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Vierteljährlich 1.80 WL, monatlich MPfg^ für Paste bezug vierteljährlich 2.10 Mk., monatlich 70 KfA Die einzelne Nummer tostet 6 Pfg,

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Dil stAespalkene Petttzeile oder deren Raum 20 Psg. Im NellameteU ÖU ZeUe 60 Pjg.

Hoiottenabrud und Verlag der Buchdruckers der verein, eo. Waisenhauses tu Hanau.

General-Anzeiger

Amtliches Organ für Äadt- und Landkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahmeder Sonn- und Feiertag«, mit belletristischer Beilage.

Verantwort! Redakteur: E Schrecker in Hamm,

Nr. 23

Kerusprechanschltttz Nr

230

Dienstag btii 28. Januar

Ferttsprechanschluf; Nr. 230

1913

Amtliches.

Candkreis Hanau.

Einstellung von Drei- und Vierjährig-Freiwilligen für b"i X Seebataillon in Tsingtau und das Ostasiatische Marine- Detachement in Peking und Tienfin sChina).

Einstellung: Oktober 1913, Ausreise nach Tsingtau: Ja­guar oder Frühjahr 1914, Heimreise: Frühjahr 1916 bezw. 1917. Bedingungen: Mindestens 1.65 Meter groß, kräftig, gesunde Zähne, vor dem 1. Oktober 1894 geboren (jüngere Leute nur bei besonders guter körperlicher Entwicklung).

Das 3. Seebataillon besteht aus: 5 Kompanien Marine- Infanterie (davon ist die 5. Kompanie beritten), 2 Maschi­nengewehrzügen, 1 Marine-Feldbatterie (reitende Batte­rie), 1 Marine-Pionierkompanie.

Die Vierjährig-Freiwilligen sind in erster Linie für die 5. (berittene) Kompanie bestimmt.

In den Standorten in Ostasien wird außer Löhnung und Verpflegung eine Ortszulage von täglich 0.50 Mark gewährt: die Vierjährig-Freiwilligen erbalten im vierten Dienstjahre eine Ortszulage von täglich 1.50 Mark.

Meldungen mit genauer Adresie find unter Beifügung eines vom Zivilvorsitzenden der Ersatzkommission ausge­stellten Meldescheins zum freiwilligen Diensteintritt auf drei bezw. vier Jahre zu richten an:

Kommando des 3. Stamm-Seebataillons in Wilhelmshaven, vom 1. Februar 1913 ab in Cuxhaven.

Wird veröffentlicht.

Hanau den 24. Januar 1913. M. 170

Der Königliche Landrat.

____ I. A.: Karbe.

Selmdm md oertorene 8W»Me «.

Gefunden: 1 grauer Herrenhandschuh (rechter), 1 Krankenscheinheft von der Hanauer Ortskrankenkasse für Friedrich Ullrich, 1 kleiner vierräderiger Handwagen, 1 schwarzes Portemonnaie mit 7 Pfg. und einem Tafchen- kalender, 1 goldener Korallenohrring, 1 Damenuhr mit Kette, 1 Abzahlungsbuch vom Kreditha'us Richard Pelz für Drews, 1 Quittungskarte Nr. 1 für Katharina Kimmel.

Verloren: 1 brauner Knabenpelzkragen, 1 braune Marabu-Stola.

Zugelaufen: 1 schwarzer Dachshund mit Halsband. Hanau 28. Januar 1913.

Vom Kirchenbrand in Birstein.

Mit Bezugnahme auf die Mitteilung vom Brand der evangelischen Kirche in Dir st ein geht uns noch nachfolgende Zuschrift zu, welcher wir hiermit Raum geben:

