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Erst-S Blatt.

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Die 8|ttpanfne Petttzetl« oder deren Raum 20 Pf-, tn lUUaautetl bU gelle BO Uta

Ketattonebrud und Verlag der Buchdruckerei der verein, ev, 8Bat|enbau|e» in Hanau.

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Amtliches Orgsn für Stadt- and Landkreis Kanan.

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vierteljShrNch 1.80 ML, monatlich 60^ für Post­bezug vierteljährlich LIO SIL, monatlich 70 Pf-, Die einzelne Nummer kostet 1 Pf-,

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage. verantwort!. Redakteur: S. Schrecker in Kana».

Nr. 67

Aeritsprechanschlitf; Nr. 230.

Donnerstag den 20. März

Ferttsprechanschltttz Nr. 230.

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1913

Bit Mt Hummer umluit Mn hem HntertoltunosW 14 Seiten.

Amtliches.

Eandkreis fjanaa.

Bekanntmachung.

Für die Wahlen zur zweiundzwanzigsten Legislatur­periode des Hauses der Abgeordneten habe ich auf Grund der §§ 17 und 28 der Verordnung vom 30. Mai 1849 (Gesetz­sammlung S. 205) als Wahltermine:

für die Wahl der Wahlmänner: den 16. Mai d. 3

für die Wahl der Abgeordneten: den 3. Juni d. Z.

festgesetzt.

Wo infolge Vornahme der Abstimmung in der Form der Frist- oder Gruppenwahl (Art. I §§ 3, 4 des Gesetzes vom 28. Juni 1906 Gesetzsamml. S. 318 ff.) die engeren Wah­len an den bezeichneten Tagen nicht durchgeführt werden können, haben diese Wahlen an den dafür anderweit festzu­setzenden Wahltagen stattzufinden, mit der Maßgabe, daß diè Wahlen der Wahlmänner spätestens am 28. Mai, die Wahlen der Abgeordneten spätestens am 9. Juni abge­schlossen werden.

Berlin den 13. Mürz 1913.

Der Minister des Innern.

v. Da l l w i tz.

An die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher.

Mit Bezug auf die vorstehend abgedruckte Bekannt­machung des Herrn Ministers des Innern vom 13. d. M. er­suche ich die Herren Bürgermeister und Eutsvorsteher mit Der Aufstellung der llrwählerlisten schleunigst zu beginnen. Ich verweise hierzu auf das als Sonderbeilage zu Nr. 4 des Regierungs-Amtsblattes von 1907 veröffentlichte Regle­ment über die Ausführung der Wahlen zum Hause der Ab­geordneten in der Fassung des Nachtrages vom 20. Oktober 1906. Der Listenaufsiellung ist nicht das bei den Wahlen von 1908 benutzte erweiterte Muster, sondern das dem Wahl­reglement vom 14. März 1903/20. Oktober 1906, Amtsblatt von 1907 Sonderbeilage zu Nr. 4 als Anlage A beigefügte Formular zugrunde zu legen. Da die Eintragung der Steuer- beträge in das Urmaterial schon zu einem Zeitpunkt bewirkt werden muß, in dem noch nicht die Steuersätze für alle Steuerarten für 1913 feststehen, wird die Steuerveranlagung für 1912 die Grundlage der Listenaufstellung bilden müssen. Die Formulare zu den Urwählerlisten (und demnächst auch

Golgatha !

So mancher hat 'sein Kreuz getragen,

Wie Christus einst nach Golgatha; Getragen still und ohne Klagen

Und niemand je die Wunden sah,

Die ihm der Leiden Dornenkrone

Tief in das edle Haupt gedruckt,

Und doch war seine große Seele

Vom Schmerz der Wunden kaum bedrückt.

Des Welterlösers Geist und Beispiel

Erfüllten ihn mit ihrer Wunderkraft,

Die, wechselnd mit dem Kampfe, unvergänglich, U n st e r b l i ch wirkend, nie erlahmt, erschlafft!

Er sah mit Hellem Seherblicke,

Daß der Triumpf der großen Sache nah, Für die er stritt, unüberwunden! Und hat im Tod den Sieg gefunden, Wie Christus ein st auf Golgatha!--

Karfreitag 1913. Fried. Jac. Geißell.

Stadttheater in Hanau.

Hofgunst. 2. Gastspiel des Pariser Luftballetts.

