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Erstes Blatt

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Rotationsdruck und Verlag der Buchdrucker«! tef verein. «v. Watfenhaufes in Hanau.

General-Anzeiger

Amlliâitg Organ für Stadt- und Landkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Verantwort!. Redakteur: & Schrecker in Hanau.

9?L 9 Aernsprechattschlttsr Nr. 23V.

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Samstag den 11. Januar

Fcr»sprecha»schl«si Nr. 230. 1913

die heutige Hummer «mW ««her èm MerhallnngMII

IS Seiten.

Amllichcs.

Stadtkreis Ranau.

Bekanntmachung.

Die städtische Kinderkrippe in der Nußallee wird wegen Erkrankung verschiedener Kinder an Masern und an Wasserblattern geschlossen.

Die Wiedereröffnung findet voraussichtlich am 27. d. Mhp. statt.

Hanau den 10. Januar 1913. 1169

Der Magistrat.

Dr. E e b e s ch u s.

Bekanntmachung.

Arbeitsuchende: 1 Dienstmädchen, 4 Fahrburschen, 3 Hausburschen, 7 Tagelöhner, 1 Waschfrau.

Gesucht werden: 2 Dienstmädchen, I Silberschleifer, 1 Schlosser (auf Dezimaltafelwagen eingearbeitet), mehrere Wagensattler und Hilfssattler, 2 Schuhmacher.

Im Monat Dezember erhielten Stellen zugewiesen: 1 Dienstmädchen, 8 Erdarbeiter, 3 Fèhrburschen, 3 Haus­burschen, 5 Putz- und Waschfrauen, 1 Schmied, 2 Schnei­der, 1 Schreiner, 3 Schuhmacher, 4 Tagelöhner, 1 Ziegel­macher.

Hanau den 11. Januar 1913. 1167

Städtische Arbeitsvermitlelungsstelle. ,

In Sachen betreffend das Konkursverfahren über das Vermögen des Kaufmanns Karl Philipp Heh, In­habers der Firma Karl Philipp Heß in Hanau, wird besonderer Prüfungstermin zur Prüfung der nachträglich angemeldeten Forderungen auf den 7. Februar 1913, vormittags 10 Uhr, vor dem Königlichen Amtsgericht 5 in Hanau Nußallee Nr. 17, Zimmer Nr. 17 be­stimmt.

Hanau den 4. Januar 1913. 1107

Königliches Amtsgericht, Abt. 5.

SoniiDirtfiHtliter M^

Nächste Versammlung Samstag den 18. Januar 1913, nachmittags 21/» Uhr, im Gasthauszum goldnen Löwen" hier.

Tagesordnung:

1. Geschäftliche Mitteilungen.

2. Aussprache über die Stellung des Kreisobstbau-

Zur Sunkertjahrfeier Des MiuMen Mionen» Regiments Nr. 6.

(Kurzer Auszug aus der von Oberleutnant Sieg verfaßten Ge­schichte des Regiments.)