Der große Brand vom 7. Januar d. Js., welcher unser altertümliches, der hiesigen evangelischen Gemeinde gehöri­ges Gotteshaus in Schutt und Trümmer legte, läßt sich jetzt erst, nach Vollendung der Aufräumungsarbeiten, in seinem ganzen Umfang übersehen. Nur die von dem Feuer durch­glühten, brandgeschwärzten Mcmerreste von Kirchenschiff und Turm ragen noch empor und aus den öden Fenster­höhlen grinst das Grauen. Der gesamte innere Aufbau des Gotteshauses zerstört, gänzlich vernichtet! Nur vor den Särgen der in dem Erdgeschoß der Kirche in Grüften ge­betteten Totengebe^ne hat des Feuers Wut Halt gemacht. Erschüttert steht die Gemeinde vor dem zerstörten Werke ihrer Väter von Jahrhunderten her. Der Ursprung der Kirche ist zurückzuverfolgen bis ins 15. Jahrhundert. Ur­sprünglich nur eine kleine Kapelle, wurde diese im 30jähri- gen Kriege zerstört und verwüstet. Erst um die Wende des 17. und 18. Jahrhunderts konnte bet der Armut der Ge- . meinde an die Wiederherstellung des verwüsteten Gottes­hauses und auch da nur an die Erbauung einer einfachen, schlichten Saalkirche gedacht werden. So war sie uns mit ihrem mächtig ragenden, alten Turm, dem Wahrzeichen Vir- steins, von den'ern überliefert worden. Hier schlafen seit Jahrhunderten die uralten Isenburger Grafen- und Fürftengefchlechter in den wohlvermauerten und geschützten Grabstätten den Todesschlaf, und die bei den Aufräumungs, arbeiten aufgedeckten alten und bisher unbekannten Grab­stätten in großer Menge berichten mit ihren Denkmälern aus längst vergangenen Zeiten. An den Wänden des Kir­chenschiffes waren mehrere alte Kunstdenkmäler aufgestellt, welche jederzeit bei allen Kunst- und Altertumsfreunden

Der EeSürtstes des Mm.

W. Berlin, 27. Jan. Der Reichstag feierte den ^» bnrtstaq bf« Kaisers durch ein Festesten in den r-ichge- schmückten Räumen des Reick'st'^saebAudes. P^asid'nt Dr. Kâmpf erinnerte in dem Kaisertoast an die glorreichen Kämpfe im Jahre 1813, die die ersten war"", Me im Geiste der Einigung Deutschlands fiefühtt wurden. Die ideale Vaterlandsliebe wurde die Quelle der Kraft, die den ge- waltigon Kampf *1813 siegreich durchfi'h -en ließ. Sie be> wäbrte sich in den neueren Kämpfen für die Einigung Deutschlands glänzend und darf auch im uckh Deutschen Reiche nicht versiegen, soll das Reich niM vLrkümnleru. Er begrüße den Kaiser als den Erben der ©ebenen des Großen Knrsü"ste« imh Friedrichs des Großen, als wrermüdlichrn Verfechter des idealen Geistes, unter dessen schützendem Dache Kaiser W'lhelm I. mit seinen hohen Verbündeten und seinem großen Staatsmanne die Grundlagen des Reiches errichtet, ferner als Fürsten, der in feimr Hand die größte militärische Macbt der Erde vereinige, der sie aber nicht anwandte, um kriegerische Lorbeeren zu pflücken, sondern um uns und der Welt den Frieden zu wahren.

W. Berlin, 27. Jan. Heute abend um 8 Uhr war im Königl. Opernhaus auf allerhöchsten Befehl Ealaoper. Im Parkett sah man Offiziere, Parlamentarier, höhere Beamte, Stadtvertreter, Gelehrte, im ersten Rang die Damen des diplomatischen Korps und der Hofgesellschaft, in den Logen den Reichskanzler, Botschafter, Generale, Admirale, Mi­nister, Vertreter des hohen Adels. Das Haus war mit Teppichen und Blumengewinden reich geschmückt. In der großen Hofloge nahm der Hof Platz. Der Kaiser, der die Kronprinzessin führte, trug den roten Galarock des Garde­korps. Neben dem Kaiser kommen Platz der Kronprinz, Prinz Eitel FriÄrrich, Prinzessin Friedrich Karl von Hessen, Prinz Adoff z» Schaumburg-Lippe, links Prinzessin Hein­rich, Prinzessin Friedrich Leopold und Prinzessin Friedrich Wilhelm. Dahinter erblickte man die Kronprinzessin, Prin­zessin Viktoria Luise, Prinz Heinrich und die anderen hier anwesenden Prinzen und Prinzessinnen. Gegeben wurde Kerkyra, ein Festspiel; zwei Bilder aus Vergangenheit und Gegenwart!" von Lauft. Das erste Bild spielte im alten Kerkyra, das zweite Bild zeigte das heutige Korfu mit dem Achilleion im Hintergründe, den Schluß machte eine sehr schöne Wandeldekoration. Die Partien des Parks von Achilleion, landschaftlich hervorragende Punkte der Insel mit ihren schönen Ausblicken nach den albanischen Bergen hinüber und das Achilleion mit dem riesigen neuen Standbild des Achilles in sehr prächtiger Beleuchtung. In der Pause hielt der Kaiser in den herrlich mit Blattwerk und blühenden Pflanzen geschmückten Foyers Cercle.

