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Notationsdruck und Verlag der Vuchdruckerei lief verein, eo. Matjen-auje« ta Hanau.
Gencral-Auzeiger
Amtliches Orgsn für Stadt- and Landkreis Sana».
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage. Verantwort!. Redakteur: E. Schrecker in Hanau.
Nr. 37 ^ernsprechanschluff Nr. ^■■■■^^■■■■■■MOmMHnaBUBDKSHBHnBHaBnKI
den 13. Februar
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FeriispreKausÄliis! Nr. 2.30. 1913
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Stadtkreis Ranau. Bekanntmachung.
Gegen die Rechtsgültigkeit der am 4. Dezember 1912 erfolgten Wahl der Beisitzer des Gewerbegerichts sind Beschwerden nicht erhoben worden.
Es sind demnach folgende Herren endgültig gewählt: Aus dem Kreise der Arbeitgeber:
Fabrikant Ernst Zimmermann, Lothringerstraße 19, Bauunternehmer Zakob Wirth, Leipzigerstraße 63, Fabrikant Karl Schädel, Ostbahnhofstraße 23, Kunstgärtner Friedrich Henrich, Auheimerweg 20, Fabrikant Ernst Traxel, Leipzigerstraße 33,
Fabrikant Karl Kehl jun., Stadtschloß 2,
Friseur Karl Ganter, Nürnbergerstraße 32, Schreinermeister Albert Hüther, Iohanneskirchplatz 7, Bäckermeister Georg Kaiser, Leimenstraße 24.
Aus dem Kreise der Arbeitnehmer:
Goldarbeiter August Aukamm, Schützenstraße 8/10, Bijoutier Georg Vock, Hochstädterlandstraße 34, Zigarrenmacher Zakob Lamm, Nordstraße 31, Lithograph Zean Nasch, Langendiebach,
Zimmermann Heinrich Glund, Schützenstraße 4, Schreiner Wilhelm Bröse, Kölnischestraße 5, Etuismacher Friedrich Geiger, Salzsiraße 22, Fabrikarbeiter Peter Lutz, Nordstraße 1/3, Uhrgehäusemacher Wilhelm Kurz, Lothringerstraße 9. Hanau den 10. Februar 1913. 4097
Der Vorsitzende des Gewerbegerichts.
Z. V.: Bartmuß.
Holzverkauf.
Königliche Oberförsterei Hanau.
Schutzbezirk Bruchköbel-Lamboywald.
Am Donnerstag den 20. Februar 1913, von vormittags 10 Uhr ab, im „Deutschen Hof" zu Hanau, Lamboystraße
ca. 400 Stück Fichtenstangen L—4. Klasse,
Eiche: 41 rm Scheit, 42 rm Knüppel, 2,90 Hdt. Well.
Reis. 3. Kl.,
Buche pp.: 30 rm Scheit, 11 rm Knüppel, 7,10 Hdt. Well. Reis. 3. Kl.
Birke: 92 rm Scheit, 22 rm Knüppel, 10,60 Hdt.
Well. Reis. 3. Kl.,
Erle pp.: 3 rm Scheit, 7 rm Knüppel, Nadelholz: 77 rm Scheit, 66 rm Knüppel, 0,10 Hdt.
Well. Reis. 3. Kl.
FltSjjWt MilitWrWilben.
Von S. Prato.
Die gewaltigen Fortschritte, die seit einigen Jahren durch die dratlose Telegraphie gemacht waren sind, haben zu der Annahme geführt, daß die bisher von der Militärbrieftaubenzucht geleisteten Dienste in der Zukunft weniger hoch geschätzt werden würden. Allerdings wird, wenn die drahtlose Telegraphie ohne Störungen ebenso regelmäßige und sichere Resultate zeigen wird wie die gewöhnliche Telegraphie, vielleicht die Rolle der „geflügelten Boten" eine etwas geringere sein, aber die drahtlose Telegraphie ist noch nicht zu jenem Grade der Vollkommenheit gelangt, daß man diese Folge als demnächst bevorstehend erachten könnte. Bis dahin wird man sicher nicht daran denken können, die Organisation des Militärbrieftaubenwesens umzubilden oder das Brieftaubenwesen selbst zu beschränken. Auch in Frankreich denkt man gar nicht daran. Das beweist schon und sagt klar und deutlich eine lesenswerte, längere Studie von dem General Bourelly in der französischen Zeitschrift „La Nouvelle Revue". Wir können aus den sachkundigen Darlegungen des Generals hier nur einen gedrängten Auszug bringen.
