Erstes Blatt.
Hanauer K Anzeiger
VnrSckungsgeVvhet
Nie BgefpaTftne Petttzetle oder deren Raum 20 Pfg. toi SkUameieU DU Zeile 60 Pjg,
General-Anzeiger
Notationsdruck und Verlag der Buchdruckerei der verein, eo. Waisenhauses in Hanau.
Alnüèchcs Organ für Stadt- und Fandkreig Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Bezugspreis,
WerteljShrltch 1.80 Mk^ monatlich 60Pfg., für Post, bezug vtertelsährlich 2.10 Mk^ monatlich 70 Psg, Die einzelne Nummer kostet 6 Psg.
Verantwort!. Redakteur: D Schrecker in Kana».
Nr. 38
Fern sprech airsch lits; Nr
230.
Freitag den 14. Februar
Ferttsprechanschlus; Nr. 230
1913
Bit Mt Kummet «mW «O» dem MrW««VbIaU
14 Seiten.
Amtliches.
Stadtkreis Ranau.
Nach dem der Grüneweg zwischen Blachière- und Walv- straße mit Pflasterdecke versehen ist, werden die Anlieger dieser Straßenstrecke auf die Vorschriften der Polizeiordnung vom 3. Juli 1790 in Verbindung mit der Straßenpolizei- oerordnung vom 28. Mai 1909 aufmerksam gemacht.
Danach müssen die Straßen einschließlich Rinnen und Bürgersteige Mittwochs- und Samstagsnachmittags längs der ganzen Frontlänge eines Grundstücks bis zur Mittellinie Les Siraßendammes gründlich gereinigt werden. Verantwortlich sind die Eigentümer oder Mieter ganzer Häuser.
Die Verpflichtung zur Straßenreinigung beginnt am Samstag den 15. d. M.
Hanau den 1. Februar 1913. P. 1173
Königliche Polizeidirektion.
J. A.: Karbe.
Bekanntmachung.
Die Haushaltspläne
Ordentlich für 1913 und
Entwässerungsanlage und Latrinengrubenentleerung für 1913
liegen vom 15. d. Mts. ab acht Tage lang zur Einsicht der Gemeindeangehörigen auf Zimmer 35 des Rathauses (2. Obergeschoß) offen.
Hanau den 13. Februar 1913. 4197
Der Magistrat.
Dr. E e b e s ch u s.
LaülcktsiWlicher Steiferm Sm«.
Nächste Versammlung Samstag den 15. d. Mts., nachmittags 2^2 Uhr, im Gasthaus „zum g o l d n e n Löwen" hier.
Tagesordnung:
1. Geschäftliche Mitteilungen.
2. Vortrag des Herrn Dr. Sprenger von der Landwirtschaftskammer in Cassel über „Das neue Viehseuchengesetz und seine Ausführungsbestimmungen".
3. Prämiierung von Feldbestellungen.
4. Besprechung über die Abhaltung einer Kreistierschau im Jahre 1914. z
5. Wahl der Delegierten für die nächste Generalversammlung des Vereinsausschuffes der Landwirtschaftskammer.
6. Mitgliederausnahme.
7. Sonstiges.
Die Herren Bürgermeister wollen vorstehende Bekanntmachung in den Gemeinden in ortsüblicher Weise bekannt machen lassen.
Hanau den 10. Februar 1913.
Der Vorsitzende.
Frhr. L a u r, Landrat.
Die Bedingungen für die Feldkultur-Konkurrenz lauten folgendermaßen:
Es können sich nur bäuerliche Wirtschaften an dieser Konkurrenz beteiligen und zwar für einzelne Grundstücke, für welche Prämien ausgesetzt werden und zwar jedesmal 3 für das bestbestellte Stück
Winterfrucht,
Sommerfrucht,
Hackfrucht,
Brachfrucht, insbesondere Leguminosen.
Gerade auf letzteren Punkt ist besonderes Gewicht zu legen, weil der Anbau dieser sehr vernachlässigt ist und doch behufs Stickstoffsammlung besonders betont werden muß.
Die Beurteilung soll nach folgenden Grundsätzen geschehen:
1- in Hinsicht auf gute Vorbereitung, und soll in dieser Hinsicht besonders auf Beseitigung des Sattelbaues und des Bifangsystems. sowie auf verhältnismäßige Tiefkultur gesehen werden,
2. in Hinsicht auf rationelle Düngung,
in Hinsicht auf gleichmäßigen Bestand,
4- in Hinsicht auf Pflege während des Wachstums (unkrautfrei).
Die Beurteilung erfolgt durch 3 Mitglieder des Vor- standes des betreffenden landwirtschaftlichen Vereins unb
einen Delegierten der Landwirtschaftskammer. Die Besichtigung findet einmal im Frühjahr nach .Aufgang des Sommergetreides, sowie zum zweiten Male kurz vor der Ernte statt.
