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Die -gespaltene Petitzetle oder deren Raum 20 Pfg. tm RektameteU DU Zette b0 Pjg.
Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei deck verein, ev. Watjenhaujes tn Hanau.
General-Anzeiger
Amtliches Organ für Stallt- und Fanllttreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Bezugspreis»
vierteljährlich 1.80 Mk., monatlich 60 Pfg.^ Mr Post«
bezug vierteljährlich 2.10 Mk„ monatlich 70 Wg.
Die einzelne Nummer tostet 6 Pfg.
Verantwort!. Redakteur: E Schrecker in Hanau.
Nr. 292
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18 Seiten.
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Hanau den 13. Dezember 1912.
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Politische Rundschau.
Die Erinnerungsfeier in Bukarest.
Die Ehrungen des König? von Rumänien von russischer Leite sind in dieser kritischen Zeit natürlich von einer gewissen Bedeutung. Schon die Verleihung der russischen Feld- marschallswürde an König Karol noch vor dem Ausbruch deS Krieges ließ die Absicht erkennen, den König auf die Seite Rußland« hinüberzuziehen. Und diese Absicht tritt erneut zutage in der ErinnerungSseier an die Erstürmung von Plewna. Bei dieser Gelegenheit hat der Großsürst Ni- kolaus Michailowitsch dem Könige den Feldmarschallstab überreicht. König Karol dankte dafür mit folgender Ansprache: „Ich bin tief gerührt von der gnädigen Aufmerksamkeit des Kaisers, der Eure Kaiserliche Hoheit zu beauftragen geruhte, mir den Feldmarschallstab seiner tapferen Armee anläßlich deS 3l>.. Jahrestages des Falles von Plewna zu überreichen. Der Wert dieser hohen Auszeichnung wird noch erhöht durch die Anwesenhiit Eurer Kaiserlichen Hoheit und zahlreicher Delegationen von Offizieren, deren Namen in mir überaus teure Erinnerungen an den Krieg von 1877 wachrufeu, an welchem Ihr vielgeliebter Vater einen so glänzenden Anteil nahm. Obgleich seither lange Jahre verflossen sind, habe ich nicht die Hurrarufe vergessen, mit denen mich die russischen und rumänischen Truppen bei meinem Zusammentreffen mit Osman Pascha in der Nähe der Brücke von Vid begrüßten. Nachdem ich diese glorreiche Vergangenheit angerufen habe, die unsere Waffenbrüderschaft besiegelt, ist es eine große Befriedigung für mein Herz, meine Gefühle herzlicher Liebe für ihren erhabenen Herrscher ausdrücken zu können, welchem Eure Kaiserliche Hoheit den Ausdruck meiner tiefen Dankbarkeit für meine Ernennung zum Feldmarschall seiner Armee übermitteln und ihm versichern mögen, wie stolz ich bin auf die hohe Auszeichnung, an der meine Armee ihren reichen Anteil hat."
Auch an der Abendtafel hat König Karol noch einen Trinkspruch ähnlichen Wortlaute? ausgebracht, dabei aber sorgfältig jede Bezugnahme auf die Gegenwart vermieden.
Die Bewegung der Saarbergleute.
Berlin, 12. Dezbr. Heute wurden die von der Belegschaft Saarbrückner Staatsgruben aus ihrer Mitte abgeordneten drei Bergleute von dem Handelsminister in Berlin in 51/» stündiger Verhandlung empfangen. Sie brachten zu-
ZN drillt „bullte teil" im Mildester.
