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Rottttionabrud und Verlag der Buchdruckerei bef verein, ev. Waisenhauses tn Hanau.
General-Anzeiger
AmlliKes Organ für AM- und Landkreis Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Vezugs preis, vierteljährlich 1.80 DN., monatlich MPfg^ für W bezug vierteljährlich 2.10 2RL, monatlich 70 Pf^ Die einzelne Rümmer tostet 5 Pfg.
Verantwort! Redakteur: © Schrecker in Hanau.
Nr. 24 W«»nfj»red>a»(*tn6 Nr. 230.
Mittwoch bett 29. Januar Fcr»rpr,»<msâü Nr. 330. 1913
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Amtliches.
, Stadtkreis Ranau.
Steuererhebung.
Die Erhebung der Steuern und des Schulgeldes für die Monate Zanuar / März d. Z. hat begonnen.
Es wird auf die auf der Rückseite der Steuerzettel aufgedruckten Bestimmungen, insbesondere auf das unter Nr. 3 Gesagte aufmerksam gemacht.
Die Steuerkasse befindet sich jetzt Marktplatz 18 (früheres Amtsgericht) erstes Obergeschoß und ist für Einzahlungen täglich vormittags von 8^2 bis 12^2 Uhr (vom 1. März ab von 8 bis 121/» Uhr) geöffnet.
Zm Interesie einer schnellen Abfertigung sind 3 Zahlstellen errichtet und zwar find zu zahlen:
die Beträge der weihen Steuerzettel bei Kasse I,
die der blauen Steuerzettel bei Kaste II und
die der gelben Steuerzettel bei Kaste III (Hebestelle Kesselstadt).
Fristgesuche könne« in dringenden Fällen trat dann Berücksichtigung finden, wenn sie bis zum Schluß des Fälligkeitstermins — 15. Februar — eingegangen und gehörig begründet find.
Hanau den 23. Zanuar 1913. ' 2645
Stadtkaste.
Brennholzversteigerung.
Montag den 3. Februar, vormittags 10 Uhr, sollen im hiesigen Stadtwald
1311^ Rmtr. Eichenscheit- und Knüppelholz,
2298 Stück Reifigwellen versteigert werden.
Zusammenkunft bei Station Wilhelmsbad.
Hanau den 28. Zanuar 1913. 2723
Der Magistrat.
J. A.: Ehrich.
SIMM- Mi MholMsieiWW.
Donnerstag den 6. Februar, vormittags 10 Uhr, sollen im hiesigen Stadtwald
52 Eichenstämme, 5—12 m lang, 0,24—0,38 m Durchmesser, zusammen 32,29 Festmeter,
682 Stück Fichtenstangen 1.—4. Klasse versteigert werden.
Zusammenkunft bei Station Wilhelmsbad. Hanau den 28. Januar 1913. 2721
Der Magistrat.
_________________Z. A.: Ehrich.
Handelskammer zu Hanau.
Bekanntmachung betr. das Abholen der Postsachen an Sonn- und Feiertagen.
Zwischen der Königlichen Polizeidirektion und der Handelskammer haben Verhandlungen stattgefunden, welche zu dem Ergebnis geführt haben, daß mit Rücksicht auf das häufige Vorkommen eiliger Bestellungen und auf Grund anderer praktischer Erwägungen das Abholen- lasten der Postsachen durch Hausburschen rc. an Sonn- und Feiertagen künftighin nicht unzulässig sein soll, sondern gemäß § 105c, 3 der Gewerbeordnung als eine Arbeit, von welcher die Wiederaufnahme des vollen werktägigen Betriebs abhängig ist, aufgefaßt und als erlaubt angesehen werden wird.
Hanau den 29. Januar 1913. 2675
Die Handelskammer zu Hanau. C a n t h a l.
Der Syndikus.
Dr. phil. Eramb 0 w.
Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in Großkrotzenburg belegenen, im Grundbuche von Großkrotzenburg Band 22 Blatt Nr. 1120 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Holzdrehereibesitzers Gustav Feuerbaum in Offenbach a. M. zur ideellen Hälfte eingetragenen Grundstücke:
Großkrotzenburg, Krtbl. 0 347/97, Jm Seifen an der Kahlerstraße, Wiese, 10,51 ar,
Großkrotzenburg, Krtbl. 0 98, Der Vogelgesang, Garten, 1,32 ar,
Großkrotzenburg, Krtbl. 0 99, daselbst Garten, 0,75 ar, Großkrotzenburg, Krtbl. 0 96. Vogelsangstraße Nr. 119 a) Wohnhaus mit Hofraum 5,57 ar,
b) Scheuer (A),
e) Stallgebäude mit Holzschuppen (B) und Futterküche,
Großkrotzenburg, Krtbl. 0 94, Hausgarten 8,35 ar,
Großkrotzenburg, Krtbl. 0 95, Hausgarten 0,44 ar, Grundsteuermutterrolle von Großkrotzenburg Art. Nr. 1000, Gebäudesteuerrolle von Großkrotzenburg Nr. 162
am 2. April 1913, vormittags 10 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht an der Gerichtsstelle — Nußallee Nr. 17, Zimmer Nr. 21 — versteigert werden.