An den Konkurrenzen können nur kleinbäuerliche Landwirte teilnehmen und diese Teilnehmer müßen ihre sämtlichen Feld- und Wiesengrundstücke der Kommission vorzeigen, damit bei den an den Einzelkonkurrenzen Teilnehmenden die Herrichtung sogenannter Paradefelder vermieden wird.
Die Teilnehmer an den Konkurrenzen müßen sich verpflichten, für etwa erhaltene Prämien beßere Ackergeräte, Saatgetreide usw. anzuschaffen.
Die Beurteilung erfolgt nach dem Punktiersystem und zwar werden für eine Voll- oder Ideal-Bestellung 100 Punkte angesetzt. Davon entfallen auf:
i. Bearbeitung 30 Punkte
2. rationelle Düngung 25 Punkte
3. gleichmäßiger Bestand 25 Punkte
4. Pflege der Saaten 20 Punkte
Summa: 100 Punkte.
Diejenigen Landwirte des Kreises Hanau, welche sich an der Konkurrenz beteiligen wollen, werden ersucht, sich am Samstag den 15. d. Mts. in der Versammlung des Vereins beim Schriftführer, Herrn Domänenrentmeister Rein- h a r d t, zu melden.
Das Proviantamt Hanau kauft noch fortgesetzt Roggen, Hafer und Stroh zu den jeweiligen Tagespreisen.
Gefunden: 1 Türschlinge; abzuholen auf dem Geschäftszimmer der Armenverwaltung.
Hanau den 14. Februar 1913. 4179
EeMm und mlereiie AMMr tt.
Gesundest: 1 blauseidenes Spitzentuch, 1 Wagenkapsel, 1 viereckiger Mülleimer (in der Jahnstraße).
Verloren: 1 Freimarkenheft mit 8 10-Pfennigmarken und 20 si-Pfennigmarken.
Zugelaufen: 1 brauner Dachshund mit Halsband und Hundemarke Nr. 251, 1911, Marburg; weibl. Eeschl.
Hanau den 14. Februar 1913.
Politische Mundschau.
Prinzessin Viktoria Luise von Preußen und Prinz Ernst August von Braunschweig-Lüneburg sind gestern in Begleitung des Kaiserpaares in Berlin eingezogen. Oberbürgermeister Wermuth begrüßte das Brautpaar am Bahnhof.
Vermählung der Kaisertochter. Wie der „Deutsche Telegraf" erfährt, soll die Hochzeit der Prinzessin Viktoria Luise mit dem Prinzen Ernst August von Cumberland bereits am 15. Juni d. I., dem Tage des 25jähri^eu Negierungsjubiläums des Kaisers, statifiudeu.
Der Herzog von Cumberland hat den Deutschen Kaiser zum Besuch in Gmunden eingeladen.
Die Urwahlen zum preußischen Landtag. Vor einigen Wochen hieß es, daß die Urwahlen zum preußischen Landtag am 14. Mai, dem „vierten Pfingsttag", am Mittwoch stat'- finden sollten. Neuerdings ist nach der „Vossi^chen Zeitung" in Aussicht genommen, die Urwahlen zwei Tage später, Freitag den 16. Mai, also auch noch in der Pfingstwoche. vornehmen zu lassen.
Der Reichstag beendete gestern die zweite Lesung des Justizetats und lehnte dabei die Stelle eines sechsten Reichsanwalts ab. Dann wurde in die zweite Lesung des Postetats eingetreten. (Den Bericht siehe in der Beilage.)
Bei der Beratung des Marineetats in der Budgetkommission des Reichstags erklärte Staatssekretär von Tirpitz gegenüber einem vom Zentrum eingebrachten Antrag, Verpflegungszulage, Meßegelder usw. nur für Fahrten auf hoher See zu zahlen, daß er an dem Tage, an dem dieser Antrag angenommen werde, aufhören werde Staatssekretär des Reichsmarineamts zu sein.
Die den österreichisch-ungarischen Delegationen zu stellenden militärischen Forderungen weihen auf etwa 400 Mill. Kr. beziffert.
Die Revolution in Mexiko.