Ein mit großer Sorgfalt und gutem Geschmack aufgestelltes Programm beherrschte den gestrigen „Bunten Abend" im Stadttheater, der sich dadurch zu einem künstlerischen Ereignis gestaltete und allen Besuchern eine sichtlich angenehme Unterhaltung vermittelte. Die Theatcrdirektion hatte zudem noch für eine besondere Abwechselung gesorgt, indem es ihr gelungen war, die erste Operettensängerin vom Mainzer Stadttheater Frl. Gisa Bund für ein Gastspiel zu gewinnen. Die genannte junge Dame, eine hübsche Bühnenerscheinung, bot zuerst mit Herrn Eugen H ietel ein X aett aus der Operette „Der Graf von Luxemburg", später ein Lied aus der Operette „Die kleine Freundin" und ließ, als Quittung für den ihr wahlberechtigt gefpen- beten reichen Beifall, eine Zugabe folgen. Frl. Margarete Arpe vermittelte mit gutem Gelingen einige Lieder und bot vorher tm Verein mit Herrn Hietel ein Duett aus der Operette „Geschiedene Frau", Frl. Lila Harves erntete mit ihrem Auftrittslied der „Hanni" aus der Operette „Frühlingsluft" stürmischen Bei- fall. In der Duetteinlage aus der Operette „Reiche Mädchen" zog sich die geschätzte Künstlerin anscheinend eine Fußverrenkung zu, sodaß ihr ferneres Auftreten an diesem S^nb unterbleiben mußte. Ganz besonderes Interesie bot das Auftreten des Fräul. Elfe Trauner die mit dem Auftrittslied der „Gonda" aus der Operette „Geschiedene Frau" einen vollgültigen Beweis ihres vielversprechenden Talentes erbrachte. Bei ihr ist alles vereinigt, um auf den Brettern, die die Welt bedeuten, den Erfolg an sich zu fesieln, sodaß man ihrer weiteren künstlerischen Entwicklung mit Interesse entgegensehen darf. Einen weiteren unbestrittenen Erfolg erzielte die junge anmutige Dame mit ihrer Zugabe und spater in einem mit Herrn Hietel gebotenen Duett aus der Operette „Walzertraum". Daß ihr reicher nicht endenwollender Beifall gespendet wurde, kann wohl als selbstverstcinolich bezeichnet werden. Der gestrige Erfolg wird wohl Veranlassung bieten, bk tun® Dame künftig stärker und auch in heroortretenden Par-
Freitag de» 13. Dezember
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nächst die Wünsche der Arbeiter inbezug auf die neuen Bestimmungen der Arbeitsordnung und auf die Lohnverhâlt- nisse not. In Sachen der Arbeitsordnung wurden die einzelnen beanstandeten Bestimmungen durchgesprochen und dabei hervorgehoben, daß die einzige, erhebliche Aenderung in der zwecks Erfüllung eines alten Wunsches der Belegschaft angeordneten Verkürzung der Schleppzeit um zwei Jahre besteht, wodurch der Staatskaffe eine Mehrbelastung von etwa P/3 Millionen Mark an Löhnen erwächst. In allen übrigen Punkten handele es sich im wesentlichen nur um Fassungs- änderungen, die an der bisherigen Handhabung der Arbeitsordnung nichts ändern. Von einigen weiteren von der Königlichen Bergwerksdirektion beabsichtigten Aenderungen habe diese bereits auf Wunsch der Arbeiterausschüffe Abstand genommen. Unter diesen Umständen müsse die am 1. Dezember d. I. in Kraft getretene Arbeitsordnung aufrecht erhalten werden. Es soll jedoch die Bedeutung der Arbeitsordnungränderungen, soweit sie bisher zu Mißverständnissen Veranlassung gegeben hätten, noch einmal klargestellt werden. In der Lohnfrage verwies der Minister auf die eingehenden Aeußerungen, welche der Vorsitzende der Bergwerksdirektion den Arbeiterabgeordneten in der Besprechung vom 5. Dezember d. J. gemacht hätte und hob hervor, daß die Löhne schon seit Jahresfrist in fortdauerndem Steigen begriffen seien und zur Zeit den höchsten Stand früherer Jahrgänge erheblich überschritten haben. Ueberdies habe die Staatsbergwerksverwaltung die Absicht, bei weiterer günstiger Konjunktur die Löhne auch weiterhin allmählich ansteigen zu lassen. Die weiterhin von den Abgeordneten vorgebrachten Einzelbeschwerden nahm der Minister mit der Bemerkung entgegen, daß sie bei ihrer Vorbringung im geordneten Jnstanzenzuge eingehend geprüft werden sollen. Dabei ließ er keinen Zweifel darüber, daß die Bestimmungen über die Arbeitsausschüsse und Sicherheitsmänner von der staatlichen Bergwerksverwaltung loyal gehandhabt werden sollen, daß er aber andererseits ein entsprechendes Auftreten von der Arbeiterseite erwarte. Zum Schluß empfahl der Minister dringend den Abgeordneten, bei ihren Kameraden dahin zu wirken, daß die augenblicklich ohne sachlichen Grund erregte Belegschaft sich beruhige und sich nicht zu unüberlegten Schritten hinreißen lasse.
$rin$reotit fiuitiiolii non Mm f.
