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DK Bgefpaftent Petitzette oder beten Raum 20 Pfg, ta SkUameteU bk Zette 60 Pfg.

RotaHonebrud und Verlag der Buchdruckerei bet verein, eo. Waisenhauses in Hanau.

General-Anzeiger

Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan.

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PlertelfährNch 1.80 Mk., monatlich 80 Pfg., für Post, bezug vierteljährlich 2.10 Mt^ monatlich 70 Pfg.

Die einzelne Nummer kostet 5 Pfg.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage. verantwort!. Redakteur: (5. Schrecker in Hanau.

Nr. 296 Kerk.rrch<mM»sr Nr. 830.________ Mittwoch bCH 18. Dezember Kernspr«cha»schli,tz Nr. 330. 1912

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16 Seiten.

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Gefunden: 1 Rechenschule (Ausgabe B) mit dem Namen Hergert, 1 silbernes Portemonnaie mit 1 Mk. 1 schwarzer schmaler Kinderpelz, 1 Kinderportemonnaie mit 16 Pfg.

Verloren: 1 gelbes Portemonnaie mit 35 Mk. und 1 Zettel mit Notizen.

Entlaufen: 1 graugestreifte Boxerhündin.

Hanau den 18. Dezember 1912.

Politische Rundschau.

Die Debatte über den französisch-spanischen Marokkoverlrag wurde in der spanischen Kammer wieder ausgenommen. Cx- minister Tastet (liberal) kritisierte energisch den Vertrag. Anstatt Millionen nach Marokko zu schicken, sagte er, würde es bester sein, neue Schulen zu gründen, die Landwirtschaft und ihre wirtschaft­liche Ausrüstung zu verbestern und Straßen anzulegen, mit denen 4000 Ortschaften noch nicht versehen seien. Wird die Besterung der inneren Lage der Gegenstand gleicher Sorgfalt sein, wie sie die Marokkoaktion erfährt? Ministerpräsident Graf Romanones antwortete bejahend. Exminister Urzaiz besprach den Vertrag, den er von allen Gesichtspunkten aus für schädlich hielt. Die sich zwischen Urzaiz und Earcia Prieto Über den Vertrag ent­spinnende Debatte war sehr lebhaft. Sodann wurde die Sitzung aufgehoben.

Schadenersatz für die tripolitanischen Verluste des Deutschen D. Lochow. Der deutsche Reichsangehörtge v. Lochow wurde, wie derB. Z." aus Rom gemeldet wird, für den ihm in Tripolis zugefügten Schaden mit 50 000 Francs entschädigt. Der Abge­ordnete Defelice hat eine Interpellation darüber angemeldet. Mestaoerro" wirft der Regierung Schwäche vor, weil sie der Beschwerde eines Mannes stattgegeben habe, der vor und zu Be­ginn des Krieges mit den Türken und Arabern unter einer Decke gesteckt habe und der schlimmste Widersacher Italiens gewesen sei. In maßgebenden Kreisen erklärt man jedoch die Herrn v. Lochow zugebilligte Entschädigung für einen Akt der Gerechtigkeit.

Dr. Alexander Tille ft Der Syndikus der Saarbrückener Handelskammer Dr. Alexander Tille ist Montag in Saarbrücken ttnem Herzschlage erlegen. Dr. Tille war auch Generalsekretär -er Südwestlichen Gruppe des Vereins deutscher Eisen- und Ztahlindustrieller, des Vereins zur Wahrung der gemeinsamen wirtschaftlichen Interesten der Saarindustrie. Ehe er sich dieser Tätigkeit widmete, lebte Tille bis gegen Ende des vorigen Jahr­hunderts dem wissenschaftlichen Beruf, den er zuletzt als Lektor I »er deutschen Sprache an der Universität Glasgow ausübte. In einen Aemtern in Saarbrücken machte sich Tille d"rch einseitige Betonung des Arbeitgeberinterestes und durch übertrieben chroffe Bekämpfung sozialpolitischer Bestrebungen bekannt.

