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RotoHonebnid und Verlag der Buchdrucker«! ter Detetn. ev. Waisenhauses in Hanau.
General-Anzeiger
Ainll'iiljks Organ für Stadt- und Landkreis Hanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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vkerkekfährNch 180 WL, monatlich 60 W. Mr Postbezug vierteljährlich 110 Ml^ monatlich 70 Pfg.
Die einzelne Rümmer lostet 5 Pfg.
Verantrvortl Redakteur: & Schrecker in Hanau.
Nr. 293
Fernsprech ausch ltttz Nr
230
Samstag de» 14. Dezember
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Ferasprechaaschltttz Nr. 230.
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Die heutige Mmer umfaM ati« dem WjaltungäWatt 34 Seiten.
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' Stadtkreis Ranau.
Bekanntmachung.
Arbeitsuchende: 2 Fahrburschen, 3 Hausburschen, 1 Kellner, 1 Monatsfrau, 5 Tagelöhner. Ein zu Ostern L I. aus der Schule kommender Junge sucht Lehrstelle als Schreiber im Bureau oder Kontor.
Gesucht werden: 1 Vauspengler, mehrere Blechtreiber, 3 Dienstmädchen, 1 Fahrbursche, 1 Feuerschmied, 1 Friseurgehilfe, 1 junger Hausbursche, 1 Kupferschmied, 2 Schneider, 1 Schuhmacher.
Hanau den 14. Dezember 1912. 30765 Städtische —beitsvermittelungsstelle.
Einladung zur Sitzung der Stadtverordneten-Bersammlung am
Donnerstag den 19. Dezember 1912, nachmittags 5 Uhr.
Tagesordnung:
1. Nachtrag zum Ortsstatut betreffend Ruhegehalt der Eemeindebeamlen.
2. Wahl eines Armenpflegers für Körner.
3. Vertrag wegen Vermietung von Räumen im Hause Baggert 2/4 (des alten Landgerichtsgebäudes) an das Königliche Gymnasium.
4. Entwäfferungsstatut.
Hieran anschließend geheime Sitzung.
Hanau den 13. Dezember 1912. 30763
Der Stadtverordneten-Vorsteher.
U t h, Justizrat.
Städtische Sparkasse.
Wegen des Abschluffes wird die städtische Sparkaffe vom 24. bis einschl. 31. Dezember 1912 für den Verkehr mit dem Publikum geschloffen sein.
Hanau den 13. Dezember 1912. 30729
Der Vorstand.
Stadttheater in Hanau.
„Lustiger Abends Marcel Salzer.
In unserem Musentempel hatte sich gestern eine zahlreiche Zuhörerschaft eingefunden, um dem seit mehreren Jahren hier gastierenden Vortragskunstler Marcel Salzer zu lauschen. Ueber die Bedeutung dieies in seiner Art wohl einzig dastehenden Künstlers zu referieren, durfte uns wohl heute im allgemeinen erspart bleiben, da die unvergleichlichen Vorzüge, die wir bereits schon früher an dieser Stelle erörterten, in unvermindertem Maßstabe am gestrigen Abend durch seine Vortragsweiie ebenfalls wieder zur vollen Geltung gelangten. Ob der Künstler seine Hörer in das Dichterland der Heiterkeit führt, ob er auf dem Gebiete der Tragik seinen Vortrag wâblt, gleichviel, er bannt mit verblüffender Zauberkraft. Nicht nur allein das Wort, sondern auch die Geste, Die Mimik, ein verschmitzter Blick seiner sprechenden Augen, sind es, die seinem Vorträge zu einer unvergleichlichen, stets zündenden Wirkung verhelfen. M
Aus seinem gestrigen reichhaltigen Programm möchten wir Dichtungen von Busch, Thoma, Wogegen, v. Citini, Liliencron, Piest^r, Bierbaum, beiondeis he,vorheben. So war denn der Beifall des dankbaren Publikums am gestrigen Abend nach den einzelnen -Nummern wiedcr ein derart stürmischer und anhaltender, daß der liebenswürdige Professor sich zu einigen Zugaben verstehen mufite. Hoffentlich können wir im nächsten Jahre den Meister der Vor- Itagâfanfi abermals in unserem Stadttheater wieder begrüßen jur freute seiner zahlreichen Gönner und als besonders künstlerisches Verdienst der Direktion.
