Einzelbild herunterladen
 

Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei lief Geteilt ev. Waisenhauses in Hanau.

Verugspreiar

vierteljährlich 1 R0 M^ monatlich 00 W, Mr Poft- bezug vierteljährlich LIO SHL, monatlich 70 Pt-, Die einzelne Nummer kostet 6 Pfg.

Eiorvckvngsgebvhr»

Dkl vgefpaltene Petitzeile oder deren Raum SO Pfg. Im NeüameteU die ZrUe 50 Pfg.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage. Verantwort!. Redakteur: v. Schrecker in Harm».

General-Anzeiger

es Organ für AM- und Landkreis Kanan

Nr. 300

^ernsprechanschltttz Nr. 23V.

Montag den 23. Dezember

Ferusprechanschlutz Nr. 23V. 1912

Amtliches.

Stadt- und Eandkreis Hanau.

Beim 1. Batl. des Eisenbahnregiments Nr. 3 sind Typhuserkrankungen feftgestellt. Da die Be­fürchtung besteht, das; der Main mit Typhus der« feucht sein könnte, bringe ich dies hiermit zur öffentlichen Kenntnis und warne die Bevölkerung, insbesondere die Bewohner der am Main gelegenen Orte, eindringlichst vor dem Genuß und Gebrauch des Mainwaffers.

Hanau den 20. Dezember ISIS.

Der Königl. Landrat und Polizeidirektor.

P. 13973. J. A.: Karbe.

Eandkreis Hanau.

Nach Mitteilung des 1. Kurhessischen Infanterie- Regiments Nr. 81 in Frankfurt a. M. findet voraus­sichtlich im Januar 1913 im Gelände zwischen Nieder- und Oberdorfelden, Hochstadt und Bischofsheim eine größere Felddienstübung statt.

Der Tag wird noch mitgeteilt. Hanau den 20. Dezember 1912. M 2760

Der Königliche Landrat.

I. A.: K a r b e. *

Bekanntmachung.

Fahrbarer, pneumatischer Apparat mit Dampfbetrieb für Latrinengrubenentleerung, 8 fahrbare schmiede­eiserne Kessel von je 1 cbm Inhalt, 1 fahrbarer schmiede­eiserner Kessel von 1,5 cbm Inhalt und 1 Spreng­wagen mit 2,5 cbm großem schmiedeeisernem Behälter zu verkaufen. 31315*

Magistrat Hanau.

Ablösung der Neusalikr-Erstulstisnen.

Zur Ablösung der hier üblichen und gewiß ebenso wie an anderen Orten lästig empfundenen gegenseitigen Neu- jahrsgratulalionen sind Listen ausgelegt in der E. M. Alberti'schen und F. N. Königs Hofbuchhandlung, der Buchhandlung von August Zippelius, der Expedition des „Hanauer Anzeigers" und der „Hanauer Zeitung", dem Stadtsekretariat, dem Meldeamt, dem Standesamt sowie ruf dem Armenamt.

In diese Listen kann jedermann seinen Namen und den von ihm gezahlten Betrag selbst eintragen.

Der Erlös soll für die von der Stadt und dem hiesigen evangelischen Waisenhaus unterhaltenen armen Pflege- und Waisenkinder verwendet werden. Insbe­sondere soll dadurch ein Grundstock für außerhalb der engeren Armenpflege liegende Aufwendungen, z. B. zu Weihnachlsbescherungen und dergl. geschaffen werden.

Die Namen der Zeichner werden rechtzeitig vor und nötigenfalls unmittelbar nach Neujahr in den hiesigen Zeitungen, jedoch ohne Angabe des gezahlten Betrages veröffentlicht werden, sodaß ein vollständiger Ersatz für die gegenseitigen Neujahrsgratulationen vorhanden ist.

Da diese Einrichtung sich an anderen Orten sehr be­währt hat, bitten wir auch hier recht regen Gebrauch davon zu machen.

Allen Gebern im voraüs besten Dank.

Hanau den 17. Dezember 1912. 31415

Der Magistrat, Armen- Die Verwaltung des ev. und Waisenamt. Waisenhauses.

Glaser. Ewald.

Güterrechtsregister,

Die Eheleute Zeichner Jakob Beyer und Elisabeth geb. Iakob, beide in Hanau wohnhaft haben durch Ver­trag vom 23. November 1912 den Eüterstand der Güter­trennung vereinbart.

Eintrag des Königlichen Amtsgerichts 5 in Hanau vom 11. Dezember 1912. 31545

In dem Konkursverfahren über das Vermögen der offenen Handelsgesellschaft in Firma „Clofetpapierfabrik Hanau Lang & Co." mit dem Sitz in Hanau wird zur Abnahme der von dem Verwalter gelegten Schlußrech­nung, zur Erhebung. von Einwendungen gegen das Schlußverzeichnis zur Beschlußfassung, der Gläubiger über die nicht verwalteten Vermögenstücke und zur Anhörung

der Glaubigerversammlung über die Festsetzung der Aus­lagen und Vergütung für den Verwalter und die Mit­glieder des Gläubigerausschusses anberaumt auf den

14. Januar 1913, vormittags 10 Uhr.

Hanau den 7. Dezember 1912. 31547

Königliches Amtsgericht, Abt. 5.

