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Rotationsdruck und Verlag der Buchdrücken! Lei verein. ev. Wa^enhaujer in Hanau.

General-Anzeiger

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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Verantwort!. Redakteur: C. Schrecker ta Hamm,

Nr. 48

Aerusprechanschlits; Nr. 230.

Mittwoch den 26. Februar

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Fernsprechauschltts; Nr. 230. 1913

Amtliches.

Stadtkreis Ranau« Bekanntmachung.

Die in dem früheren Forsthaus Neuhof eingerichtete und am 1. April 1911 in Betrieb genommene Wander­arbeitsstätte ist in der Zeit vom 1. April 1911 bis 31. März 1912 von 7371.Wanderern und vom 1. April bis 1. Dezember 1912 von 4960 Wanderern aufgesucht worden.

Ueber die Einrichtung, Unterhaltung und Verwaltung derselben ist bereits unterm 9. Juli 1911 imHanauer Anzeiger" eingehend berichtet worden. Wir weisen er­neut darauf hin, daß die Wanderarbeitsstätte mittellosen, arbeitsfähigen, austerhalb ihres Wohnortes arbeitsuchenden Männern Unterkunft und Verpflegung gewährt gegen Ar­beitsleistung. Die Beschäftigung besteht in Holzzerkleinern, Tarten- und Feldarbeiten usw. Durch den mit der An­stalt verbundenen Arbeitsnachweis werden Wanderer in dauernde Arbeitsstellen untergebracht.

Mittellose, arbeitsfähige oder arbeitslose Arbeiter haben also auf der Landstraße nichts mehr zu suchen und keine Veranlassung sich durch Betteln zu unterhalten. Wir bitten dringend keinem Wanderer mehr Geschenke (Geld, Kleider usw.) zu verabfolgen, da hierdurch die Neigung vieler Wanderer zum Vagabundenleben und zum Land­streicher nur gefördert wird. Von der Anstaltsleitung wer­den Karten zur Verabfolgung an die bettelnd vorsprechen­den Wanderer gegen Zahlung eines geringen Betrages abgegeben. Diese zur Abweisung der Wanderer sehr zweck­entsprechenden Karten gewährleisten denselben Aufnahme kn die Wanderarbeitsstätte und sollten in keinem Haushalte fehlen.

Da die Wanderer, jetzt täglich 4050 Mann, hauptsäch­lich nur mit Zerkleinern von Holz beschäftigt werden können, welches wieder an Private verkauft werden must, so bitten wir zur Unterstützung der Wohltätigkeitseinrich- tung das im Haushalt erforderliche Brennholz von der Wanderarbeitsstätte zu beziehen. Die Abgabe des Holzes erfolgt in jedem beliebigen Quantum frei ins Haus zu billigen Preisen.

Ferner machen wir darauf aufmerksam, daß die Wander- arbeitsstätte z. Zt. 2530 Arbeiterkolonisten beschäftigt, die zu allbn Arbeiten im Haushalt und Gewerbe auf Stunden, Tage und Wochen zur Verfügung stehen, wenn keine ein­heimischen Arbeiter zu bekommen sind.

Wir bitten weiter, unbrauchbar gewordene Gegenstände jeder Art, welche in den Haushaltungen nur Platz weg­nehmen und als unnützer Ballast herumstehen oder liegen, sogenannte Brocken, wie alte Kleider, Schuhe und Zeitschrif­ten rc. der Wanderarbeitsstätte zu überweisen. Dieselben werden jederzeit gern und mit Dank angenommen und bei Benachrichtigung sofort abgeholt. Die überwiesenen Gegen­stände finden zur Beschäftigung und Unterstützung arbeits- und mittelloser Wanderer Verwendung.

Bestellungen auf Lieferung von Brennholz. Gestellung von Arbeitern Abbolen von Geaenständen usw. können auch durch Telephon Nr. 291 aufgegeben werden.