Politische Rundschau.
Mp. Der Kaiser über das Kaisermanöver. Seit fünf Jahren ist, auf einen Vorschlag des Chefs des Eeneralstabs der Armee hin, eine zusammenfassende Darstellung der Kriegslagen, der Truppengliederung, der Befehle und Ereignisse des Kaisermanövers in jedem Spätherbst zur Ausgabe an die Kommandobehörden gelangt. In diesem, nach der Farbe des Umschlages „Braunes Buch" genannten Uebersicht ist auch ein Abriß der vom obersten Kriegsherrn über die Leistungen von Führer und Truppe ausgesprochenen Kritik enthalten. Diese für den Dienstgebrauch bestimmte Veröffentlichung soll — wie die „Mil.-pol. Korrespondenz schreibt — künftighin noch weiteren Kreisen zugänglich gemacht werden. Während bisher die Drucklegung aus laufenden Mitteln und Erspar- nissen bestritten wurde, ist dafür jetzt ein besonderer Betrag von 6000 Mark in den Ausgaben des Generalstabs etatsmäßig angesetzt worden.
Die Uebungen des Deurlaubtenstandes. Die „Mil.-pol. Korrespondenz" meldet: In der Zeit vom 1. April 1913 bis zum 31. März 1914 sollen, nach dem Voranschläge der Heeresverwaltung, an Uebungsmannschaften für die Zeit von 12 bis zu 56 Tagen eingezogen werden: in Preußen 48 470 Unteroffiziere, 386 745 Mann: in Sachsen 4030 Unteroffiziere, 37 016 Mann; in Württemberg 2995 Unteroffiziere, 23 138 Mann — im ganzen 502 394 Reservisten und Landwehrmänner. Hierzu treten noch diejenigen zur ■ Aushilfe im Krankenwartedienst bestimmten Ersatzreservisten, die für die ersten vier Wochen einer ersten zehnwöchtgen Uebung mili- ) tärische Ausbildung erhalten. Es sind dies in Preußen 748, in ; Sachsen 80, in Württemberg 44 Mann. Ein großer Teil der eingezogenen Uebungsmannschaften wird zur Aufftellung von selbstständigen Reserveformationen verwendet; eine weitere große Zahl übt, vornehmlich während der Manöver, bei den aktiven Truppenteilen. Für die Kaisermanöver werden durch Reservisten die stehenden Bataillone des 5. (posenschen) und 6. (schlesischen) Armeekorps auf 700 Mann ergänzt. Bei den Regimentern 154 in Jauer und 156 und 157 in Brieg, die im Frieden vorläufig nur zwei Bataillone haben, wird dazu je ein 3. Bataillon nur aus Mannschaften des Beurlaubtenstandes gebildet.
Feldhaubitz-Regimcnter? Ein höherer Artillerieführer schreibt: Die Ausstattung jeder deutschen Friedens-Division mit einer leichten Feldhaubitz-Abteilung ist vollzogene Tatsache oder wird, wie Heim Gardekorps, in Kürze durchgeführt sein. Entgegengesetzte Mitteilungen, u. a. in sonst gut unterrichteten konservativen Blättern, beruhen auf Irrtum. In feldartilleristischen Kreisen hält * man verschiedentlich aber auch diese Ausstattung für noch nicht ge
„Der liebe Augustin.„ Operette in 3 Akten von Rudolf Bernauer und Ernst Welisch. Musik von Leo Fall.
Stürmischen jubelnden Erfolg trug die entzückendste aller Operetten wieder bei zwei Premieren davon, am 15. Juni im Neuen Operettentheater zu Braunschweig und am 20. b. M. im Central- theater zu Chemnitz. Jede Musiknummer brachte große Beifallskundgebungen. Nachfolgend die Berichte in Auszügen.
