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kotatlonsdruck und Verlag der Buchdrucker«! Vee verein. eo. Waisenhauses in Hanau.
General-Anzeiger
AAiliches Organ für Stallt- und Landkreis Kana».
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VierteljährNch 1.80 Mk., monatlich SVPfg.. für P^f. bezug vierteljährlich 2.10 Ml^ monatlich 70 $fa. Die einzelne Nummer lostet 6 $f&
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage. Verantwort!. Redakteur: 6. Schrecker in Hanau
Nr. 12 MmUprestlanschlM Nr. 2.30. Mittwoch 6 EU 15. Januar F<ri»sprechanschl«tz Nr. 2.30. 1913
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Amtliches
Viehseuchenpolizeiliche Anordnung.
Auf Grund der §§ 17 und 78 des Diehseuchengesetzes vom 26. Juni 1909 (R.-G.-V. S. 519) wird hierdurch mit Genehmigung des Herrn Ministers für Landwirt, schuft usw. folgendes bestimmt:
§ 1.
Alles in den Städten Fulda, Hanau und Kirchhain an den Viehmarkttagen und an den drei vohergehenden Tagen mit der Eisenbahn ankommende Klauenvieh ist bei der Entladung amlstierärztlich zu untersuchen und darf vorher nicht von der Entladestelle entfernt werden. Der Kreistierarzt oder sein amtlich bestellter Vertreter ist rechtzeitig von der Ankunft des Viehs zu benachrichtigen. ,
V § 2.
Zuwiderhandlungen gegen diese Anordnung werden gemäß §§ 74 ff. des Viehseuchengesetzes bestraft.
Gaffel den 4. Januar 1913. (A III 7234)
Dor R "^ "ni n aspr asident.
I. V.: v. Wussow.
Beschluß.
Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in Hanau belegene, im Grundbuche von Hanau, Band 18 Artikel 1074 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Architekten Friedrich Keunecke, Christophs Sohn, in Heigenbrücken eingetragene Grundstück:
T 201/32 Wredestraße Nr. 6 und 8 — Wohnhaus mit Hofraum und Hausgarten — 10 ar 62 qm Gebäudesteuerrolle Nr. 2646, Nutzungswert 3300 Mark
am 12. März 1913, vormittags 9 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht an der Gerichtsstelle — Nußallee Nr. 17, Zimmer Nr. 21 — versteigert werden.
Hanau den 4. Januar 1913. 1449
Königliches Amtsgericht, Abt. 6.
In dem Konkursverfahren über das Vermögen des früheren Handelsmanns jetzigen Metzgers Salomon Strauß III., Liebmanns Sohn, in Wachenbuchen ist be-
Stadttheater in Hanan.
„Nathan der Weise".
Das Gegensätzliche im Charakter des Menschen „Nathan", dem sein Judentum nur von sekundärer Bedeutung ist, gibt einem Künstler von Talent immer Gelegenheit zur Entfaltung all1 seiner Gestaltungsgabe. Was uns P o s s a r t kürzlich mit seinen souveränen rhetorischen und darstellerischen Mitteln gab, wird uns immer unvergeßlich bleiben, dennoch war es recht interessant, gestern auch einmal diese vollendetste Bühnenfigur Lessing's in modernerer Auffassung zu sehen, (Herr K l i e w e r , den wir noch von seiner vorjährigen Wirksamkeit am hiesigen Stadttheater in bestem Gedächtnis haben, bot uns mit seinem „Nathan" eine fein durchgearbeitete Leistung, der man überall ein ernstes Wollen und ein gediegenes Können ansah. Wenn auch in Haltung und Gebärde nicht immer ganz von der ausgeglichenen überlegenen Ruhe, die ihm nach des Dichters Intentionen sein tiefge- festigtes Edelmenschentum geben soll, wußte er im ganzen doch scharflinig und eindrucksvoll diese Figur herauszubringen, die jeder Gebildete längst als unveräußerliches Besitztum in sich trägt. In ganz besonderem Maße müssen wir seiner vollendeten Sprechkunst Anerkennung zollen, deren edle Plastik sich namentlich in der Parabel von den drei Ringen zu wahrer Größe erhob. Fräulein Arens war wieder vortrefflich als Recha, Fräul. Ballin als Sittah gewandt und liebenswürdig, Fräulein Wald in der Rolle der Daja am rechten Platz. Von den übrigen Darstellern zeichneten sich Herr Hunold als Derwisch und Herr W i e b e r g als Klosterbruder durch charakteristisches Spiel aus. Herr Holtz gibt seinem Tempelherrn wohl etwas zu viel kühle Unnahbarkeit, die die Seele vermissen läßt, Herr Brandt legt die Figur des Saladin jedenfalls im Hinblick auf das heilige Institut des Harems ein wenig lässig an, während Herr Palitzsch für den Patriarchen wieder eine kleine Anleihe bei seinem
sonderer Prüfungstermin zur Prüfung der nachträglich angemeldeten Forderungen anberaumt auf
den 14. Februar 1913, vormittags 11 Uhr, vor dem Königlichen Amtsgericht, Abt. 5, in Hanau — Nußallee Nr. 17, Zimmer Nr. 17.
