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Erstes Blatt.

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Vierteljährlich 1.80 TOL, monatlich 86 Big., fQt Post» bezug vierteljährlich 110 9JIL, monatlich 70 WK Die einzelne Nummer kostet 6 Pjg.

Notation sdruck und Verlag der Buchdruckerei Les verein, eo. Watjenhaujes to Hanau,

General-Anzeiger

Aiullilhes Organ für §!ai>t- und Laudkreis Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage. Verantwort!. Redakteur: v. Schrecker in Hanau.

Nr.21

Uernsprechattschltttz Nr. 230.

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Samstag den 25. Januar

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Fernsprechanschlttst Nr. 230.

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1913

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16 Seiten.

Amtliches.

Stadtkreis Hensu.

Unter Bezugnahme auf meine Bekanntmachung vom 24. d. M. V. 627 betreffend viehseuchenpolizeiliche An­ordnung, weise ich nochmals ausdrücklich darauf hin, daß nach § 23 der genannten Ordnung die Abhaltung von Klauen-Viehmärkten einschließlich der Schweinemärkte, wie auch oiehmarltähnliche Veranstaltungen in der Stadt Hanau bis auf weiteres verboten find. Hanau den 24. Januar 1913. P. 978

Königl. Polizeidirektion.

Z. A.: Karbe.

Landkreis ßanau.

Anter dem Schweinebestande des Schneidermeisters Wüstenhöfer zu Großkrotzenburg ist die Schweineseuche fest­gestellt worden.

Hanau den 24. Januar 1913.

Der Königliche Landrat.

Frhr. Laur.

Zwangsversteigerung.

Zum Zwecke der Aufhebung der Gemeinschaft, die in Ansehung des in der Gemarkung Navolzhausewbelegenen, im Grundbuchs von Ravolzhausen Art. 431 in Abt. I unter Nr. 2 zur Zeit der Eintragung des Versteige- rungsvermerkes auf den Namen des Simon Ruth III., Simons Sohn, in Rüdigheim eingetragenen Grundstücks: Krtbl. 3 Nr. 7, Am Geistacker, Acker, 17 ar 95 qm, 4,33 Tlr. R.-E. besteht, soll dieses Grundstück

am 3. April 1913, nachmittags 3 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht in der Gastwirtschaft von Wilhelm Claus III. in Ravolzhausen ver­steigert werden.

Langenselbold den 22. Januar 1913. 2463

Königliches Amtsgericht.

Konkursverfahren.

Ueber das Vermögen des Papierwarenhändlers Ludwig Speitel in Hanau, Nürnbergerstratze 22, ist heute am 22. Januar 1913, vormittags 11 Uhr 38 Minuten, das Konkursverfahren eröffnet.

Der Rechtsanwalt Scholing in Hanau ist zum Konkursverwalter ernannt.

Offener Arrest und Anzeigepflicht sowie Termin zur Anmeldung bis zum 22. Februar 1913; erste Gläubiger­versammlung am 13. Februar 1913, vormittags 10 Uhr; Prüfungstermin am 15. März 1913, vormittags 10 Uhr, vor dem Königlichen Amtsgericht 6 in Hanau, Nutzallee Nr. 17 Zimmer Nr. 21.

Hanau den 22. Januar 1913. 2393

Der Esrichtsschreiber Kgl. Amtsgerichts, Abt, 6.

Konkursverfahren.

Ueber das Vermögen des Silberwarenfabrikanten Jakob Foell in Hanau, alleinigen Inhabers der Firma Foell & Co. in Hanau, Erimmstraße 3 und 5, ist heute, am 23.Januar 1913, nachmittags 12 Uhr 35 Minuten, das Konkursver­fahren eröffnet.

Der Rechtsanwalt Dr. Wichens in Hanau ist zum Kon­kursverwalter ernannt.

Offener Arrest und Anzeigepflicht sowie Termin zur Anmeldung bis zum 1. März 1913; erste Gläubigerver­sammlung am

Mittwoch den 12. Februar 1913, vormittags 11 Uhr; Prüfungstermin am

Dienstag den 1. April 1913, vormittags 10 Uhr, vor dem Königlichen Amtsgericht, Abteilung 6, in Hanau, Nutzallee Nr. 17, Zimmer Nr. 21. 2413

Hanau den 23. Januar 1913.

Der Eerichtsfchreiber Kgl. Amtsgerichts, Abt. 6.

Konkursverfuhren.

. Ueber das Vermögen des Kaufmanns Jean Conrad Diehl, Inhabers der Firma Jean Conrad Diehl, in Hanau, Cärtnerstratze 66, Closettpapierfabrik, ist heute, am 23. Januar 1913, vormittags 10 Uhr 28 Minuten, das Konkurd- veriabren eröffnet.

