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M-......" I II ...... I stellvertretenden Vorsitzenden wählte der Landtag den bis­herigen Stellvertreter des Vorsitzenden, den Vorsitzenden des Landesausschusses, Abg. Oberbürgermeister Dr. E e be­uchn s - Hanau, während zu Schriftführern wieder die Abgg. Landrat und Kammerherr v. Ditfurth-Rinteln und Bürger­meister Vocke-Eschwege, zu ihren Stellvertretern Landrat von Aschoff-Melsungen und Sanitätsrat Dr. med. Kind- Fulda berufen wurden. Nachdem das Bureau gebildet wor­den war, erstattete der Vorsitzende, Kammerherr v. Pappen­heim, mit folgenden Worten einen Ueberblick über das Jahr 1912:

Meine Herren! Das abgelaufene Jahr ist insofern ein glückliches zu nennen gewesen, als kein Mitglied des Hauses durch den Tod abberufen worden ist. Dennoch ist es schwer und ernst an Sorgen und mancherlei Heim­suchungen auch für unsere Provinz gewesen. Auch jetzt ist noch kein Grund zu Jubel und Frohsinn vorhanden. Ernste Wolken stehen am Horizonte und Gott möge geben, daß sie sich nicht zum Gewiter entladen. Wir alle wollen zu Gott, der unseren erhabenen Landesherrn gesegnet und beschützt hat, hoffen, daß es dem Kaiser auch fernerhin gelingen möge, uns den Frieden zu erhalten. Sei es so oder so! Was uns bewegt in diesem Jahre der Erinnerung, das ist, daß wir stets der großen Taten unserer Vorfahren vor hundert Jahren eingedenk sein werden. Ich bin über­zeugt, daß das deutsche Volk bis zum letzten Mann bereit ist, im Hinblick auf die Taten der Väter die Pflicht für das Vaterland zu tun!" (Lebhaftes Bravo!)

Dann gab der Vorsitzende bekannt, daß eine öffentliche Sitzung des Kommunallandtages mit Rücksicht auf den am Mittwoch zusammentretenden Provinziallandtag erst am Freitag beabsichtigt sei; wenn die zu wählenden Ausschüße fleißig arbeiten und die Vorlagen für die öffentliche Sitzung so vorberaten, wie man es von den einzelnen Ausschüssen gewöhnt sei, so ist damit zu rechnen, daß schon am kommen­den Montag die Arbeit des diesjährigen Kommunalland­tages erschöpft ist. Der Provinziallandtag dürfte seine Ar­beiten innerhalb zwei bis drei Tagen erledigt haben. Es wurden nunmehr die einzelnen Ausschüße gewählt. In den Hauptausschuß, der fast alle wichtigen Vorlagen und An­träge vorher durchzuberaten hat, wurden folgende 30 Abge­ordnete gewählt: Justizrat Dr. Harnier-Cassel, Vorsitzen­der, Oberbürgermeister Dr. Antoni-Fulda, Landrat von Aschoff-Melsungen, Rittergutsbesitzer und Kammerherr Freiherr Erich von Bodenhausen auf Arnstein (Kr. Witzen­hausen), Landrat und Geheimer Regierungsrat von Butt­lar-Wolfhagen, Kommerzienrat Fritz Canthal- Hanau, Rittergutsbesitzer v. Caron auf Hof Ellenbach (Kr. Cassel), Bürgermeister Dertz-Frankenberg, Landrat und Kammer­herr v. Ditfurth-Rinteln, Landrat Freiherr v. Dörnberg- Hünfeld, Bürgermeister und Oberstleutnant a. D. Gaertner- Rinteln, Landrat v. Gehren-Homberg, Forstmeister Hebel- Salmünster (Kr. Schlüchtern), Fabrikdirektor und Kreis­deputierter Dr. Hoffmann- Mainkur, Landrat und Kammerherr v. Keudell-Eschwege, Sanitätsrat Dr. med. Kind-Fulda, Landrat Freiherr Laur von Münch- h of e n -Hanau, Landrat und Geh. Regierungsrat Nölde- chen-Fritzlar, Kommerzienrat Gust. Plaut-Cassel, Konsisto- rialpräsident Frhr. Schenk zu Schweinsberg-Kirchhain und Cassel, Landrat und Kammerherr v. Schwertzell-Ziegen­hain, Bürgermeister Strauß-Hersfeld, Oberbürgermeister Trojè-Marburg, Landrat Tuercke-Rotenburg, Bürgermeister Vocke-Eschwege, Kommerzienrat und Stadtrat Vogt-Cassel, Bankier Wilh. Wachenfeld-Schmalkalden, Landrat Dr. jur. Graf von Wartensleben-Eelnhausen, Bürgermeister Josef Witzel-Hofaschenbach (Kr. Hünfeld), Forstmeister Wolf- Wetter (Kr. Marburg). In den Eingabenausschuß wurden folgende Abgeordnete gewählt: Bürgermeister Berta-Soden (Kr. Schlüchtern), Gutsbesitzer Bopp-Kleinseelheim (Kr. Kirchhain), Bürgermeister Vreitstadt in Cathrinhagen, Bürgermeister Krause in Neuerode, Bürgermeister Müller- Allendorf, Gutsbesitzer Pfannstiel-Weidebrunn, Stadtrat Hildaschule, die unter der Direktion des Herrn Dr. Fr. Fath in den letzten Jahren außerordentlich an Schülerzahl zuge­nommen hat und jetzt ans 8. Hundert geht. Die, nötigen Räume werden hier durch Ni^erlegung der an die Schule anstoßenden älteren Gebäude ^Direktor und Lehrerwoh­nungen) gewonnen.

