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ElnrSckungsgebSher

Kte vgespaltene Vetitzetle oder deren Raum 20 Pfg. im Nellametetl bU Zette M Pfg.

Rotationsdruck und Verlag der Buchdrucker«! bet verein, ev. Waisenhauses in Hanau.

General-Anzeiger

Amtliches Organ für Stadt- and Landkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Verugspreiar

Vierteljährlich 1.80 ML, monatlich 60 Pfg., für Post, bezug vierteljährlich 240 SRI, monatlich 70 Pfg, Die einzelne Nummer kostet I Pfg.

Verantwort!. Redakteur: 6. Schrecker in Hanau.

Nr. 74 RwnfrreMnMiWi Nr. 230.

Montag den 31. März Nernsprechansâk Nr. 230. 1913

Amtliches.

Stadtkreis Ranaa.

Zwecks Ausführung eines gemauerten Kanals wird die Lamboystraße zwischen Holzabfuhrweg und Militär- Uebungsgleis vom 31. d. Mts. ab auf die Dauer von 5 Wochen für den durchgehenden Fuhrverkehr gesperrt. Hanau den 27. März 1913. P 3272

Königliche Polizeidirektion.

J. A.: Karbe.

Bekanntmachung.

Es ist wiederholt beobachtet worden, daß die un­ständig beschäftigten Personen (Büglerinnen, Schneide­rinnen, Modistinnen, Wasch- und Putzfrauen rc.) ent­gegen den Bestimmungen der Reichsversicherungsordnung die Markenverwendung selbst regeln.

Nach § 1428 der Reichsversicherungsordnung hat der Arbeitgeber die Beiträge zu entrichten, indem er bei der Lohnzahlung für die Dauer der Beschäftigung Marken nach der Lohnklasse des Versicherten, in die Quittungs­karte klebt. Die Marken werden von der Versicherungs­anstalt des Beschäftigungsorts ausgegeben und sind bei den Postanstalten zu beziehen.

Der Arbeitgeber hat sie aus eigenen Mitteln zu er­werben.

Wenn eine Lohnzahlung nicht stattfindet, sind die Marken spätestens bei der Beendigung der Beschäftigung einzukleben. Arbeitgeber und Versicherte leisten die Bei­träge je zur Hälfte.

Hanau dc.. 20. März 1913. 8201

Der Magistrat.

I. A.: Bartmutz.

Bekanntmachung

Vom 1. April d. Js. an befindet sich das Bureau des Vorsitzenden der Einkommensteuer-Veranlagungs­kommission Hainstraße Nr. 6. Einsprüche und Berufungen auf Grund der in diesen Tagen zugestellten Benachrichti­gungen über die Einkommensteuerveranlagung sind daher dort anzubringen.

Gleichzeitig wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Benachrichtigungen lediglich die veranlagte Staatssteuer ergeben, daß also außerdem noch Gemeinde-Einkommen­steuer nach Maßgabe der noch Luzustellenden Steuerzettel erhoben wird.

Hanau den 28. März 1913. 8137

Der Magistrat.

Hild.

3mtites AmemskHMkt d» WsW WmmW.

Seit einer Reihe von Jahren bildet das zweite Abonne­ments-Konzert derWeinser" sozusagen den Abschluß der winterlichen Konzertsaison. Diesem Finale der meist über­reichlich gebotenen vokalen und instrumentalen Genüssen hat man stets ein besonderes Interesse entgegengebracht. Nach den diesmaligen Veranstaltungen von Konzerten aller Art und einer ganzen Anzahl rauschender Jubiläumsfeiern dürfte es aber doppelt angenehm sein, nochmals die Klänge eines wohlgeschulten Männerchores auf sich einwinken zu lassen. Und was dem bevorstehenden Konzert noch einen eigenen Reiz verleiht, ist der Umstand, daß zwei, dem Ha­nauer Publikum wohlbekannte und stets mit Vorliebe ge­hörte Solisten in dem Programm vertreten sind; unser ein­heimischer Cellovirtuose Herr Heinrich Appunn und der Dirigent des Vereins Herr Adolf Müller. Es be­darf wohl kaum des Hinweises, daß der unvergleichlich schöne, in allen Lagen edle Bariton des Herrn Adolf Müller auch diesmal nicht verfehlen wird, die Zuhörer, wie schon so oft, zu hoher Begeisterung zu enthusiasmieren.

Das Programm enthält einige mit besonderer Sorgfalt einstudierte neue Kompositionen und ist darin auch ver­schiedenen aktuellen Richtungen Rechnung getragen. Der Gedächtnisfeier des unsterblichen Komponisten Richard Wagner (geb. 1813) sind 3 Nummern seiner schönsten Schöpfungen gewidmet und zwar Pilgerchor a. d. Op. Tannhäuser", Matrosenchor a. d. OperDer fliegende Holländer" und Wotans Abschied von Brunhilde a. d. Op. Die Walküre", letztere Piece vorgetragen von Herrn Adolf Müller. Zur 100-Jahrfeier der Erhebung Deutschlands kommt der echt deutsch-patriotische Ebor von Carl M von

Bekanntmachung.