Von den Paladinen des neu erstandenen Deutschen Reiches, die am 18. Januar 1871 im Spiegeliaale deS Schlosses zu Versailles dem welthistorischen Schauspiel der KaiservroNamation beiwohnten, ist wieder einer der wenigen tien zu beschäftigen. Frl. Hildegard Wegner befestigte am gestrigen Abend durch ihre Darbietungen („Held meiner Träume" aus „Der tapfere Soldat" und Zugabe) den von ihr schon früher gewonnenen guten Eindruck, sodaß auch ihr der wohlverdiente Beifall nicht vorenthalten blieb. Später wurde von ihr im Verein mit Herrn Hietel ein Duett aus der ,,Dollarprinzessin" geboten, wobei gleichfalls ihr hübsches Talent in die Erscheinung trat. Herr Eugen H i e t e l, der Vielbeschäftigte an diesem Abend, hatte ebenfalls reichen Anteil an dem Gelingen der Veranstaltung. Ganz besonderen Beifall errang er sich bei seinen Darbietungen in den Duetten aus „Walzertraum" und „Dollarprinzesfin". Herr Josef C h r i st e a n wartete wiederum mit den stets gern entgegengenommenen Liedern aus der Operette „Bruder Straubinger" („Küsien ist keine Sünd" und „Wanderlied") auf und mußte sich infolge des gespendeten reichen Beifalls ,u einer Zugabe verstehen. Herr Direttor S t e f f t e r verstand er, mit Rosegger,-Rezitationen und verschiedenen Einlagen eine äußerst dankbar ausgenommene Abwechselung in den Kranz der reichen Darbietungen des „Bunten Abends" zu bringen und seine Zuhörer in köstlicher Weise zu unterhalten. Am Klavier wirkte Herr Kapellmeister Leo Kähler mit Umsicht und Geschick.
StiittiMt« in Mm«.
Eine stattliche Kunstgemeinde durfte heute abend (8 Uhr) dem „Lustigen Abend" Prof. Marcell Salzer's beiwohnen und den Vorträgen lauschen, die der hervorragendste Meister dieses Gebietes darbieten wird. Marcell Salzer ist nicht mit anderen bedeutenden Rezitatoren zu vergleichen: er ist ein einzig dastehender, ganz eigenartiger Künstler, der in seiner Art konkurrenzlos ist. Marcell Salzer bietet natürlich auch vollendete Sprechkunst, eine in hohem Grade ausgeprägte Mimik, welche durch das begleitende Spiel seines unbeschreiblichen Augenpaares unwiderstehlich wirkt, aber was uns vor allem fesielt, ist, wie bereits vorgestern betont wurde, seine unvergleichliche Fähigkeit der Sttmmunqsmalerei. sodaß man die von ihm wiederaeaebene Dich-
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1912
noch lebenden dahingegangen: Prinzregent Luitpold von Bayern ist in München im 92. Lebensjahre sanft entschlafen.
Als im Juni 1886 das tragische Ende des geistesumnach» teten Kân'gs Ludwig II. am Starnbergersee großes Leid über das Bayernland brachte, da war es ein Glück für das Königreich der alten Wittelsbacher, daß in jener Zeit ein Mann vorhanden war, der das Staatsschiff an gefahrdrohenden Klippen vorbei zu führen vermochte. Dieser Mann war Prinz Luitpold. In ernster Zeit mußte er die Zügel der Regierung ergreifen, als er schon die Schwelle des Alter- überschritten hatte. Aber wenn auch seine Stirn durchfurcht und sein Haar ergraut war, seine Kraft und sein Mut waren ungebrochen. Mit fester Hand hat er das Steuer des Staats- schiffes erfaßt und gehalten und sicheren Blicke- die Geschicke des ihm anvertrauten Landes und Volkes gelenkt.
