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6U S-efpaltene Petitzetle oder deren Raum 20 Pfg. tm Nella metrU DU Zette 60 Pfg,

Rotationsdruck und vertag der Buchdruckerei Bef verein, eo. Watsen-aujes in Hanau.

General-Anzeiger

Amtliches Organ für StaM= und Landkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Vezugsprei»,

Vierteljährlich 1.80 3J1L, monatlich SO Pfg., für Poft, bezug vierteljährlich 2.10 ML, monatlich 70 Pf^ Die einzelne Nummer kostet D Pjg.

Verantwort!. Redakteur: 6. Schrecker in Hamm.

Nr. 5

Aeritsprechanschlit'r Nr. 230

Dienstag den 7. Januar

Ferttsprechattschltttz Nr. 230

1913

Amtliches.

Stadtkreis F)a tau. Bekanntmachung.

Im Hause Marktplatz Nr. 14 ist zum 1. April 1913 ein Laden mit Zubehör (Wohnraum, Nebenraum, Abort und Keller) zu vermieten.

Angebote sind umgehend einzureichen.

Laden und Wohnraum haben Zentralheizung'

Hanau den 4. Januar 1913. 733

Der Magistrat.

___________ Hild.

- Beschluß.

Ueber das von dem verstorbenen Kaufmann Heinrich Jakob Brenzel hier hinterlassene Vermögen wird auf Antrag der Erben die Nachlaßverwaltung ungeordnet.

Hanau den 4. Januar 1913. 661

Königliches Amtsgericht, Abt. 1.

Eelmdeie und mrimue WMM it.

Gefunden: 1 kleines Portemonnaietäschchen von Drahtgeflecht mit 10 Pfg., 1 gelblich grauer Damenhand­schuh (rechter), 1 Brillenscheide, 1 Double-Kneifer mit Scheide, 4 Briefe und 1 Postkarte adressiert an Johannes Bergmann.

Verloren: 1 goldenes Kollier mit herzförmigem Anhänger mit einem Brillant, 5 blauen Steinchen und einer weißen Perle in der Mitte, 1 eiserne Pferderaufe, 1 Portemonnaie (Inhalt: etwa. 40 Pfg., 2 Schlüssel, 1 Radfahrkarte und eine Wochenfahrkarte für Otto Funk, Großauheim), 1 gelber Kinderpelz, 1 grünes Damen- porlemonnaie mit vergoldetem Bügel (Inhalt: 1 Zehn­markstück).

Hanau den 7. Januar 1913.

Politische Rundschau.

Nationalliberale und die Fortschrittler. Zwischen den Zentralinsjanzen der Fort'chritilichen Volkspartei und der Rationalliberalen Partei in Preußen schweben, wie der Abq. Wiemer in Solingen in einer fortschrittlichen Delegiertenver­sammlung mittelste, Verhandlungen wegen eines gemeinsamen Vorgehens bei der Landlagswabl.

Die Verwendung der Nationalflugspende. Das Kura­torium der Nationalflugspende hat am 20. Dezember die Grundsätze für die Verwendung der vom deutschen Volk aufgebrachten sieben Millionen Mark festgelegt. Die Tägliche Rundschau" hört, daß die 51/* Millionen des Nationalfonds, die nicht von vornherein für Flugzeuge der Armee bestimmt waren, ausschließlich der Förderung des Flugwesens zukommen sollen, also nicht auch der Motorluftschiffahrt. Es ist beabsichtigt, die 51/» Millionen folgendermaßen zu verwenden: 1. für die Ausbildung, Unterstützung und Versicherung von Fliegern, 2. für die Ausschreibung eines neuen Flugmotorenwettbewerbes als Fortsetzung und Erweiterung des gegenwärtig auf An­regung des Kaisers in der Johannisthaler Versuchs­anstalt stattfindenden Wettbewerbs, dessen Ergebnisse zu Kaisers Geburtstag verkündet werden, 3. für eine Zen­tralstelle für Erprobung von Erfindungen, 4. für flug­wissenschaftliche Zwecke allgemeiner Art, 5. für Errichtung von Flugstützpunkten. Im Anschluß an den letzten Zweck erinnert dieTägl. Rundschau" an die dringende Not­wendigkeit der Schaffung von Wafferflugplätzen an der deutschen Küste. Die Marine besitzt bisher nur einen Küstenflugplatz in Putzig bei Danzig. Weitere Marine­flugplätze sind für Cuxhaven und Wilhelmshaven aus- ersehen. Damit ist aber noch nicht die Beschaffung von Wasserflugplätzen für die Privatindustrie besorgt, die nicht minder dringend ist, denn die Gemeinden scheuen sich der großen Kosten wegen vor der Anlage solcher Flugplätze. Sie sind aber dringend erforderlich für die Ausgestaltung des Flugsports, bei dem die drei bisher bestehenden Typen, schwimmende Flugzeuge, fliegende Boote und Unioersalflugzeuge (d. h. solche, die vom Lande und vom Wasser aufsteigen können), ihre gegenseitige Ueberlegenheit noch längst nicht erwiesen und festgestellt haben, so daß die Technik des für die Marine zu einer ungeahnten Bedeutung gelangten Flugwesens hier eine ihrer dringendsten Aufgaben finden muß.

