friedhofinspektors zu Zellen ausbaut. Die Kommission hat geglaubt, den letzteren Weg beschreiten zu müssen und infolgedessen das Bauamt beauftragt, das Projekt auszuarbeiten. Rach dem vorgeleg­ten Projekt können im Erdgeschoß des jetzigen Wohngebäu­des 6 Zellen und ein Jsolierraum eingerichtet werden. Die vorhandenen Aborte für das Publikum bleiben dabei be­stehen. Weiterhin ist vorgesehen, daß auch der Keller als Leichenaufbewahrungsraum dienen kann. Es würden nach Ausführung dieser vom Bauamt vorgeschlagenen Einrichtung vorhanden sein 12 Zellen, ein Sezierraum, ein Jsolierraum und außerdem der Keller. Diese Räume werden nach mensch­licher Voraussicht für lange Zeit genügen, auch selbst bei und auch die letzte Nummer, das allerdings etwas reichlich oft gehörteS t u r m b e s ch w ö. r u n g" von J. Dürrner gelang in allen Teilen befriedigend.

Der geschätzte Dirigent sangW otans Abschied von B r ü n n h i l d e" und Lieder von Richard Strauß. Warmes, tiefes Empfinden durchströmte seinen Allvater, in dessen Herzen ja alle Vorgänge der gewaltigen Ningtragödie ihren erschütternden Widerhall finden. Das edle, große Organ des Künstlers ist wie geschaffen für diese Vartie. Sonderbar mutete es aber an, dieWalküre" alsO p e r" auf dem Programm figurieren zu sehen! Das ist noch schlimmer, als das von Wagner selbst gegeißelteMusik­drama".B ü h n e n f e st s p i e l" nannte der Meister seinenRing" und die einzelnen Teile sollte man nur allein mit ihrem Namen benennen. Von den Strauß'schen Liedern Allerseelen",Morgen" undWenn" gelang Herrn Müller das mittlere am besten. Reicher Beifall dankte dem beliebten Sänger, der sich zu einer, musikalisch leider ziemlich unbedeutenden ZugabeDas zerbrochene Ringlein" von Hans Hermann bereit finden ließ. Hoffentlich dürfen wir uns an Adolf Müllers großer, ein­samer Kunst recht recht bald wieder erfreuen!

Herr Heinrich A p p u n n , unser vielseitiger, immer gern gehörter Meister des Cellos, spielteAdagio" von Bargiel, C h a n t sans paroles" von Tschaikowsky, sowie zwei Popper'jche StückeW i d m u n g" undM e n u e t t". Auch die bedeutende Voriragskunst Appunns vermochte uns für das Bargiel'sche Stück nicht einzunehmen. Ungleich wert­voller ist die russische Schöpfung mit ihrer tief elegischen Stimmung und dieWidmung", die durch warmen, auf­richtigen Gesühlsinhalt und wechselnde Seelenbilder bestrickt. Der schöne runde Ton des Künstlers kam seinen Stücken sehr zu statten und seine sichere, zuverlässige Technik ließ an dem flott gespielten Menuett viel Freude aufkommen. Herr Gustav Altvater bewährte sich wiederum als geschickter, geschmackvoller Begleiter am Flügel und trug sein gut Teil an dem ästigen Gesamteindruck des Abends bei.