Prinz Luitpold war ein echt deutscher Fürst, nicht nur dem Namen nach, sondern auch durch die Tat. Seine Treue zu Kaiser und Reich war von Beginn seiner Regierung an über allem Zweifel erhaben; stets hat er an der Festigung der deutschen Einheit mitgearbeitet und treu zum deutschen Kaiser gestanden, dessen persönlicher Freund er geworden war. Ein leuchtendes Vorbild war er seinem Volke. Er hat den Interessen des engeren und des weiteren Vaterlandes gleichmäßig gedient, ein echter Bayer und ein echter deutscher Mann ; er war eine biedere, kernige Natur, ein ganzer Mann in des Wortes bester Bedeutung. Selbst Mißgunst kann ihm nicht die Anerkennung versagen, daß er sich als treuer Verwalter der ihm anvertrauten Gutes und der in feine Hände gelegten Macht erwiesen und ohne Überschreitung seiner Rechte im Rahmen der Verfassung regiert hat. Mit starker Hand brachte er in die verworrenen Verhältnisse der königlichen Zivilliste nach Ludwig- II. Tode Ordnung. Der Weiterbau an den Märchenschlössern wurde sistiert, die Kosten der persönlichen Repräsentation auf das äußerste beschränkt, und so hattl er durch sein einfaches Wesen sich rasch die Liebe seines Volkes gewonnen. Er knüpfte wieder an die alten Gewohn- beiten an, wie sie am Münchner Hofe unter Ludwig I. und Maximilian II. gang und gebe waren. Brachten es in früheren Jahren seine militärischen Funktionen mit sich, daß er meistens Uniform trug, so hat er dann im höchsten Alter dem bürgerlichen Kleide wieder den Vorzug gegeben, das ihm am liebsten war, wenn er es in der Form eines rauhen Lodenrocks anziehen konnte, um als Jäger in die Bergwelt hinaufzusteigen. Und in dieser einfachen Sinnesart hat er auch seine Söhne erzogen, von denen der älteste, Prinz Ludwig, nachdem ihm seine im Jahre 1866 erlittene schwere Verwundung die Fortsetzung der militärischen Laufbahn unmöglich gemacht, sich ein reiches Wissen als Techniker, besonders in Wasserbaufragen, und als Landwirt angeeignet hat.
hing wie ein vollständiges Gemälde vor sich sieht. Wer nur einmal einem Salzer-Abend beigewohnt hat, wird keine Gelegenheit unbenutzt lassen, den Künstler wieder zu hören. — Morgen Samstag ist bei volkstümlichen Preisen „M a r t a S t u a r t". Da die Vorstellung bereits um 7 Uhr beginnt, ist dies auch eine gute Gelegenheit für die Schülerinnen und Schüler hiesiger Lehranstalt ten, Schiller's großes Drama in trefflicher Aufführung kennen zu lernen. — Am Sonntag nachmittag geht bei kleinen Preisen das humorvolle Lustspiel „Die Generalsecke" in Szene und am Sonntag abend ist im Abonnement A die Premiere der Operettennovität „Der liebe Augustin" von Leo Fall. Herr Direktor Steffter inszeniert das Werk, hat auch die Tänze einstudiert. Die neu angekaufte Kostümausstattung entstammt dem Atelier der Hoflieferanten E. Reumann u. Co., Dresden. Ueber den Erfolg der Operette, in welcher hier am Sonntag als ,Lelene" Frl. Anita Franz vom Frankfurter Opernhaus gastiert, berichtet bet „Magdeburger Anzeiger". Gestern Sonntag ist das „Wilhelmstheater" für die Saison 1912/13 eröffnet worden: glänzend, festlich (glück- ; verheißend). „Der liebe Augustin" hat mit dieser Eröffnungsvorstellung nun auch in Magdeburg seinen Einzug gehalten, indem ihn Herr Direktor Norbert mit feinem tüchtigen Spielensemble bereite im Laufe dieses Sommers mit bedeutendem Erfolge in Wiesbaden und Mannheim die Bekanntschaft mit dem Publikum machen ließ. Auch in Berlin, und in verschiedenen anderen Großstädten hat diese neueste Schöpfung von Leo Fall schon hunderte von Aufführungen erlebt und das Publikum entzückt und begeistert — konnte es daher bei uns wohl anders fein? Nein! Das
i vollständig ausverkausts Haus bereitete dem von übersprudelndem Humor und von einer echten, leichtflüssigen Operettenmusik beglei- i teten Werke eine geradezu begeisterte Aufnahme, einen unbestritten j nen vollen Erfolg! Und dazu tragen sämtliche in Betracht tont« I menden Faktoren mit bei: die höchst amüsante Handlung des
Stückes, das in bet Residenz Thessaliens, am Hofe des verschulde- i ten, lebemânnischen Regenten Bogumil spielt, der — um sich eins Apanage zu retten — seine reizende Nichte Helene mit dem rat ihr nhbi ad lebten. schwer reichen Fürsten Nicolo —«»L^e« «M»