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DU Vgespaltene Petttzetle oder deren Raum 20 Psg. tm NellamrteU bU Zeile 60 Pjg.

Notstionsdruck und Verlag der Buchdrucker«! lies verein, eo. Waisenhauses tn Hanau.

AlllÜllijes Organ für Stadt- und Landkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Bezugspreis»

vierteljährlich 1.80 Mk monatlich 60 W< str Post, bezug oiertetjährltch 2.10 SRL, monatlich TO Pfg. Die einzelne Nummer kostet 6 Pfg.

Verantwort!. Redakteur: 6. Schrecker in Hanau.

Nr. 25

Kerttsprechanschlttk Nr

230.

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Donnerstag den 30. Januar

Fernsprechanschlttst Nr. 23 0<

1913

Ute heutige Hummer mW unter hem SMW«»MM

14 Seiten.

Amtliches

Landkreis fyanati.

In Abänderung seines Beschlusses vom 30. März 1912 hat der Kreistag des Landkreises Hanau am 17. d. M. be­schlossen:

Die Zuziehung des Kreisobstbaubeamten zu Vorträgen und Lehrkursen soll gestattet sein:

1. für den Vorstand des Kreisobstbauvereins immer kostenlos,

2. für die dem Kreisobstbauverein angehörigen Einzel­vereine bis zu 2 Vorträgen und 3 Kursustagen eben­falls kostenlos, darüber hinaus aber nur gegen eine Gebühr von 10 Mark für den ganzen und 5 Mark für den halben Tag,

3. f^ir Privatpersonen, die dem Kreisobstbauverein an­gehören, gegen Entrichtung der Hälfte der Sätz unter 2 für jeden Fall der Zuziehung des Beamten,

4. für Vereine und Privatpersonen, die außerhalb des Kreisobstbauvereins stehen, nur gegen Zahlung der vollen unter 2 genannten Sätze.

Indem ich diesen Beschluß zur Kenntnis der Obstbau- Interessenten bringe, mache ich darauf aufmerksam, daß die zu zahlenden Gebühren regelmäßig an die Kreiskommunal­kasse zu zahlen sind.

Hanau den 23. Januar 1913. A. 475

Der Vorsitzende des Kreisausschusses.

F r h r. L a u r.

Handelsregister.

Firma: Aktiengesellschaft gemeinnützige Baugesell­schaft mit dem Sitze in Hanau.

Durch Beschluß der Generalversammlung vom z 1912 ist der Gesellschaftsvertrag abge- 17. Dezember

ändert worden:

1. betreffend den Zweck des Unternehmens (Besorgung von Wohnungen für Personen (Familien), die den Bestimmungen des § 5 Abs. 1 unter g des Stempel­steuergesetzes entsprechen, § 2),

2. betreffend Zusammensetzung des Auffichtsrats (§ 12),

3. betreffend Reingewinn (Beschränkung der Gewäh­rung von Vorteilen an die Aktionäre, Bezahlung von Gehältern und Entschädigung usw., Bildung

Stadttheater in Hana«.

Bunter Faschingsabend.

Der Faschingszeit Rechnung tragend, bescherte uns am letzten Dienstag die Direktion einen bunten Abend und er­zielte mit der Durchführung desselben, der noch durch das Gastspiel des Herrn Georg Kaiser vom Metropoltheater in Berlin ein besonderes Gepräge erhielt, einen durch­schlagenden Erfolg. Der Künstler verstand es, durch seine Vorträge wahre Lachsalven hervorzurufen und die Lachmuskeln der Zuhörer in steter Bewegung zu halten. Nur ungern mußten wir den Künstler scheiden sehen, doch steht zu hoffen, daß sein erstes Auftreten nicht das letzte gewesen ist. Ferner waren noch die ersten Kräfte des Operettenpersonals erfolg­reich beschäftigt, die gleichfalls für ihre Leistungen reichen, wohlverdienten Beifall ernteten. Am Klavier waltete Herr Kapellmeister Leo Kähler mit gewohnter Sicherheit seines Amtes. p.

Kunst und Leben.

h. Die Frankfurter Stadttheater, Schauspie'haus und Opernhaus, haben ihr Geschäftsjahr 1911/12 mit einem Betriebsverlust von 471 638 Mark abgeschlossen. Aus ge­meinsames Konto entfallen davon 63 000 Mark, auf die Oper 285 000 Mark und auf das Schauspielbaus etwa 123 500 Mark. Die Gesamteinnahmen der Institute be­trugen 1 729 6l2 Mark/ die Ausgaben 2 20f 230 Mark. An die Stadt mußten für Kartensteuern 155 31 1 Mark ab­geführt werden. Das erhebliche Defint wurde durch eine besonders bewilligte Untetstützung von 171 638 Mark, durch die übliche Subvention von 272 500 Mark und eine Nach- bewilligung von 27 500 Mark gedeckt. Eine Anzahl Frankfurter Bürger hat der Verwaltung einen Fonds zur Deckung der Unterbüanz zur Deriüauna gestellt der im

eines Spezialreservefonds und dessen Verwendung, § 21),

4 . betreffend Verwendung des Gesellschaftsvermögens im Falle der Auflösung.