Hanau den 23. Januar 1913. 2657
Königliches Amtsgericht, Abt. 6.
Bekanntmachung.
In das Handelsregister, Ateilung Ä, ist bei der Firma Steinhäuser & Petri in Langenselbold, Lederleimfabrik, Inhaber Kaufmann (Fabrikant) Wilhelm Middelmann in Offenbach a. M. (unter Nr. 63 des Registers) am 24. Januar 1913 folgendes eingetragen worden:
Die Prokura des Kaufmanns Eugen Bolich in Langenselbold ist erloschen.
Langenselbold den 24. Januar 1913. 2679
Königliches Amtsgericht.
Dienstnachrichten.
Nachdem die Amtszeit des Synagogenättesten Salomon Goldschmidt zu Hochstadt abgelaufen ist, ist derselbe auf weitere 3 Jahre als Gemeindeältester der Synagogengs- meinde Hochstadt-Dörnigheim-Vischofsheim bestellt worden. Hanau den 28. Januar 1913. V598
Der Königliche Landrat.
F r h r. Lanr.
Eelmisevk mS eeriarene kegeMM it.
Gefunden: 1 kleine schwarze Samttasche mit Taschentuch und einem Kragenschoner, 1 Herrenuhr mit Kette (gez. Ehr. Petri), 1 Knabengürtel mit Portemonnaietäschchen mit 20 Pfg.), 1 schwarzer Damengummigürtel, 1 Lorgnette mit Perlmuttergriff; das eine Glas fehlt.
Stehen geblieben bei Aug. Hau, Rosenstt. 7: 1 schwarzseidener Damenschirm mit Silbergriff mit dem Namen Iger, 1 grauer Herrenhandschuh (rechter).
Verloren: 3 Zehnmarkstücke (in Papier einge- wickelt).
Zugelaufen: 1 schwarze Dachshündin, 1 grauer Pinscher, 1 deutscher Schäferhund.
Hanau den 29. Januar 1913.
Die Balkankrisis.
Zmmer noch zum Friede«.
Die Entscheidung über Fortsetzung oder Abbruch der Friedensverhandlungen zieht sich hin. Das ist gut; denn damit verbessern sich die Friedensaussichten. Das neue türkische Ministerium Mahmud Schefket sucht noch einen Minister des Auswärttgen und wird die Kollektivnote der Mächte erst beantworten, wenn es einen gefunden hat. Einstweilen haben die neuen Männer erklärt, daß sie zwar Adrianopel nicht abtreten würden, aber weiter über den Frieden verhandeln möchten. Daraus hüten die Delegierten des Val- Lanbundes auf der Londoner Friedenskonferenz schon Anlaß nehmen können, den Abbruch der Verhandlungen zu erklären und den Waffenstillstand zu kündigen. Sie hatten es vor dem Sturze Kiamils so eilig, der Sache ein Ende zu machen. Jetzt läßt sich schwer ein neuer Bluff ersinnen. Alle Welt sieht, daß auch bei den Siegern Krisgsmüdigkeit eingetreten ist, am meisten bei denen, die ein eigenes Interesse daran haben, daß Adrianopel bulgarisch wird. Aber auch für die Bulgaren ist der Entschluß, den Knoten mit dem Schwert zu durchhauen, erschwert: Rumänien will nicht länger auf eine Regelung seiner Entschädigungansprüche warten. Unter diesen Umstanden ist wohl die Hoffnung, daß der Tag der Kapitulation von Adrianopel nahe sei, diesmal ehrlich gemeint. In der Tat würde die durch Hunger der Belagerten gebotene freiwillige Uebergabe der Festung die bequemste Lösung sein und die Friedensverhandlungen am ehesten pleber in Gang setzen. Aber auch wenn sich diese Hoffnung nicht erfüllt, bleibt doch die erfreuliche Tatsache bestehen, daß die Einigkeit der Großmächte gegenüber dem gelungenen Putsch in Konstantinopel Stich gehalten hat. Zwar senden einige Mächte, England und Italien, Schiffe nach der Besikabai, aber ausdrücklich soll damit kein Druck auf die Entschließungen der Pforte ausge- | übt, sondern nur eine Vorsichtsmaßregel für den Fall ge- 6 troffen werden, daß neue, die Fremden gefährdende Unruhen am goldenen Horn entstehen sollten. Ebenso droht der Einigkeit keine Gefahr durch ein angebliches Sonderabkommen zwischen den Westmächten und Rußland über den asiatischen Besitz der Türkei, von dem in der Presse und in einer Anfrage im Deutschen Reichstage die RÄ>e war. Wie
Deutschland mit Erfolg der Flottendemonstration widersprochen hat, so würde es erst recht irgend welche Pläne zur Aufteilung der asiattschen Türkei nicht zulassen können. Das ist der englischen Regierung bekannt, die ihrerseits gleichfalls den Grundsatz vertritt, daß der Türkei bei der Konsolidierung ihrer asiatischen Herrschaft nicht neuer Schaden zugefügt, säubern geholfen werden soll. Wirkliche Differenzen können und werden sich unter den Mächten noch über die Grenzen des autonomen Albaniens ergeben, insbesondere über das Schicksal von Skutari, das nach österreichischungarischem Wunsch albanisch bleiben, nach russischem Wunsch montenegrinisch werden soll. In den eroberten Gebieten da unten gibt es aber Ausgleichsmöglichkeiten genug, und das europäiche Friedensbedürfnis hat schon größere Schwierigkeiten überwunden.