Die Zahl der Brieftauben, die den über das ganze französische Reich zerstreuten Brieftaubenzüchtereien gehören, beträgt augenblicklich mehr als 500 000. Diese Gesellschaften sind zu Vereinigungen zusammengetreten, deren Beziehungen zu der Militärbehörde durch ein Juligesetz vom Jahre 1896 und eine große Anzahl von Dekreten, Instruktionen und Beschlüssen aus älterer und neuerer Zeit ge- reglt sind. Preise und Belohnungen (Kunstgegenstände, Medaillen, Diplome, Brieftauben der Militärtaubenschläge) werden denjenigen Gesellschaften bewilligt, die sich nach den ministeriellen Angaben bezüglich der Zucht und dxs Fluges der Tauben richten. Die Rechte auf diese Beloh
Auf Antrag erteilen Hegemeister H a u st in Bruchköbel und Förster Hergt, Hanau, Ameliastr. 1, mündlich nähere Auskunft. 4041
Geldzahlungen werden nach dem Termin angenommen.
1. Offene Handelsgesellschaft in Firma: „W. Behrens" mit dem Sitz in Hanau.
Die dem Kaufmann Ferdinand Schneider in Hanau erteilte Prokura ist erloschen.
2. Offene Handelsgesellschaft in Firma:
„Heinrich & Bruchlos" 4039 mit dem Sitz in Hanau.
Die Firma ist in „Vrnchlos & Münch" geändert. Einträge des Königlichen Amtsgerichts 6 in Hanau zu 1. vom 6. Februar 1913, zu 2. vom 7. Februar 1913.
Politische Rundschau.
Die Verlobung der Kaisertochter
Prinzessin Viktoria Luise mit dem einzigen noch lebenden Sohn des Herzogs von Cumberland, Prinzen Ernst August, ist mehr als ein glückliches Familienereignis. Wenn sie auch nicht aus politischen Beweggründen, sondern, wie feststeht, aus einer Herzensneigung der beiden Verlobten hervorgegangen ist, wird sie doch nicht ohne politische Folgen bleiben.
Nach dem unbeerbten Hinscheiden des letzten Herzogs von Braunschweig aus der Wolfenbütteler Linie ist der Bundesstaat Braunschweig von Regenten regiert worden, obgleich die Berechtigung des Anspruchs des Hauses Cumberland auf den Braunschweiger Thron an und für sich keinem Zweifel unterlag. Die Bedingung für eine welfische Thronbesteigung in Braunschweig war aber nach dem Vun- desratsbeschluß vom 2. Juli 1885, daß der Chef des Hauses Cumberland einen klaren Verzicht auf Hannover aussprechen sollte, weil es mit dem Grundprinzip, auf dem das Deutsche Reich beruht, nicht vereinbar wäre, wenn der Herzog von Braunschweig Ansprüche auf Gebietsteile eines anderen Bundsestaates, nämlich Preußens, aufrecht erhalten würde.
Nach dem Tode Les Prinzregenten Albrecht von Preußen scheiterte der Wunsch des braunschweigischen Regentschaftsrats, den Prinzen Ernst August von Cumberland auf den braunschweigischen Thron zu berufen, daran, daß zwar der Prinz, nicht aber auch sein Vater, der Herzog von Cumberland, für sich und seine Nachkommen auf Hannover ausdrücklich verzichten wollte. Der Grund, warum sich der Herzog nicht zu einem formellen Verzicht verstehen konnte, war nicht sowohl starres Festhalten an legitimem Recht mit der Hoffnung, doch noch einmal die Ereignisse von 1866 ungeschehen zu machen, als vielmehr die Rücksicht auf die welfi-
nungen werden festgesetzt durch Konkurrenzen, die von dem Staate organisiert werden.