die größte Aufmerksamkeit erregten. Sie sind alle gänzlich zerstört und vernichtet. Tief zu beklagen ist der Verlust der hervorragend schönen Kanzel, ein prächtiges Schnitzwerk im Barockstil ausgeführt, reich und überreich mit Laub­und Rankwerk, Früchten und Köpfen verziert. Vernichtet ist leider auch das dem Grafen Philipp von Isenburg 1596 gewidmete große, prachtvolle Grabdenkmal (Epitaph) mit 16 Ahnenwappen: in gleicher Weise noch eine ganze Reihe aus Stein und in Bronze künstlerisch durchgearbeiteter Eedächt- nismäler ans dem 17. Jahrhundert bis zu der in der Kirche aufgehängten Ehrentafeln unserer tapferen Krieger von 1870/71 herab. Alles ist vernichtet und verschwunden von den erst neu beschafften Glocken im Turm, die am Unglückstage zum ersten Male einer müden Erdenpilgerin zu Grabe und damit ihren Schwanengesang läuteten, bis zu der prächtigen Orgel im Schiff, von der kaum noch eine. Spur zurückgeblie­ben ist. Doch klagen hilft hier nichts. Was Feuers Wut zer­stört, das muß die Liebe wieder bauen. Und schon regen sich die Herzen und die Hände nah und fern, der schwer bedräng­ten Gemeinde zu helfen und den Wiederaufbau ihres Gottes­hauses zu ermöglichen. Die kleine Gemeinde Birstein leistet was in ihren Kräften steht. In Treuen fest in schweren Tagen zusammenhaltend hat sie bereits 11 000 Mark aus sich aufgebracht, 32 000 Mark deckt die Hessische Brundverfiche- rungskasse. Dies stellt aber ungefähr nur die Hälfte des er­forderlichen Baukapitals dar. Die fehlenden Mitteln müßen auf anderen geordneten Wegen beschafft werden, und werden sich namentlich unsere kirchlichen Behörden gerne damit be­fassen. Aber wir vertrauest auch auf die brüderliche Liebe weithin, daß sie kleine und große Gaben für uns übrig hat, daß es uns gelingt, mit diesen den inneren Ausbau des neuen Gotteshauses durchzuführen. Dankbar für jede dar­gereichte Liebesgabe bittet das Presbyterium um weit­gehende brüderliche Hilfe. Auch die Redaktion desHanauer Anzeiger" hat sich freundlichst bereit erklärt, gütigst gespen- bete Gaben entgegenzunehmen unb zu übermitteln.

