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General-Anzeiger
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JUtoHonebrud und Verlag der Buchdrucker«! Des verein. eo. Warenhauses in Hanau.
Amtliches
für SliM un- Fan-Kreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
verantwort!. Redakteur: S. Schrecker in Hanau.
Nr. 291
Aernsprechattschlitf; Nr. 230.
Donnerstag den 12. Dezember
^crttsprechanschlttst Nr. 230. 1912
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14 Seiten.
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Amtliches.
Stadtkreis F)anau.
Als Sachverständige in die Kommission zur Schätzung von wegen Seuchen getöteten Tieren sind für das Jahr 1913 wiedergewählt worden:
Oekonom Franz Hoffmann zu Hanau, Metzgermeister Andreas Schindler zu Hanau, Bierbrauereibesitzer FriedrichBaader zu Hanau. Hanau den 10. Dezember 1912. P 13316
Königliche Polizei-Direktion.
I. A.: Karb e.
Bekanntmachung betr. Weihnachtsmarkt.
Auf Grund der §§ 70 und 149 der Gewerbeordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 26. Juli 1900 wird mit Zustimmung des Magistrats nachstehende Marktordnung für den Stadtkreis Hanau erlassen:
< §1.
Der Weihnachtsmarkt findet an den Tagen des 15. bis einschließlich 24. Dezember auf dem Neustädter Marktplatz statt.
§2.
Die Verkaufsbuden dürfen bereits am 14. Dezember aufgeschlagen werden, es sei denn, daß dieser Tag auf einen Sonntag fällt. Sie sind noch am Abend des 24. Dezember wieder zu entfernen.
§3.
Das Feilhalten auf dem Weihnachtsmarkt ist observanzmäßig nur den hiesigen Einwohnern gestattet und beschränkt auf sogenannte Weihnachtsartikel: Kinderspielwaren, Christbäume, Christgärten, Lebkuchen und Konditorwaren.
§4.
Jeder Feilhaltende ist den marktpolizeilichen Anordnungen unterworfen. Zuwiderhandlungen gegen diese Ordnung werden mit Geldstrafe bis zu 30 Mark oder im Unvermögensfalle mit Haftstrafe bis zu 8 Tagen geahndet.
§5.
Vorstehende Marktordnung tritt mit dem Tage ihrer Bekanntmachung in Kraft. Mit dem gleichen Tage wird
Stadttheater in Hanau.
„Die Ahnengalerie."
Lustspiel in 3 Akten von Leo Walther Stein und Ludwig Heller.
Die beiden an unserer Bühne schon früher bewährten Autoren konnten mit dem Erfolg des gestrigen Abends recht zufrieden sein. Der Hauptreiz der lustigen Dichtung besteht in der Uebersichtlich- keit des Planes. Mit sicherer Hand wiffen die beiden Schriftsteller die Geisel der Satire zu schwingen und dreist auf ihr gesetztes Ziel loszugehen, ohne uninteressant zu werden. Inhaltlich lernen wir eine Ahnengalerie von Grafen kennen, die vier Geschlechter umfaßt. Wir sehen dabei Personen verschiedener Altersstufen mit den ihnen anhaftenden, oft etwas ausgefallenen Lebensanschauungen oft recht ergötzlich handeln. Als besonders humorvolle Szenen seien die des Urgroßvaters hervorgehoben, in denen dieser als schattenhafter Narrengreis durchs Schloß schleicht, bis er im letzten Akt erklärt, daß er sich genau seiner romantischen Taten bewußt war und nur die vielen Jahre hindurch Komödie gespielt habe. Wie nun trotzdem der Alte das Schicksal seines Hauses zum besten zu führen weiß, haben die Autoren in recht liebenswürdiger und lustiger Art, zur Zufriedenheit zu lösen verstanden. Den blasierten, überspannten Schwerenöter und Don Juan Graf Eberhardt „Kray-Itzbach" verkörperte Otto Hunold. Neben einer angenehnièn Gelassenheit, vie der Künstler an ag legte, zeugte der abgestimmte Tonfall von gewissenhaftem Studium. Einen ebenfalls recht gelungenen Eharakter !chns Niariin Mieberg (Graf Wolf Itzbach) indem er sowohl in seinem Auftreten sowie auch in den Allüren jene Eigenschaften zu vereinigen verstand, die dieser Weltmann beansprucht. Martha Arens charakterisierte die leichtfertige, heuchlerische „Melanie ganz vortrefflich. Der Darstellerin fiel es leicht, die Uebergänge der einzelnen Eefühlsempfindungen zwischen innerlich plagender Verdrießlichkeit und leichtfertiger Heiterkeit gelungen zum Ausdruck zu bringen. Bruno Palitzsch spielte den alten, diploma- tischen Graf „Balduin" mit sichtlicher Hingabe und gutem Ge-
die Polizeiordnung vom 3. Dezember 1881 beireffend den Weihnachtsmarkt aufgehoben.
