Einzelbild herunterladen
 

Bezugspreivi

Merk-ssShrNch 1.80 ML, monatlich 60^ fflt Post, bezug vierteljährlich 2.10 ML, monatlich 70 Pfg. Die einzelne Nummer lostet 8 Pfg.

Eineückvngsgebührr

DK vgefpakkene Petitzetl« oder deren Raum 20 Pfg.

Im Nellametetl Ole Zette 60 Pfg.

fbtoHxmebrud und Verlag der Buchdrucker«! der verein. eo. Watjenhauje« tn Hanau,

Keneral-Anzciger

Atttiiiihts Organ für Stadt und Fandkrtis Kavan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer VeNage.

Verantwort! Redakteur: & Schrecker in Hamm,

Nr. 6

F-ernsprechanschlusr Nr. 230

Mittwoch de» 8. Januar

FernsprechanschlitK Nr. 230

1913

Amtliches.

Eandkreis Hanau.

Die Schulverbände mache ich auf den als Sonderbeilage in Nr. 52 des Amtsblattes von 1912 veröffentlichten Ver­teilungsplan über die Beiträge zur Volksschullehrer-Witwen- und Waisenkaffe für die Rechnungsjahre 1912, 1913 und 1914 aufmerksam und weise auf das nach dem Schlußsätze der Bekanntmachung gegebene Rechtsmittel noch besonders hin. Hanau den 4. Januar 1913. V 6970

Der König!. Landrat.

J. A.: Karbe.

Die Schulverbände mache ich auf den als Sonderbeilage in Nr. 52 des Amtsblattes von 1912 veröffentlichten Ver­teilungsplan über die Beiträge zur Ruhegehaltskaffe der Lehrer und Lehrerinnen an den öffentlichen Volksschulen für das Rechnungsjahr 1912 aufmerksam.

Auf das nach dem Schlußsätze der Bekanntmachung ge­gebene Rechtsmittel weise ich besonders hin.

Hanau den 4. Januar 1913. V 6971

Der Konigl. Landrat.

J. A.: Karbe.

Stadtkreis Fyanau. Bekanntmachung.

Die Haushaltspläne des Erundstücksfonds für 1913 und des gemeinsamen Reservefonds der Betriebswerke für 1913

liegen vom 9. d. Mts. ab auf Zimmer 35 des Neu­städter Rathauses (2. Obergeschoß) 8 Tage lang zur Ein­sicht der Gemeindeangehörigen offen.

Hanau den 7. Januar 1913. 835

Der Magistrat.

Dr. Eebeschus.

Bekanntmachung.

Wegen der Gefahr der Verschleppung ansteckender Krankheiten dürfen an Familien, in welchen derartige Krankheiten herrschen, Bücher aus der Stadtbibliothek nicht entliehen oder abgegeben werden. Hat die Ent­leihung gleichwohl stattgefunden, so dürfen die Bücher weder zurückgegeben, noch von dem Bücherwart ange­nommen werden, es ist vielmehr für dieselben Ersatz zU leisten. Dringend anzuraten ist ihre Vernichtung, um die Uebertragung der ansteckenden Krankheit auf andere Familienglieder zu verhüten.

Hanau den 2. Januar 1913. 837

Der Magistrat.

Dr. Gebeschus.

Politische Rundschau.

DT. Zum deutschen Staatssekretärswechsel. Die bevorstehende Ernennung des Herrn von Iagow findet in der Wiener Presse keine Kommentare, da man ihn dort nicht kennt. Seinem Wirken in Rom wird nachgerühmt, daß er sich um die Befestigung des Dreibundes verdient gemacht habe.