8. & H. Das Reichstheatergesetz in Sicht. Die gegen­wärtig zwischen den beteiligten Fakioren schwebenden Ver­handlungen lassen erkennen, daß eine Einigung über den Entwurf eines Reichstbeatergesetzes schon in allernächster Zeit

zu erwarten ist. Gegenwärtig finden Verhandlungen über die strittigen Fragen des Entwurfes der Reichsregierunq im Reichsamte des Innern statt, bei denen Geheimrat Land­mann den Vorsitz führt. Von Behörden waren sonst noch anwesend Vertreter des Kultusministeriums, des Handels­ministeriums, des Justizministeriums, des Ministeriums des Innern, des Ministeriums der öffentlichen Arbeiten, sowie des Reichsjustizamtes. Bühnenverein wie Bühnengenossen­schaft waren durch ihre bekanntesten Mitglieder vertreten. In einer der wichtigsten Streitfragen wurde eine Einigung er­zielt. Die Vertreter des Bühnenvereins erklärten sich bereit, der Bestimmung zuzustimmen, wonach in Zukunft den Schau­spielern die historischen Kostüme auf Kosten der Bühnen­leitung geliefert werden sollten. Eine längere Debatte ent­spann sich über die Frage der Engagementsverträge. Die Konferenz einigte sich dahin, daß in Zukunft alle Verträge schriftlich niedergelegt werden sollen. Die Kündigungsfrist bei Verträgen unter einem Jahre Dauer wurde auf 5 Mo­nate bemessen. Auch in der Frage, in welcher Weise in Krankheitsfällen zu verfahren sei, wurde eine Einigung er­zielt. Zu den weiteren Besprechungen, die ebenfalls im Reichsaml des Innern stattfinden sollen, werden Artisten und Musiker hinzugezogen werden, damit die Reichsregierung in die Lage versetzt wird, auch deren Ansichien kennen zu lernen. Wie verlautete, beabsichtigt die Regierung allerdings nicht, ein besonderes Reichstheatergesetz einzubringen, sondern sie wird sich damit begnügen, die einschlägigen Bestimmungen in einer Novelle zur Gewerbeordnung zu sammeln.