Hanau den 25. Januar 1910.
Städtische Polizei-Verwaltung.
Der Oberbürgermeister.
Dr. G e b e s ch u s.
Genehmigung des Negierungs-Präsidenten vom 5. Januar 1911. A 2 G 8.
Wird hiermit veröffentlicht.
Hanau den 10. Dezember 1912. 30517
Der Oberbürgermeister.
J. A.: Bartmuß.
Bekanntmachung.
Der Laden in der Wartehalle auf dem Neustädter Marktplatz ist alsbald anderweit zu vermieten.
Angebote mit Angabe des gebotenen Mietpreises wollen an uns gefälligst bald eingereicht werden.
Hanau den 11. Dezember 1912. 30515
Der Magistrat.
Dr. Gebeschus.
Bekanntmachung.
In das Genoffenfchaftsregister ist als lfd. Nr. 5 Konsumverein für Langenselbold und Umgegend, eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht in Langenselbold folgendes eingetragen worden:
a) in Spalte 2:
Konsumverein für Langenselbold-Hanau und Umgegend, eingetragene Genosienschaft mit beschränkter Haftpflicht in Langenselbold.
b) in Spalte 6"
Das Statut und die Bezeichnung der Genoffenschaft ist geändert am 24. November 1912 (s. Sp. 2).
Langenselbold den 5. Dezember 1912.
Königliches Amtsgericht. 30501
ßtlunbene unb nertotene Seoenftänbe it.
Gefunden: 1 kleines schwarzes Portemonnaie mit 3 Mk., 1 Paar schwarze Pulswärmer, 1 Schere, 1 buntes Kinderportemonnaie mit 11 Pfg., etwa 5 g Gold.
Verloren: 1 schwarzer Kinderpelz, 1 Pappdeckelkistchen (Inhalt: 1 Wachskerze, 1 silberner Becher und 1 silbernes Türmchen gefüllt mit Gewürz).
Zugelaufen: 1 Wolfshund (Bastard) m. Eefchl., 1 grauer Pinscher m. Geschl.
lingen, wie auch die verliebte „Eglantine" in Helly Michel eine verständnisvolle Vertreterin fand. Eine typische Gräfin- Mutter erstand in Franziska Hesse, eine liebenswürdige Schwester „Johanna" in Alide Ballin. Wilhelm Holtz kam mit maßvoller Natürlichkeit dem strammen „Dr. Rupprecht" gut bei, Tilly Element gestaltete die joviale besorgte „Male" mit guter Laune. In kleineren Partien traten Axel Kubitzky (Balduin), Victor Veß (von der Lache), Else Trauner (Irma), Walter Brand (Mewes), Fritz Möller (Strauß), Eva Wendlandt (Frau Richler) wirksam in den Vordergrund. Bruno Palitzsch führte die Regie der Novität mit glücklicher Hand. L. S.
Kunst und Leben.
Drei Nobelträger hielten in Stockholm in der Akademie der Wissenschaften den in den Statuten verlangten Dortrag, Earrel- Newyork sprach über die Transplantation von Organen, später sprachen Sabatier-Toulouse und Grignard-Nancy. Der König gab zu Ehren der 4 Nobelpreisträger im Kgl. Schloß ein Diner Gerhart Hauptmann und seine Gemahlin wurden vom schwedischen Autorennerein am Abend zum Fest im „Grand Hotel Royal" ein« geladen. ' T -
Das ungewöhnlich erfolgreiche Gastspiel des russischen Balletts im neuen kgl. Operntheater zu Berlin erreichte mit dem choreographischen Bild „Fauns" am Nachmittag seinen Höhepunkt. Das von Nijinnsky selbsts ersonnene und von ihm in der Hauptrolle dargestcllte Bild, das das Basreliefs einer griechischen Vase zu beleben scheint, fand stürmischen Beifall und mußte wiederholt werden. König Manuel von Porftigal wohnte dam Gastspiel bei.
Kleine Mitteilungen. „Lebensschatten", Drama in fünf Akten von Jacobsthal und Epstein, erzielte bei der Uraufführung im Stadttheater Meißen am Dienstag einen durchschlagenven Erfolg. — Die Uraufführung des „Andreas Hofer" von Walter Lutz findet am 22. Januar 1913 am Kgl. Hoftheater in Stuttgart statt. Die Buchausgabe erfolgt im Verlag der „Lese", welche auch den Vertrieb hat, gleichzeitig mit der Uraufführung. — Eine noch nie
Politische Rundschau.
Der Kaiser empfing gestern im Schloß nochmals den Besuch des Königs Manuel von Portugal. Zur Frückstücks- täfel waren geladen: Der österreichisch-ungarische Botschafter, der frühere österreichisch-ungarische Botschafter in Rom, Graf Lützow, Staatssekretär v. Kiderlen-Waechter und General der Infanterie v. Moltke.