New-York, 18 Febr. Nach einer Depesche aus Mexiio errang Diaz, als gestern abend her Kampf auf allen Punkten aufbörte, einige Vorteile. Er hatte ein furchtbares Feuer gegen die Stadt gerichtet, die Gefechtszone ausgedehnt und Truppen gegen den Palast geschickt. Madero blieb jedoch optimistisch und arbeitete während deS Bombardements im
Palast. Er zeigte großen Mut und ließ sich nicht beirren In Veracruz sollen Unruhen ausgebrochen sein. Die Regierung zog von dort sogar Polizei nach der Hauptstadt, damit sie dort bei der Niederwerfung des Prätendenten Diaz Hilfe leiste. Da die Wiederaufnahme von Feindseligkeiten vorauszusehen war, verließen gestern abend 600 Amerikaner und andere Ausländer ihre Wohnungen und suchten ein Unterkommen außerhalb der Stadt, wo die Gefahr geringer ist. Während zweier Tage sind 300 Mann getötet, 1500 verwundet worden. Gestern abend herrschte Ruhe in der Stadt.
Larevo (Texas), 13. Febr. Ein aus der Szadt Mexiko hier eingetroffener Reisender berichtete, daß viele Ausländer ohne Mittel in Mexiko festsitzen, da die Banken seit Samstag geschlossen sind. Mele von ihnen sind ohne Nahrung und Obdach. Die Eisenbahnbeamten tun alles, was in ihren Kräften steht, um wenigstens für die Frauen und Kinder Obdach zu schaffen.
Die Balkankrisis.
Die Pforte und der Friede.
Konstantinopel, 13. Febr. Authentisch verlautet, daß der Jnitiativorschlag des türkischen Botschafters in London, Tewfik Pascha, bei Sir Edward Grey, der die Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen herbeiführen sollte, gescheitert ist.
Zur inneren Lage der Türkei.
Konstantinopel, 13. Febr. Das amtliche Publikationsorgan veröffentlicht ein provisorisches Gesetz, das für aUt bis zum 11. Februar begangenen politischen Verbrechen Amnestie gewährt, außer für Kriegsniederlagen und moralische oder materielle Unterstützung des Feindes. Die Amnestie erstreckt sich auch auf die Vorgänge vom 23. Januar. — Das Gerücht von einer angeblichen Demission des Ministers des Innern wird offiziös dementiert. Der Minister, der seit drei Tagen nicht im Ministerium erschienen war, wohnte heute wieder einer Sitzung des Kabinetts bei.
Aus Hanau Stadl und Land.
Hanau, 14. Februar.
Zur Hundertjahr-Feier des lllanen-Negiments.
Wir werden um Veröffentlichung folgender Bekanntmachung betreffend Einquartierung gebeten:
Am Sonntag den 16. d. M., vormittags, erhalten sämtliche Quartiergeber in der Stadt Quartierzettel, auf denen die Namen rc. derjenigen ehemaligen Regimentsangehöri- gen verzeichnet sind, die sie aufzunehmen gebeten werden. Um Irrtümer und Schiebungen zu vermeiden, wird dringend gebeten, nur denjenigen in das Quartier aufzunehmen, der den Gegenquartierzettel mit gleichem Nanren usw. vorzeigt. Es ist sonst eine glatte Erledigung der Unterbringung nicht gewährleistet. Ferner ist es nicht ausgeschloßen, daß eine Anzahl Festteilnehmer bereits am 16. d. M. eintrifft. Die verehrlichen Quartiergeber werden gebeten, soweit irgend möglich, solche Leute bereits am 16. aufzunehmen. In Fällen, in denen Entschädigung für die Unterkunft beansprucht wird, wird für solche auch für den 16. selbstverständlich^ soweit die Quartiernehmer nicht selbst zahlen, seitens des Regiments aufgekommen. Sollte die Aufnahme am 16. nicht möglich sein, so würde der betr. Quartiersuchende an das Zentralbureau, Rathaus, zurückzuschicken sein.
* Stadttheater. Die heutige Vorstellung (Moisfi-East- spiel) beginnt um ^8 Uhr; um pünktliches. Erscheinen wird gebeten. Da es immerhin möglich ist, daß einige Billettbesteller ihre Karten nicht abholen, so ist einigen Reflektanten doch noch die Möglichkeit gegeben, eventl. an der Abendkasse noch Billetts zu erhalten. Morgen wird „Der liebe A u g u st i n" den Hörern wieder einen genußreichen Theaterabend bereiten; am Sonntag nachmittag kommt das jedesmal mit stürmischem Beifall aufgenommene, ordentlich packende Schauspiel „A m Altar zur Aufführung und abends ist die Première der Schwanknovität „D a s F a m i l i e n k i n d" von Fritz Friedmann-Frederich, dem vom Glück begünstigten Bühnenschriftsteller. Unter der Regie des Herrn Direktor Steffter, der auch die prächtige Rolle des jt K. Oesterr. Oberleutnant Hanslick" spielt, werden außerdem die Damen Ballin, Heße, Cement, Wald und Michel, sowie die Herren W. Brandt, Holtz und Palitzsch in den größere« Rolle« tätig sein.