Von Ausstellungen der letzten Wochen war die für Feuer­bestattung und Friedhofkunst besonders bedeutsam als Vor­läufer für die hier in Bälde zu schaffende neue Leichenhalle mit Krematorium.

Viel Interesse fand die Vilderausstellung des hiesigen Kunstgewerbeschulprofessors Herrn Adolf Hildenbrand, übri­gens nicht die erste dieses Künstlers. Sie war gut besucht, und es waren namentlich die Landschaftsgemälde (Bilder vom Oberrhein), welche allgemeinem Verständnis begegneten. Von letzteren sind denn auch bis jetzt 16 Nummern von der Mannheimer Galerie käuflich erworben worden. Ebenfalls im Kunstgewerbeschulgebäude, wo diese Ausstellung statt­fand, hielt am 17. ds. Herr Kunstgewerbeschulprofeßor L. Segmiller einen sehr schätzenswerten Vortrag über Sinn und Unsinn des kunstgewerblichen Einkaufs.

Die kommenden Landtagswahlen zeigten sich durch öffentliche Versammlungen der verschiedenen Parteien an, in denen die Führer Geck, Muser und Rebmann vor den Wäblern sprachen.

Einen breiten Raum im öffentlichen Leben nahm in die­sem Monat die Gemeindepolitik ein. In der nächsten Zeit beginnen die Beratungen des städtischen Voranschlages, der noch nicht unter der Einwirkung der gegenwärtigen Wirt- schastsflaue steht und ohne Umlageerhöhung auszukommen' hofft. Letzteres ist voraussichtlich möglich dank den zuneh­menden Erträgen der meisten werbenden städtischen Be­triebe, vor allem des Gas- und Elektrizitätswerkes und dank der Zunahme des Steuerkapitals. Welche Rolle bei letzte­rem der Steueraeneralpardon gespielt hat, mag hier un- unterjucht bleiben. Es darf ober wohl ausgesprochen wer-

Ruetz-Caßel, Landrat Tuercke-Rotenburg, Bürgermeister Vetter-Breitenbach, Dr. v. Waldthausen-Gelnhausen und Sanitätsrat Dr. med. von Wild-Cassel. Zum Vorsitzenden des Organisations-Ausschußes wurde Landrat v. Erunelius- Hersfeld gewählt. Damit schloß die Sitzung.

