Einzelbild herunterladen
 

ei-rSckvngvgeSVH«

DU Bgtfpafhne Petttzetle oder deren Naum W Pfg. ta SUUamdeU DU ZiU« 60 Pfg.

ItoiatUnebTUd und Verlag der Buchdruckerei tief verein, eo. Waisenhauses in Hanau.

General-Anzeiger

Amlliiljts Organ für Stadt- und Faudkreis Kanan.

Bezugspreis»

Llerteljährllch 1.80 Mk., monatlich SVPfg., füt Post, bezug vierteljährlich 2.10 ML, monatlich 70 Pfg. Die einzelne Nummer tostet 6 Pfg.

Erscheint täglich mit Ausnahmeder Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage. Verantwort!. Redakteur: E. Schrecker in Hamm.

$L 8 zyernsprechanschlttfr Nr. 230.

Amtliches.

Auf Grund des § 3 der FernsprechgeHühren-Ordnung vom 20. Dezember 1899 (Reichsgesetzblatt S. 711) wird folgendes bekannt gemacht:

Für die Anschlüsse an das Ortsfernsprechnetz in Hanau beträgt vom 1. April 1913 ab

die Pauschgebühr 160 Mk., die Grundgebühr 75 Mk.

Die Teilnehmer sind auf Grund der neuen Fest­stellung der Gebühr berechtigt, ihre Anschlüsse mit ein­monatiger Frist zum 1. April 1913 zu kündigen. Die Kündigung ist spätestens bis zum 1. März bei dem Ver­mittelungsamt anzubringen.

Teilnehmer, die an Stelle der Pauschgebühr von 160 Mk. die Grundgebühr von 75 Mk. und Gesprächs­gebühren (für jedes Ortsgespräch 5 Pfg., mindestens 20 Mk, jährlich) zu zahlen wünschen, müssen dies dem Dermittelungsamt spätestens bis^zum 1. März schriftlich mitteilen ; sie erhalten dann nötigenfalls zum 1. April andere Anschlußnummern.

Castel den 6. Januar 1913. , 971

Kaiserliche Ober-Postdirektion.

Stadtkreis Ranau. Bekanntmachung.

Das Nachtragsstatut zum Statut betreffend die Fristen für die Legung und Feststellung der städtischen Jahres­rechnungen liegt vom 11. d. Mts. ab 2 Wochen lang zur Einsicht der Gemeindeangehörigen im Rathaus, Zimmer Nr. 35 offen. Einsprüche gegen das Nachtrags­statut können während der Offenlegungsfrist bei der genannten Dienststelle erhoben werden.

Hanau den 3. Januar 1913. 1009

Der Oberbürgermeister.

Dr. G e b e s ch u s.

Zwangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in der Gemarkung Langenselbold belegene, im Erundbuche von Langenselbold Art. Nr. 1803 in Abteilung I unter Nr. 2 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen der Ehefrau des Obst- und Gemüse­händlers Josef Schwarzkopf, Elisabeth geb. Schieffer zu Langenselbold eingetragene Grundstück:

Krtbl. 69 Nr. 100, Steinweg Nr. 16 = 1 ar 80 qm

a) Wohnhaus mit Hofraum,

210 Mk. jährlichen Nutzungswert, b) Stall (A),

18 Mk. jährlichen Nutzungswert am 7. März 1913^ vormittags 9 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht an der Gerichtsstelle versteigert werden,

Langenselbold den 7. Januar 1913. 999

Königliches Amtsgericht.

Gefunden: 1 Pelzteilchen, 1 Portemonnaie und 1 Paar graue Handschuhe; abzuholen auf dem Geschäfts­zimmer der Armenverwaltung.

Hanau den 9. Januar 1913.

AMm and lerlirau WEM it.

Gefunden:! schwarzes Schülermäppchen (mit dem Namen D. Walter), 1 Zweimeter-Zollstock, 1 Peitsche.

Liegen geblieben bei K. I. Cahn: 1 Paar braune Herren-Grimmerhandschuhe, 1 Paar blaue und 1 Paar braune Kinderhandschuhe, 2 Paar schwarze und 1 einzelner Damenhandschuh; Empfangnahme auf dem Fundbureau.

Entlaufen: 2 schwarzgrüne Enten.

Zugelaufen: 1 junger schwarzer Pudel mit weißer Brust w. Geschl.