Der Hansabund für ein Reichssubmissionsamt. In der letzten Sitzung des Vorstandes der Submissionszentrale des Hansabun- «s wurden die auf Grund der vielen bei der Submifsionszentrale ingegangenen Beschwerden umgearbeitetenGrundzüge eines iesetzentwurfes über das Verdingungswesen für das Deutsche teich" nach mehrtägigen eingehenden Beratungen einstimmig an- enommen. Dieser neu umgearbeitete Entwurf wird in nächster >eit veröffentlicht und den Reichstagsabgeordneten übersandt »erben. Der Vorstand der Submissionszentrale war der Ansicht, durch die Errichtung von Landes-Submissionsämtern eine Besserung der bestehyden Mißstände im Submisstonswesen nicht rziett werden könnte. Er bat das Präsidium des Hansa bundes, ir die Schaffung eines Reichssubmissionsamtes energisch ein- atreten.

Der französische vierundzwanzigstündige Generalstreik voll- ändig gescheitert. Im Ministerrat, unter Besitz des Präsidenten I allières, teilte der Minister des Innern mit, daß der von dem Allgemeinen Arbeiterbunde unternommene Versuch eines Gene- alstreiks vollständig gescheitert sei. Gegen die Rädeb.'führer sei Äine Untersuchung eingeleitet worden.

Der neue japanische Ministerpräsident. Nach einem Tele­ramm der Deutschen Kabelgramm-GeseNschaft aus Yokohama t Fürst Katsura durch ein kaiserliches Reskript zum Minister- räsidenten ernannt worden.

Russische Trubel-konzentrationen in Ostasien. Nach einem i> elegramm derDeutschen Kabelgramm-Gesellschaft" aus Schang- Iti werden aus Wladiwostok, Charbin und der Mandschurei coßere russische Truppenkonzentrationen gemeldet.

Die Eröffnung der Botschafterkonferenz in London.

London, 17. Dezbr. Die Botschafterkonferenz wurde gegen 3% Uhr im Auswärtigen Amt eröffnet. Der russische Botschafter Graf Benckendorff erschien zuerst, ihm folgten der deutsche Botschafter Fürst Lichnowsky, der französische Botschafter Cambon, der ita­lienische Botschafter Marquis Imperiali und der österreichisch­ungarische Botschafter Graf Mensdorf.

Kunst und Leben.

Studentenstreit. In Halle ist es zu einem richtigen Studen­tenstreik gekommen. Es ist sogar zu erwarten, daß sich die Medi­ziner der übrigen reichsdeutschen Universitäten anschließen wer­den. Eine große öffentliche Versammlung der Halleschen Medi­ziner cm Samstagabend beschloß einstimmig, den Streik unter allen Umständen so lange fottzuseßen, bis das Ministerium die Verfügung getroffen habe, daß auch die Ausländer in Deutsch­land das Physikum machen können und daß Studenten, die nicht das Physikum bestanden hätten, unter keinen Umständen zu kli­nischen Vorlesungen zugelasten werden dürften. Die Studenten­schaft fordert ferner eine schriftliche Erklärung der Fakultät da­hingehend, daß auch in der Praxis in Zukunft diese Bestimmung durchgeführt werden solle. Aus Billigkeitsrücksichten will der Verband gestatten, daß Ausländer, die schon das letzte und dieses Semester in Halle studierten, auch weiterhin vom Studium nicht ausgeschlosien werden. Durch Eilbriefe forderte der Verband die Verbände klinischer Semester an sämtlichen Universitäten Deutsch­lands auf, unverzüglich mit in den Ausstand zu treten, falls die einzelnen medizinischen Fakultäten binnen 24 Stunden nicht die Erklärung gegeben hätten, daß Ausländer ohne das Physikum zu den klinischen Semestern nicht zugelasien würden. Die Medi­ziner Göttingens und Marburgs sandten telegraphische Sym­pathiekundgebungen. In der Versammlung wurde erklärt, das Vorgehen der Studenten sei keineswegs rücksichtslos; ohne diesen Ausstand würden sich die unhaltbaren Zustände an den deutschen Universitäten niemals bessern. Die klinischen Studenten sind fest entschlosien, nicht nachzugeben. Gibt die medizinische Fakultät die Erklärung nicht ab, dann werden die Studenten die Stadt auch nach Weihnachten nicht betreten, so daß bis Ende des Se­mesters keine Vorlesungen gehalten werden können.