Eintrag des Königlichen Amtsgerichts 5 in Hanau vom 21. Jrnuar 1913. 2795

Plenarsitzung der Handelskammer

am Mittwoch den 5. Februar a. c., 4% Uhr mittags, im Sitzungssaale der Handelskammer (Stadtschloß).

Tagesordnung.

1. Protokollgenehmigung.

2. Ableben der Herren Almeroth und Grau und Beschluß- fassung über die Ersatzwahlen.

3. Rückblick auf das Wirtschaftsjahr 1912.

4. Konstituierung der Handelskammer für 1913.

5. Zusammensetzung der Ausschüsse und Fachausschüsse der Handelskammer.

6. Sachverständige für Beschädigungen von Eisenbahn- sendungen.

7. Etatsvoranschlag für 1913/14.

8. Ehrenurkunden für Angestellte und Arbeiter.

9. Konkurrenzklausel im Handelsgewerbe.

10. Verwertung der südwestafrikanischen Diamanten.

11. Fachunterricht für Diamantschleifer in Hanau.

12. Verband zum Schutze der deutschen Tabakindustrie.

13. Verkehr mit Nahrungsmitteln.

14. Lehrlingsfragen in der Edelmetallindustrie.

15. Verdingungswesen.

16. Verkehrsangelegeuheiten.

17. Mitteilungen.

Hanau den 29. Januar 1913.

Die Handelskammer.

Co n tha 1.

Der Syndikus:

Dr. phil. Grambow.

6ehmheue uuö verlorene Segeiillüuöe k.

Gefunden: 1 Doubl6brosche mit Photographie, 1 Zigarrenetui, 1 schwarzer Damengürtel, 1 goldener Herren­kettenring, 1 Diamantring, 1 grauer Herren-Pelzkragen, 1 Kontobuch für Frau Herbert, 1 Quittungskarte für frei­willige Mitglieder der Hanauer Ortskrankenkasse für Emilie Bohländer.

Verloren: 1 grauer Herrenhandschuh (rechter).

Hanau den 30. Januar 1913.

nächsten Jahre bereits die Höhe von 210 500 Mark erreicht haben wird.

Oberregiffeur Steude f.

x Gaffel, 29. Januar. Heute früh verschied nach langem Leiden der frühere Oberregiffeur unserer Hofbühne Herr Albert Steude, 67 Jahre alt. In Dresden aufgewachsen und erzogen, wurden Steudes künstlerische Neigungen früh­zeitig erweckt, hatte er doch dort auf der damals in großer Blüte stehenden Hofbühne die glänzendsten Vorbilder zu schauen Gelegenheit, Devrient, Dawison und viele andere Berühmtheiten. Mit den Brüdern Max und Eugen Staege- mann wurde er Schüler des Dresdner Konservatoriums. Nachdem seine Ausbildung vollendet war, begannen die Lehr- und Wanderjahre an kleineren Bühnen. Aber Steudes starke Begabung und energisches Studium brachten ihn bald vorwärts. Mit 24 Jahren war er in Brünn schon Regisseur. Nach zweijährigem Wirken dort erhielt er ein Engagement an das Stadttheater in Köln, wo er in Bonvi­vantrollen vier Jahre lang diè größten Erfolge erzielte. Für dieses Fach eigneten ihm sonderlich die Gaben liebens­würdigen Humors und vornehmer Darstellungskunst. Eine ehrenvolle Berufung an das Hoftheater in Darmstadt ent­führte ihn der alten rheinischen Metropole. Vierzehn Jahre verblieb Steude in diesem Engagement, war er doch in Darmstadt nicht nur der ausgesprochene Liebling des Pub­likums, sondern auch des Hofes. Seinen größten Erfolg er­rang er alsReif-Reiflinoen" in dem Moser-Schönthan- schen LüstspielKrieg im Frieden". Er gab diese Rolle auch bei einer Festvorstellung zu Ehren der Anwesenheit Kaiser Wilhelms II. in Darmstadt. Der Monarch, der das Stück damals überhaupt zum ersten Male sah, sprach dem Künst­ler persönlich besondere Anerkennung aus. Steude erfreute sich auch des Wohlwollens des alten Kaiser Wilhelms L, vor dem er jahrelang im Sommer in Bad Ems zu spielen Gelegenheit hatte. Auch in Bad Homburg gastierte Steude

Politische Rundschau.

Der Kaiser kommt zur Einweihung des Völkerschlacht- denkmals nach Leipzig. Wie der preußische Gesandte am Dresdener Hof, Dr. v. Bülow, auf einem Festmahl anläß» lich des Geburtstages des Kaisers mitteilte, wird Kaiser Wilhelm gemeinsam mit König Friedrich August von Sachsen und anderen Bundesfürsten zur Einweihung des Völker­schlachtdenkmals im Oktober nach Leipzig kommen.

