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Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei der verein. eo. Watjenhauje« in Hanau.
General-Anzeiger
Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Bezugspreis, vierteljährlich 1.80 Bit, monatlich 60 Pfg., für Post, bezug vierteljährlich 2.10 ML, monatlich 70 Pfg. Die einzelne Nummer tostet 6 Pjg.
Verantwort!. Redakteur: 6. Schrecker in Hanau.
Nr. 65
ekernsprechanschluf; Nr
230
Dienstag den 18. März
Fernsprechanschltttz Nr. 230* 1913
Amtliches.
Dienstnachrichten.
Infolge Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche in der Gemeinde Eroß-Ostheim, Kreis Aschaffenburg, sind, die Viehmärkte in der Stadt Aschaffenburg auf die Dauer der Seuchengefahr aufgehoben worden.
Hanau den 17. März 1913. V 1931
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Gefunden: 1 schwarze Sammettasche mit Hausschlüssel und mit Portemonnaie mit Inhalt, 1 Schlüstel- ring mit Haken mit 3 Schlüsseln, 1 schwarzer Rosenkranz, 1 gelbe Brosche (Stern) in der Mitte ein Similistein, 1 Paar Manschettenknöpfe mit Kinderphotographie (Kopf), 1 Krankenscheinheft für Luise Mengel.
Verloren: 1 Portemonnaie mit 12,41 Mk., 1 silbernes Damentäschchen mit Taschentuch (in der Iohanneskirche), 1 silbernes Portemonaie mit etwa 6 Mk.
Entflogen: 1 Andalusierhuhn.
Hanau den 18. März 1913.
Politische Rundschau.
Die Mittelmeerreise des Kaisers ist jetzt endgültig aufgegeben. Das Kommando der Kaiserjacht „Hohenzollern" erhielt Befehl, das Schiff erst Ende Mai in Stand zu setzen und zur Kieler Woche und zur Nordlandreise auszurüsten.
Das Vermögen des Kaisers. Zu den mannigfachen durch Oie Presse gegangenen Angaben über die Höhe des Vermögens des Kaisers schreibt die „Köln. Volksztg.": „Bei der sorgfältigen Beratung vor zwei Jahren über die damals geforderte Erhöhung der Krondotation auf rund 19 Mill. Mark ist auf Grund amtlicher Mitteilungen über das Pri- vateinkommen des Kaisers festgestellt worden, daß es nicht ganz 2 Millionen Mark beträgt. Damit in Uebereinstimmung steht eine Angabe Maximilian Hardens in der Zukunft, das Vermögen des Kaisers sei mit 70 bis 80 Millionen Mark einzuschätzen. Berücksichtigt man den geringen Ertrag, den der Waldbesitz abwirft, dann dürfte die amtlich angegebene Rente von nicht ganz 2 Millionen sich als zutreffend erweisen. Die Richtigstellung erscheint aus dem Grunde geboten, weil bei einem Privateinkommen des Kaisers in Höhe von 13 Millionen Mark sich die letzte Erhöhung der Zivilliste nicht hätte rechtfertigen lassen. Damit wäre aber der Sozialdemokratie eine gefährliche Agitationswaffe in die Hand gegeben. Wiederholt sei darauf hingewiesen, daß der Kaiser aus der ihm zur Verfügung gestellten Zivilliste nicht allein die Apanagen für die nachgeborenen Prinzen, die Unterhaltung der vielfach zu Wohnzwecken nicht benutz-
Heimatliebe.
Fritz Schleucher-Langenselbold.
I.
Am alten Markt zu Selbold Man sieht ein mächtig Haus, Darin es ging vor Zeiten
Gar rührig ein und aus;
Da hielten die Karossen,
Die Karren fiachtbeschwert,
Das Wandervolk, die Reiter, Sind gern hier eingekehrt.
Der Wirt den Gästen schenkte
Ein gutes Tröpflein ein,
Gewachsen dort im „Wingert"
An „Eiienberges" Rain*);
Auch goß er in die Schale
Mit ein oft guten Rat,
Der manchem armem Fremdling So wohl im Herzen tat.
Auch noch ein ander Kleinod
Barg dieses große Haus:
Zwei helle, liebe Aeuglein
Einst schauten da heraus;
Zwei Aeuglein — helle Sterne,
Wie Morgenglanz so mild,
Wer einmal sie gesehen
Vergaß niemals das Bild.
Und die die Augen hatte,
Sie hatte einen Mund,
Wer einmal den berührte,
Dem ward das Herze wund;
Und wer vernommen einmal
Der Stimme süßen Klang, Dem lag er in den Ohren -
Sein ganzes Leben lang! . . .