Hanau den io. Januar 1913.

Politische Rundschau.

Die Militäroorlage. Zu der von derPost" ver- öreitelen Meldung über eine neue Militärvorlage bemerkt die Deutsche Tages;eitung", daß die Ausbildung der Ersatzre­serven überhaupt keiner Gesetzvorlage bedürfe und daß auch Aenderungen in der Bespannung der Artillerie nicht durch ein Sondergc etz, sondern durch den Etat angefordert werden könnten. Im übrigen stehe über den Umfang der allerdings zu erwartenden Vorlage noch nichts fest. DiePost" selbst hält ihre Mitteilungen über den gegenwärtigen Stand der Vorlage aufrecht.

Ungültigkeit der Wahl des Abg. Vecker-Bingen- Alzey. Die Wahlprüfnngskom Mission des Reichstags hat in ihrer Sitzung, am Donnerstag bie Wahl des Abgeordneten

Freitag den 10. Januar

Becker-Bingen Alzey (bei keiner Partei) mit 8 gegen 5 Stimmen für ungültig erklärt.

Dom Bundesrat. Der Bundesrat überwies den Ent­wurf des Gesetzes über die Verlegung der deutsch-öster­reichischen Grenze bei Hamme,-Untermiesenthal-Weipert den zuständigen Ausschüssen. Zugestimmt wurde dem Er- gänzungsantrag des Königreichs Sachsen betreffend die Er­höhung des Betrags anläßlich der bei der Einweihung des Völkerschlachtdenkmals bei Leipzig zu prägenden Denkmünzen, der Vorlage betr. Aenderung der Tarasâtze, der Vorlage betr. Uebergangsbestimmungen zur Reichsversicherungsordnnng, ferner der Vorlage betr. den Vollzug des § 200 des Ver- stcherungsgesetzes für Angestellte. Zur Annahme gelangten der Antrag zur Genehmigung der Aenderung der Satzungen der Pensionskasse gemäß § 1360 R.-V. und die Vorlage betr. Bestimmungen zur Ausführung des § 392 des Ver- sicherungsgesit-es für Angestellte.

Der württembergische Etat für die Jahre 1913 und 1914. Aus dem württembergischen Elat für die Jahre 1913 und 1914 ist folgendes mitzuteilen: Im Departement der Justiz werden zur Erleichterung der immer stärker an­gewachsenen Geschâfislast des Landgerichts Stuttgart zwei neue Landgerichtsdirektoren, drei Landgerichtsräte und drei Landrichter gefordert, unter Wegfall von acht Hilfsrichtern. Für Stuttgart und eine Reihe von Amtsgerichten werden insgesamt 17 weitere Amtsrichter gefordert. Dem Etat des Finanzministeriums ist zu entnehmen, daß der Reinertrag aus der neu einyeführten Preußisch-Süddeutschen Klaffen­lotterie mit 7 82 000 Mk. in Rechnung gestellt ist. Der Ertrag der Einkommensteuer wird für 1913 auf rund 24,3 Millionen, für 1914 auf rund 25 Millionen geschätzt, was ein Mehr von rund 2,6 oder 3,2 Millionen bedeutet. Für Zwecke der Verkehrsanstalten sind neue Anleihen im Betrag von 32 Millionen in Aussicht genommen. Dazu tritt der Anleihebedarf für die Landeswasferverforgung mit 10 Millionen; der gesamte Staatsbedarf berechnet sich für 1913 auf rund 118, für 1914 auf 121 Millionen; gegen 1912 7,3 oder 10,2 Millionen mehr. Die Staatsschuld wird am 1. April 1913 652 Millionen betragen, von denen auf die Etsenbahnschuld 633 Millionen entfallen.

