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Rotationsdruck und Verlag der Vuchdruckerei deck verein, eo. Waisenhaus«» in Hanau,

General-Anzeiger

Amtliches Organ fit S'Mb and Landkreis Kana«.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Verantwort!. Redakteur: 6. Schrecker in Hamm.

Kl. 297 Ktrèrechansâk Nr. 2.30.

Amtliches.

Eandkreis Hans«.

An die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher des Veranlagungsbezirks.

Diejenigen Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher, welche mit der Berichterstattung auf meine Rundver­fügung vom 19. Oktober 1912, St 2342, betreffend Aus­führung größerer baulicher Arbeiten in den einzelnen Gemeinden bezw. Gutsbezirken in 1912, an welchen ein­heimische Personen beschäftigt gewesen sind, noch rück­ständig sind, werden hiermit mit 8tägiger Frist an die Erledigung erinnert.

Hanau den 17. Dezember 1912. St 23421

Der Vorsitzende

der Einkommensteuer-Veranlagungs-Kommission für den Landkreis Hanau.

J. V.: Karbe.

Stadtkreis Hanau. Bekanntmachung.

Am Freitag den 20. d. Mts., vormittags IP/a Uhr, findet im unteren Saal des Neustädter Rathauses, Zimmer 1, öffentliche Sitzung des Kausmanns­gerichts statt.

Hanau den 18. Dezember 1912. 31231

Der Vorsitzende des Kaufmannsgerichts.

Hild.

Bekanntmachung.

Durch Verfügung des Königlichen Ober-Versicherungs­amtes zu Kassel vom 29. November 1912 — I Nr. 393 — ist der durchschnittliche Iahresarbeitsverdienst der land- und forstwirtschaftlichen Arbeiter und Arbeite­rinnen für den Stadtkreis Hanau vom 1. Januar 1913 ab wie folgt festgesetzt worden: für männliche Versicherte über 21 Jahre auf 900 M.» für weibliche Versicherte über 21 Jahre auf 720 M., für männliche Versicherte von 16 bis 21 Jahren auf 750 M., für weibliche Versicherte von 16 bis 21 Jahren auf 600 M., für junge Leute von 14 bis 15 Jahren auf 540 M., für junge Mädchen von 14 bis 15 Jahren auf 450 M., für Knaben unter 14 Jahre auf 180 M. und für Mädchen unter 14 Jahre auf 180 Mk.

Hanau den 10. Dezember 1912. 30687

Das Versicherungsamt.

I. V.: Bartmuß.

Stadttheater in Hanau.

Erste Weihnachts - Kindervorstellung : , „Schneewittchen".

Den Kleinen und auch den in ihrer Begleitung erschie­nenen Erwachsenen wurde gestern nachmittag durch die Auf­führung des Kindermärchens „Schneewittchen" eine hübsche Weihnachtsgabe beschert. Die Darsteller und Darstellerinnen waren eifrig bestrebt, das von Herrn Direktor S t e f f t e r in Szene gesetzte Märchen dem kindlichen Gemüt entsprechend herauszubringen, so daß auch der Erfolg nicht auSbleiben konnte. Die musikalische Leitung lag bei Herrn Kapellmeister Kähler in guten Händen.

Hasemanns Töchter.

Volksstück in 4 Akten von Adolf L'Arronge.

Die gestrige Aufführung des allen beliebten bereits in dieser Spielzeit schon mit Carl William Büller (Hase­mann) in Szene gegangenen Lustspiels erweckte insofern unser besonderes Interesse als dieses Mal in der Rolle des liebens­würdigen, gutherzigen Kunst- und Handelsgärtners Anton Hasemann Fritz Odemar vom Schauspielhaus in Frank­furt a. M. ein Gastspiel absolvierte. C ich nach den An­jangsszenen hatten wir den untrüglichen Ausdruck gewonnen, daß ein Künstler auf der Bühne stand, der aus edlem Empfin­den und tiefer Herzl-chteit heraus seine Figur zu gestalten verstand. Neben einer glücklichen Konstitution, d e der Dar­steller für sein Fach von Natur aus mitbringt, verschmähter in seinem Spiel wohldurchdachter Weise starke Farben auf­zutragen und befleißigte sich durchweg einer geradezu wohl­tuenden Schlichtheit und Innerlichkeit. So sind wir kurzum in der angenehmen Lage über einen schönen künst­lerischen Erfolg deS Frankfurter Gastes an unserer Bühne referieren zu können. Eine merkbare Zndtsposition.

Donnerstag den 19. Dezember

Kreissparkasse.

Wegen des Jahresabschlußes bleibt das Bureau der Kreissparkaffe vom 23. bis einschließlich 30. d. Mts. für den Verkehr mit dem Publikum geschloffen.

Hanau am 18. Dezember 1912. 31229

Der Vorsitzende des Vorstandes.

Frhr. L a u r.

Politische Rundschau.