Die Londoner Verhandlungen.
W. London, 28. Jan. Wie das Reutersche Bureau erfährt, übergeben die Delegierten der Dalkanstaaten ihre Note dem Geltesten der Delegierten, Nowakowitsch, der sie Reschid Pascha überreichen soll, sobald er es für angebracht hält. Es ist Grund zu der Annahme vorhanden, daß die Note morgen überreicht wird. Die Delegierten der Verbündeten meinen, daß mit der Ueberreichung der Note ihre Mission in London beendet sei. Der Tag der Abreise ist indessen noch nicht festgesetzt. Veniselos reist jedenfalls noch vor Ende der Woche nach Athen ab; überhaupt wird wahrscheinlich die Mehrzahl der Delegierten London in wenigen Tagen verlassen. Nach Reuters Informationen erwähnt die Note das Ende des Waffenstillstandes nicht; über diese Frage werden die Regierungen und die OberfehlShaber im Felde entscheiden.
Neues aus Konstantinopel.
DT. Konstantinopel, 28. Jan. Nach Aeußerungen Ta« laat Beye wird die Antwortnote an die Mächte die bestimmte Versicherung enthalten, daß die Pforte in eine Abtretung Adrianopels unmöglich einwilligen könne. — Das Befinden Les früheren Eroßwesirs Kiamil Pascha, der gestern einen Schlaganfall erlitten hat, soll zu ernsten Besorgnissen Anlaß geben. — Der Herausgeber des jungtürkischen Organs „Ebuzia" ist einem Herzschlag erlegen. An seinen Tod knüpfen sich unkontrollierbare Gerüchte.
Unstimmigkeiten im türkischen Heere.
DT. Konstantinopel, 28. Jan. Gerüchte, die von der Tschataldscha-Armee hierhergelangten, besagen, daß es im Heere zwischen den Jungtürken und Anhängern Nasim Paschas zu ernsten Konflikten gekommen ist. Man spricht sogar von blutigen Zusammenstößen. Der Minister des Innern Talaat Bey hat sich heute nach Tschakrldscha begeben.
Entlassung österreichischer Reservisten.
DT. Wien, 28. Jan. Der österreichische Landesverteidigungsminister machte heute mehreren Abgeordneten die Mitteilung, daß ein Teil der vor Weihnachten einberufenen Reservisten vorläufig entlassen werden und zwar im^,anzen 5 Prozent. Es werden nur Reservisten des Jahrganges 1912, die zugleich Familienväter oder Ernährer von Familien sind, entlassen.
Enver Bey — Held oder Abenteurer?
Man schreibt der „N. G. C." von geschätzter Seite: Ist es allein die glühende Liebe zu seinem unglücklichen Vattr- lande und der unbezähmbare Drang nach kraftvoller tättgung zu dessen Rettung, was Enver-Bey immer und immer wieder auf den Plan treibt, wenn in der Turkel große Ereignisse vor sich gehen? Es ist eine eigenartige Laune des Geschickes, daß es gerade Enver Bey bei allen politischen und sozialen Umwälzungen der letzten Jahre osmanischen Reiche in den Vordergrund schiebt. Seme 6 bleuste sollen nicht geschmälert, seinem impulsiven ^en soll die Sympathie nicht versagt werden. Die Frageaoer dünkt uns berechtigt, ob nicht ernstere Manner von reifer« Erfahrung am Bosporus leben, die ® von
starker Hand die Räder des türkischen Schicksalswagens mm dem Abgrunde wegzulenken, dem er seit Fährzehnten en - gegenrollt? Siad) den Konstantinopeler Revolutwä der Jahre 1908 und 1909, in denen er ^ne nlcht wegzuleug. nende Tatkraft erfolgreich bewies, war Enver Bey der ' kischen Botschaft in Berlin als^Militärattaches zug . Hier soll er über feinem Schreibtisch zwischen den B Wern Napoleons I. und Friedrichs des Großen --sein eigen Porträt aufaehängt haben, das ihn mit seinem Warna» lischen, ä la HaSy hoch gebürsteten Schnurrbart 3^1 2)er italienisch-türkische Krieg brach aus. Von den Freuden großstädtischen Lebens eilte Enver Bey tn die unwirtlichen Gegenden d« Eyrenaika, wo er die Araber des tripolita- Nischen Hinterlandes zu hartnäckigem Kampfe gegen den Feirid begeisterte. Um das Kinn wuchs ihm nun ein fuß- sackähnlicher Vollbart und schnell verwandelte sich der Löwe des Varketts von Berlin W. in den rauhen Krieger der