Vor Wiederbeginn des Elsaß-Lothringischen Land­tages, der am kommenden Dienstag den 14. Januar mit her Wahl des Präsidiums seine Sitzungen wieder aufnehmen wird, haben gestern nachmittag bei dem kaiserlichen Statt­halter auf dessen Einladung Besprechungen der Vertreter der bürgerlichen Fraktionen stattgefunden und zwar waren die Vertreter der einzelnen Fraktionen je für sich allein geladen. Ueber den Verlauf der Unterhaltung soll amtlich nichts ver­öffentlicht werden. Ein bestimmtes Ergebnis war bei dem unverbindlichen Charakter der Aussprache nicht zu erwarten. Sie aber jedenfaü' recht gründlich, denn die Zentrums- ! Vertreter blieben, wie dieStraßbürger Post" feststcllt, über 2 Stunden, die Lothringer und Liberalen je V/s Stunden im Statihalter-Palais. Den Schwerpunkt der bevorstehen­den Kammerverhandlungen bildet die noch schwebende De-

1 amten - Besoldungsvorlage. Ueber die allgemeine Lage ist, wie dieStraßburger Post" mitteilen zu können glaubt, bei der gestrigen Besprechung im Statthalter-Palais den Abgeordneten zu verstehen gegeben worden, daß von einer Regierungskrise keine Rede sei, ebenso wenig von Intriguen, die zu diesem Schritt in der Umgebung des Statthalters nach den Erzählungen gewisser Blatter aespielt haben sollen.

DT. Der Papst und die Palästinafrage. Ein Tele­gramm aus Rom meldet, daß der Papst ein Schreiben an den deutschen Gesandten in London gerichtet hat mit der Bitte, dasselbe bei der Bottchafterkonferenz zur Verlesung zu bringen. In der Note bittet der Papst, daß bei irgend welchen Beschlüssen in der orientalischen Frage Palästina entweder von der türkischen Oberhoheit befreit werde oder die Mächte für die dauernde Heilighaltunq der geweihten Plätze und die Sicherheit der christlichen Pilger Garantien schaffen.

DT. Europareise. Die ZeitungJijischimpo" in Tokio erfährt aus Hofkreisen, daß der Mikado eine längere Europa- reife anzutreten gedenkt, um den europäischen Höfen einen Besuch abiuflatten. Der vom Kaiser Joahihito schon lange gehegte Plan soll bereits in kürzester Zeit ausgeführt werden, Der Mikado wird die Reise an Bord eines japanischen Kreuzers antreten.

Südwestafrika. Durch kaiserliche Verordnung vom 30. Dezember ist die Umwandlung der bisherigen südwestafri­kanischen Diamantenabgaben in die von den Förderern ge­wünschte Abgabe vom Reingewinn mit Rückwirkung vom 1. Januar 1912 ab eingeführt worden. Die Steuer beträgt 66 Prozent der Betriebseinnahme, vermindert um 70 Prozent der Betriebskosten. Der Betrag, den die Förderer als Er­satz für die bis zur Verleihung des Abbaurechts gemachten Aufwendungen den Betriebskosten zuschlagen dürfen, beläuft sich auf 2,50 Mk. für jedes Gramm der in bett Südfeldern und 10 Mk. für jedes Gramm der in den Nordfeldern ge­wonnen Diamanten. Die Förderer dürfen 10 Prozent Zinsen aus dem jeweils nicht abgeschriebenen Wert der dem Abbau­betrieb dienenden Gegenstände den Betriebskosten hinzurechnen. Damit ist den von den Förderern geäußerten Wünschen in vollem Umfang Rechnung getragen worden. Die zur Aus­führung der Verordnung erforderlichen Vorschrifen werden demnächst erlassen werden.

Aus Hanau Stadt und Land.

Hanau, 8. Januar.

Der Güterverkehr. In den Monaten Februar und März pflegt alljährlich ein gesteigerter Güterverkehr 'einzu­treten, der besonders die bedeckten Güterwagen sehr in Anspruch nimmt. In der Hauptsache kommen Dünge­mittel und landwirtschaftliche Erzeugnisse in Frage. Da die Wirtschaftslage anhaltend günstig ist, rechnet die Eisenbahn- verwaltung für die Monate Februar und März 1913 mit sehr starken Anforderungen an bedeckten Wagen. Damit diesen Anforderungen möglichst rechtzeitig entsprochen werden kann, erscheint es dringend erwünscht, daß mit dem Bezug der Maffensendungen für das Frühjahr frühzeitig d. h. schon im Januar begonnen wird. Durch volle Aus­nutzung des Ladegewichts der Güterwagen würde die Bedarfszahl an Wagen wesentlich eingeschränkt werden können; ferner würde die schleunigste B e- und Ent­ladung der Wagen den Wagenumlauf verbessern. Die Verkehrtreibenden werden daher zum eigenen Vorteil und zum Vorteil der Gesamtheit dringend gebeten, sich den frühzeitigen Bezug ihres Frühjahrsbedarfs angelegen sein zu lassen, das Ladegewicht der Wagen auszunutzen und die Wagen mög­lichst schnell zn behandeln. Hierbei wird noch besonders darauf hingewiesen, daß bei A u s n u tz u n g des Lade- g e-w i ch t s der Güterwagen von 15 und mehr Tonnen Ladegewicht ein Fracht Nachlaß gewährt wird.