Aus Hanau Stadt und Land.

Hanan, 18. Dezember.

* Ehrend. Aus Anlaß seiner langjährigen treuen Dienstleistung wurde dem Landwege-Vorarbeiter Heinrich B ä r in Langendiebach von Sr. Majestät dem König das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen und demselben vom Baurat Wohlfarth im Namen des Landeshauptmannes persönlich über> eicht.

* Verliehen. Dem städtischen Arbeiter Kaspar Alt­vater zu Bruchköbel im Kreise Hanau ist das Allgemeine Ehrenzeichen in Bronze verliehen worden.

* Hanauer Tierschutzverein. Die Mitglieder, Freunde und Förderer der Bestrebungen des Hanauer Tier­schutzvereins beehren wir uns noch einmal darauf hin- zuweilen, daß morgen Donnerstag den 19. Dezem­ber, abends 7'/3 Uhr, die Weihnatsfeier des Verein« in: großen Saale derConcordia" statifindet. Alle Mitglieder des an Mitgliederzahl wohl stattlichsten Ver­eins in unserer Stadt, Männer und Frauen, find zu der Feier aufs herzlich st e eingeladen. Der Eintritt ist für alle Teilnehmer frei. Programme werden am Ein­gänge gratis abgegeben. Freunde des Vereins haben ihre Kräfte in den Dienst des Vereins gestellt, um seinen edelen Bestrebungen freundliche Unterstützung zu leihen.

ViickervereinFrühauf". Am 1. Weihnachtsfeiertage begeht der BäckervereinFrühauf" imDeutschen Hause" die Feier seines 16. Stiftung-festes, verbunden mit Abend- unterhaltung und Ball. Die große Beliebtheit, die sich diese Festlichkeit stets bei Freunden und Gönnern zu erfreuen hatte, ist ein Beweis dafür, daß die Hanauer Bäcker es ver­stehen, Feste zu feiern. Auch in diesem Jahre hat bet Vor­stand keine Mühe gescheut, um den Gästen ein gediegenes Programm zu bieten. Für die Unterhaltung werden Herr L. Müller und die beliebte Bühnenkünstlerin Fräulein L. Harves Sorge tragen. Auch ist es gelungen, den Turnverein Hanau zur Verschönerung des Festes zu gewinnen. Die Musik wird von der Hanauer Siadtkapelle ausgeführt. Allen Vorbereitungen nach zu urteilen verspricht diese Feier recht unterhaltend zu werden und ist daher jedem, der gemüt­liche Weihnachten feiern will, zu empfehlen.