W. München, 27. Jan. Den Geburtstag Kaiser- h"lms feierte die Münchener Bürgerschaft wie seit Jahren im Historischen Saal des alten Rathauses, den die Büsten des Kaisers und des Prinzregenten Ludwig schmückten. Aus allen Bürgerkreisen hatten sich Festgäste, darunter Ver­treters des Handels, der Industrie und des Gewerbes, sowie der Künstlerschaft eingefunden. Von offiziellen PerflnNch- keiten waren anwesend Ministerpräsident Freiherr v. Hert­ling mit den übrigen Statsministern, die Bürgermeister, die Vorstande des Demeindekollegiums, der preußische Ge­sandte mit den Herren der Gesandtschaft, der preußische Konsul und die diplomatischen Vertreter der übrigen Bum- desstaaten, ferner die Spitzen der staatlichen Behörden. Den Trinkspruch auf den Prinzregenten brachte Universi- tätsprofessor Lotz aus. Des Geburtstages des Kaisers ge­dachte in einem Toast der Präsident der Münchener Han­delskammer, Kommerzienrat Pfchorr. Der Redner warf einen Rückblick auf das verflossene Jahrhundert und streift« die Hauptereignisse dieses Zeitraums. Er verwies insbe­sondere auf das Wirken des Kaisers in seiner 25jährigen Regierungszeit, in der Deutschland einen mächttgen Auf­schwung genommen habe. Ueberall konnte der deutsche Name sich Geltung verschaffen, wo immer die Kultur sich ausbreitete. Insbesondere verdanke man des Kaisers weit­schauendem Blick die Entwicklung der deutschen Flotte und die Entwicklung des mächtigen deutschen Heeres. Trotz aller Wetterwolken am politischen Horizont, schloß der Redner, wollen wir Vertrauen haben auf unsere stolze Marine und unser mächtiges Heer, die jedem mit unaufhaltsamer Wucht entgegentreten, in welcher Stärke er immer komme, um unser Vaterland zu schützen und zu verteidigen und die Treue zu halten unsern mächtigen Verbündeten. Das Hurra auf den Kaiser wurde begeistert ausgenommen.

Der Kronprinz zum Oberst befördert.

Berlin, 27. Jan. Der Kaiser hat anläßlich seines Ge» burtstages den Kronprinzen zum Oberst befördert.

Stuttgart» 27. Jan. Wie das württembergischeMilitär» Wochenblatt" melbet, ist der deutsche Kronprinz unter Be­lassung â. la suite des Infanterie-Regiments König Wilhelm Nr. 120 zum württembergischen Oberst befördert worden.

Abzeichen für Fliegerofsiziere.

W Berlin, 27. Jan. Der Kaiser stiftete für die» jenigen Fliegeroffiziere, die das Feldpilotenexamen be­standen haben und die militärische Prüfung auf einer der Fliegerstationen mit Erfolg erfüllten, ein besonderes Abzeichen. Dieses Abzeichen besteht aus einem silbernen Medaillon mit einem Flugzeug in der Mitte, das von einem Lorbeerkranz umgeben und von der Kaiserkrone gekrönt ist. Dieses Fliegerabzeichen wird nach Art der

StaDttheater in Hanau.

Rosenmontag"

Bei der am Samstag stattgefundenen Wiederholung der OffizierstragödieRosenmontag" gastierte Herr Carlo Philipp Betz aus Sigmaringen alsHans Rudorfs" auf Engagement für das erste Heldenfach. Obwohl der Gast über nicht zu unterschätzende künstlerische Mittel verfügt, gelang es ihm doch nicht, diese Partie in allen Teilen er­folgreich zu gestalten, sodaß ein weiteres Auftreten, falls ein Engagement beabsichtigt sein sollte, als erforderlich an* gesehen werden muß.

Kammerkunst-Abend.

Ein Künstlerpaar, Marya D e l v a r d und Marc Henry, bot gestern im Stadttheater einer leider nur kleinen Gemeinde einen auserlesenen Genuß durch den an­gekündigten Kammerkunst-Abend, in dem feinste Vortrags- und Eesangskunst in eigener Art das Szepter führte. zelne Nummern herauszugreifen erübrigt sich, da sich in allen Darbietungen, selbst in der Erläuterung ftanzo Volkslieder, gereifte Kunst offenbarte, die unwillkürlich die Herzen gefangen nehmen muß. Die kleine Scharrer Zu­hörer folgte den Vorträgen mit außerordentlichem Interesse und spendete dem Künstlerpaar reichen und auch wohiver- diente« Beifall.

Albumbliitter.

Die Natur bedarf keiner Erläuterung; um ihre Schön« Heit zu verstehen, genügt ein offener Blick uiib ein empfang- Uches Gemüt. e

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Laß nur die Sorge,

Das gibt sich alles schon, Und fällt der Himmel ein Kommt doch eine Lerche davon.