- Eine Besichtigung der Einrichtung der Wanderarbeits- statte ist gern gestattet und kann an jedem beliebigen Tage bis 5 Uhr nachmittags erfolgen. Vorherige Anmeldung ist jedoch erwünscht. 5

Der Magistrat.

Hild.

Bekanntmachung.

Folgende Grundstücke

Gemarkung Hanau;

Karte GG 45

2,68

31,58

ar

Karte 86 144/49

0,41 ar

7,66

HH

12

ff ff

241/7

18

9.94

ff

ff ff

242'8

0,42

50

24,82

»

ff ff

243 9

2,33

118/1

6.89

ff

ff ff

244'10

2,75

122 37

16,30

ff

ff >,

245/11

5,11

123'45

1,60

ff

ff ff

246 15

6,69

" >,

124146

37,50

ff

ff ff

247/14

1.45

"

125'51

6,00

>f

ff ff

248'17 1,01.63ha

"

126/55

2,02

ff

Karte RR

123/34

1,60 ar

Gemarkung Großauheim:

Karte E

80

11,37

ar

Karte E

85

4,30

Karte E

86

4,45

ff

1 pachtfrei geworden.

Termin zur Neuverpachtung wird anberaumt auf Montag den 3. März 1913. nachmittags 3 Uhr,

in dem Geschäftslokal der Stadthauptkaste, Marktplatz Nr. 18, Zimmer Nr. 5.

Pachtliebhaber werden hierzu eingeladen.

Hanau den 24. Februar 1913. 5221

Stadthauptkasie.

Bekanntmachung.

Am Montag den 3. März d. Zs., vormittags 9 Uhr, findet im unteren Saal des Neustädter Rat­hauses, Zimmer 1, öffentliche Sitzung des Gewerbegerichts statt.

Hanau den 24. Februar 1913. 5223

Der Vorsitzende des Gewerbegerichts.

J. V.: Bartmutz.

Konkursverfahren.

g Zn dem Konkursverfahren über das Vermögen des Kauf­manns Conrad Hestermann in Hanau, Inhabers der Firma Koch & Hestermann in Hanau, steht Termin zur Abnahme der Schlußrechnung, zur Erhebung von Einwendunoen gegen das Schlußverzeichnis und zur Beschlußfassung der Gläubiger über die nicht verwertbaren Vermöaensstücke, sowie zur An­hörung der Gläubiger über die Festsetzung der Vergütungen des Verwalters und der Mitglieder des Gläubigeraus- schustes und deren Auslagen

am 18. März 1913, vormittags 11 Uhr, vor dem Königlichen Amtsgericht, Abteilung 5 in Hanau Nustallee Nr. 17, Zimmer Nr. 17 an.

Hanau den 18. Februar 1913. 5197

Der Eerichts^reiber dey Kal. Amtsgerichts, Abt. 5.

Politische Rundschau.

Die deutsche Kaiserin wird auf ihrer Reise nach Gmunden vom Prinzen Max von Baden und vom Erotz- Herzog von Mecklenburg begleitet.

Der Reichstag beschäftigte sich gestern mit Wahl­prüfungen. Die Wahl des Abg. Dr. Becker, Bingen- Alzey wurde mit einer Stimme Mehrheit für gültig erklärt. Die Wahlen der Abgeordneten Kölsch und Haupt wurden an die Wahlprüfungskommission zurück­verwiesen. (Den Bericht siebe in der Beilage.)