In Sachen betreffend das Konkursverfahren

1. über das Privatvermögen des Heinrich Lang,

2. über das Privatoermögen des Heinrich Mehrling, beide in Hanau, wird Termin zur Gläubigerversammlung auf den 14. Januar 1913, vormittags 10 Uhr, anberaumt.

Es soll über den Antrag des Verwalters auf Ein­stellung des Konkursverfahrens infolge Fehlens einer die Kosten des Verfahrens deckenden Masse und Verwendung des Maffebestandes als Honorar des Verwalters Beschluß gefaßt werden.

Hanau den 9. Dezember 1912. 31547

Königliches Amtsgericht, Abt. 5.

Handelsregister.

Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Firma: „Dr. Oehler & Co. Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Großkrotzenburg" mit dem Sitz in Großkrotzenburg.

Der Ehefrau des vr. Eugen Oehler, Anna geb. Quadteusch in Offenbach a. M. ist Eesamt- prokura erteilt derart, daß sie gemeinschaftlich mit einem der beiden anderen Prokuristen, dem Kaufmann Robert Vogel und dem Dr. Hans Mü ller, beide zu Kahl a. M. wohnhaft, zur Vertretung befugt ist.

Eintrag des Königlichen Amtsgerichts 5 in Hanau vom 17. Dezember 1912. 31577

1. Firma: „Bertha Schulz" in Hanau.

Die Firma ist erloschen. Die Prokura des Albert Schulz in Hanau ist gelöscht.

2. Firma: „Adolf Hommel & Co." in Hanau.

Der Sitz der in Liquidation befindlichen Gesellschaft ist nach Frankfurt a. M. verlegt.

Einträge des Königlichen Amtsgerichts 5 in Hanau zu 1 und 2 vom 19. Dezember 1912. 31579

Aufgebot.

Die Witwe des Ackermanns Ernst Heinrich Sahler, Sabine, geb. Ringler von Langenselbold hat das Aufgebot des Giundichuldbriefes über die im Grund­buch von Langenselbold, Band 12, Artikel 480 in Ab­teilung III unter Nr. 2 eingetragene Grundschiild von 133 M. verzinslich zu 5 pCt. vom 1. April 1887 zu Gunsten des Isaak Löb Heß in Hüttengesäß beantragt. Der Inhaber der Urkunde wird ausgefordert, spätestens in dem auf

Freitag den 11. Juli 1913, vormittags 9 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht anberaumten Aufgebots- termine seine Rechte anzumelden und die Urkunde vorzu­legen, widrigenfalls die Kraftloserklärung der Urkunde er- solgen wird.

Langenselbold den 17. Dezember 1912. 31553

Königliches Amtsgericht.

Wmdm md uerlorene ©egenitönbe it

Gefunden: 1 Paar graulederne Herrenhaudichuhe, 1 Armband mit Damenuhr, 1 Schlüsselring mit 7 Schlüsseln, 1 kleine gelbe Handtasche (Inhalt 1 Schlüsselring mit 11 Schlüsseln, 1 kleiner Hammer, 1 Schere, 2 alte Feilen, 2 Revolverpatronen, 2 Zigarettenschachteln).

Stehen geblieben bei Reinhardt Wwe., Rosen­straße 16: 1 schwarzseidener Damenschirm mit goldenem Griff, Empfangnahme daselbst.

Liegen geblieben bei Leuchter, Bangertstraße 13; 1 Taschentuch, gez. F., Empfangnahme daselbst.

Verloren: 80 Mk. bar in einem Taschentuch ein­gebunden, 1 RadfabrerlApes in Wachstuch eingewickelt, 1 Damenportemonnaic mit etwas über 17 Mk. und einigen Konsummarken, 2 Schlüssel am Scharnier.

Zugelaufen: 1 grauweiße Hühnerhündin mit schwarzen Ficken.

Hanau den 23. Dezember 1912.

Politische Rundschau.

Der württembergische Minister des Innern Dr. von Pischek ist zuruckgetreten. Zu seinem Nachfolger wurde der bisherige Kultusminister Dr. v. Fleischhauer und zum Kultus­minister der Präsident des evangelischen Konsistoriums, Dr. v. Habermaas, ernannt.

Der Landtag des Fürstentums Reuß j. L. hat tt namentlicher Abstimmung gegen die Stimmen der Sozial« demokraten das neue Wahlrecht in dritter Lesung ange­nommen und sich hierauf bis zum Mär; 1913 vertagt.

Stürmische Sitzung des Wiener Eemeinderat».