Unter Herrn Hunolds Regie ging gestern abend das amüsante 4aklige LustspielHofgunst" von Thilo v. Throta in Szene. Im Mittelpunkt der Handlung des an ergötz­lichen Situationen reichen Stückes steht das friic^, lustige Töchterchen des Gutsbesitzers Hohenstein, die alles kaun, nur nicht lügen, weshalb sie auch die Werbung ihres Jugend­freundes, des Oberleutnants v. Halden zurückweist, den sie zwar gern hat, aber nicht liebt. Auf dringendes Bitten ihrer Tante folgt sie dieser an den Hof des regierenden Fürsten, obwohl sie fühlt, daß sie mit ihrem freimütigen Wesen und ihrer Wabrheüsliebe nicht an den Hof patzt. Dort hat sie

JIIIIM^ I Karfreitag. |

U *z Karfreitag, reich an Trauern, Da unser Heiland litt, Hl = Zn heiligem Erschauern

2 Bebt Leib und Seele mit. z O Schmerz, den er getragen, O Qual und Seelennot! z gg

z Für uns ans Kreuz geschlagen, z W

|g 2 Gemartert bis zum Tod. z W

Karfreitag, der den Reinen Am Holz des Fluches sah! Die Sonne ließ ihr Scheinen ;

H| 2 Am Tag von Golgatha. i

Die Erde dumpf erbebte, 5 Der Felsen Brust zersprang, z

gg z Weil der verlassen schwebte, z

Der liebte lebenslang. g Aus seinen Heilgen Wunden Der Heilsquell sich ergießt. Das ewige Gesunden z

Zn Herz und Adern fließt. O seliges Genesen z

gg £ Zu Zesu Lebenslust!

W z Was krank an uns gewesen, z

M f Sinkt mit ihm in die Gruft.

Ein Neues soll erstehen, Mit ihm zur Osterstund; Des Auferstandnen Flehen,

gleich ein kleines Abenteuer mit dem Fürsten zu bestehen, den sie für einen einfachen Leutnant hält. Der Fürst, der Gefallen an ihrem offenen Weien gefunden hat, verschafft ihr durch seine Fürsprache die freigewordene Stelle einer Hofdame bei der Fürstin Mutter. Bald steht sie im Mittelpunkt des Interesses, sie wird auch die Vertraute einer Cousine des Fürsten, welche gegen ihren Willen von der Fürstin Mutter mit einem ungeliebten Mann vermählt werden soll. Als sie heraus bekommen, daß die Cousine ihren Vetter und dieser seine Cousine heimlich liebt, ladet sie den Fürsten zu sich ein und sorgt dafür, daß er auch seine Cousine bei ihr trifft. Diese den beiden Liebenden vermittelte Aussprache wird ihr zum Verhängnis, denn ihre Feinde hinterbrachten der Fürstin Mutter, daß ihr Sohn zwei Stnnden bei der neuen Hof­dame geweilt, zwischen beiden also ein.nahes Verhältnis be­stehen müsse. Es wird ihr aufgegeben, Urlaub zu nehmen und nach Hause zu reisen. All diese Szenen, wie auch die folgenden, die sich auf dem Gute Hohenstein abspielen, auf dem der Fürst erscheint, um die Ehre der in Ungnade ge­fallenen wieder herzustellen und die mit einer Verlobung des lustigen Mädchens mit dem Oberleutnant v. Halden endet, werden vom Verfasser köstlich geschildert. Das Zusammen­spiel klappte vorzüglich. $m Vordergrund standen die Leistungen von Fräul. Helly Michel, welche die Rolle der munteren und zungenfertigenVicky" entzückend durchführte und mit Blumenipenden ausgezeichnet wurde. Charakteristisch in Ton, Haltung und Bewegungen führte auch Herr Walter Brandt die Rolle des Oberleutnants v. Halden durch. Herr Wilhelm.Holtz verlieh dem Fürsten eine flotte Ele- ganz und die Richte der Fürstin Mutter fand in Fräulein Arens eine anmutige Vertreterin. Den Gutsbesitzer Ba­ron Hohenstein verkörperte Herr Martin W i e b e r g mit gutem Gelingen und die servile Geste des Hofbeamten spie­gelte in dem gut ausgearbeiteten Charakterbilde wieder, mit dem Herr Hunold als Kammerherr v. Roden erfreute. Die übriaen Mitwirkeudeu waren alle bemüht, ihren Platz

der Abteilungskisten) werden in der hiesigen Waisenhaus, druckerei vorrätig gehalten.

Die Druckvorschrfiten nebst den Formularen zu den Wahl­protokollen werden Ihnen in Kürze zugesandt werden, die sorgfältig aufzubewahren sind.