D'e hessische Zweite Kammer nahm gestern ihre Sitzungen wieder auf. Der wichtigste Beratungsgegenstand wird die endgültige Beamtenbesoldungsregelung bilden, die mit einer Vorlage über die Erhöhung der Zivilliste des Großherzogs um 7500 Mark zum Zwecke der Aufbesserung der Gehälter der Hofbeamten und Bediensteten und des Hoftheaterpersonals usw. verbunden worden ist.
Die belgische Neutralität. Nach einer Meldung auS Brüssel fordert der Ministerpräsident Droqueville die dringliche Behandlung der neuen Wehrvirlage und ihre Erledigung noch vor Weihnachten. Nach Durchführung der Militär- reform will Belgien bei den Großmächten die Aufhebung des Neutralitätsvertrages beantragen und ein Bündnis mit Holland schließen.
Die Krise in der englischen Admiralität. Im englischen Unterhause wurde gestern großes Aufsehen erregt durch Mitteilungen Churchills über den Rücktritt seines Ersten Seelords, des Admirals Bridgeman. Der Marineminister suchte diese Angaben zmückzuhalten. Er erklärte wiederholt, der einzige Rücktrittsgrund sei die schlechte Gesundheit des Admirals gewesen. Schließlich wurde aber Churchill durch hartnäckiges Fragen von Lord Charles Beeresford zu dem Eingeständnis genötigt, daß er selbst den Admiral zur Einreichung seines Abschiedsgesuches veranlaßt habe. Damit wird das seit einiger Zeit umgehende Gerücht bestätigt, daß es in der Admiralität wiederum eine Krise gibt. An solchen hat eS zu keiner Zeit gefehlt, doch sind sie unter dem energischen Regime des Herrn Churchill besonders häufig. Da die Admiräle mit Churchills Rüstungseifer nicht wohl zufrieden sein können, so wird vermutet, daß der Grund der Reibungen in der den Fachleuten nicht genügenden Erhöhung der Bezüge der Marine-Mannschaften liegt.
Prinzregent Luitpold von Bayern f.
Ueber die Erkrankung deS Prinzregenten wurde gestern noch folgendes offizielle Bulletin ausgegeben:
„Das Befinden des Prinzregenten hat sich in der. letzten Tagen durch das Auftreten eines Bronchialkatarrhs und einer gichtischen Affektion der rechten Hand verschlechtert, die Nachtruhe ist infolgedessen gestört und bet bisher ausgezeichnete Appetit vermindert, fieber besteht nicht, die Herztätigkeit ist bisweilen unregelmäßig".
Heute früh übermittelte der Draht die schmerzliche Nach»
gegebene Poffe von Johann Nestroy gelangte heute an der Wiener Volksbühne zur Uraufführung. Die Poffe führt den Titel „Kampl" und ist von Friedrich Berman mit modernen Musikeinlagen ausgestattet worden. — Josef Siener und Sternberg haben eine neue Operette „Die schöne Exzellenz" vollendet. Sie wird noch im Laufe des Monats im Kölner Opernhause erstmalig in Szene gehen. — „Mary" betitelt sich eine neue Operette von Ernst Karl Finaly, zu der St. Barna die Musik geschrieben hat. — In Tama- fchow in Russisch-Polen ist kürzlich ein deutsches Theater eröffnet worden. Mit dieser Bühne ist eine Institution erstanden, die man im Interesse des Deutschtums nur freudig begrüßen kann. — Der erste weibliche Opernkapellmeister ist kürzlich für das Lemverger Stadttheater engagiert worden. Es ist ein Fräulein Kitschmann aus Wien, die wohl die erste Dame sein dürfte, die kontraktlich verpflichtet wurde, in einem Theater den Taktstock zu führen. — Die „Frau von vierzig Jahren", Schauspiel von Ernest Adam, gelangte zur Uraufführung im Königsberger Neuen Schauspielhause. Das Publikum brachte dem interessanten pschologischen Versuch gespannteste, bis zum Schluß andauernde Aufmerksamkeit entgegen. — Eine neue Operette „Der kleine König", von einer ungarischen Buchmacherfirma Karl v Bakony und Franz Markos, übersetzt von Robert Bodanzky, Musik von Emmerich Kalman, erlebte soeben mit allen Zeichen eines starken äußeren Erfolges ihre Uraufführung im Theater an der Wien. Der Text der Operette macht fast den Eindruck, als ob der junge Exkönig Manuel von Portugal dazu Modell gestanden hätte.
Albumblätter.
Was Gott bir gibt, das wahr' als Pfand
Von seiner Gnad' und Treue,
Und schling' darum der Liebe Band
Mit jedem Tag auls neue.
Und was er nimmt, das laß ihm gern, Es ist wohl aufgehoben;
Einst kommt die Zeit, wo du den Herrn
Auch dafür lernest loben. JuU Sturm.