Das hier garnisomerende Thüringische Ulanen-Regiment Nr. 6 begeht demnächst die Feier seines hunderijährigen Be­stehens. Die Eutstehungsgelchichte des Ulanenregiments ist eine der interessantesten von allen Regimentsgeschichten der deutschen Armee. Dieses Regiment ist unmittelbar ans der Kavallerie des Lützow'schen Freikorps hervorgegangen. Der gleichen stolzen Vorgeschichte wie das Hanauer Ulanenregi- ment kann auch das Infanterieregiment von Lützow (1. Rheinisches) Nr. 25 sich rühmen, da es aus der Jnfaiuerie des Lützow'schen Freikorps hervorgegangen ist. Es garni- soniert in Aachen. Als der gemeiniamr Stiflungstag beider Regimenter ist der 18. Februar 1813 anzusehen, an dem dasKöniglich Preußische Freikorps" unter dem Major von Lützow errichtet wurde. An diesem Tage hat König Fried­rich Wilhelm III. dem Major von Lützow auf dessen Vor­schlag die Gei'thmig.ing zur Errichtung eines Freikorps ers­tellt. In der diesbezüglichen an von Lützow gerichteten Order schrieb der König:Sie werden sich durch den Eifer, den Sie auf die Zuiammen'etzung dieses Korps verwenden, ein Verdienst um das Vaierland erwerben und ich fordere Sie umiomehr auf, alles aufmbieien, um ihr Vorhaben aue^u« führen, da ich mir versprechen darf, daß das Korps unter Ihrer Führung lehr nützliche Dienste leisten wird." Am 25. März 1815 bestimmte dann Friedrich Wichelm III., daß das Lützow'iche Kavallerieregiment als 6. Ulanenregiment (2. Westvreußisches) in die Reihe der p-eußischen Feldregi­menter übertreten solle und dem 1. Armeekoips zuget-ilt sei, während die Infanterie des Freikorps als 25. Jmanterie. regiment (1. Rheinisches) dem II. Armeek rps zugeteilt wurde. Damit endete die gemeinschaftliche Geschichte beider Truvoengaitungen. Anfänglich würd« von dem Reaiment

Vereins zu dem Vogelschutzverein für die Kreise Hanau, Gelnhausen und Schlüchtern.

3. Vortrag des Herrn Dr. Mickel im Reichskolonial­amt über die wirtschaftliche Entwickelung Deutsch- Ostafrikas unter besonderer Berücksichtigung der Landwirtschaft.

4. Prämiierung von Feldbestellungen.

5. Berichterstattung der Delegierten über die Auswahl der Hengste für die Station Wilhelmsbad.

6. Sonstiges.

Die Herren Bürgermeister wollen vorstehende Bekannt­machung in den Gemeinden in ortsüblicher Weise bekannt machen lasten.

Hanau den 11. Januar 1913.

Der Vorsitzende.

Frhr. L a u r, Landrat.

Politische Rundschau.

Falsche Gerüchte von einem Rücktritt des Chefs des Eeneralstabes. Wie Wolffs telegraphisches Bureau von zu- ständizer Seite erfährt, ist die Meldung eines Berliner Abendblattes von dem bevorstehenden Rücktritt des Chefs des Generalstabes der Armee, Generals der Infanterie von Moltke, vollständig aus der Luft gegriffen.

Mp. Ein Wechsel im Militär-Kabinett? Es ist seit längerer Zeit der Wunsch des vortragenden Generaladjutanten des Kaisers und Chefs des Militär-Kabinetts, General d. Inf. Freiherrn v. Lyncker, der diese Stellung jetzt über vier Jahre innehat, in den Frontdienst zurückzutreten und die Führung eines Armeekorps zu erhalten. Wenn, wie man in militärischen Kreisen anzunehmcn geneigt ist, dieser Fall in absehbarer Zeit eintreten sollte, so gilt derMil.-pol. Korrespondenz" zufolge derIommandeur der 14. Division in Düsseldorf, Generalleutnant v. Lauenstein, als sein Nach­folger. General v. Lauenstein, der aus der Feldartillerie hervorgegangen ist, ist früher diensttuender Flügeladjutant und General ä la suite des Kaisers gewesen, war lange im Generalstab der Armee, auch vorübergehend zur Dienstleistung im Militär-Kabinett befehligt und hat als Militärattachee den russisch-japanischen Feldzug mitgemacht.

Der Reichstag verwies gestern nach längerer Dis­kussion die Denkschrift über die Postbeamtenorganisation der Budgetkommission. Staatssekretär Dr. Lisco begründete dann den Entwurf über die Konkurrenzklausel.

Mandatsniederlegung. Dr. Becker, dessen Wahl für den Wahlkreis BingenAlzey von der Reichstagskommission für ungültig erklärt wurde, hat sein Mandat niedergelegt.