Gesuche um Erlaß oder Ermäßigung des Schulgeldes der städtischen Schulen sind in der Zeit vom 31. März bis 5. April 1913 auf Zimmer 37 des Rathauses, vormittags 10 bis 12% Uhr, anzubringen.

Es wird darauf hingewiesen, daß nur solche Schüler und Schülerinnen auf Berücksichtigung rechnen können, deren Leistungen eine solche Vergünstigung rechtfertigen.

Hanau den 26. März 1913. 7981

Der Magistrat. Das Kuratorium der Pedro Jüngststen

Stiftung.

Bekanntmachung.

Die Heberollen über die von den Unternehmern land- und forstwirtschaftlicher Betriebe des Stadtkreises Hanau für 1912 zu zahlenden Umlagebeiträge, sowie die von den Mitgliedern der Haftpflichtversicherungsanstalt für das Jahr 1913 zu zahlenden Beiträge (Grundgebühren) liegen in Gemäßheit des § 1021 der Reichsversicherungsordnung und § 34 der Satzungen der Haftpflicht-Versicherungsanstalt während 2 Wochen und zwar vom 1.14. April 1913 zur Einsicht der Beteiligten bei der hiesigen Stadthauptkasse Zimmer Nr. 5 aus.

Vinnen einem Monat nach Ablauf der Frist können die Unternehmer bei dem Genossenschaftsorgan (Sektionsvor­stand der Hessen-Nassauischen landwirtschaftlichen Berufs- genossenschaft, Stadtkreis) gemäß § 999 der Reichsversiche­rungsordnung (§ 55 des Unfallversicherungsgesetzes für Land- und Forstwirtschaft vom 30. Juni 1900) Widerspruch erheben, sowohl gegen die Veranlagung überhaupt als auch gegen die Höhe der Abschätzung.

Hanau den 26. März 1913. 8303

Der Magistrat.

Hild.

Bekanntmachung.

Am Mittwoch den 2. April und Donnerstag den 3. April bleibt die Badeanstalt in Kesselstadt behufs Reinigung der Eegenstromapparate geschlossen.

Hanau den 29. März 1913. 8301

Der Magistrat.

J. A.: Ehrich.

Etlmdm md ohIow EWiWndè it.

Gefunden: 1 silbernes Armband, 1 kleiner Kinder­schuh, 1 Damenschirm (in der Bulau), 1 Trauring (gez. E. Schleich, Dezember 1891).

Verloren: 1 Portemonnaie (Inhalt etwa 13 Mark,

WeberL ü tz o w s w i l d e I a g d" zum Vortrag. Auch den Wünschen einer großen Anzahl Konzertbesucher entgegen­kommend, ist die in dem letzten Weinser-Konzert mit so großem Beifall aufgenommene Komposition von H. Wohl­gemuthW i e's d a h e i m w a r" in das Programm noch­mals eingestellt worden. Der Veethovensche ChorDie Vesper", mit seiner eigenartig schönen Klangwirkung, dürfte mit als Glanznummer des Programms zu nennen sein.

Das Konzert findet nächsten Donnerstag den 3. April, abends halb 8 Uhr, in der Centralhalle statt und ist noch eine beschränkte Anzahl Eintrittskarten in den beiden Hof­buchhandlungen vorhanden. Frjf.

MUMer in Mn.

Die Fledermaus."

Operette in 3 Akten von Johann Strauß.

(Zweite Aufführung.)

Trotz des gestrigen schönen Frühlingstages, der die Men­schen zu Hunderten ins Freie lockte, hatte die Abendvor­stellung im Stadttheater sich eines verhältnismäßig regen Zuspruchs zu erfreuen. Das mag darauf zurückzuführen sein, daß der gute Eindruck, den, wie schon kurz berichtet, am vorigen Freitag das Gesamtbild der unverwüstlichen I o - hann S t r a u ß's ch e nFledermaus" hinterließ, erfreulicher Weise für den guten Besuch der ersten Wiederholung genannter Operette bestimmend wirkte. Die Ausführung, der wir heute in Ergänzung unserer ersten Besprechung einen breiteren Raum gewähren können, ging flott von statten. Das Ganze war auf den richtigen, fröh­lichen Ton gestimmt, dem kleine Unebenheiten und Unsicher­heiten im musikalischen Ensemble keinen wesentlichen Ab­bruch zu tun vermochten und der nur durch die allerdings recht trübselige Stimmung der Blasinstrumente von mancher ästhetischen Dissonanz durchzogen wurde. Im übrigen hielt

1 Brief und 1 Abschnitt von einem Einschreibebrief von Eduard Cöln), 1 silbernes Gliederarmband.

Zugelaufen: 1 brauner Jagdhund, m. Geschl.

Hanau den 31. März 1913.

Die Dalkankrifis.

Bulair und Tschataldscha.