Braunschweig. (Renes Operetten-Theater.)
„Neueste Nachrichten für Residenz und Herzotum Braunschweig." Das Neue Operettentheater kam am Samstag mit einer zugkräftigen Novität heraus. Leo Falls dreiaktige Operette „Der liebe Augustin", die in Berlin allabendlich volle Häuser erzielt, hat auch hier eingeschlagen. Der Komponist des „Fidelen Bauern" hat mit dem „Lieben Augustin" wieder einen vollen Erfolg errungen. Die Fallsche Operette steht musikalisch und textlich bedeutend höher als die Werke, die das Operettentheater bislang in diesem Spieljahre neu herausgebracht hat. In der Musik ist alles originell, ohne jede Geschraubtheit, ohne jenes Haschen nach Effekten. Sie quillt wie ein frischer Bergstrom aus einem tiefen Innern hervor, klar und rein. Fall zeigt sich hier wieder als Meister der Instrumentation, der jede Raffiniertheit verschmäht und durch Einfachheit, Diele und künstlerischem Ernst Erfolge erzielt, die weit wirksamer sind, als die prickelnden Melodien, die einzelne neuere Operetten aufweisen. Der „Liebe Augustin" hat neben Stellen eines gesunden, kräftigen Humors auch solche der zartesten Lyrik, die der Komponist in seinen neueren Werken nicht erreicht. Das hebt die Operette weit über das gewohnte Niveau und bringt sie der fiele nen Spiclopcr nahe. Es ist nicht zu verwundern, daß -unser Hof- theater die Absicht hatte, die Operette zu erwerben. Die Direktion des Neuen Operettentheaters war ihm jedoch bereits zuporgekom- men. In der Instrumentation hat Fall, nach bewährtem Muster, einige Instrumente, wie Fagot und Oboe, besonders bevorzugt, und dadurch dem Charakter der Musik etwas Originelles verliehen. Auch hat er es vermieden, die Finales mächtig und schwer zu ae-
nügend, verlangt vielmehr für jede Division ein leichtes Feld- Haubitz-Regiment, wie es die neue Gliederung der Feldartillerie in Oesterreich-Ungarn bereits vorfieht. Dies Verlangen stützt sich besonders auf die weit überlegene Wirkung der leichten Feldhaubitze gegen verdeckte und offene Schildbatterien. Bei dem größeren Gewicht des Haubitzgeschosfes wirb in absehbarer Zeit die Zahl der leichten Haubitz-Munitionskolonnen von einer auf zwei pro Abteilung 311 steigern sein.
Eine neue Handfeuerwaffe für die Feldartillerie. Die „MU.» pol. Korrespondenz" schreibt: Die deutsche Feldartillerie führt noch durchweg den Revolver. Das Modell 79 wird von den berittenen, das Modell 83, das lediglich durch Verkürzen des Laufes aus dèm Revolver 79 entstanden ist, von den unberittenen Mannschaften benutzt. Da beide Arten aber durchaus veraltet sind, in bezug auf Feuergeschwindigkeit, Durchschlagskraft unb vor allen Dingen Treffsicherheit kaum mehr den bescheidensten Anforderungen genügen, so werden sie in der ganzen Armee allmählich durch die Selbstladepistole 08 ersetzt. Auch für die Feldartillerie war eine Umbewaffnung mit der Pistole ursprünglich vorgesehen; sie ist jedoch aus Mangel an Mitteln noch nicht begonnen worden, so daß eine Aenderung an diesem Plane ohne Kosten noch möglich ist. Nun haben die Kämpfe auf dem Balkan ebenso wie der Krieg in Ostasien die Wichtigkeit einer weittragenden Handfeuerwaffe für die Artillerie nachdrücklich erwiesen. Eine solche Waffe ist nicht i allein zur Abwehr eines in die Batterie eingedrungenen Gegners erforderlich, sondern für viele Fälle des Marsch-, Sicherung»-, Aufklärungs- und Wachtdienstes von zwingender Notwendigkeit.