Der primitive Typ der Brieftaube ist die Steintaube, die indessen völlig rein nicht mehr vorkommt. Die hauptsächlichsten aus den Kreuzungen, die sich umgebildet haben, hervorgehenden Raffen sind die Lütticher, Antwerpener und englische Rasse. Bestimmte Rassen in reinem Zustande findet man nicht mehr; durch eine methodische Zucht, durch Kreuzungen, durch Auswahl, d. h. eine peinliche Auswahl der Zuchttauben, sind sie nach und nach in eine einzige verschmolzen, die man die „belgische Raffe" nennen könnte. Diese letztere hat sich tatsächlich in Belgien entwickelt, wo, wie man weiß, die Taubenzucht zu Anfang des 19. Jahrhunderts in Lüttich und Antwerpen ihren Ausgang genommen hat.
Die Brieftaube, die nicht durch Reisen überlastet und nicht allzu sehr in den Dienst der Aufzucht gestellt wird, kann ungefähr 17 bis 18 Jahre leben. Es gab verschiedentlich unter ihnen solche, die 22 bis 23 Jahre alt geworden sind.
Sehr verschieden sind die Schätzungen bezüglich der Höhe, in die sich die Brieftauben erheben. Die Schätzungen der meisten Taubenzüchter schwanken zwischen 150 und 300 Meter. Sie hängt allerdings bedeutend von der Witterung, besonders von der Richtung und Kraft der Winde ab und ist verschieden in Gebirgen und ebenen Gegenden. Wichtiger als die Höhe ist die Schnelligkeit des Fluges, d. h. die während einer Minute durchlaufene Entfernung; denn sie bieten den Maßstab für den individuellen Wert der Taube. Uebri- gens ist sie durch dieselben Ursachen beeinflußt. Die Schnelligkeit von 800 Meter in der Minute und 48 bis 50 Kilometer in der Stunde bildet ein sehr schönes Resultat, für junge Tauben und kleine Distanzen z. B. 250 bis 300 Kilometer. Bedeutend über den Durchschnitt ist bei alten Tauben die Schnelligkeit von 1000 Meter in der Minute oder 60 Kilometer in der Stunde. Die Schnelligkeit von 1600 Meter in der Minute oder 100 Kilometer in der Stunde kann umt von ganz besonderen Tauben erreicht wer-
schen Kreise in Hannover, die dem letzten König von Hannover Treue bewahrt hatten. Mehr menschliche als politische Motive.
Die eben vollzogen Verlobung bedeutet die Aussöhnung der Häuser Hohenzollern und Cumberland. Diese neue Tatsache wird ohne Zweifel mit der Zeit dahin führen, daß die auch von preußischer Seite immer offen gehaltene braunschweigische Thronfrage definitiv erledigt wird. Der Verlobte der Kaisertochter wird wahrscheinlich ins preußische Heer eintreten und als Offizier dem König von Preußen den Fahneneid leisten. Damit scheidet jeder Gedanke aus, daß das neue Haus Braunschweig zum Herde welftscher Um* triebe gegen Preußen werden könnte.
Deutscher Landwirtschaftsrat.