Hanau den 11. Januar 1913. 1447
Der Eerichtsschreiber des Kgl. Amtsgerichts, Abt. 5.
ßehinöene mit oerlorene EmiMde it.
Gefunden: 1 Gummischuh, 1 graue Kindermütze, etwa ’/4 Meter grauer Futterstoff, 1 Anhänger mit männlicher Photographie, 1 Portemonnaie mit 97 Pfg. und einer Radfahrkarte für Karl Geiger, 1 schwarzes Portemonnaie mit 62 Pfg. und 1 Ohrring mit einem Brillant und 4 Rosen in Platin gefaßt.
Verloren: 1 gelbes Portemonnaie mit 18 Mk.
Zugelaufen: 1 schwarzes Zwerghuhn, 1 brauner Dachshund weibl. Geschl.
Hanau den 15. Januar 1913.
Politische Rundschau.
Staatssekretär Dr. Solf, der einen kurzen Erholungsurlaub in Bayern zugebracht hatte, ist nach Berlin zurückgekehrt und übernimmt heute wieder die Leitung der Geschäfte des Reichskolomalamts.
Die konservative Fraktion des Reichstages beantragt, den Bundesrat um Vorlegung eines Gesetzes zu ersuchen, wodurch das Streikpostenstehen verboten wird.
Das englische Unterhaus hat nach vierzig Tagen die Einzelberatung der Homerule-Bill beendet.
Rußland hat an China zwei Noten überreicht, worin es auf sofortige Bezahlung der Boxeranleihe auf und Verbesserung des chinesischen Notenumlaufs im Gebiete von Kuldscha drängt.
Wetterlö's Rückzug.
DT. Paris, 14. Januar. Der elsaß-lothringische Reichs- tagsabgeorduete Abbö Wetterlö hat den letzten seiner Vorträge über die Volksstimmung in Elsaß-Lothringen, die eine zersetzende Kritik an der Kulturarbeit des Deutschtums in Elsaß-Lothringen übten, plötzlich abgesagt. Er sollte gestern abend in der Geographischen Gesellschaft zu Paris stattfinden. Als Grund gibt der bekannte Journalist Gabriel Bonvalet an, daß Wetterlö benachrichtigt worden sei, die deutsche Behörde beabsichtige, gegen Wetterlö wegen Hochverrates vor- zugehen. Die zweifache politische Immunität, die Abbö Wetterlö als Reichstagsabgeordneter und Mitglied des elsaß- lothringischen Landtages genießt, schützt ihn nun nicht in einem Zeitraum von 24 Stunden nach dem Verbrechen.
Karikierungstalent macht. Von diesen kleinen Ausstellungen abgesehen, hinterließ die Wiedergabe dieses klassischen Werkes einen starken und nachhaltigen Eindruck. — 1—
Kunst und Leben.
Ein neues Hoftheater. In Rudolstadt besteht die Ab- sicht, ein neues Hoflheater zu bauen, da das jetzige Haus den modernen Ansprüchen keineswegs genügt.
Französische Boys-scouts, Die von England ausgehende Bestrebung, durch soldatische Spiele in freier Luft die männliche Jugend früh auf ihre militärische Dienstzeit vorzubereiten und ein kräftiges, gegen Wind und Wetter gefeites Geschlecht heranzuziehen, hat bekanntlich bei uns in Deutschland viel Anklang gefunden undauch in Frankreich zur Bildung der „Société des Eclaireurs de France“ geführt. Jetzt versucht man, wie die „N. G. C." schreibt, jenseits der Vogesen nicht nur in größeren Städten, sondern auch in den kleinsten Flecken und Dörfern die Jugend auf die Vorteile des körperlichen Trainings hinzuweisen. Lehrer, Fabrikbesitzer, Werkmeister, Offiziere und Unteroffiziere der Reserve nehmen sich der Angelegenheit mit Eifer an. Um die Lust an gymnastischen Uebungen noch zu steigern, plant man, im Jahre 1914 ein großes Welturnen in Paris zu veranstalten. Die in Frankreich bestehenden „Sociétés de préparatiou militaire" sind zum Teil von der Regierung genehmigt und werden durch Ueber- lassung von Militärlehrern, Waffen, Turngeräten usw. erheblich unterstützt und gefördert, doch macht sich jetzt eine Bewegung gegen dieselben geltend. Auf Grund eines Examens wird den jungen Leuten ein Zeugnis ausgestellt, das sie bereits mit vollendetem achtzehnten Jahre zum Eintritt in die Armee berechtigt und ihnen die Möglichkeit gibt, bereits nach viermonatlicher Dienstzeit zum Unteroffizier befördert zu werden. Auch steht ihnen die Wahl der Garnison und des Truppenteils frei. Das klingt alles an sich ganz schön, man
Wenn Wetterlö also innerhalb von 24 Stunden nach seinem letzten Vortrag deutsches Gebiet betritt, kann ihn die deutsche Behörde verhaften und unter Anklage stellen. Da Abbö Wetterlö morgen der Eröffnung deS elsaß • lothringischen Landtages beiwohnen muß, hat er eS vorgezogen, den gestrigen Vortrag ausfallen zu lassen, um der deutschen Behörde nicht einen Grund zum Einschreiten gegen ihn zu geben.