Eine gut versteckte, mit Karabinern bewaffnete Patrouille kann einer Feldartilleriekolonne während des Marsches empfindlichen Schaden zufügen, ohne daß die Artillerie sich mit ihren Faustfeuer« Waffen erfolgreich zur Wehr setzen samt Aus diesen Erwägungen heraus ist wiederholt der Gedanke aufgetaucht, der Feldartillerie den Karabiner zu geben. Man ist aber im Gegensatz zu andere« Armeen immer wieder von diesem, bei mehreren Regimentern zu Versuchen ausgewachsenen Plan zurückgekommen, weil die Karabinerbewaffnung Nachteile mit sich bringen würde, die besonders in der Schwierigkeit der Schützenausbildung liegen. Zu einer solchen, wirklich gründlichen Ausbildung ist bei der Feldartillerte, die den zahlreichsten und verschiedenartigsten Dienst aller Waffen hat, keine Zeit vorhanden. Dagegen läßt sich eine allen Zwecke« der Feldartillerie genügende Handfeuerwaffe dadurch schaffen, daß die zur Einführung im Heere bestimmte Selbstladepistole mit einem Ansatzkolben versehen wird. Die Pistole wird durch Ansetzen eines hohlen Kolbens, der gleichzeitig auch als Pistolentasche verwendet werden kann, in einen kleinen Karabiner verwandelt, der
stalten. Die Textdichter Rudolf Bernauer und Ernst Welisch haben sich gleichfalls bemüht, von dem üblichen Schema abzuweichen. Es ist ihnen das auch zum Teil geglückt. Zweideutigkeit und Uebertreibungen haben sie nach Möglichkeit vermieden, Charaktere imb Handlung auf realen Boden gestellt.
„Braunschweigische Landeszeitung". Ein neues Werk von Fall gehört zu den musikalischen Ereigniffen, deshalb war heute der Saal in Brünings Saalbau voll besetzt von einer gewählten Hörerschaft, die den lieben Augustin bis zum Schluß freudig verfolgte. Der Erfolg war durchschlagend, die Hauptdarsteller wurden nach jedem Akte, nach dem Weiten auch mit dem Dirigenten, wiederholt gerufen.
Chemnitz. (Central-Theater.)
„Chemnitzer Allgemeine Zeitung". Von Berlin aus hatte man es in die Welt gerufen, und es fand ein Echo auf vielen deutschen Bühnen „Der liebe Augustin", „Leo Falls bestes Werk", „Der größte Operettenschlager dieser Saison". Das will etwas heißen beim Komponisten des „Fidelen Bauer". Man kam deshalb mit viel Erwartung zur ersten hiesigen Aufführung. Und unsere Ueberraschung stieg von Akt zu Akt. Das gestern im Central- Theater Gebotene gehört unzweifelhaft zum Besten, was wir in der vergangenen Saison hier erlebt haben. Das gilt für das Stück wie die hervorragende Aufführung und die glanzvolle Inszenierung. Der äußere Erfolg war ein in der Chemnitzer Theatergeschichte der letzten Monate beispielloser. Rach dem Weiten Akte erschienen der Direktor, die Künstler, Regiffeur und der temperamentvolle Leiter der Kapelle auf der Bühne und mußten sich wohl 20mal vor einem beifallsbegeisterten Publikum verneigen, welches ^as Haus bis zum letzten Platz gefüllt hatte. Dasselbe wiederholte sich zum Schluß. Auch Blumen regnete es in Hülle und Fülle.
„Chemnitzer Tageblatt". Ein gutes, bedeutungsvolles Zeichen war das Verhalten des Publikums. Richt das Stück allein, jede Musiknummer brachte große Beifallskundgebungen, am liebsten hätte man alles wiederholt gehabt, trotzdem auch ohnedies beim letzten Fallen des Vorhanges die Mitternachtsstunde herangerückt war,