Zum Tode des Prinzregenten Luitpold. Am heutigen Donnerstag findet in München die feierliche Beisetzung der Leiche des Prinzregenten Luitpold statt. Eine große Anzahl von gekrönten und ungekrönten Mitgliedern fürstlicher Häuser wird bei Feier beiwohnen. Der Kaiser beabsichtigte Mitt­woch abend in Begleitung der Prinzen August Wilhelm und Oskar zur Teilnahme an der Beisetzung nach München zu reifen. Im Gefolge befinden sich Hausmarschall Freiherr v. Lyncker, Generaladjutant Generaloberst v. Plessen, die Flügeladjulanten Oberstleutnant v. Mutius und Korvetten­kapitän Freiherr v. Paleske, Leibarzt Dr. Niedner, der Chef des Zivilkabinetts v. Valentini und der Chef des Militär- kabineits Freiherr v. Lyncker. Die Ankunft des Königs von Sachsen und anderer Fürstlichkeiten war schon auf Mittwoch abend festgesetzt. Der König von England hat den Herzog von Teck zu seinem Vertreter bei dem Leichenbegängnis be­stimmt. Der Herzog ist bereits am Dienstag von London abgereist. Auch König Albert von Belgien ist bereits am Mittwoch früh von Brüffel nach München abgereist. Al- Vertreter des Reichsgerichts haben sich der Präsident deS Reichsgerichts und der Oberreichsanwalt am Mittwoch abend nach München begeben. Der Reichstag hat am Mittwoch mittag 12 Uhr durch seinen Direktor Geheimrat Jungheim einen mächtigen Lorbeerkranz mit großen Schleifen in den Reichsfarben an der Bahre de- Prinzregenten Luitpold niederlegen lassen. Der Reichstagsabgeordnete für Kronach (Franktnwald) Dr. Max Pfeiffer, Bibliothekar an der Hof- und Staatsbibliothek in München, begleitete den Direktor des Reichstages.

Der Rudolstadter Landtag wird sich, wie uns aus Rudolstadt berichtet wird, bald nach seinem Wiederzusammen­treten am 20. Januar mit einem Wahlrechtsentwurf der Re­gierung zu beschäftigen haben, der den Anregungen der Abgg. Erone (Vp.) und Harold (Natl.) weit entgegenkommt. Der Entwurf sieht ein Wahlrecht nach Ständen vor, schafft be­sondere Vertreter für Industrie, Landwirtschaft, Arbeiter, Kirche, Schule usw. Soweit bekannt, wird die sozialdemo­kratische Landtagsmehrheit dem Entwurf nicht zustimmen. Sie wünscht vielmehr ein reines Verhältniswahlsystem.

die sich bei dem geschätzten Darsteller geltend machte, ver­mochte nicht den künstlerischen Gesamteindruck zu verwischen. Die übrigen Hauptdarsteller Frauziska Hesse (Albertines, Lila Harves (Enuche), Marta Arens (Rosa), Helly Michel (Franziska), Martin Wieberg (Knorr) blieben eifrig bemüht unter der Regie von Brupo Palitzsch eine abgerundete Vorstellung herbeiführen zu helfen. L. 8.

• Stadttheater. Morgen Freitag wird im Abonnement A bie Lustspielnovität „Die Ahnenga lerie" wiederholt. Am Samstag geht zum zweiten Male als Kindervor­stellung bei ganz kleinen Preisen das Weihnachtsmärchen „Schneewittchen" in Szene und am Sonntag nach­mittag bei kleinen Preisen das außerordentlich fesselnde Volksstück „Die Else vom E r l e n h o f Am Sonn­tag abend kommt zum dritten Male der Operettenschlager „Der liebe Augustin" zur Aulführung. Um den 6-Abonnenten ebenfalls das Gastspiel des Frl. Anita Fra nz vom Frankfurter Opernhaus zu ermöglichen, kann die Vor­stellung erst um 8 Uhr beginnen, da Frl. Franz nachmittags noch im Frankfurter Opernhaus zu singen hat.

Albumblätter.

Was Unglück und Sorgen dir bringen,

Es ist nicht vergebens:

Immer aus dunklem Grunde springen,

Die Quellen des Lebens! Fr. Badenstedt.

Wo rohe Kräfte sinnlos walten, Da kann sich kein Gebild gestalten; Wenn sich die Völker selbst befrei’n, Da kann die Wohlfahrt nicht gedeihen.

♦ * *

Ein Kluger muß den Sinn auf das Vergangene lenken, Das Gegenwärtige tun, das Künftige bedenken.

Fernsprechanschlittz Nr. 230. 1912

Ein Landwirtschaftsrat in Deutsch-Südwestafrika. Nach einem Telegramm der „Deutschen Kabelgramm-Gesell­schaft" aus Windhuk beschloß die gesamte Farmerschaft die Bildung eines durch die einzelne Farmer direkt bezirksweise wählbaren sechzenglicderigen Landwirtschaftsrats, zu dem der Gouveneur präsidiert. Eine Beitragspflicht soll nicht be­stehen. Die Farmervernne bleiben weiter bestehen.