*) Vor Zeiten eine der besten Lagen auf dem Weinberge.
ten Schlösser im Lande, die Hoftheater in Berlin, Hannover und Wiesbaden zu bestreiten hat, sondern gleichzeitig auch die sämtlichen Unkosten bei den Empfängern fremder Fürstlichkeiten tragen muß. Die Zivilliste des ftanzösischen Präsidenten ist zwar viel geringer, dafür muß aber die Unterhaltung der Schlösser, Theater und Luxusdomänen ebenso aus besonderen Staatsfonds gedeckt werden, als die beim Besuche fürstlicher Gäste entsprechenden Auslagen. Dieselben sind zuweilen außerordentlich kostspielig, bei einzelnen Gelegenheiten haben sie über eine Million betragen."
Der Besuch des Herzogs von Cumberland. Nach den bisherigen Dispositionen ist, wie unser Berliner Vertreter meldet, der angekündigte Besuch des Herzogs von Cumberland unb seiner Gemahlin am deutschen Kaiserhofe am 27. März zu erwarten. Für den Besuch ist, wie verlautet, eine dreitägige Dauer in Aussicht genommen.
Ein Wechsel in der Leitung der preußischen Kriegsakademie. Der seit 7. Juli 1909 an der Spitze der preußischen Kriegsakademie stehende General der Infanterie Freiherr von Manteuffel hat sein Abschiedsgesuch eingereicht.
Die Deckungsvorlage und die Matrikularbeiträge. Wie aus guter Quelle verlautet, kann jetzt mit ziemlicher Bestimmtheit darauf gerechnet werden, daß zur Deckung der dauernden Kosten der neuen Heeresvorlage auch eine Erhöhung der Matrikularbeiträge in die Wege geleitet Wird.
Die Maschinengewehre auf den Zeppelinkrenzern. Nach den erfolgreichen Schießversuchen mit einem Maschinengewehr auf dem neuen Zeppelin-Militärluftschiff Z. 4 werden, wie aus Friedrichshafen gemeldet wird, alle künftig zu erbauenden Zeppelinschiffe für Militär und Marine mit Maschinengewehren ausgerüstet werden. Die im Bau befindlichen Zeppelinkreuzer haben bereits Schießstände erhalten. Die Bedeutung der Verwendung von Maschinengewehren auf den Luftschiffen liegt in deren Eigenschaft als Abwehr- und Angriffswaffe gegen die feindlichen Flieger.
Ein päpstlicher Jubiläums-Erlaß.
Rom, 17. März. Der „Osservatore Romano" veröffentlicht einen apostolischen Brief, durch den die Feier des Jubiläums des der Kirche durch Kaiser Konstantin gegebenen Friedens festgesetzt wird. Der apostolische Brief feiert zunächst das große und glückliche Ereignis, durch das vor sechzehn Jahrhunderten der Kirche der Friede gegeben wurde, fordert die Katholiken vor allem zu mildtätigen Werken auf, ermahnt sie, die Gebete zu Gott, der Jungfrau, allen Heiligen und besonders zu den Aposteln zu verdoppeln und ordnet die Feier eines Jubelfestes an. Alle in Rom wohnenden oder nach Rom kommenden Gläubigen, die vom Weißen Sonntag an bis zum Feste der unbefleckten Empfängnis zweimal die Kirchen St. Johann im Lateran, St. Peter und St. Paul besuchen und dort für das Gedeihen
Es war im Wonnemonat;
Ein Reiter kam daher,
Kostbar war die Gewandung, Der Mantelsack war schwer;
Ließ sich vom Besten reichen Aus tiefen Kellers Hut, Die Lebensgeister wecken Ihm sollte seine Glut.
Doch als der Reiter schaute Des Wirtes holdes Kind,
Er ließ den Becher sinken Zurück vom Mund geschwind;
Blickt in die holden Augen
Der minniglichen Maid; — Vergessen war die Labung, Sein Herz ist Seligkeit!
Das Roß — es stehet einsam;
Auf des Gewiffens Wort
Wird nicht gehört 1 vergeblich 1 Es läßt ihn nimmer fort.
Ihn lockt die seltne Hebe,
Die liebliche Gestalt,
Von Tag zu Tag wird heißer
Der Liebe Allgewalt! . . .
Da fügt es sich, daß einmal
Die Beiden sind allein:
Da spricht der Reiter zagend: „Willst du mein eigen sein?
Komm mit in meine Heimat,
Ins ferne* Dänenland,
Sei meines Hauses Zierde,
Mein Weib mit Herz und Hand".