Berlin, 12. Febr. Der deutsche Landwirtschaftsrat setzte heute vormittag um IO1/* Uhr im Herrenhaus seine Beratungen fort. Zu Beginn der Sitzung erschien, wie alljährlich, der Kaiser, empfangen von dem Präsidenten Graf Schwerin-Löwitz, dem Reichskanzler, den Ministern Dr. Delbrück, Freiherrn v. Schorlemer-Lieser und dem Präsidenten Graf v. Wedel-Piesdorf. In Begleitung des Kaisers befand sich der Generaladjutant v. Plessen, der Chef des Zivilkabinetts v. Valentini und die Flügeladjutanten Freiherr v. Senden und Freiherr v. Plaschke. Graf Schwerin-Löwitz begrüßte den Kaiser, indem er für sein Erscheinen dankte, und fuhr dann fort: Wir dürfen an der wiederholten Anteilnahme au unseren Beratungen mit stolzer Freude den erneuten Beweis des warmen landesväterlichen Interesses erblicken, welches Seine Majestät an der Entwicklung der deutschen Landwirtschaft nehmen. Mit dem erneuten Gelöbnis treuester Ergebenheit für Eure Majestät verbinden wir den untertänigsten Glückwunsch für die frohe Verlobung der Prinzessin Viktoria Luise mit dem Prinzen Ernst August von Cumberland. Seine Majestät der Kaller Hurra! Hurra! Hurra! Der Kaiser dankte durch Verneigung und nahm dann auf der Ministerbauk Platz. Neben ihm saß der Landwirtschaftsminister. Darauf wurde in die Tagesordnung eingetreten, welche lautet: Maßnahmen zur weiteren Produklionssteigerung der deutschen Landwirtschaft: a) auf der bisherigen Kulturfläche (Referent v. Lochow-Petkus), b) durch Vermehrung derselben (Referent Beseler-Kunrau), c) durch innere Kolonisation (Referent Professor Dr. Sering-Berlin). Nach dem Referat des Herrn v. Lochow führte der Kaiser einiges zu dem Vortrag von seinem Platz aus aus. Er hatte auf einem Manuskript einige Ziffern ausgeschrieben, welche er bei seinem im übrigen freigehaltenen Dortrag benutzte. Er sagte: Ich hatte vor zwei Jahren die Ehre, Ihnen eine kurze Skizze über die Arbeiten zu geben, welche bei mir in der Nähe von Kadinen unternommen worden sind, um die Wiesen zu meliorieren und mehr Futtermittel zu bekommen. Der Kaiser den und wird selten überschritten. Auf der französischen Militärbrieftaubenstation versucht man, nicht mehr als 800 Kilometer zu erzielen. Das ist die größte Entfernung, die eine sehr gute Taube an einem Tage zurücklegen kann; die mittlere Entfernung beträgt gegen 300 Kilometer, für junge Tauben 150 bis 200 Kilometer.
. Die bisher über die Sitte, die Instinkte, die Aufzucht- und Dreffurmethoden der Brieftauben im Hinblick auf ihre Anwendung im Kriege gesammelten Beobachtungen haben zur Annahme einer bestimmten Zahl sehr interessanter Dispositionen geführt, die sich auf die Organisation und das Funktionieren der militärischen Taubenschläge beziehen.
Die Brieftaube liebt die Gesellschaft, aber sie ist wenig geneigt, sich an irgend eine Wohnung zu gewöhnen. Wenn man ihr die vorherrschende Eigenschaft ihrer Raffe, die Treue zu ihrem ehelichen Gemach, erhalten will, so muß ihr ihre Wohnung gefallen. Sie muß gut gelüftet, gut erhellt, vor Feuchtigkeit und gegen Nagetiere geschützt sein. Reine Luft ist einer Brieftaube unerläßlich, weil sie eine große Menge Sauerstoff verzehrt. Die Militärbrieftaubenschlüge enthalten gewöhnlich einen oder mehrere Räume für die alten Tauben, ein Lokal für die jungen .Jahrestauben, zwei sogenannte Internats- oder Eefangenschaftsräume, einen für die männlichen, einen anderen für die weiblichen -au- ben, eine Krankenstation, ein Photog'raphielaboratorrum für den Depeschendienst und Wohnräume Mr die Soldaten. In Friedenszeiten enthalten die militärischen ^.auben- stationen vier Kategorien von Brieftauben: die alten ausgebildeten Tauben, die Jahrestauben, internierte Tauben, die zum Aufluge bestimmt sind, und Zucht, auben. Drese letzteren reisen nicht.
Die Brieftaube teilt den Orientierungssinn mit verschiedenen Zugvögeln wie Störchen, Kranichen udn Schwalben Aber bei diesen wird er wahrscheinlich unterstützt durch die Einwirkung der verschiedenen Temperaturen, die sie im Frühjahr erfahren, wenn sie vom Norden weg, und im Herbst, wenn sie beständig in der Opposition mit den war-