Der Rechtsanwalt Dr. Klemm in Hanau ist zum Kon­kursverwalter ernannt.

Offener Arrest und Anzeigepflicht sowie Termin zur Anmeldung bis zum 1. März 1913; erste Gläubigerver- sammlung am

Dienstag den 11. Februar 1913; vormittags 10 Uhr;

Prüfungstermin am

Samstag den 29. März 1913, vormittags 10 Uhr, vor dem Königlichen Amtsgericht, Abteilung 6, in Hanau, Nutzallee Nr. 17 Zimmer Nr. 21. 2391

Hanau den 23. Januar 1913.

Der Gerichtsschreiber Kgl. Amtsgerichts, Abt. 8.

Holzverkauf.

Königliche Oberförsterei Wolfgang.

Am Donnerstag den 30. Januar 1913, von vorm. 10 Uhr ab, sollen im A m r h e i n'schen Gasthause zu Neuwirtshaus bei Hanau aus dem Jagen 69 des Schuh­bezirks Niederrodenbach, sowie Jagen 92 u. 93 und aus der Gesamtheit des Schutzbezirks Neuwirtshaus verkauft werden:

A Nutzholz:

Erlen: etwa 15 sm Stammholz B 4. u. 5. Kl. und etwa 40 rm Nutzscheite 1. u. 2. Kl. und Nutz­knüppel in Rollen 1,52,0 m lang.

B. Brennholz:

Eichen: 2 rm Scheit, 2 rm Knüppel,

Buchen: 4 rm Scheit, 4 rm Knüppel, 40 Wellen Reis, Erlen: 6 rm Scheit, 53 rm Knüppel, 610 Wellen Reis, Kiefern: 10 rm Scheit, 20 rm Knüppel.

GeMnt trab oertarene SegenIISilde &

Gefun.den: 1 Portemonnaie mit 80 Mq. und 2 Kon­summarken, 3 Schornsteinfegerschlüsseln, 1 kleines Radier- wefferchen mit braunen Schalen, 1 kleiner Schlüssel mit gelbem Griff.

Liegengeblieben bei M. L. Berlizheimer Söhne: mehrere einzelne Damenhandschuhe und ein schwarzes wollenes Umhängetuch, Empfangnahme auf dem Fund­bureau; desgl. im Wartezimmer bei Sanitätsrat Dr. Lu­canus: 1 graue wollene Decke.

Verloren: 1 Kneifer mit Futteral, 1 eisgrauer Kna­benpelzkragen, 1 kleiner goldener Ohrring, 1 längliches Damenportemonnaie mit etwas über 7 Mark, 1 gelbes Por­temonnaie mit etwa 19 Mark und einer Wochenfahrkarte zur Fahrt Hanau-WestMainkur.

Hanau den 25. Januar 1913.

Kaisers Geburtstaff.

Am 15. Juni d. J. wird ein Vierteljahrhundert ver­flossen sein, seitdem unser geliebter, verehrter und bewun­derter Kaiser und König Wilhelm II. den Thron seiner Väter bestiegen hat. Dieser hohe vaterländische Festtag wird, wie wir hoffen und wünschen, dem preußischen und dem deutschen Volke die freudig begrüßte Gelegenheit geben, I einmal im millionenfachen Chore sein starkes und lebendiges

Gefühl dafür zum Ausdruck zu bringen, wie unendlich viel ihm in der Persönlichkeit seines Kaisers geschenkt ist. Am Montag aber ist der Tag, den alljährlich zu feiern, jedem Patrioten herzliches Bedürfnis ist, der Tag, der uns das i fehlende Nationalfest ersetzen kann, weil in der Persön­lichkeit des Kaisers tatsächlich alles sich verkörpert, was uns nach langen, trüben Jahrhunderten der Zerriffenheit und Ohnmacht an nationalen Gütern zu errinaen beschieden war.

Aus preußischem Boden ist der deutsche Staatsgedanke ent« sprossen und die staatliche Machtfülle der Preußenkrone ist es im Grunde, die noch heute die glänzende Form des neu* geschaffenen Kaisertums mit wirklichem Leben durchströmt. Ist diese Tatsache für das innere Leben des Reichs von hoher Bedeutung, so gibt es für das Ausland, für die ganze Welt der großen Politik doch nur das große einheitliche Reich und sein Oberhaupt, den mächtigsten Herrscher des Erdballs. Diese Welt der großen Politik sieht in dem Kaiser das Reich und eben darum ist es von unenblidjet Wichtigkeit und von unendlichem Wert, daß Kaiser Wilhelm das ist, was er ist: Die Verkörperung des Pflichtgedankens, der uner­müdliche Förderer aller Friedenswerke, der starke Hüter unserer Sicherheit und unserer Ehre.