D. Bassermann über die deutsche Politik. Nm Sonntag abend fand in Neufreistätten eine große öffentliche Versammlung der Nationalliberalen statt, in welcher der Reichstagsabgeordnete Bassermann über deutsche Politik sprach, wobei »tr in eingehender Weise über die innere und äußere Politik des Reiches sich verbreitete. Bassermann kam zunächst auf die Zeit vor 35 Jahren zu sprechen und betonte dabei, daß es die Nationalliberale Partei gewesen sei, die stets auf eine Reform des diplomatischen Dienstes hingedrängt habe. Gerade die Erfahrungen auf dem Balkan bestätigten die Not­wendigkeit der Reform im diplomatischen Dienst. Die Nationalliberalen seien sehr weit davon entfernt zu sagen, daß ein Adliger ungeeignet sei für einen Diplomaten. Sie erkenne vollständig an, daß aus den Kreisen der Adligen schon sehr gute Diplomaten hervorgegangen feien. Sie wollten aber mit der Reform erreichen, daß das deutsche Volk, das so große Erfolge errungen habe in seiner ganzen wirtschaftlichen Entwicklung, die Möglichkeit besitze, auch aus weiteren Kreisen heraus der Diplomatie Kräfte zuzuführen. Bassermann ging sodann näher auf den Verlauf des Balkan­krieges ein und sagte: Die Streitigkeiten der Balkanvölker werden in den Hintergrund treten, gegenüber den Kämpfen zwischen Germanentum und Slawentum. Danach kam der Redner auf die Stellung Deutschlands gegenüber Oesterreich zu sprechen und betonte dabei, daß man nicht sagen könne, daß das österreichische Volk kriegerisch gewillt sei, daß Deutschland daher fest und treu zu Oesterreich stehen und die Ansprüche, die Rumänien stelle, unterstützen werde. Wenn die Einkreisungspolitik König Edwards von England zur Wahrheit würde, so würde es zu einem nationalen Kriege kommen. DaS deutsche Volk will den Frieden,aber will einen Frieden in Ehren. In- seinen Schlußworten führte Bassermann ungefähr aus: Die Zielpunkte der deutschen Politik müssen sein: sich frei zu machen von Illusionen, weil es nicht gelingen wird, den Panslawismus zum Still- stand zu bringen. Es werde Deutschland nicht gelingen, Frankreich, das sich heute mehr denn je mit dem Revanche­gedanken trägt, zu einem Staate zu machen, der bereit ist, für Deutschland einzutreten. Ebensowenig, wie Deutschland sich mit England versöhnen könne, welches auf die deutsche Machtstellung, btt deutsche Entwicklung eifersüchtig ist. Es gilt, an die eigene Sache zu glauben. Die Zukunft der deutschen Welt gehört weder Klassen- noch Koufefsious- kâmpfen, sondern der gemäßigt liberalen, fortschrittlichen Weiterentwicklung. Die Zeit ist dazu angetan, den Blick auf das Große zu richten, und da müssen wir versuchen, die Gegensätze zu überwinden. Wir müssen an die Solang dieser Aufgabe gehen und darum fest und treu zu unserer Sache stehen. Der Naiionalliberale strebt nicht für seine Partei, sondern für sein großes deutsches Vaterland. Die Aus­führungen Bassermanns fanden stürmischen Beifall.

Der neue Staatssekretär des Auswärtigen Amts.

Nom, 6. Jan. Die Ernennung des deutschen Bot­schafters v. Jagow zum Staatssekretär des Auswärtigen wird von sämtlichen Blättern aufs -wärmste begrüßt. Popolo Romano" schreibt: Wenn uns ein wenig Egoismus erlaubt wäre, hätten wir keinen Grund, uns über die Be­förderung Jagows zu freuen, da sie uns nicht nur eines

sympathischen lind illustren Vertreters einer befreundeten Nation, sondern eines der aufrichtigsten Freunde Italiens beraubt. Das Blatt betont dann, mit welchem diplomatischen Geschick und welcher Liebenswürdigkeit Jagow während des Trienniums die Botschaft geleitet und sich in allen hiesigen Kreisen Sympathien erworben habe. Das Blatt schließt mit dem Wunsche, daß Jagow in Berlin dieselbe persönliche Ge­nugtuung wie in Rom finde.Messaggero" hebt die großen Verdienste Jagows um die Aufrechterhaltung der guten Beziehungen zwischen Deutschland und Italien und die vorzeitige Erneuerung des Dreibundes hervor, an der er energisch mitarbeitete. Das Blatt wünscht Jagow, daß er seinen Namen mit dem Friedenswerk verknüpfe und während seiner Tätigkeit in der Wilhelmstraße die Beziehungen zwischen Deutschland und Jtal'en immer herzlich bleiben mögen.Vita" schreibt: Jagow trug zur Unterhaltung der »lebhaftesten Freundschaft zwischen Deutschland, Italien und Oesterreich-Ungarn bei. Die Italiener seien Jagow dankbar für das vollbrachte Werk und wünschten, daß er sein Freundschaftsgefühl für Italien auch als Minister be­wahre.