Eine Dauersitzung.

Wien, 18. Dezbr. Im Abgeordnetenhause beendete der tschechisch-radikale Fresl mittags seine Obstruktionsrede nach 16 Stunden. (Anhaltender lebhafter Beifall bei den Tschechisch- Radikalen). Die Sitzung, die schon 25 Stunden dauert, wird kortgeletzt. Gegen halb 12 Uhr kam e» während der Rede Fresl's zu einem Zwischenfall. Der deutsch-fortschritt­liche Wedra rief mit lauter Stimme in den Saal hinein: „Wir dulden das nicht länger. Wir find die Narren. In einer Stunde wird vielleicht das Hau- geschloffen, und dir Wähler lachen uns aus, weil wir uns von Fre-l zum Narren halten lasten". Der Vorsitzende rief Wedra wiederholt zur Ordnung. Von links ertönten zahlreiche Zwischenrufe. Es dauerte geraume Zeit, bis es gelang. Wedra zum Verlassen deS Saale- zu bewegen. Fre-l setzte darauf seine Rede in böhmischer Sprache fort. Das Haus lehnte einen sozial­demokratischen Antrag auf Uebergang zur Tagesordnung und auf Vorlegung eines neuen Kriegsleistungsgesetzes binnen acht Tagen mit 263 gegen 121 Stimmen ab und nahm mit großer Mehrheit den Antrag de- Berichterstatters auf Eintreten in die Spezialdebatte an.

Der Kriegsbrand am Balkan.

Die Griechen „Herren des Meeres*.

Athen, 18. Dez. Zu den von Konstantinopel aus in Umlauf gesetzten Gerüchten über eine zweite Seeschlacht zwischen den Türken und Griechen veröffentlicht der Marine­minister folgendes Funkentelegramm des Oberkommandierenden des Aegäischen Geschwaders: Es hat keine zweite See­schlacht stattgefunden, weil der Feind nicht mehr auf das offene Meer herausgekommen ist. Wie non Tenedos mit­geteilt wird, ist die feindliche Flotte beschädigt worden. Wir find noch immer Herren des Meeres.

Bulgariens Ansprüche aus Saloniki.

Sofia, 18. Dezbr. König Ferdinand hat seine Rund­reise durch Mazedonien bereits angetreten. Er dürfte dem­nächst in Soloniki eintreffen. Man meldet, daß ihm die Bevölkerung mehrerer Städte Mazedoniens begeisterte Ovationen dargebracht hat. Hier sind Deputationen aus Uesküb und Saloniki eingetroffen, um die Regierung zu er- ersuchen, diese Städte keinesfalls den Serben oder Griechen zu überlasten. Die bulgarischen Kaufleute aus Saloniki drohen, nach Kavalla auszuwandern, falls Saloniki in den Händen der Griechen bliebe.

Kampfstimmung in Konstantinopel.

Konstantinopel, 18. Dezember. In Heereskreisen zwei­felt niemand mehr daran, daß die Londoner Verhandlungen scheitern werden, und man wünscht nur, daß die türkischen Unterhändler deren Verschleppung zu verhindern verstehen, denn man befürchtet, daß die Bulgaren den Bruch so lange hinausschieben werden, bis sie sich von der Erschöpfung er­holt haben und den Kampf mit frischen Kräften wieder auf- nehmen können. Wie der Vertreter der „Voss. Ztg." aus leitenden Heereskreisen eriahrt, wird die Armee nicht zugeben, daß Adrianopel, Kirkiltste, Dedeagatsch den Feinden übergeben und ihnen obendrein eine Kriegsentschädigung ge­zahlt werde. In diesen Kreisen wird lebhaft bedauert, daß durch den Waffenstillstand den Bulgaren Gelegenheit zur Sammlung gegeben wird, weil allgemein die Ueberzeugung besteht, daß die Türken bei Beginn der Waffenstillstandsver- Handlungen erfolgreich die Offensive hätten ergreifen können.

Aus der Sobranje.

Sofia, 18. Dez. Die Regierung hatte in der heutigen Kammersitzung den Antrag gestellt, angesichts der außer- ordentlichen Lage die Munizipalwahlen aufzuschieben. Ferner wurde ein Gesetzentwurf eingebracht, der die Stadtgemeinde Widdin zur Aufnahme einer Anleihe von 150 000 Francs aus der Bank von Bulgarien zur Unterstützung der Familien von armen Kombattanten ermächtigt, sodann eine Vorlage betr. die Verlängerung des Moratoriums bis zum 30. Tage nach der Demobilisierung einschließlich. Die Kammer ge­nehmigte dann in erster Lesung den Gesetzentwurf, mit welchem ein außerordentlicher Kredit von 50 Millionen für die Armee bewilligt wird. Gegenüber den im Ausland ver­breiteten Behauptungen über eine angebliche schwierige Finanzlage Bulgariens stellte Finaniminister Theodorow fest,