Parlamenterisches.

mb. Die Budgetkommission des Abgeordnetenhauses begann gestern vormittag mit der Beratung des Kultusetats. Zur Frage der Festlegung des Osterfestes erklärte der Minister, daß in Rom keine Geneigtheit für eine Aenderung bestehe, vielleicht würde sich mit der Zeit eine Hoffnung darauf ergeben. Längere Erörterungen wurden über die Frankfurter Universität geführt. Von verschiedenen Rednern wurde danach gefragt, ob der Bestand der Universität finanziell in so hohem Maß gesichert sei, daß auch späterhin die Mög­lichkeit ausgeschlossen bleibe, daß der Staat Zuschüsse leisten müsse. Von der Staatsregierung wurde erwidert, daß die Frankfurter Universität sowohl burd) die bereits vorhandenen wissenschaftlichen Institute und Krankenhäuser, als auch finanziell selten gut ausgestattet sei. Der Vorsitzende der Kommissiou ersuchte den Minister um rechtzeitige Bekannt­gabe der Verträge, die wegen der Frankfurter Universität geschlossen worden seien. Der Minister stellte nur eine Zu­sammenstellung der zur Verfügung stehenden Beträge in Form eines Etatsentwurfs in Aussicht. In der Debatte wurde mehrfach auf die Verhältnisse der Universität Breslau Bezug genommen und auch darauf hingewiesen, daß sich die Ausgaben dieser Universität in 20 Jahren verdoppelt hätten. Von dem fortschrittlichen K^mmissionsmitglied wurde eine Resolution beantragt, die die Staatsregierung um Einstellung eines Betrages in den nächstjährigen Etat ersuchen will, woraus Beiträge für nicht genügend leistungsfähige Syna­gogengemeinden zu den Besoldungen und Hinterbliebenen­renten der Rabbiner und sonstigen Leiter jüdischer Gottes­dienste gewährt werden sollen. Die Parteien erklärten ihr Wohlwollen für den Inhalt der Resolution, wiesen aber auf die unübersehbaren staatsrechtlichen Folgen seiner An­nahme hin. Bei der evangerischen und katholischen Kirche bestehe eine staatsrechtliche Verpflichtung zu solchen Beiträgen, der aber auch Rechte gegenüberständen. Andere religiöse Ge­meinschaften würden nicht unterstützt. Bei den christlichen Kirchen sei auch ein Zusammenschluß insofern vorhanden, als die reicheren Gemeinden für die ärmeren durch ihre Abgaben mileintreten, dies sei aber bei den Synagogengemeinden nicht der Fall. Auch die Staatsregierung machte praktische Be­denken wegen der Verschiedenartigkeit der Synagogengemein­den geltend. Schließlich wurde der Antrag gegen vier Stimmen abgelehnt. Nachmittag Fortsetzung. In ihrer Nachmittagssitzung setzte dje Budgetkommission des Abgeordnetenhauses die Beratung des KultuSetatS fort. Ein freikonservativer Redner wünschte, daß die Treptower Stern­warte, die gegenwärtig von der Provinz, den Kreisen, der Stadt Berlin und den umliegenden Gemeinden unterstützt wird, auch eine staatliche Beihilfe erhalte, da sie durchaus gemeinnützig sei. Von dem Ministerialdirektor wurden zwar die Leistungen der Sternwarte anerkannt, aber mangels eines allgemeinen Interesses eine laufende Unterstützung abge- lehnt und höchstens eine Unterstützung im einzelnen Fall als möglich erklärt. Ein konservatives Mitglied bean­tragte, die Staatsregierung um eine Prüfung der Frage zu er­suchen, ob die unter der Verwaltung deS Kultusministeriums stehenden Landgüter überall in nutzbringender Weise verwaltet würden. Es handelt sich dabei um bestimmte Stiftungsgüter der ProvinziaischnIkollegien, Universitäten und des Kloster­fonds. Der Minister sagte, daß ihm keine bestimmte Be­schwerde bekannt sei. Aus der Kommission wurde die Meinung laut, daß das Ziel dieses Antrags die Ueber- tragung der Verwaltung des Stiftungsbesitzes an die Domänen­verwaltung sein könnte, was z. B. in Hannover und bei der Universität Greilswald mit ihrem mehr als 450 Joch

den, daß dieser Eencralpardon allgemein als sehr zweck­mäßig gewirkt hat.

So groß die städtischen VetrieLe angelegt sind, erweisen sie sich doch immer bald wieder als hinter dem Wachstum der Stadt und der Industrie zurückbleibend.