Der Arbeitsplan des Reichstags. Im Reichstag weiß man noch immer nicht, wie der Hase laufen wird. Auch in Regierungskrisen herrscht dieselbe Ungewißheit. Der Grund dieser allgemeinen Unsicherheit liegt in den unbe­stimmten Mehrheilsverhältnissen des Reichsparlaments. Die Folge ist eine schleppende Geschäftsführung, da keine Partei es riskieren will, bei lanawierigen Debatten einen Schluß- antrag zu stellen, weil keine Gruppe eine befreundete Mehr­heit hinter sich hat. Bis Ostern stehen dem Reichstag noch knapp drei Acbeftswochen zur Verfügung, da die Osterferien am 14. März ihren Anfang nehmen sollen. Bis dahin will man noch den Etat fördern. Ihn zu erledigen wird nicht gelingen. Denn es stehen noch die wichtigsten Kapitel aus, wie: Militäretat, Kolonien, Auswärtiges Amt, Etat des Reichkanzlers, Marine usw. Und zwischen durch sind auch noch allerlei andere Themen zu erledigen: Anträge, kleine Gesetzentwürfe, Wahlprüfungen, Petitionen. In dieser Zeit erwartet man auch die neue Heerresvorlage und zwar mit den Decknngsvorschlägen. Die Arbeit nach Ostern wird am 2. April wieder ausgenommen werden und zw^r gleich mit der ersten Lesung der Wehrvorlagen, über die eingehende Aufklärung nur in der vertraulichen Bud­getkommission gegeben werden kann. Dann wird der Etat in zweiter Lesung fertiggestellt werden. Der Rest der Zeit bis Pfingsten wird dazu benutzt werden, die anderen Gesetze, wie Konkiirrenzklausel, Jugendgerichte, Staatsangehörigkeit usw. ein Stück vorwärts zu bringen. Was dann? Weiter der Blick der Parlamentarier nicht. Wahrscheinlch ist zu Pfingsten Parlamentsscbluß und Vertagung bis zum Herbst.

Kaiser Franz Zolef genehmigte das Rücktrittsgesuch des Marinekommandanten Grafen Montecuccoli. Zu dessen Nachfolger wurde Vizeadmiral Haus ernannt.

In der Budgetkommission der französischen Deputierten­kammer wurde gestern erklärt, daß am Montag eine Kredit-Vorlage im Betrage von 500 Millionen Francs für Kriegszwecke eingebracht werden wird.

Das militärische Gleichgewicht. In einer Rede, die der frühere französische Kriegsminister Millerand in seinem Wahlkreise hielt, erklärte er, das gegenwärtig für Frankreich am meisten auftauchende soziale Problem sei die Entvölkerung Frankreichs infolge der nanonalen Verteidigung. Die Verwirklichtlug der miliiärischen Pläne Deutschlands, von denen man kürzlich Nachricht bekommen habe, würde unmittelbar das Ergebnis habe«. das Gleichgewicht der

deutschen und französischen Streitkräfte zu zerstören. Dies könne Frankreich nicht zulasten. DaS sei eine Lebensfrage für das Leben. Frankreich habe dies in wunderbarer Weise begriffen und sei bereit, alle nötigen Opfer zu bringen, um es auf der Hohe seiner Verpflichtungen zu erhalten. Die Regierung werde ihre Pflicht tun. Die militärische Macht Frankreichs sei die erste grundlegende Bedingung der fran­zösischen Tätigkeit in der Welt. Seit dem ersten Auftauchen des Konfliktes auf dem Balkan habe Frankreich in voller Uebereinstimmung mit seinen Verbündeten und seinen Freunden nicht aufgehört, seinen Einfluß zugunsten einer friedlichen Lösung geltend zu machen. Das Festhalten an der Tripel­entente mit ihrem System vom Gleichgewicht der eure* päischen Streitkräfte sei die Hauptsache und das ganze Ge­heimnis der auswärtigen Politik Frankreichs.

Rußland und Frankreich.

Paris, 25. Febr. Der russische Botschafter JswolSkt überreichte heute mittag dem Präsidenten Poincarâ den St Andreas-Orden mit einem Handschreiben des Zaren.