Am Montag vollendet der Kaiser, auf der Höhe seines Lebens und seiner Kräfte stehend, sein 54. Lebensjahr. Auf die Feier des Geburtstages am Kaiserhofe selbst fällt ein Schatten durch die Erkrankung des dritten Sohnes des kai­serlichen Paares, des Prinzen Adalbert. Die Kaiserin hat die Pflege des Kranken selbst übernommen und an die Bun, desfürsten, die, wie dies alljährlich geschieht, dem Reichs­oberhaupt ihre Glückwünsche persönlich darzubringen gedach- ten, ist die Ditte ergangen, unter den gegebenen Umständen auf die Reise nach Berlin zu verzichten. Noch ernster als diese Störung, die hoffentlich bald überwunden sein wird, ist die jähe Veränderung der politischen Lage auf der Bal­kanhalbinsel durch den erfolgreichen Putsch der Jungtürken, der das Ministerium Kiamil in einer geradezu unglaub­lichen Ahnungslosigkeit überrascht zu haben scheint. Die zu­versichtliche Erwartung, daß die allernächsten Tage schon das definitive Ende des Balkankrieges bringen und zugleich die Befürchtung internationaler Komplikationen vollends ver­scheuchen würden, ist leider enttäuscht worden und Europa sieht sich von neuem allerlei kritischen Möglichkeiten gegen­über, deren Entwicklung nicht abzusehen ist. Gerade in solchen Zeiten aber hält sich das deutsche Volk mit uner­schütterlichem Vertrauen an seinen Kaiser, der das Schiff der Reichspolitik seit einem Vierteljahrhundert mit starker und geschickter Hand durch alle Klippen und Untiefen steuert und dem deutschen Volke, wenn es in Menschenkräften steht, auch fernerhin den Frieden erhalten wird, unter deffen Fittichen es einer beispiellos glänzenden Entwicklung sich hat erfreuen dürfen. Diese Friedfertigkeit bedeutet nichts weniger als Angst vor dem Kriege oder eine blinde Ver­trauensseligkeit gegenüber drohenden Gefahren. Als oberster Kriegsherr und als Chef der deutschen Kriegsflotte, die feinj eigenstes Werk ist, wacht der Kaiser vielmehr mit angespann­ter Aufmerksamkeit darüber, daß jedes Mittel, das diej äußere Sicherheit des Reiches zu verbürgen geeignet ist, im rechten Augenblick angewandt und durchgeführt werde.

Wenn wir also hoffen und glauben, daß das Deutsche Reich und Volk das 25jährige Regierungsjubiläulp^-ines Kaisers in Ruhe und Frieden werde feiern dürfen, so fühlen wir uns doch mit dem kaiserlichen Herrn jeder Lage ge­wachsen und bereit, jeder Gefahr ins Angesicht zu sehen. Und diese Ueberzeugung tragt die Glückwünsche zum Ge­burtstag des Kaisers doppelt stark und doppelt herzlich zum Kaiserthron empor.

Politische Rundschau.

Das Kriegsministerium und Generalleutnant Frhr. v. Lyncker. Im Gegensatze zu den von einigen Blättern hartnäckig aufrechtgehaltenen Meldungen wird von zuverlässiger Seite nochmals erklärt, daß die an den Rücktritt des bisherigen GeneralinipektorS des Militärverkehrswesens, Generalleut­nants Frhrn. v. Lyncker, geknüpfte Vermutung, Meinungs­verschiedenheiten mit dem Kriegsminister General v. Hee­ringen hätten den Anlaß zu diesem Rücktritte gebildet, jeder Begründung entbehre. t _

Mp. Ruhig Blut! DieMil.-pol. Korrespondenz schreibt auf Grund einer besonderen Information: Der Streit um den Inhalt der .Heeresetat-Nachtragforderungen, deren Bekanntgabe zu erwarten ist, sobald eine vorläufig schlüssige Entspannung in der internationalen Lage einge- treten sein wird, hat zumteil Formen angenommen, bte mcht länger mit Stillschweigen abzutun sind. In einem Berliner bürgerlichen Blatte ist, unter durchsichtigem Vorbehalte, das deutsche Offi'ierkorps als der Herd von PronunziamentoS jungtürkischer Art geschildert, es ist ihm vorgeworfen worden, in unzulässiger Weise in der Presse für selbstsüchtige und maßlose Forderungen Stimmung zu machen, also Politik gefährlichster Art zu treiben. In Wirklichkeit beschränkt sich die Beteiligung aller Nachgeordneten Stellen im Heer« an der Ausfüllung von Rüstungslücken lediglich auf die fodennnnien Etatsoorschläa«. hi* WA KU <8*,