Das Straßenbahnnetz ruft nach Erweiterung, zumal die erst etwas über ein Jahr bestehende Bahn wider Erwarten statt des vorgesehenen städtischen Zuschusses von 41 285 Mark einen Ueberschuß von 21159 Mark ergab. Die seitherigen wenigen Linien führen hauptsächlich ebenen Weges, und die mühsam zu ersteigenden höher gelegenen Quartiere sind noch ohne die so sehnlich erwartete Verbindung. Auch diese aber würden sicher fleißig benutzt werden.

Das Hauptstück der städtischen Unternehmungen der nächsten Zeit aber ist das geplante große Nagoldkraftwerk, über das schon so viel geschrieben wurde und das der hiesi­gen Industrie die so dringend nötige weitere elektrische Kraft zur Verfügung stellen soll. Daß man sich hier zu diesem Werk nun fest entschlossen hat und es vorteilhafter j befand als den Anschluß an das staatliche Kraftwerk an der i Murg, ist schon berichtet worden. Weil aber die Ausführung mehrere Jahre dauert, wird als vorläufige Abhilfe und spätere Reserve alsbald für dreiviertel Millionen Mark eine Dampfanlage erstellt. Aber auch das geht nicht so schnell, und namentlich ist es die Platzfrage, welche den Stadtvätern schon schweres Kopfweh machte, nicht minder der Kunstkommission und dem Heimatschutzverein. Der beste Platz schien mit Rücksicht auf das später folgende Nagold­werk der Kupferhammer, jene herrliche Schwarzwaldpforte am südlichen Ausgange der Stadt, die so ziemlich der schönste Punkt der nahen Umgebung ist. Es ist nun von hohem Interesse wie die Platzfrage im letzten Augenblick, als sie schon zu Gunsten des Kupferhammers entschieden schien, dank der öffentlichen Behandlung und dank der auf Er­haltung der Naturschönheiten Bedachten eine andere Wen­dung nahm. Es wurde überzeugend darauf Hingewiese«. ,

großen Grundbesitz Erregung Hervorrufen würde. Der Art* tragstcller führte aus, daß sein Antrag dieses Ziel nicht ver­folge, und zog auf die üoin Minister gegebenen Aufklärungen hin seinen Antrag zurück. Auf eine Anfrage über die Reform des höheren Schulwesens antwortete der Minister, daß die betreffende Kommission noch keine bestimmten Beschlüße ge­faßt habe. Die Frage der Zulassung der Ausländer an bett preußischen Universitäten wurde gründlich besprochen. Man beklagte, daß die Ausländer vielfach eine der Vorbildung der Inländer gleichwertige Vorbildung nicht hätten, die deutsche Sprache nicht genügend beherrschten, in den Kliniken den Inländern die Plätze wegnähmen und es werde auch be­hauptet, daß man beim Doktorexamen soweit gehende Rücksicht auf die Ausländer nähme, daß man sie in ihrer Muttersprache prüfe. Der Minister erklärte, daß die Ausländer von altersher ein weitgehendes Gastrecht an den Universitäten genießen, was auch für Deutsch­land seinen Wert habe, weil dadurch später nützliche Be­ziehungen zwischen dem Ausland und Deutschland angebahnt würden. Freilich müßten die Ausländer das Gastrecht zu würdigen wissen und dürften das Studium der Inländer nicht beeinträchtigen. Der Minister hat, um die Zahl der ausländischen Studenten zu beschränken, die Zulassungsgebühr zu den Instituten verdoppelt, auch würden an die Vorbildung tunlichst die gleichen Anforderungen gestellt wie bei den In­ländern, und insbesondere von den Russen verlangt, daß sie das russische Gymnasium absolviert haben. Besonders groß ist der Zudrang der Ausländer nach den Universitäten Königsberg, Breslau, Berlin und Halle. Der Studenten­streik in Halle sei durch unrichtige Handhabung eines Ministerialerlasses von 1896 entstanden, der Minister habe Remedur eintreten lassen und jetzt werde als Vorbedingung der Zulaffung zu den Kliniken das Physikum gefordert. Weitere Maßnahmen zur Beschränkung der Zahl der aus­ländischen Studenten würden erwogen. Aus der Kommission wurde empfohlen, nur einen bestimmten Prozentsatz Aus­länder zuzulassen, wie in München, wo nur 3 Proz. zuge­lassen sind. Auf eine Anfrage, ob es richtig fei, daß sich bei den Lehrerausschüßen zur Prüfung der Jugendliteratur Tendenzen gezeigt hätten, die die Sozialdemokratie begünstigen, oder ob dort vaterländische Schriften zurückgesetzt würden, erwiderte der Minister, ihm seien die Vorwürfe bekannt, so­weit er aber habe feststellen können, seien sie nicht begründet. Die Forderung eines neuen Ministerialdirektors für die AbteilungHöheres Schulwesen" wurde bewilligt. Bek den Provinzialschulkollegien wünschte das fortschrittliche Kom­missionsmitglied, daß die Schulräte nicht so häufig wechselten, und ein nationalliberaler Abgeordneter bedauerte, daß von den Provinzialschulkollegien die Selbständigkeit der Direktoren bei Ausgestaltung des Arbeitsplanes zu sehr eingeschränkt werde. Weiterberatung Mittwoch abend.