Paris, 25. Febr. Bei der Ueberreichung der durch Kammerherrn Baron Schilling überbrachten Insignien de» St. Andreasordens an den Präsidenten Poinearâ sagte der russische Botschafter Iswolski, der Kaiser habe bei der Ver­leihung dieses Ordens sofort bei der Uebernahme der Präsi­dentschaft durch Poincaro ein neues Zeichen seiner Zuneigung für Frankreich und seine persönliche Freundschaft und Hoch­achtung für Poiucarâ geben wollen. Dieser erneute Aus­druck der Gefühle werde als eine neue Bürgschaft für die engen Beziehungen betrachtet, die das befreundete und ver­bündete Frankreich und Rußland vereinten. Poincarâ er­widerte, er sei tief gerührt über den Freundschaftsbeweis de» Kaisers und das neue Zeichen seiner unabänderlichen Ge­fühle für Frankreich, wofür daS eigenhändige Schreiben be­redtes Zeugnis ablege. Pnncarâ fügte hinzu, er halte a» der Politik fest, die schon lange Frankreich und Rußland verbinde und würde sorgsam wachen, da- Bündnis zwische« den beiden Ländern zu erhalten und enger zu gestalten. Nach der Ueberreichung deS Orden« fand bei Poinearâ Frühstück statt, an dem auch der Ministerpräsident und der Minister des Aeußern teilnahmen.

W. Paris, 25. Febr. Das Handschreiben deS Kaiser» von Rußland an den Präsidenten Poincarâ hat folgende« Wortlaut:Herr Präsident! Erhabener, guter Freund ! AuS Anlaß Ihrer Wahl zum Präsidenten und der Uebernahme Ihres hohen Amtes richte ich meine herzlichen Gratulationen und meine wärmsten Wünsche an Sie. Es liegt mir am Herzen, Ihnen von neuem zu versichern, wie sehr ich von dem Gedanken durchdrungen bin, daß das französisch-russisch« Bündnis ebenso den Gefühlen, wie den Interessen der beide« Völker entspricht und nie aufgehört hat, ein wirksamer Faktor für den Frieden Europas zu sein. Dieses Bündnis, La­den Herzen der beiden großen Rationen entspringt und durch ein 20jähriges fruchtbares Bestehen geheiligt ist, bildet die Grundlage der auswärtigen Politik, die ich meiner Regieruv vorgezeichnet habe. ' Damit dieses Bündnis alle Früchte tra#, die es zu bringen vermag, erscheint mir ein beständige- Zu­sammenarbeiten und eine siete Fühlungnahme zwischen bett Kabinetten in Paris und Petersburg unerläßlich. In diesem Sinne haben Sie, bevor Sie die höchste Würde der Republik bekleidet haben, das Amt des Chefs der franzâstschen Re­gierung ausgeübt. Glauben Sie bitte, Herr Prâfidentz ich weiß Ihnen in ganz besonderer Weise Dank dafür. .

Da ich wünsche, ein neues Zeugnis meiner aufrichtigen An­hänglichkeit an Frankreich zu geben und Ihnen so meine Hoch­achtung und meine persönliche Freundschaft für Eie auszu­drücken, so gestatte ich mir das Vergnügen, ihnen heute meinen Sankt Andreasorden zu verleihen, dessen Insignien ich Ihnen hierbei mit meinen besten Wünschen für das Ge­deihen Frankreichs und das Gelingen der Aufgabe, die Sie auf sich genommen haben, überreichen laste. Ge­nehmigen Sie, Herr Präsident, mein erhabener guter Freund, die Versicherungen meiner vollkommenen Hoch­achtung und meiner hohen Wertschätzung. Ihr guter Freund Nikolaus.

Präsident Poincarâ erwiderte mit folgendem Tele» gramm: Teurer, erhabener Freund! Soeben habe ich aus den Händen Eurer Majestät Botschafters die In­signien Ihres Sankt Andreas-Ordens erhalten, und es liegt mir am Herzen, Eurer Majestät ohne Verzug den Ausdruck meines lebhaftesten Dankes zu übermitteln. Ich bin tief gerührt durch die Worte des Schreibens, durch das Eure Majestät mir dieses glänzende Zeichen der Freundschaft und einen neuerlichen Beweis Ihrer Gefühle Frankreich gegenüber gaben. Eure Majestät können versichert sein, daß ich, wie in der Vergangenheit, treu au dem Bündnis schalten werde. das Rußland