* Die Deutsche Kolonialgesellschaft, Abteilung Hanan, hat für"Mittwoch den 15. d. Mls. Herril Friedrich Hupfeld, Direktor der Deutschen Togo-Gesellschaft, zu einem Vortrage gewonnen und spricht derselbe überTogo" unter Vorführung von Lichtbildern. Wir geben nachstehend eine Biographie des Redners:Dergassessor a. D. Friedrich Hupfeld, Direktor der Deutschen Togogesellschaft, ist 1869 in Prâvali (Kärnten) als Sohn eines Eiienhnttendirektors geboren, absolvierte das preußische Gymnasium in Schleusingen und trat dann in den preußischen Staatsdienst im Berglach ein. Praktizierte in Rheinland und Westfalen, studierte in München und Berlin und bestand 1893 seiß Pergreferendar- Examen, Ende 1896 sein Bcrgassessor-Txamen. Im April 1897 übernahm er die Leitung der DouglaS'scben Togo­expedition, welche neben wissenschaftlichen Zwecken die Auf­gabe hatte, die Togokolonie auf die Möglichkeit wirtschaft­licher Unternehmungen auf bergmännischem oder landwirt­schaftlichem Gebiet zu untersuchen. Die Expedition erwarb in Togo einen größeren Landbesitz. Nach Genehmigiing der Verträge reifte Hupfeld, der unterdessen aus dem Staats­dienste ausgeschieden war, im Herbst 1899 zusammen mit dem Geh. Reg..Rat Professor Dr. Wohltmann abermals nach Toao und im Anschluß daran auch nach Kamerun.

Auf Grund dieser Reise wurde Ende 1899 die Agupflanzung zunächst als Dersuchspflanzung angelegt. Nach seiner Rück­kehr übernahm er auch die heimische Leitung der Plantage Kpeme im Togo G. m. b. H. Im Jahre 1902 gründete er sodann die Deutsche Togogesellschaft, welche den von seiner ersten Expedition erworbenen Landbesitz einschließlich btt Agupflanzung übernahm und sich neben dem Fortbetriebe dieser Pflanzung vor allem auch dem Faktoreibetriebe und insbesondere dem Baumwollgeschäft zuwendete. Behufs Organisierung dieser Betriebe unternahm Hupfeld im Winter 1903 eine abermalige Reise nach Togo, der sich auch ein Besuch von Dahomey, Lagos und Kamerun anschloß. Im Jahre 1904 wurde die Plantage Kpeme in Togo G. m. b. H. unter Erhöhung des Kapitals in die Pflanzungsgesellschaft Kpeme in Togo umgewandelt. Anfang 1907 wurde di« Agupflanzung von der Agupflanzungsgesellschaft übernommen. Anfang 1911 gründete er die Togo-Pflanzungs-Aktiengesell­schaft, welche Sisal- und Maüiholbau betreibt. Zur In­spektion der ihm unterstellten Betriebe reiste Hupfeld in den Jahren 1905, 1908 und 1910 wiederum nach Togo und verband mit letzterer Reise eine Studienreise in die Plan- tagengebiete Ostafrikas, die ihn gleichzeitig nach Süd- und Südwestafrika führte. Hupfeld ist Mitglied des Vorstandes der Abteilung Berlin, sowie Vorstands- und Ausschußmitglied der Deutschen Kolonialgesellschaft".