* Landwirtschaftlicher Kreisverein Hanau. In der am Samstag im Gasthaus zumgoldenen Löwen" zu Hanau abgehalteneu Versammlung des landwirtschaftlichen Kreis­vereins Hanau gab vor Eintritt in die Beratung des ge­schäftlichen Teiles der Vorsitzende Herr Landrat Frhr. Laur der Trauer um den verstorbenen Prinzregentrn Luitpold von Bayern, Kgl. Hoheit, in längeren Ausführungen Ausdruck und gedachte ferner des Ablebens des Vorstandsmitgliedes Herrn Veterinärrats Collmann unter Würdigung der Ver­dienste desselben um die Hebung der landwirtschaftlichen Interessen unseres Kreises. Das Andenken der Verstorbenen ehrte die Versammlung durch Erheben von den Sitzen. Hierauf beglückwünschte der Vorsitzende Herrn Gutsbesitzer Wilhelm Koch zu Bruderdiebacherhof zu dessen kürz­lich erfolgter Ernennung zum Königl. Oekonomierat. Es wurden nun zunächst geschäftliche Mitteilungen entgegen- genommen. Der Vorsitzende berichtete, daß im Anschluß an ein in der letzten Sitzung zur Verlesung gekommenes Schreiben, der Landwirtschaftskammer über die Herbeiführung direkter Schweinelieferungsverträge zwischen landwirtschaft­lichen Organisationen und Stadtverwaltungen und an die aus der Milte der Versammlung bekundete Bereitwilligkeit, im Sinne dieser Anregung Verträge abzuschließen, an das Oberbürgermeisteramt der Stadt Hanau eine Anfrage er­gangen sèi. Die Stadtverwaltung habe weitere Unterlagen erbeten und dabei mitgeteilt, daß im Schlachthause zu Hana« jährlich etwa 14 000 Schweine geschlachtet würden. Ferner wurde mit Bedauern eine Mitteilung der landwirtschaftlichen Winter schule Gelnhausen entgegengenommen, wonach in diese« Winterhalbjahr kein einziger neuer Schüler aus dem Kreise Hanau verzeichnet werden könne, auch die früheren Schüler nicht wiedergekehrt seien. Eine weitere Mitteilung betraf die Angelegenheit der öffentlichen L e b en s v e r si ch e- r u n g. In verschiedenen Provinzen der Monarchie sind bereits Provinzial-Lebensvcrsicherungsanstalten errichtet, die im Verbände öffentlicher Lebensversicherungsanstalten in Deutschland mit dem Sitze zu Berlin vereinigt sind. Durch Vereinheitlichung der Verwaltungsaufgaben sollen die Der- wallungskosten vermindert werden, wodurch nach Möglichkeit eine Verbilligung der Versicherungsnahme entstehen wird. Der Verband hat seinen Geschäftsbetrieb im Reg.-Bez. Cassel ausgenommen, um auch hier die Errichtung einer eigenen Lebensversicherungsanstalt vorzubereiten. (Näheres ist aus einem an anderer Stelle veröffentlichten ArtikelDie öffentliche Lebensversicherung" zu ersehen). ES folgte dann der angekündigte Vortrag des Herrn Diplom- Ingenieurs Trabert aus Offeubach über die Elek­trizität im Dienste der Landwirtschaft, sowie über die Errichtung einer elektrischen Ueberlandzentral« für den Landkreis Hanau. Der Vortragende verstand es, in klarer gemeinverständlicher Weise sich seiner Aufgabe zu er­ledigen, Klarheit nach vielen Seiten hin zu vermitteln, die der Angelegenheit zugrunde zu legenden Fragen mit ihrer besonderen Nutzanwendung für die Landwirtschaft zu be­leuchten und dem allgemeinen Verständnis näherzubringeu. Der mit großem Beifall aufgenommene Vortrag wird dem­nächst zur Veröffentlichung kommen und der ländlichen Be­völkerung angängig gemacht werden. An den Vortrag knüpfte sich eine lebhafte, eingehende Debatte. Vom Vor­sitzenden Herrn Landrat Frhrn. Laur wurde mitgeteilt, daß der KreiSausschuß noch einmal, allerdings wesentlich ver­einfachte Listen zur Einzeichnung in die Landgemeinden ge­sandt habe, da es unbedingt erforderlich sei, ein Bild über die zu erwartende Beteiligung an dem Unternehmen zu ge­winnen. Nach dem Zustandekommen des Projektes werde die Kreisverwaltung es sich angelegen sein lassen, durch Ver­handlungen mit im Kreise Hanau bestehenden Werken dahin zu wirken, daß diese ihren Betrieb stilllegten zugunsten d«s großen Unternehmens. Herr Bürgermeister Rüger- ßan^cjbiebad) berichtete über die Erfahrungen, die man dort mit dem örtlichen Elektrizitätswerk gemacht hat. Für Licht­zwecke seien in Langendiebach zahlreiche Anschlüsse erfolgt, last jede Arbeiterwohnung erfreue sich dieser Errungenschaft, dagegen lasse der Anschluß von Motoren recht viel zu wünschen übrig, obwohl wohlhabende Landwirte genug vor­handen seien, die sich hierzu verstehen könnten. Herr Bürger­meister Kümmel- Niederissigheim teilte die von ihm zur Klärung des Projektes und zur Herbeiführung von Ein­zeichnungen in die Liste unternommenen Schritte mit und gab bekannt, daß sich die Gemeindevertretung auch bereit erklärt habe, durch Aufnahme eines Darlehnes die Gemeinde all Awischentrâgeriu der ersten JustaüationSkosten anzitsehe«.