Auftreten von Epidemien. Hierbei soll gleich bemerkt wer­den, daß die oben erwähnte Ueberfüllung der jetzt vorhan­denen Leichenzellen nicht nur während der Typhusepidemie im Eisenbahnregiment, sondern auch lange vorher schon häu­fig eingetreten war. In Verbindung hiermit erschien der Friedhofskommission eine weitere Aenderung in dem jetzi­gen Friedhofsgebäude dringend notwendig, zum mindesten dringend wünschenswert. Die jetzige Kapelle ist sowohl in ihren Abmessungen als in ihrer Ausstattung wenig schön, im Winter außerdem infolge der großen Hohe des Raumes schwer heizbar. Um diesem Uebelstand abzuhelfen, schlägt das Bauamt unter Zustimmung der Friedhofskommission vor, eine gewölbte Zwischendecke mit bunter Verglasung her­zustellen und dann dem Raum durch Oberlicht durch das Dach Licht zu verschaffen. Es wird dadurch eine beffere Ab­messung des Raumes, eine wirkungsvollere Beleuchtung und nicht zuletzt auch eine beffere Heizungsmoglichkeit erzielt. Diese Aenderung in der Kapelle nebst den erforderlichen Ausbefferungsarbeiten in Anstrich usw., sowie die Her­stellung der neuen Leichenzellen des Jsolierraumes und des Zuganges zum Keller bedingen einen Kostenaufwand von rund 7000 Mark. Ein weiterer Uebelstand in der jetzigen Friedhofskapelle ist der, daß die Aufbahrung der Leiche in der Mitte der einen Längswand stattfinden muß. Durch die Aufstellung des Sarges und der ihn umgebenden oft um­fangreichen Dekorationen wird der Raum so ungünstig ge­teilt unb so viel Platz weggenommen, daß für die Leidtra- genden und das übrige Trauergefolge der Platz allzusehr eingeschränkt wird. Auch für den Pfarrer selbst bleibt kein geeigneter Stand für die Rede am Sarge übrig. Diese Uebel- stände sind wiederholt und fast allseitig ausgesprochen und anerkannt worden. Die Friedhofskommission ist deshalb auch der Frage, wie sie zu beseitigen sind, näher getreten. Als beste Lösung erschien der Anbau einer Apsis an das vorhan­dene Friedhofsgebäude in Verlängerung der Halle in den Friedhof hinein. Durch den Anbau der Apsis würde ein Raum geschaffen, in dem der Sarg mit Dekorationen erhöht aufgestellt und von dem aus auch zu Ler Trauerversammlung gesprochen werden kann. Nach dem vorliegenden Projekt kann der Sarg direkt aus der Apsis heraus ins Freie verbracht werden. Durch dieses Projekt wird der ganze jetzige Kapellenraum frei und kann lediglich der Aufnahme Les Trauergefolges dienen. Es ist anzunehmen, daß der Raum dann im großen und ganzen voll ausreichen wird. Auch ist die Möglichkeit gegeben, mehr Stühle und Bänke unterzubringen, als dies jetzt geschehen kann. Die Her­stellung der Apsis, die selbstverständlich dem Gebäude ent­sprechend zu bauen ist, verursacht nach dem Kostenanschläge des Bauamtes einen Aufwand von rund 5000 Mark. Wir halten mit Ler Friedhofskommission die vorgeschlagenen Aenderungen für dringenL notwendig oder doch, soweit sie die Kapelle betreffen, für dringend wünschenswert und bitten, der Friedhofskommission gemäß unserem Beschlusse die erforderlichen Mittel, die, wie die früher gewährten, zu verzinsen unL zu amortisieren sind, zur Verfügung zu stellen. Wird genehmigt.

Errichtung eines Verwaltungsgebäudes auf dem Friedhof.

Beschluß der Friedhofskommission: Die Errichtung eines Verwaltungsgebäudes. mit dem Kostenvoranschlage von 20 700 Mark wird genehmigt. Anstatt 2 Zimmer im Dach­geschoß sollen deren 3 errichtet werden. Der Platz für das Gebäude soll abgesteckt und von der Kommission besichtigt werden. Best^tuß des Magistrats: Genehmigt gemäß dem Beschluß der Friedhofskommission. Der erforderliche Betrag in Höhe von 20 700 Mark wird bewilligt. Begründung: Durch die vorgeschlagene Beseitigung der Wohnung des Friedhofsinspektors im Friedhofsgebäude behufs Einrichtung von weiteren Leichenzellen ist es notwendig geworden, der Neubeschaffung einer Wohnung für den Friedhofsinspektor näher zu treten. Die Friedhofskommission hält es für unbe­dingt erforderlich, daß die Wohnung des Friedhofsinspektors sich auf dem Fri^hofe und zwar möglichst unmittelbar am Eingänge befindet. Vorübergehend ist für eine Wohnung in unmittelbarer Nähe des Friedhofs gesorgt, da die^Einrich- tung der Leichenzellen möglichst schon in diesem Frühjahr erfolgen soll Zugleich ist auch das Bauamt beauftragt wor­den ein Projekt für ein Wohn und Verwaltungsgebäude am Eingang des Friedhofes zu entwerfen. Es ist geplant, in die­sem Gebäude die Wohnung des Friedhofsinspektors und außerdem eine Wohnung für einen Arbeiter des Friedhofs unterzubringen, da die Anwesenheit eines solchen für ge­boten gehalten wird, sei es bei Einbringung von Leichen des Abends oder während der Nacht, was nicht allzu selten vor­kommt, sei es, daß es wünschenswert erscheint. Laß jemand auch bei zeitweiser Abwesenheit des Friedhofsinspektors zu seiner Vertretung dort ist. Weiter soll in dem Gebäude ein Dienstzimmer für den Inspektor fein. ferner ein Raum für