Wie legte weich das Mägdlein Sein Köpfchen an die Brust Des Reiters, flüstert leise, Durchglüht von seiger Lust,
„Ich folge dir, Geliebter,
Wie auch das Los mir fällt,
Vis an des Eismeers Grenzen,
Sei's an das Ende der Welt!" — —
und die Erhöhung der Kirche und des Heiligen Stuhles, die Ausrottung der Ketzerei, die Bekehrung aller Sünder, die Eintracht unter den christlichen Fürsten, den Frieden und Einigung unter allen christlichen Völkern beten, einmal beichten und nach ihrem Vermögen Almosen spenden, sollen aus Anlaß des Jubiläums vollständigen Ablaß erhalten; auch denjenigen, die nicht nach Rom kommen können, wird vollständiger Ablaß gewährt werden, wenn sie sechsmal die Kirchen ihres Landes besuchen, die von den Bischöfen bestimmt werden, und die anderen Werke der Frömmigkeit vollständig erfüllen. Dieser vollständige Ablaß kann auch für die die Seelen im Fegefeuer durch Fürbitte gewährt werden. Des weiteren trifft der apostolische Brief besondere Bestimmungen, damit auf See fahrende Reisende, Mitglieder des Regularklerus, Gefangene und Kranke den gleichen Ablaß erhalten können.
Sie neue MmiMe WehrosMe.
(Von unserem militärischen Mitarbeiter.)
Schon oft ist die Frage aufgeworfen worden, ob nicht das deutsche Volk die Berechtigung habe, von den anderen beiden Mitgliedern des Dreibundes zu verlangen, daß sie ihre Streitkräfte zu Wasser und zu Lande auf einen Stand bringen, der ihren weltpolitischen Ansprüchen und Bedürf- niffen entspricht. Deutschland hat so große Anstrengungen gemacht und wird sie noch weiter machen, seine Rüstung zu vervollkommnen, daß Oesterreich und Italien bisher dem nichts Gleichwertiges an die Seite zu stellen haben. Da ist es denn sehr erfreulich, daß aus Oesterreich die Nachricht kommt, daß man im dortigen Kriegsminsterium mit einer neuen Wehrvorlage beschäftigt ist, die verschiedene Neuformationen und den Ausbau gewisser Heeresorganisationen bringen soll. Die treibende Ursache dazu ist die Kräfteverschiebung auf der Valkanhalbinsel. Seit 1889 war die Kopfstärke der Armee stets gleich geblieben. Da aber Oesterreich sich unmöglich den Forderungen der Neuzeit verschließen und die Fortschritte auf technischem Gebiete unbeachtet lasten konnte, mußte es seine Feld- und Gebirgsartillerie und die technischen Truppen vermehren und ihnen den Mehrbedarf an Mannschaften beschaffen. Die Zahl der auszubebenden Rekruten stand aber fest und durfte nicht erhöht werden; so konnten die fehlenden Mannschaften nur von der Infanterie genommen werden, deren Kompanien dadurch einen derart niedrigen Mannschaftsstand bekamen, daß eine kriegsmäßige Ausbildung kaum mehr möglich wâr. So setzte man denn nach heftigen parlamentarischen Kämpfen im Jahre 1912 eine Erhöhung des Rekrutenkontingents durch, die die Armee bis zum Schluffe des Jahres 1915 auf eine Kopfstärke von 344 000 Mann bringen sollte. Die Ereigniffe des letzten
Da schwebet durch die Räume Es hehr wie EngelSgruß, Und von den Lippen hallet, Der bräutlich erste Kuß!
Zwei junge Menschenherzen, Sie hatten sich vereint, So lang für sie auf Erden, Die goldne Sonne scheint! — Nacht — ruht auf dem Gefilde; Der Mühlbach rauschet fort; Nachtvögel schweben leise Hervor, bald hier, bald dort. Da öffnet sich die Türe Lautlos am großen Haus Und aus dem dunklen Ehren*) Ein Schatten huscht heraus.
Hin übers HauS die Blicke Läßt flieh'n er noch einmal Dann eilt er dort zum Pförttein, Das führt ins Gründautal. Hier stand der fremde Reit« Mit seinem treuen Roß; O, wie er die Geliebte In seine Arme schloß!
Er hebt sie sonder Müh« Empor schnell auf sein Tier: Er schwingt sich nach behend« Und jagt davon mit ihr; Fort über Busch und Anger Es geht in raschem Lauf Dahin — wie Windeswehen — Dem Gründautal hinauf.
Und eh' des Morgens Schimmer Sich über'm Spessart zeigt, Da hat den fernen Bergwald Der Renner schon erreicht;
An Schluchten geht's vorüber, An Waldbachs Fels«ngang Wo bald im Wirr der Pfade ________ Der letzte Ton verklangt
*) Hausflur.