Parlamentarisches.
mb. Die Petroleumkommisfion. In der gestrigen ersten Sitzung der Kommission zur Beratung des Gesetzentwurfes über den Großhandel mit Leuchtöl gab ein RegierungS- vertreter längere Ausführungen zum Teil vertraulicher Natur über die bisherigen Vorbereitungen der Regierung, die insbesondere einen Aufschluß gaben über die Dersorgungsmög- lichkeiten und über die mutmaßlich« Preisbildung. Rach den Ausführungen des Regierungsvertreters liegen schon jetzt so viele Angebote vor, daß mit Sicherheit eine vollständige Versorgung des deutschen Marktes mit Leuchtöl erwartet werden kann, auch wenn die Standard-Oll-Company sich an den Lieferungen nicht beteiligen würde. Vorverträge seien abgeschlossen über ein sehr bedeutendes Quantum; aus diesen Vorverträgen ergebe sich auch, daß die vielfach geäußerten Befürchtungen über die zukünftige Preisbildung nicht zutreffend seien. Eine Verteuerung gegenüber dem bisherigen Zustand sei keineswegs zn erwarten, vielmehr sönnt sogar unter Umständen mit einer Verbilligung gerechnet werden, nachdem die ersten Schwierigkeiten der Einführung der Ver- triebsgesellschaft und insbesondere etwaige Transportschwierig- keiten überwunden seien. Aus der Mitte der Kommission wurden noch einige weitere Anfragen an bit Regierung gestellt, insbesondere genauere Mitteilungen aus den Vorverträgen gewünscht. Weitere Mitteilungen in den nächsten Sitzungen wurden zugesagt. Die nächste Sitzung findet Freitag statt.
mb Die Fragen der kleinen Noten und des Depostten- gesetzes in der Budgetkommission. Die Auseinandersetzungen in der Budgetkommission des Reichstags gingen in ihrer gestrigen Sitzung immer noch über die Begrenzung der Ausgaben von kleinen Roten. Während im allgemeinen alle Parteien mit Ausnahme der Sozialdemokratie für völlige Aufhebung einer Begrenzung eintraten, und auch Staatssekretär Dr. Delbrück und Reichs- bankpräfident Havenstein aus finanztechnischen und verfassungsrechtlichen Gründen für Beseitigung der seitherigen Bindung plädierten, wollten die Konservativen wenigstens die Gelegenheit benutzen ein Depositengesetz einzuführen. Eine Resolution, die verbündeten Regie
ist aber in Frankreich allmählich zu der Ueberzeugung gelangt, daß die Ausbildung in diesen Gesellschaften zu weit geht und sogar oft der späteren, eigentlichen MilitärauS- bildung hinderlich ist. Auch sieht man in der Berechtigung zum früheren Eintritt in die Armee eine unangebrachte Bevorzugung gegenüber anderen, kräftigen jungen Leuten, denen ihre Mittel nicht den Eintritt in eine solche militärische Vorbereitungsgesellschaft gestatten. Um nicht wieder in den Fehler der „Schüler-Bataillone" zu verfallen, will man daher von jetzt an dem einfachen Turnen und den sportlichen Spielen eine noch größere Beachtung schenken als bisher, weil man darin eine genügende Vorbereitung aus die Militärdienstzeit erblickt.
Humoristisches.
Fortschritt. Sonntagsjäger (der auf, der Hasenjagd "N Kaninchen geschossen): „Na, die Tiere, die ich schieß, den allmählich den Hasen immer ähnlicher.
Individuelle Erklärung. Sohn: »Vater, was denn eine emanzipierte Fran?" Vater. „ .
Frau, die ihren Kopf für sich hat und sich dam.t auf bi*
-
Das ist eint
^MLL- "umstand. KT: ^^ aus der Müller'schen Waffenhandlung mehrere Nappiere gestohlen zu haben, unb sich nur um einen Mundraub Handl- ? - Angâgter „Mit Verlaub, Herr Richter — ** bin Degenschlua .
Albumblätter. •
Willst du dir ein hübsches Leben zimmern, Mußt dich ums Vergangene nicht bekümmern. Das Wenigste muß dich verdrießen, Mußt stets die Gegenwart genießen.
Besonders keinen Menschen hassen Und die Zukunft Gott überlassen.