Verlosungen. (Ohne Gew.)

Anleihe der Stadt Paris vom Jahre 1875. Ziehung vom 5. Februar 1913. Auszahlung ab 25. Fe­bruar 1913. Hauptpreise: Nr. 357045 zu 100 000 Fres. Nr. 253588 zu 50 000 Fr. Nr. 86476 194246 332469 je 10 000 Fr. Nr. 41948 63490 309854 406046 je 5000 Franc?. Nr. 1565 41927 48626 57863 64568 82932 88200 127602 129783 177212 192034 220649 275454 283499 291173 335830 392704 401408 43061 456532 460171 460371 461570 462403 482672 je 1000 Francs.

Schiffsnachrichten.

Der Hamburger DampferAndalusia" ist am 19. Februar wohlbehalten in New-8)ork eingetroffen.

Hamburg, 21. Febr. Der DampferMecklenburg" von der Hamburg - Amerika - Linie ist gestern in Havana und der DampferMarenic" vorgestern in Baltimore einge» troffen.

daß das große Gebäude mit feinen Blechschornsteinen, seinem den Wald verwüstenden Rauch und der ewigen Kohlen- und Schlackenfahrerei an jenem Ausgangspunkt der meisten Schwarzwcildspaziergänge und in nächster Nähe des schönen Rod-Villenviertels ein nie wieder gut zu machender Schwabenstreich sei, jedenfalls viel störender als das Nagold­wasserwerk. Dank diesen Darlegungen, die namentlich von den Architekten Maurer und Deichsel in einer Heimatschutz­versammlung sachgemäß und warmherzig vertreten wurden, wird nun die Dampfzentrale wohl an einen anderen Platz, und zwar ins Enztal, gegen Birkenfeld hinauf, gelegt wer­den. .Der naturfrohe Wanderer aber, der Pforzheim künf­tig dort am Kupferhammer durchschreitet, um durch diese Pforte dem schönen Würm- oder Nagoldtal zuzustreben, wird keinen Anlaß haben, mit Mißmut der Kurzsichtigkeit früherer Zeiten zu gedenken.

SiiMiibiMtr Lmmerm.

Hanau, 25. Februar.

Unter starkem Beifall fand gestern im Saale des Stadt­schlosses zum Besten des Vaterländischen Frauenoereins der seit langer Zeit angekündigte Rezitationsabend des Herrn Adalbert Neumann statt. Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt, und mit wachsendem Interesse, da8 sich gelegentlich in freudig zustimmenden Bravo­rufen äußerte, folgte man den Darbietungen unseres heimischen Künstlers. Der Faust-Prolog bereitete die feier- liche Stimmung des ersten, ernsten Teiles vor, sodaß die Gemüter z. V. bei Liliencrons wundervoller BalladeDas Geheimnis" fähig waren, ihre tiefe tragische Unterströmung auf das lebhafteste nach- und mitzufühlen. Es lag wie dumpfe Gewitterschwüle auf den Zuhörern, und erst längere Zeit nach dem Vortrag löste der Gedanke an die treffliche Wiedergabe die Spannung aus. Dem kam Herr Neumann mit dem kleinen humoristischen BildchenAuf der Kasse"