Wien, 21. Dezbr. In der heutigen Gemeinderatssitzung kam es zu großen Lärmszenen und Tätlichkeiten zwischen der Mehrheit und der Minderheit Der Budgetreferent, Dizebürgermeister Hoß, beantragte ein Budgetprovisorium, weil eine Erledigung des Etats vor Weihnachten unmöglich ist. Die Opposition war vo« diesem Vorschläge nicht unterrichtet, und auch der größte Teil der christlich-sozialen Mehrheit hatte darüber nichts erfahre«, stimmte aber auf ein Zeichen der Führer für den Antrag, welcher unter kolossalem Lärm sofort angenommen wurde. Die liberale und sozialdemokratische Opposition, die erst hinterher Kenntnis davon erhielt, stürmte gegen das Präsidium vor und eröffnete eti Bombardement mit Büchern, Papterkörben,' Papierkugeln und dergleichen gegen die Christlich-sozialen. Das Präsidium verließ fluchtartig den Saal. Es kam zu Zusammenstößen und Prüge­leien zwischen Majorität und Opposition, die etwa zehn Minute» dauerten. Das Galeriepublikum schaute verwundert bett Vor­gängen im Saale zu, bis Amtsdiener den Saal räumten. Im Korridor vor dem Festsaal sammelten sich die Galeriebesucher unh. empfingen jeden in den» Festsaal kommenden Gemeinderat je nach ihrer Parteizugehörigkeit mit Hoch- und Pfuirufen. Auch zwi­schen den Galeriebesuchern kam es zu Prügeleien, denen erst die Hauswache ein Ende machte. Zwischen den Gemeinderäten setzte« sich die Auseinandersetzungen noch in der Garderobe fort. Nachdem die Sitzung gesprengt war, versammelte sich die Opposition, Li­berale und Sozialdemokraten, zu einer gemeinsammen Versamm­lung und beschlossen, ein Manifest an die Bevölkerung Wiens, worin gegen die Verletzung des Gemeindestatuts und der Ge­schäftsordnung durch die Majorität protestiert wird.

Die Londoner Konferenzen.

Konstantinopel, 21. Dezbr. Die Botschafter der Großmächte fahren sämtlich fort, der Pforte anzuraten, keinen Bruch der Lon­doner Friedensverhandlungen eintreten zu lassen. Die Pforte scheint aber auf ihrem intransigenten Standpunkte zu verharren. Sie wird, wie schon gemeldet, in der Frage der Lebensmittel­versorgung der Festungen Adrianopel, Janina und Skutari die Botschafter-Konferenz anrufen, falls die Balkandelegierten sie ab­lehnen sollten. Wenn auch diese Körperschaft, welcher in Grunde genommen keinerlei Entscheidungsrecht zusteht, sie verneinen sollte, ist die Pforte gesonnen, den Waffenstillstand zu kündigen. Nach dem Protokoll von Tschataldscha können vier Tage nach der Kündi­gung die Feindseligkeiten wieder ausgenommen werden. Set Pforte bemächtigt sich das Gefühl, von Bulgarien in der Frage der Versorgung Adrianopels übers Ohr gehauen worden zu sein. Es wird von maßgebender Seite versichert, daß das erste Pro­tokoll die Versorgung dieser Festungen ausdrücklich enthielt. Als Reschid Pascha, der jetzige erste türkische Delegierte in London, den Entwurf desselben von Tschataldscha dem Ministerrat über­brachte, war die Versorgung ausgenommen. Am nächsten Tage weigerten sich die griechischen Delegierten jedoch, die Versorgung Janinas zu konzedieren, und traten von den Verhandlungen zu­rück. Die Bulgaren wußten äußerst geschickt bei den Türken den Anschein zu erwecken, daß zwischen ihnen und den Griechen die ernstesten Differenzen bestünden. Der Vorschlag der Bulgaren, die Verhandlungen ohne die Griechen fortzuführen, fand bei den Türken die bereitwilligste Aufnahme, besonders da er mit An­deutungen eines beabsichtigten Bündnisses zwischen Bulgarien und der Türkei verknüpft war. Am nächsten Tag präsentierten die Bulgaren ein neues Protokoll, in dem die Versorgung der Festungen gänzlich ausgeschaltet war, das dagegen eine für Bul­garien wichtige neue Bestimmung enthielt, daß sie den unter dem Feuer der türkischen Kanonen von Adrianopel stehenden dortigen Bahnhof benützen können. Die Bulgaren verstanden es geschickt, die türkischen Delegierten von der Belanglosigkeit der Versor­gung der Festungen zu überzeugen, auch davon, daß die gesamten Verhandlungen höchstens vierzehn Tage dauern würden, während deren man auf die Kulanz der Bulgaren rechnen dürfe. Obschon Reschid Pascha angewiesen war, das Protokoll nur zu zeichnen, wenn auch die griechischen Delegierten ihm beiträten, ließ er sich von den Bulgaren aufs Glatteis führen; er zeichnete das Proto­koll. Auffallend erscheint, daß er trotzdem nach London als erster Delegierter ging, obschon seinetwegen scharfe Differenzen im Mt» nisterrat ausbrachen. Die baldige Folge zeigte, daß die griechisch­bulgarischen Dissonanzen nur ein gutsitzender Theatereimp «ar«.