In der Zweiten württembergischen Kammer wurde gesteln der Konservative von Kraut zum Pi äsidenten ge- dieser letztgenannte Tag als Stifiungstag betrachtet, bis am Neujahrslag 1900 durch Regimentsbefehl verkündet wurde, daß Kaiser Wilhelm II. den 18. Februar 1813 als den Stiftungstag des Regiments bestimmt habe. Hierdurch wurde vom obersten Kriegsherrn anerkannt, das das Regi­ment berechtigt ist, die Ruhmestaten der Lützow'schen schwarzen Reiter für sich in Anspruch zu nehmen und den Tag der Errichtung des Freikorps als seinen Stiftungstag zu betrachten. Am 18. Febrar d. J. wird denn auch die hundertjährige Gründungsfeier des Re­giments festlich begangen werden.

Auf die Geschichte des Lützow'schen Freikorps näher ein- zugkhen, erübrigt sich; seine Ruhmestaten sind mit ehernem Griffel für alle Zeiten in die Annalen der Geschichte einge­schrieben. Auch Theodor Körner, der Sänger der Befrei­ungskriege, selbst einer der Lützower, hat in seinem Liede von Lützows wilder verwegener Jagd" der heldenhaften Lützow- schen Freiichar ein unvergängliches Denkmal im Herzen des deut'chen Volkes errichtet. Erwähnt mag noch werden, daß das Lützow'sche Freikoips eine einzigartige Sonderstellung unter den preußischen Truppen einnahm, die sich auf die Art der Anwerbung, der Einkleidung und Beritienmachung, sowie auf die VeiWendung außerhalb der Linie erstreckte. Die Offiziere wurden vom König auf Vorschlag ernannt; der Staat besoldete das Korps und lieferte die etwa fehlenden Waffen. In dem Korps herrschte strenaste Disziplin und pünkiUcher Gehorsam, sowie ein vortrefflicher kriegerischer Geist. Dies war die Folge davon, daß es nur aus Frei­willigen bestand, die zum größten Teil den gebildeten Stän­den angehörien. Viele der freiwilligen Lützower haben sich später tm Dienste des'Vaterlandes als Offiziere, Beamte oder als Männer der Wissenschaft einen glänzenden Namen ge­macht. Dadurch, daß Männer wie Iahn, Friesen, Theodor Körner, von Dohna in den Reihen des Freikorps dienten, erhielt es das Gepräge der opferwilligen, hochherzigen Zeit, aus der es hervorgegangen war. In dem Lützow'schen Korps verkörperte sich während des aroßen heu tf eben Besreiunas-

wählt. Bisher hatte die Fortschrittliche Volkspartei die Prâfi- bentenstelle inne.

Die italienische Regierung beantragt bei der Kammer eine Heeresverstärkung um zwei neue Armeekorps.

Die Balkankrisis.

Ein Ultimatum Rumäniens.

DT. Paris, 10. Jan. Nach einerTempsmeldung" hat die ru­mänische Regierung die Mobilisierung der gesamten rumänischen Armee beschlossen, falls Bulgarien nicht innerhalb 24 Stunden Genugtuung bezüglich der geforderten Krenzregulierung und der geforderten strategischen Maßnahmen gibt. Diese Maßnahmen be­stehen in der Schleifung der Festungswerke von Silistria, Vatczic und Medjiddie, welche Rumänien für die Sicherheit seiner Gren­zen für unbedingt notwendig erachtet.

Spannung zwischen Rumänien eund Bulgarien.

DT. London, 10. Jan. Die Verhandlungen zwischen Dr. Danew und dem Minister Jonesou, sowie dem rumänischen Gesandten Mich» dauern an, wenngleich sie eine derartige Spannung erhal­ten haben, daß sie jetzt zum Bruch führen können. Die Nachricht von der Mobilisierung Rumäniens hat in den Kreisen der hie­sigen Valkandiplomaten die größte Erregung verursacht. Man hält einen solchen Schritt für unvereinbar mit den wiederholten Ver­sicherungen Rumäniens, daß es mit Bulgarien dauernde freund­schaftliche Beziehungen aufrechterhalte wolle. Man nimmt jedoch nicht an, daß Rumänien mit seiner Drohung ernst macht; be­fürchtet aber, daß im Falle des Scheiterns der Verhandlungen mit Bulgro'en, noch vor dem Friedensschluß von feiten Rumäniens kriegerische Maßregeln getroffen werden könnten. Einige Hoff­nung läßt die Anwesenheit Jonefous zu, der ursprünglich nur wenige Tage in London bleiben wollte, seine Abreise aber ver­schoben hat.