Konstantinopel, 30. März. Der offizielle Kriegsbericht besagt: Gestern hat sich vor Bulair nichts Neue- ereignet. Nach weiteren Meldungen fand gestern im Westen von Büjük- Tschekmedje ein großer Kampf statt, der mit einer Nieder­lage des Feindes endete. Der Feind hatte ungefähr 1000 Tote, die türkischen Truppen erbeuteten eine Menge Gewehr« und Kriegsmaterial.

Konstantinopel, 30. März. (Amtlicher Kriegsbericht.) Gestern wurden an einigen Punkten der Tschataldschalini« Kanonenschüsse gewechselt. Nachts griff der Feind die vor­geschobene Stellung westlich von Büjük Tschekmedsche an. Ein türkisches Bataillon, das sich dort befand, wich zurück. Infolge eines bei Tagesanbruch von dem linken türkischen Flügel mit Unterstützung der Flotte unternommenen Gegen­angriffes wurde der Feind zurückgeworfen. Ein feindlicher Angriff gegen den Hügel Muradtepe in der Tschataldschalinie ist an dem Winderstande der Türken gescheitert. Bei Bulair hat sich nichts Meldenswertes ereignet. Privat­meldungen der Blätter stellen die gestrigen Kämpfe der Tschataldscha als eine große Schlacht dar. Die Türken unternahmen, nachdem sie einen bulgarischen Angriff zurück­geschlagen hatten, einen Ausfall, bei dem die Flotte die Truppen des rechten und des linken Flügels unterstützte. Der Artilleriekampf dauerte auf der ganzen Linie an, ins­besondere in der Nähe des Derkos-SeeS. Türkische Aeroplau« überflogen die bulgarischen Stellungen. Gestern früh erschien ein bulgarischer Aeroplan an der Küste bei Kalikratia, mußt« sich jedoch infolge des türkischen Gewehrfeuers entfernen. Heute mittag lieferte eine türkische Kolonne feindlichen Ab­teilungen, die eine vorgeschobene Stellung auf der befestigten Linie Büjück-Tschekmedsche besetzten, einen Kampf. Die feindlichen Streitkräfte wurden in die Flucht gejagt und die Position von den Türken genommen. Der Feind erlitt be­trächtliche Verluste. Nach den Aussagen bulgarischer Ge­fangener und den Uniformabzeichen gehörten die feindlichen Truppen, die an dem Kampfe teilnahmen, der 1. und 6. Division an.

Russischer Dankgottesdienst für die Sieger.

Petersburg, 30. März. In der Erlöserkirche wurde ein Dankgottesdienst für den den Balkanvölkern geschenkten Sieg abgehalten. Anwesend waren u. a. di« Gesandten Bulgariens und Serbiens, sowie General Dmitrijew

sich das Orchester recht tapfer. Insonderheit wollen wir nicht versäumen, dem ob seiner spärlichen Besetzung doch recht durchsichtigen Streichquartett unsere besondere Aner­kennung zu zollen dafür, daß es auch an schwach gearteten Stellen sich rasch zurechtfand gemäß den Intentionen seines Leiters, der umsichtig seines Amtes waltete. Was die musi­kalischen Leistungen der Darsteller und Darstellerinnen im Einzelnen anbetrifft, so kann man sich der Einsicht nicht verschließen, daß die Stimmen recht ermüdet und abgesungen erschienen. Die gesanglichen Darbietungen der Hauptver- treter der Männerrollen tragen ja unseres Erachtens so wie so keine Berechtigung in sich für eine Bewertung nach künstlerischen Gesichtspunkten. Herr Eugen Hir­tel singt seinen sympathischen Gabriel von Eisen- st e i n mit der urwüchsigen Frohnatur und dem naiven Draufgängertum eines Sängers, der wie tausend andere im Nebenberuf eine gewisse Jntervallenspanne der Ton­treppe mehr oder weniger herzhaft und gelegentlichen Un­terweisungen und Winken entsprechend zu durchmeffen ver­mag und, von Haus aus ausgestattet mit einem immerhin bemerkenswerten rhythmischen Gefühl und gutem Gehör, von dem Bewußtsein getragen wird, daß das, was er zu singen hat, seine Wirkung auf die große Masse der Hörer nicht verfehlt. Die Hauptsache bei ihm ist sein Spiel, das auf ein sicheres Erfassen seiner Rolle sich gründet, auf eine gute schauspielerische Routine und auf eine persönliche innere An­teilnahme an den vergnüglichen Szenen und Situationen, in die er alsGabriel Eisenstein" hineingestellt wird. Dem­gemäß geht bei ihm der S ä n g e r in dem Schauspieler auf. Darstellerisch in gleicher Weise wie Herr Hietel sich zu entfalten, bietet die Rolle desAlfred" nicht durchweg die Gelegenheit. Wo aber Herr Carl Reinhart diese Gelegenheit hatte, wurde sie von ihm ebenfalls sehr geschickt ausgenutzt. Bezüglich der gesanglichen Leistungen des Herrn Reinhart verweisen wir auf das, was wir vorher von