Veränderungen in der Marine. Admiral v. Hotzen- dorff, Chef der Hochseeflotte, ist von seiner Stellung ent­hoben und Vizeadmiral v. Jngenohl, Chef des zweiten Ge­schwaders, mit der Führung der Hochseeflotte beauftragt worden, v. Krosigk, zur Verfügung des Chefs derMarine- station der Nordsee, ist zum Direktor des allgemeinen Marinedepartemknts im Reichsmarineamt und gleichzeitig zum stellvertretenden Bevollmächtigten zum Bundesrat ernannt. Kontreadmiral Scheer, Direktor des allgemeinen Marine­departements des Reichsmarineamts, ist unter Aufhebung des seinerzeit erteilten Mandats zum stellvertretenden Bevoll­mächtigten des Bundesrats mit der Führung des zweiten Geschwaders beauftragt und gleichzeitig der Marinestation der Ostsee augeteilt worden.

Zur Erinnerung an das Jahr 1813. Der Kaiser wird am 9. Februar in der Aula der Berliner Universität an der Frier zur Erinnerung an der Erhebung Preußens vor hundert Jahren teilnehmen. Die Festrede hält Professor Dr. Schäfer.

Die Landlagsersatzroahl für den verstorbenen konser­vativen Abgeordneten v. Wilckens in Flatow-Deutsch-Krom findet am 27. März statt.

Die genauen Verluste der Frauzofeu bei der Liv- «ahme der Kasbah der Anflus betrugen 13 Tote, darunter ein Major, und 72 Verwundete, darunter 4 Offiziere. Die Kolonne bleibt an Ort und Stelle. Die Unterwerfung der Stämme dauert fort. Es herrscht Ruhe.

Parlamentarisches

Die Erledigung des Postetats in der Budgetkommission.

Berlin, 29. Jan. Die Budgetkommission des Reichstags setzte die Beratung des Postetats fort. Von einer Seite wurde die Einrichtung der neuen freiwilligen Krankenkasse der Postverwaltung als eine durchaus segensreiche Einrich­tung begrüßt und iirsbesondere auch die vorbildliche Rege­lung der Arztfrage anerkannt. Von anderer Seite wurde die ganze Organisation dieser Kaffe und insbesondere die Beeinträchtigung der Selbstverwaltung durch die Postver­waltung beanstandet. Wegen dieser Mängel sei die Zahl der beigetretenen Mitglieder nur klein. Die Postverwal-

des öfteren von Darmstadt aus während der Anwesenheit des Kronprinzen, späteren Kaisers Friedrich III. D^teude schon in Darmstadt' Regie geführt hatte, war man auf ihn aufmerksam gemacht worden, als es sich 1894 um die befind tive Neubesetzung der Oberregiffeurstelle am hiesigen Hof­theater handelte. Und bald zeigte es sich, daß hier der rechte Mann am rechten Platze war. Er wurde nicht nur ein Wahrer der alten Hoftheater-Traditionen im guten Sinn, sondern er wirkte auch dahin, daß der Moderne du gebührender Raum im Spielplan geschaffen wurde. Ueber- all bekundete er neben der Hand des geschickten Praktikers künstlerischen Feinsinn und Geschmack. Was er in den 10 Jahren seiner hiesigen Tätigkeit geleistet hat, ist zu­gleich ein stattlicher Teil Casseler Theatergeschichte über­haupt und zwar ein recht wertvoller. Steude war ein be­scheidener Künstler, dem jedes Hervordrängen des dgeu^u Ich zuwider war; ihm war die Kunst des Regisseurs nicht, wie heute so oft, Selbstzweck, sondern nur dazu da, dem Dichterwerk entsprechenden und würdigen Ausdruck zu vn- leihen. So hat er hier ein ersprießliches Wirken entfaltet. Zahlreiche Klassiker-Neuinszenierungen wurden ihm ver­dankt. Anzengrubers Dialektdramen gewann er unserer Bühne in wirkungsvollen Darstellungen. Don den deinen kamen Sudermann und Gerhart Hauptmann gierst hier zu Worte. Ich erinnere besonders an Steudes vorz g. liche Inszenierung vonHannele . Auch FuldasTal:- man« wurde in reizvoller Wiedergaoe ^bracht. Stedes Inszenierungen von SardousMadame Sa s *

tens1812" und Meyer-Forsters

in den heutigen Aufführungen noch im Wesentlichen bei- behalten Otto Ernsts KomödienJugend von heute und

Flachsmann als Erzieher" bezeichnen ebenfalls den Weg von Steudes erfolgreicher Regieleitung, der leider im Jahre 1904 ein hartnäckiges Leiden ein Ziel setzte. Mehr und mehr verschlimmerte sich in den Jahren dieses Leiden, so duß Albert Steude letzt der Tod wirtlick als ein (Erlöser