DT. EinDeutscher" Reichstagsabgeordneter. Der bekannte eliah-lothringische Politiker Abbö Wetterlä hat auf Einladung der Geographischen Gesellschaft der Normandie im Zirkus von Rouens vor 3000 Zuhörern einen Vortrag über dieVolksstimmung in Elsaß-Lothringen" gehalten, der, wenn der Bericht desMatin" den Tatsachen entspricht, hinter den Hetzreden eines französischen Chauvinisten nicht weit entfernt ist. Abbè Weiterlè, der deutscher Reichstags- abgeordneler ist, entwarf eineGeschichte der letzten 40 Jahre des Joches, das die zwar annektierten, aber nicht unter­worfenen Provinzen zu tragen hatten", er wies auf die rigorosen Maßnahmen der Sieger hin" und auf dieBe­drückungen", mit welchem sie ihre Herrschaft zu sichern suchen, ohne jemals in die Herzen und die Seelen ihrer neuen Staatsangehörigen einzudringen. Wenn die Bevölke­rung der neuen Lage sich gefügt hat einfach, weil sie muß, so darf man nicht daraus schließen, daß die elsaß-loth­ringische Jugend ihre Vergangenheit verleugnet. Sie hat gegen die deutsche Kultur einen stärkeren Abscheu, als ihre Vorlahren. Nach 40 Jahren des Zusammenlebens ist keine Verbindung zwischen den Eingewanderien und der Urbevölke­rung eingetreten". Indem der Abbä noch auf die Bemühungen der Elsaß-Lochringer, die Rechte eines Bundesstaates zu er­halten, Hingewiesen hatte, schloß er mit den Worten:Dank unseres hartnäckigen Widerstandes ist die Aera der großen Unterdrückungen schon vorüber, man beginnt wieder etwas freier zu atmen in Elsaß-Lothringen, unsere Sache ist gut, wir werden den Sieg davon tragen, wenn nicht bis da­hin ....." Wctierle vollendete den Satz nicht, wurde aber, wie der Beifall der Zuhörer bewies, sehr wohl ver­standen.

Parlamentarisches

mb. Das Provisorium der Fleischeinfuhr der Ge­meinden. Die Reichstagslomnnssion begann gestern die Beratung des Gesetzentwurfes über die vorübergehende Zoll- erleichterung bei der Fleischeinluhr. Nach der Vorlage des Bundesrats wird dieser ermächtigt, mit Rückwirkung auf den 1. Oktober 1912 bis zum 31. März 1914 an Gew inden, die fri'ches oder gefrorenes Fleisch aus dem Ausland für eigene Rechnung einführen und unter Einhaltung der vom Bundesrat Dor^fctneibenben Bedingungen zu angemessenen Preisen an die Verbraucher abgeben, den Emgaugszoll von 35 ober 27 Mk. auf 18 Mk. für den Doppelzentner zu er« * mäßigen. Die preußische StaatSregierung, sowie die übrigen beteiligten Bundesregierungen haben bekanntlich im Verord- nungswege Frachlvergünstigung für Vieh und frisches Fleisch, Seefische und Futtermittel gewährt, ferner Einfuhrverbote aufgeh. den oder Ausnahmen zugelassen. Die Genehmigung _ur Einfuhr von Fleisch und Vieb abweichend. von bestehenden