Die Balkankrists.

Die Friedensverhandlungen.

London, 6. Jan. Ueber die heutige Sitzung der Frie­denskonferenz erfährt das Reutersche Bureau: Reschid Pascha unterbreitete folgende neue Vorschläge der Pforte:

I.Die Türkei ist bereit, im Norden von Adrianopel einige Zugeständnisse an Gebiet zu machen, jedoch mit Ausschluß Adrianopels selbst.

2. Die Türkei begibt sich ihrer Rechte auf Kreta unter der Bedingung, daß die Abtretung keiner anderen Insel von ihr verlangt wird.

Die Mitglieder der türkischen Mission verließen darauf den Konferenzsaal, während die Delegierten der Balkanver- bündeten zurückblieben und nach längerer Beratung zu folgen­dem Beschluß kamen: Die Vorschläge der türkischen Dele­gierten entsprechen nicht den von den Verbündeten in der vorhergehenden Sitzung formulierten Forderungen und die Verhandlungen auf der vorgeschlagenen neuen Grundlage waren nicht derart, daß sie zu einem Abkommen führen könnten. Die Delegierten der Verbündeten sehen sich daher genötigt, die Arbeiten der Konferenz zu suspendieren. , Nach der Rückkehr der Türken in den Saal verlas der Präsident Nowakowitsch die Antwort der Verbündeten und hob die Sitzung auf. Die Türken protestierten und erklärten, der Präsident sei nicht dazu berechtigt, die Sitzung aufzuheben.

Nachdem die forinelle Sitzung beendet war, wurde den Türken in der folgenden allgemeinen Unterhaltung erklärt, die Verbündeten beabsichtigten nicht, den Abbruch der Ver­handlungen herbeizuführen. Da aber eine zufriedenstellende Antwort auf die Vorschläge der Verbündeten vom Freitag nicht eingegangen »sei, suspendierten sie die Arbeiten solange, bis eine zufriedenstellende Antwort erfolgt sei. Im weiteren Verlauf der nicht formellen Unterhaltung erklärte Rcschid- Pascha, er beabsichtigte, über die Verproviantierung Adria­nopels zu sprechen, sei aber der Gelegenheit beraubt worden, dies zu tun. Es wurde ihm gesagt, die Angelegenheit sei bereits in der früheren Sitzung besprochen worden, in der -erklärt worden sei, daß die Konferenz nichts mit den Be­dingungen des Waffenstillstandes zu tun habe. Die Türken verließen sodann etwas erregt den Palast.

London, 6. Jan. Wie das Reutersche Bureau erfahrt, waren die Delegierten der Balkanstaatcn der Meinung, daß die Vertagung der Konferenz über das griechisch-orthodoxe Weihnachtsfest hinaus den Türken zu weiterer Ueberlegung Zeit geben wird, sodaß es ihnen möglich sei, bei der na$l Sitzung annehmbare Vorschläge zu machen. Die n ml Sitzung findet voraussichtlich am Freitag statt, vielleich Ich am Donnerstag. Es ist möglich, daß "Zwilchen un Delegierten der beiden Parteien private Verhandlungen g ^Ta^i <t«n ©er T-st her schriftlich«' N°'«. der der ÄVÄ h°"i- -°" N-!chib-P°w° -n'-rb--"" worden ist, lautet folgendermaßen:-Mnheien

^n der Note, die imä die ©elegierten der »erkunke en Staaten im Laufe der heutigen Sitzung vorgtlegt haben, haben sie die Ansicht ausgedrückt, wir hauen dl« -Ergebn ff des Krieges nicht in Rechnung gezogen. Wu müssen daraus hiilweisen daß wir in die bedeutenden terntonalen Kon­zessionen,'abgesehen von zwei Punkten, eingewilligt Habern Wir haben sämtliche Forderungen der verbündeten Staaten zugestanden. Dadurch, daß die Verbündeten verlangten, in der Klausel, durch die wir die westlich vom Wilajet Adrianopel besetzten Gebietsteile abtraten, des Ausdruck ebt»