* Weihnachtsfeier. Im Saalbau zumDeutschen Hause" hielt am Sonntag der Militäranwärterverein sein« Weihnachtsfeier ab. Der geräumige Saal erwies sich als viel zu klein, um die Einlaßbeaehrenden alle aufzunehmen. Ein MarschWeihnachtslieder" lditete das Fest ein. Nach der Begrüßung des Vorsitzenden wurde gemeinschaftlich das LiedO du fröhliche" gesungen. In bunter Reihenfolge zogen nun zwei Weihnachtsstücke, Kinderreigen, athletische Kraftübungen, Ringergruppen, Duette an den Augen der Besucher vorüber. Erhöht wurde der Reiz dieser Vor­führungen durch einen Scheinwerfer, welchen Herr Fr. B r e n n e ck », elektro-mechanische Werkstatt, hier, in liebens­würdiger Weise zur Verfügung gestellt hatte. Von all dem Dargebotencn einzelnes herauszugreifen, ist nicht gut mög­lich, denn eins war schöner wie das andere. Groß war auch die Freude der Kleinen durch die Verabreichung einer Bretzel. Der Zweck der Veranstaltung, Mittel zu Unter­stützungszwecken für hilfsbedürftige Witwen und Waisen zu bekommen, dürfte durch den Erlös der Lose auch erreicht sein. Nahezu 300 Gegenstände waren von den Mitgliedern und Freunden des Vereins gestiftet worden. Wenn auch einzelne mit einer oder auch mehreren Nieten vorliebnehmen mußten, so tat dies der allgemeinen Freude keinen Abbruch. Die Kameraden von der Musik trugen auch einen großen Teil mit zu dem Gelingen des Festes bei. Alles in allem war es eine schöne Feier, welche das Angenehme mit dem Nütz­lichen verband.

P. 21. Stiftungsfest der Friseur-Vereinigung. Am kommenden Sonntag den 12. Januar, abends 6 Uhr, begeht in den Sälen betCentralhalle" die freie Vereinigung selbst­ständiger Friseure von Hanau und Umgegend die Feier ihres 21. Stiftungsfestes. Wie alljährlich, so hat auch diesesmal das rührige Komitee weder Kosten noch Mühe gescheut, um am Ehrentag ihren Gönnern und Gästen ein vorzügliche-, dezentes Programm zu bieten. Daß es die Friseure verstehen, Feste zu feiern, haben diese ja bereits zur Genüge bewiesen. Der GesangvereinTonblüte" sowohl, als auch die hiesig« Turugesellschaft" haben ihre Mitwirkung zugesagt. Den instrumentalen Teil hat die bestens bekannte Lohrey'sche Kapell« übernommen. Die Humoristik und theatralische Unterhaltung liegen in den bewährten Händen der Kesselstädter Theater­gesellschaft, deren gute Leistungen den Besuchern des vor­jährigen Stiftungsfestes noch in angenehmer Erinnerung werden. Alles in allem wird ein genußreicher Abend zu erwarten sein. Deshalb sann es am Sonntag nur die ein« Parole geben:Auf zu den JüngernFigaros m du Centralhalle 1" (Näheres siche im morgigen ^merat).

* Stenographen - Gesellschaft ^âlsberger. bereits schon bekannt gegeben, findet nächsten "»tiftunas- 11. d. Mts. im Saale der Turngemeindedas 2. Stlstung fest obigen Vere,ns statt. Für den ^musikalttchen Teil sst Lohrey'iche Kapelle gewonnen, während Herr Loms Müll zur Unterhaltung beitragen wird. Auch sin an der Kasse erhältlich. ,

* Kathol. Kanfm. Berern Hanau a. M. Am kom inenbeit Sonnlag bei. 12. J°n»°r find-t 'N d°m âm Saale berGemralbalt« unsere ®Mna$l8fet« statt, be- [tebenb in Abmduni-rh-Itun, und Tanz. Ansang 7 Uhr. Wir laben h-r,u «Ke greuube und Sönnet unsenè Verein, [)5f[ ein und rechnen wir auch diesmal auf allseitigen Zu- Gruch: Eintritt wird nicht erboben.