Ftrttsprechanfchlittz Nr. 230. 1913

Einfuhrverboten, wird nur für große Städte erteilt, soweit sie gewährleisten, daß das Fleisch zu einem niedrigen Preise an die Verbraucher verteilt wird. Es ist bekannt, daß eine sehr große Anzahl von Gemeinden im ganzen deutschen Reiche davon Gebrauch gemacht hat und nun gilt es, für dieses Provisorium die nachträgliche Genehmigung des Reichstages einzuholen und einen Endtermin festzusetzen. Die Be­gründung der Vorlage betont ausdrücklich den vorüber­gehenden Charakter der Maßnahmen und hebt hervor, daß am wirksamsten die Fleischteuerung durch Hebung der inländischen Schlachtviehhaltung bekämpft wird. In der gestrigen Aussprache der Kommission wurden die allgemeinen Gesichtspunkte wirtschaftlicher Natur erörtert. Die Regierung hat der Kommission eine sehr eingehende Nachweisung über die bisherigen Erfahrungen der beteiligten Gemeinden vorgelegt, die bis zu Neujahr reicht. Die An­gaben über die Wirkungen dieser Maßnahmen auf die Senkung der Preise auch für das inländische Fleisch im Ver­kauf der ansässigen Metzger und Fleischhändler sind dieser Nachweisung außerordentlich verschieden. Vielfach wird gar keine Wirkung festgestellt, in andern Fällen vertröstet man sich damit, daß einer weiteren Steigung der heimischen Preise durch den gemeindlichen Vertrieb der russischen, dânischerr, holländischen und in kleinem. Umfang auch schwedischen Ein­fuhr an Rind- und Schweinefleisch vorgebeugt werde, während in einer Reihe anderer größerer Orte doch ein vielfach er­heblicher Druck auf die allgemeinen Preise festgestellt wird. In der allgemeinen Besprechung legte die Regierung einen starken Nachdruck auf die günstigen Berichte. Die fortschrittliche Volkspartei hat Anträge gestellt, die das Provisorum um ein Jahr einschränken, also nur bis zum 1. April 1913 gelten lassen sollen. Von da ab soll der Bun­desrat ermächtigt werden, allgemein die Zölle für Schlacht­vieh und Fleisch, sowie für Jungvieh, Magervieh und Schlacht­vieh ganz oder teilweise außer Hebung zu setzen. Ebenso sollen von diesem Zeitpunkte ab obligatorisch die Zölle auf Futtergerste, Mais, Futterdohnen, Futtererbsen und Lupine außer Hebung gesetzt werden. Die Sozialdemokraten gehen )n ihren Anträgen noch weiter; sie rücken den Termin des bisherigen Provisoriums auf den 1. Januar d. J. zurück und verlangen bis zum Ablauf der Handelsverträge eine Er­mächtigung für den Bundesrat, den Gemeinden nicht nur, sondern auch den Konsumgenossenschaften und anderen gemein- nützigen Unternehmungen, die aus dem Ausland Vieh oder Fleisch einführen und zu den vorgeschriebenen Bedingungen zu angemessenen Preisen an die Verbraucher abgeben, den Eingangszoll zu erstatten. Ferner wird ein Gesetzentwurf verlangt zur Aufhebung des bekannten § 12 des Fleisch­beschaugesetzes, über die Einfuhr von frischem und gefrorenem Fleisch ohne anhängende innere Organe untersagt oder doch mindestens den erwähnten Korporationen gestattet. Ferner beantragen die Sozialdemokraten eine Erweiterung der Er­leichterungen der Vieheinfuhr, allgemein oder wenigstens für die genannten Korporationen dahin, daß die Einfuhr leben­den Rindviehs und Schweine aus den Niederlanden. Däne­mark und Schweden, unter Wegfall der Quarantäne, Frank­reich, Oesterreich-Üngarn, Rußland, Kanada und Argentinien nach Schlachtböfen mit Bahnanschluß und unter der Be­dingung der Schlachtung innerhalb 4 Tagen gestattet wird. Ein Eventualantrag der Sozialdemokraten wünscht allgemein die Einfuhr von frischem Fleisch und Schlachtvieh wie für die großen Städte.

Stimmungsbild aus dem Reichstag.

m. Berlin, 9. Jan. Die Interpellation über den Wagenmangel nahm heute noch nach längerer Aussprache ihr Ende. Es sprachen zunächst die Vertreter der kleineren Parteien, der Reichspartei und der wirtschaftlichen Vereinigung, bie Herren Freiherr v. Gamp und Mumm, von denen der erstere als Verteidiger der preußischen Eisenbahnverwaltung auf trat, deren Lob der christlich-soziale Redner warm unter­stützte und ein resigniertes Wort für die Neichselsenbahn sprach. Der Präsident des Reichseisenbahnamtes Wackerzapp sah sich auch heute veranlaßt, noch zweimal das or 3U nehmen. Er verteidigte das preußische ©ttenbahnmun gegen den Vorwurf der ungenügenden Voraussicht, a se s Interessenten im rheinisch-westfälischen Jndustnege ie solche Entwickelung nicht voransgelehen hatten. Dem trat Hernach Dr. Boettger, der altnmionale Vertreter der Indu,.ne- stabt Duisburg, des größten Umschlaghafens der Wett leb- Haft entgegen. Der Chef des «''W^ bahnen Deutschlands deutete an, daß sein Amt mehrfach und mit Erfolg und manchmal erst nach anfänglichem Widerstand wichtige Anregungen bei den einzelstaatttchen Verwaltungen gegeben habe Die Verhältnisse im Ruhrrevrer feien wieder normal und die wertvollen Anregungen, die im Reichstag gegeben seien, würden sicher befolgt werden. Herr Dr. Boettger sprach sehr scharf über die mangelhafte Verkehrs­politik, der das Vertrauen in die wirtschaftliche Zukunft fehle und bie allrusekr sich von fiskalischen Aenasten bemmen läge.