In den Gemeinden, welche nach dem endgültigen Ergeb­nis der letzten Volkszählung mehr als 1749 Seelen zählten und deshalb in mehrere Urwahlbezirke einzuteilen sind, ist für jeden Urwahlbezirk eine besondere Urwählerliste auf­zustellen.

In die Liste aufzunehmen ist jeder selbständige Preuße, der das 24. Lebensjahr am Tage der Wahlmännerwahl vollendet haben wiri, den Vollbesitz der bürgerlichen Rechte in Folge rechtskräftigen richterlichen Erkenntnisses nicht ver­loren hat und in der betr. Gemeinde (Gutsbezirk) seit sechs Monaten wohnhaft ist oder Aufenthalt hat, sofern er nicht aus öffentlichen Mitteln Armenunterstützung erhält.

Hinsichtlich der Aufstellung der Urwähler-Listen verweise ich auf die Vorschriften im § 3 des Wahlreglements und be- merke im Einzelnen noch folgendes:

Für die nicht zur Staatseinkommensteuer veranlagten Wähler sind in der betr. Spalte je 3 Mark in Ansatz zu bringen und bei den vom Staate überhaupt zu keiner Steuer veranlagten Urwählern, die deshalb der dritten Abteilung zuzuweisen sind, ist dies in der entsprechenden Spalte durch Eintrag einer 1 kenntlich zu machen.

Die einzelnen Spalten sind aufzurechnen und die Richtig­keit der Summe der jedem Urwähler anzurechnenden Steuern und der 3 Mark-Beträge im einzelnen wie in der Gesamtsumme auf ihre genaue Uebereinstimmung zu prü­fen. Da es bei den letzten Wahlen vorgekommen ist, daß hier Rechenfehler unterlaufen sind, die erst bei Aufstellung bezw. Prüfung der Abteilungslisten mit großem Zeitverlust er­mittelt und beseitigt werden konnten, so mache ich Anen die Beachtung vorstehender Anordnung zur besonderen Pflicht.

Die Reihenfolge in der die Urwähler in die Liste aufzu- nehmen sind, wird durch die Höhe der bei jedem in der Liste eingetragenen Steuern und Abgaben bestimmt. Di« Höchstbesteuerten sind zuerst einzutragen. Ihnen folgen di« minder Höchstbesteuerten bis zu den Niedrigstbesteuerten und schließlich diejenigen Urwähler, welche zu einer Staats­steuer überhaupt nicht veranlagt sind. Bei gleichen Steuer- beträgen ist die alphabetische Ordnung der Familiennamen bei Bestimmung der Reihenfolge entscheidend.

Bestehen hinsichtlich der Aufstellung der Listen und Aus­füllung: der Spalten irgendwelche Zweifel, so ist zweckmäßig bei mir mündlich Aufklärung zu erbitten.

Sobald die Urwählerliste aufgestellt ist, was spätestens bis zum 14. April d. Z. bewirkt sein muß, ist sie sofort drei Tage lang öffentlich auszulegen. Daß und in welchem Lokale gut auszufüllen, sie mögen sich mit einem Gesamtlob begnü­gen. Die wohlgelungene Aufführung verdient, daß bald eine ähnliche Wiederholung nachfolgt.

Mit großem Interesse wurden auch die gestrigen Dar­bietungen desOriginal Pariser Luftballetts" verfolgt. Da< reizende TanzpoemDer Blumen Erwachen", in dem die Mltivirkenden wie Feen dahinschweben und die wunderbare Luftapotheose gestalten sich besonders effektvoll durch die präch­tigen Lichteffekte, in denen einzelne Szenen erstrahlen. Dem Ballett wurde lebhafter Beifall gespendet.

Frühlingsanfang.

Vorbei des Winters starre Nacht,

Der Frühling bricht sich Bahn Und über uns das Himmelsblau

Lacht bald uns wieder an.

Ganz leise, leise geht ein Hauch

Durch Felder und durch Auen.

Es knospet jeder Baum und Strauch

Der Sonne Licht zu schauen.

Das Saatkorn aus der Erde sprießt

Die Blümlein blühen wieder.

Allüberall erschallten im Chor.

Der Vöglein muntre Lieder.

O Menschenherz, auch du wach auf

Streif ab den rauhen Winterhauch.

Laß doch den warmen Frühling ein

Mit ihm den heitern Sonnenschein.

15. 3. 13. Marie Erker.