Bulgarische Zugeständnisse.

DT. Sofia, 10. Jan. Ein bulgarischer Ministerrat hat als Maximum der an Rumänien abzutretenden Grenzgebiete einen schmalen Streifen mit 20 Dörfern bestimmt. Die Stadt Silistria ist in diesem Abtretungsgebiet nicht miteinbegriffen. Weiterhin ist die bulgarische Regierung bereit, Rumänien in strategische Hinsicht gewiße Zusicherungen zu geben, lehnt es jedoch ab, irgend­welche Festungswerke zu schleifen.

Auch Rußland ist beunruhigt.

DT. Paris, 10. Jan. In Petersburg wird die Lage infolge bet Mobilisationserklärung Rumäniens als sehr ernst betrachtet. Nach einerTempsmeldung" hat der Stellvertreter des in Frank­reich weilenden Kriegsministers Dernander mehrere Audienzen beim Zaren in Sarskoje Selo gehabt. Auch sind die Korpskom- Mandanten heute zu einem größeren Kriegsrat nach Petersburg geladen.

kampfes der Gedanke des patriotischen Aufschwungs, und überall im deutschen Volke erfreute sich die schwarze Freifchar der Liebe und Achtung der Bevölkerung.

Nach her Rückkehr auS Frankreich zu Anfang deS Jahres 1816 wurden diesem aus der Lützow'schen Heldenschar herausgewachsenen Ulanen-Regiment Königs­berg und Wehlau (Ostpreußen) als Garnisonsorte angewiesen. Bevor eS in diese GarnisonSsrte einzog, empfing es am 1&. Januar 1816 in Spandau auf feinem Durchmärsche die ihm durch Allerhöchste Kabinetts- Order vom 12. Dezember 1815 verliehene Standarte. Am 20. Januar nahm König Friedrich Wilhelm HL die Parade des durch Berlin marschierenden Regiments ab und sprach ihm seine höchste Zufriedenheit über sein Verhalten in dem »ergossenen Feldzuge aus. Nachdem daS Regiment dann noch in verschiedenen Garnisonen gelegen, wurden rhm m Herbst 1850 Mühlhausen und Langensalza als Garmfonen angewiesen, wo es am 10. Februar 1851 einmarschier e. Für die Beteiligung an dem Feldzug 1649 in Baden wur die Standarte des Regiments durch A. K.-O. vom -. 3 1861 mit dem Bande des Militär -Ehrenzeichens mt Schwertern geschmückt. Durch A. . """' .*, 7

1860 wurde dem Regiment der Name Thüringisches Ula Regiment Nr. 6 beigelegt, den es ja ^ »och heute führ. Anläßlich des KrönungSkesteS am l8. Oktober 1861 eh das Regiment einen Chef in der Perlon d P 5 v rich Wilhelm von Hessen ' Cassel. Den 25 Mârz feierte es das Fest seines 50 i a h r 1 g e n B e st e h e n S. Die Städte Mühlhausen und Langensalza llistetenaus dreem Anlaß eine Geldsumme, deren Zms-N zum Besten der Unter- offuitrSfamilien verwendet werden. An dem Feldzug 1866 nahm das Regiment ruhmvollen Anteil. Zur bleibenden Er- innerung an den Feldzug wurde ihm für seine Standarte das Band des für Kombattanten des Feldzuges 1866 ge­stifteten Erinnerungszeichens mit Schwertern verliehen. Viel, seiner Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften erhielten für ihr tapferes Verhalten in dem Kriege Auszeichnungen.